2

Blaubeer-Scones à la Barcomi

Neues aus der Reihe Ugly Food – irgendwas mit tiefgefrorenen Blaubeeren oder Heidelbeeren, die man nicht lange genug abgetropft hat. Die färben einem das Gebäck dann in allen Farbfacetten eines frischen Boxerveilchens nach dem Aufeinandertreffen mit Wladimir oder Vitali K. – lasst euch deshalb bitte bloß nicht vom Aussehen dieser Scones abhalten, sie schmecken sagenhaft! In Cynthia Barcomis zweitem Backbuch, aus dem ich das Rezept habe, sehen sie allerdings weitaus schöner aus. Mag daran liegen, dass Cynthia wahrscheinlich frische Beeren oder zumindest ausreichend abgetropfte verwendet hat.

blaubeerscones

Inzwischen habe ich das Rezept dreimal gebacken und kam jeweils zu unterschiedlichen Ergebnissen: die erste Ladung mit TK-Heidelbeeren, groß und rund, die ich nach dem Auftauen eine Stunde habe abtropfen lassen, haben geschmacklich überzeugt und waren auch nicht übermäßig verfärbt. Ein paar Wochen später, eine zweite Ladung, dieses mal mit TK-Waldheidelbeeren vom Discounter. Klang gut, nur sind die viel kleiner und vor allem viel empfindlicher als die großen Beeren vom Backversuch davor. Der Teig war nicht nur verfärbt, er war eigentlich komplett gefärbt. Und nach dem Backen habe ich festgestellt: die Beeren waren überhaupt nicht süß und den Scones hat definitiv Zucker gefehlt.

blaubeerscones4

Also eine dritte Runde, wieder mit kleinen TK-Heidelbeeren. Die habe ich jedoch im Voraus probiert und wusste, dass der Zuckergehalt passen müsste. Probiert also auf jeden Fall eure Beeren vorher, wenn ihr tiefgefrorene verwendet. Natürlich sind Geschmäcker unterschiedlich, aber sie sollten auf jeden Fall auch pur ohne Zuckerzusatz leicht süß schmecken. Außerdem habe ich dieses Mal auch die Beerenmenge im dritten Anlauf etwas reduziert, da die Scones mit kleinen Beeren aus dem zweiten Versuch viel länger gebraucht haben und nicht ganz so locker geworden sind.

blaubeerscones3

Nun die abschließende Einschätzung: diese Scones gehen ratzfatz, wenn man denn die richtigen Beeren zur Hand hat und tiefgefrorene Beeren auch davor lange genug hat abtropfen lassen. Am besten dürfte es wohl mit großen Kulturheidelbeeren funktionieren, da könnt ihr guten Gewissens auch 200 g verwenden, wie im Originalrezept angegeben. Bei kleineren Exemplaren (wie auf dem Foto zu sehen) haben 170-180 g bei mir besser funktioniert. In memoriam heute wieder für die Initiative Sonntagssüß!

8 große oder 16 kleine Scones

60 ml kalte Buttermilch

2 Eier

100 g Zucker

325 g Mehl

1 TL Natron

1 TL Backpulver

1/2 TL Salz

90 g eiskalte Butter

170-200 g (TK-)Blaubeeren (s.o.)

1/2 TL Zimt

2 TL Zucker

optional: Abrieb einer halben Bio-Zitrone

01-grün  Tiefgekühlte Beeren in ein kleines Sieb geben und bei Zimmertemperatur auftauen und abtropfen lassen. Buttermilch und Zitronenschale in eine kleine Rührschüssel geben, Eier dazugeben und mit einem Schneebesen verrühren. Wenn es draußen warm ist: vorübergehend in den Kühlschrank stellen. Ofen auf 200°C vorheizen.

02-grün  In einer größeren, separaten Schüssel die trockenen Zutaten Zucker, Mehl, Natron, Backpulver und Salz mischen. Die Butter in kleinen Würfeln oder Streifen dazugeben. Dann schnell mit den Fingern die Butter mit den trockenen Zutaten zerkrümeln – wenn die Butter weich wird und anfängt zu kleben, einfach die Schüssel samt Zutaten für einige Minuten im Kühlschrank noch einmal durchkühlen lassen. Die kalte Buttermilchmischung dazugießen und mit einem Kochlöffel durchrühren. Die Zutaten sollten sich gerade so vermischen, je mehr ihr rührt, desto zäher werden die Scones später. Beeren vorsichtig unterheben.

03-grün

Die Arbeitsfläche großzügig bemehlen und den Teig darauf geben. Vorsichtig zu einer etwa 2cm dicken Scheibe drücken, die Beeren sollten möglichst nicht zerplatzen. Ein scharfes Kochmesser mit Mehl bestäuben und den Teig in 8 große oder 16 kleine Dreiecke teilen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Zimt und Zucker miteinander verrühren und die Scones damit bestreuen. Auf mittlerer Schiene etwa 18 Minuten backen. Die Scones sollten nicht allzu dunkel sein sondern nur leicht bräunen. Auf ein Kuchengitter heben und einige Minuten auskühlen lassen. eat it. love it.

blaubeerscones2

Irgendwo in den unendlichen Weiten dieses Internets habe ich mal gelesen, mal solle Scones möglichst nicht am nächsten Tag essen, weil sie dann hart und zäh seien – Blödsinn. Ich habe die paar, die doch übriggeblieben sind, in eine luftdicht verschließbare Plastikbox gegeben und bei Zimmertemperatur aufgehoben. Sie waren auch noch einen Tag später ganz wunderbar. :)

 

1

Tortiglioni an Walnuss-Pecorino-Sauce

Wenn es auch im Frühling andauernd noch so kalt ist, dass man meint, Weihnachten steht vor der Tür, dann störe ich mich nicht an eher winterlichen Zutaten und Geschmäckern. Von mir aus darf es dann auch noch Glühwein geben – vielleicht als Füllung für Ostereier? ;)

Dieses Rezept stammt aus meinem dicken Pasta-Buch und landete deswegen auf dem Speiseplan, weil ich noch eine Menge gereiften Pecorino im Kühlschrank hatte – und weil ich Pecorino unglaublich gerne mag. Die Walnüsse machen das Gericht zu einer ziemlich knackigen Sache; wer es weniger knackig und dafür cremiger mag, der sollte einen Teil der Walnüsse im Mörser zermahlen statt sie zu hacken. Für das nächste nussige Pasta-Projekt werden dann hoffentlich wieder Birnen den Weg ins Essen finden – in Kombination mit Käse eine absolut köstliche Sache, wie ich finde.

 

Für zwei:

250 g Pasta

80 g Walnusskerne

1 Knoblauchzehe

1 EL Olivenöl

50 g Sahne

50 g Pecorino, gerieben

eine Handvoll Basilikumblätter, gehackt

Salz, Pfeffer

 

01-gelb Pasta in reichlich gesalzenem Wasser al dente garen. Walnusskerne und Knoblauchzehe fein hacken und mit dem Olivenöl in einer großen Pfanne leicht anrösten. Sahne angießen und einige Minuten auf sehr kleiner Flamme köcheln lassen.

02-gelb Kurze vor Ende der Garzeit der Pasta den Pecorino und den gehackten Basilikum zu den Walnüssen geben und verrühren. Vom Nudelwasser eine Tasse abschöpfen, dann Pasta abgießen und zur Sauce geben. Alles gut verrühren und etwas Nudelwasser zugeben, wenn sie zu trocken ist. Mit Salz, Pfeffer und nach Belieben einigen Tropfen Zitronenöl servieren. eat it. love it.

Walnüsse von Hand sehr klein zu hacken ist mühsam; nachhelfen kann man mit dem Mörser oder einer Nussmühle.

 

Letzte Woche gab es für mich eine große Premiere – ich durfte zum ersten Mal überhaupt ein Blogevent besuchen und auch noch bei Vapiano hinter die Kulissen gucken. Das Marketing Team um Jana und Kathrin hat nämlich zum Vapiano Blogger-Kochen in die Münchner Filiale am Bahnhof Pasing eingeladen. Ich war die einzige Foodbloggerin, mit dabei waren dafür drei herzallerliebste Damen aus der Fashionsparte, die nicht minder koch- und foodbegeistert am Wok und am Pizzacounter standen.

vbk1-1

vbk2

Noch bevor die Filiale regulär öffnet, waren wir schon da – um neun Uhr morgens hat uns Jana aus der Bonner Vapianozentrale erwartet, währenddessen waren die Vapianisten schon voll in der Vorbereitung für den Tag. Nach für nach trudelten die anderen Bloggerinnen, Alice, Anne und Conny, sowie Kathrin vom  “Achtung” PR-Team ein. Die Völlerei konnte beginnen, und ich frage mich immer noch, wie ich ernsthaft auf die Idee kam, etwas zu frühstücken…schon zur Besprechung gab es erst einmal frische Croissants und eine Antipastiplatte. Danach haben wir unsere eigenen roten Vapiano-Schürzen bekommen und durften gleich an den Wok. Dabei gab’s ein wenig Hilfe von Koch und Restaurantleiter Matthias.

vbk08

Hiermit möchte ich mich aufrichtig bei allen Vapianisti entschuldigen, denen ich bei meinen Specialreviews je angekreidet habe, etwas vergessen zu haben oder die ich mit knurrendem Magen verwünscht habe, weil sie nicht schneller gemacht haben. Die Arbeit hinter dem Wok ist gar nicht einfach. Jeder Schritt ist für jedes Gericht genau vorgetaktet. Wir haben erst einmal alle Pasta Salvia Piccante gekocht und dafür auch eine Rezeptversion für Mitarbeiter bekommen. 150 Sekunden hat ein Vapianist normalerweise Zeit für das Gericht, Anne und ich haben mit Sicherheit mindestens doppelt so lang gebraucht. Die Zucchini wären mir fast angebrannt und zwischendurch ist meine Sauce zu kalt geworden, weil ich die Gemüsebrühe nicht kreisförmig in den Wok gegossen habe, sondern in einem Schwall in die Mitte. Bisher habe ich das immer für Effekthascherei gehalten, Matthias sei Dank weiß ich nun: beim Herunterlaufen werden Brühe und Öl schon heiß und der Garprozess wird so nicht unterbrochen. Als er das Gericht später noch einmal für uns alle gekocht hat, hat das trotz gleicher Zutaten und Vorgehensweise einfach viel besser geschmeckt. Im Vergleich zu meiner Version ist mir nun klar: mehr Mut zu Salz und Pfeffer!

vbk09

Im Anschluss daran haben wir einen Ausflug an den Pizzabereich gemacht. Dort hat uns Matthias gezeigt, wie man richtig Pizzateig auseinanderzieht. Nämlich: Teiglinge flach drücken, mit viel Mehl dazwischen aufeinanderlegen und als Stapel auseinanderziehen. Das Feintuning gibt’s danach beim Ziehen über den Rand der Arbeitsfläche (wie bei Strudelteig) und vor allem in der Disziplin des KunstvolldurchdieLuftwirbelns, an der ich mich mal lieber nicht versucht habe.

vbk6

Bei der Gelegenheit gab’s natürlich ganz viele Blicke hinter die Kulissen – bis auf das Brot wird alles frisch in den Filialen zubereitet, sogar die Eier für den Nizza-Salat kocht das Team am morgen in einem großen Wok. Leider hat sich der Akku meiner Kamera (den man ja nur alle Jubeljahre mal aufladen muss…) während des Events verabschiedet, deshalb habe ich dann mit meinem iPhone weiterfotografiert. Weitere Fotos findet ihr natürlich auf den anderen drei Blogs. Vielen Dank auch an Jana, von ihr stammen die Fotos, auf denen ihr mich auch mal zu Gesicht bekommt :)

vbk5

vbk3

Als kleines Geschenk gab’s noch einen Home Cup, einen Nachschub an Vapiano-Gewürzen und die rote Schürze zum Mitnehmen. Vielen Dank nochmal an das Vapiano-Team für den tollen Tag bei euch in Pasing! Und für euch hat Jana vom Vapiano-Team mir netterweise unsere Rezepte für den Tag, Pasta Salvia Piccante und Pasta Estiva, als PDF zur Verfügung gestellt. Einfach downloaden und selbst einmal probieren!

download

7

Spinat-Ricotta-Gnocchi

Ich muss ein Geständnis machen: ich habe noch nie Gnocchi selber gemacht! Ein Frevel, wenn man bedenkt, dass das hier ein Foodblog ist, der Pasta im Namen trägt! ;) Es ist also Zeit geworden, etwas auszuprobieren und siehe da: gar nicht kompliziert und ein wahres (Ess-)Vergnügen.

Seit einiger Zeit hatte ich dieses Rezept auf meiner To-Do-Liste, aber irgendwie hat es immer am Spinat gemangelt, der mir einfach nicht über den Weg laufen wollte. Schließlich lief er mir dann doch über den Weg, landete prompt im Einkaufswagen und wurde kurzerhand zu Gnocchi mit Ricotta verarbeitet. Was dabei rausgekommen ist, könnt ihr hier lesen: ich finde, es sind feine Mini-Knödel geworden, die mild und anpassungsfähig sind, die aber auch ordentlich satt machen. Ich habe dazu eine Salbeibutter gemacht, was auch vollkommen ausreicht, denn die Gnocchi sind tatsächlich schon sehr gehaltvoll. Nichtsdestotrotz kann ich mir auch eine feine Tomatensauce gut dazu vorstellen – nichts stückiges, sondern schön sämig und unaufdringlich. :)

Für vier Personen:

400 g Blattspinat

250 g Ricotta

1 Ei

100 g Parmesan am Stück

100 g Mehl (Type 00) oder eine Mischung mit Hartweizen-Grieß

01-gelb Blattspinat von den groben Stielen befreien und waschen. In einen großen Topf mit ein wenig gesalzenem Wasser geben und bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel einige Minuten blanchieren, bis der Spinat zusammengefallen ist. In ein Sieb abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Gut ausdrücken und in einer Schüssel nur kurz pürieren.

02-gelb Parmesan reiben und mit Ricotta, Ei und Mehl zum Spinat geben. Mit einer Gabel oder dem Knethaken des Handrührgeräts zu einem gleichmäßigen Teig verarbeiten. Mit bemehlten Händen auf einer bemehlten Arbeitsfläche Rollen formen, Stücke abschneiden und zu diese zu Gnocchi formen. Darauf achten, dass die Mini-Knödel gut bemehlt sind, damit sie nicht aneinander kleben.

03-gelb Die Gnocchi in einen großen Topf mit kochendem Salzwasser geben und auf kleiner Stufe ziehen lassen, bis sie an die Oberfläche steigen. Mit einer Schaumkelle abschöpfen und servieren, zum Beispiel mit einer einfachen Salbeibutter und etwas geriebenem Parmesan. eat it. love it.  

Zugegeben: das Ganze ist eine etwas batzige Angelegenheit, aber wenn dabei so schöne Exemplare herauskommen, lohnt sich doch der Aufwand oder? Mein fleißiger Fotograf bei dieser Kochaktion (danke!!!) ließ sich nichtsdestoweniger zu dem Kommentar hinreißen: “Sie schauen ein bisschen aus wie vergammelte Mozartkugeln.” :D

  

dreiamdritten

Obwohl ich als Mädchen die Farbe Rosa und Schnörkel und Blümchenmuster vehement abgelehnt habe, bin ich heute umso hingerissener, wenn es mich in ein richtiges “Mädchencafé” verschlägt: Kuchen wie zu Hause, eine verspielte Einrichtung mit Shabby Chic und Bonbonfarben und Kaffee aus Porzellantassen wie bei Oma gibt’s da, es ist hell und freundlich und einfach nur schön. Das scheint gerade mal wieder ein Trend zu sein – in München gibt es inzwischen auch ein paar solcher Cafés. Für diesen Monat möchte ich euch deshalb drei echte Mädchencafés in München vorstellen, die wunderbar für einen Kaffeeklatsch mit der besten Freundin geeignet sind.

Café Fräulein – Altstadt

dad-cafes03

Das kleine Café ist vielleicht zwei Minuten Fußweg vom Viktualienmarkt entfernt, wenn die gestreifte Markise nicht gerade ausgefahren ist, läuft man schon fast daran vorbei. Innen ist es jedoch wunderbar nostalgisch eingerichtet, nur wenige Tische und eine Kaffeebar gibt’s hier. Das Kuchenangebot wechselt, manchmal steht sogar eine Auflaufform voller Scheiterhaufen neben den kleinen Glasglocken mit kleinen Kuchen. Es gibt Käsekuchen mit Beeren, Blondies und natürlich Zimtschnecken, denn das Café gehört zur Giesinger “Zimtschneckenfabrik”. Alle Kuchen, die ich bisher dort gegessen habe, waren sehr lecker und frisch – mein Favorit ist inzwischen der unglaublich saftige Apfelkuchen (oben rechts im Bild). Die Kuchen kosten um die 2,50€, die Tasse Kaffee gibt’s für 2,40€, Cappuccino für 2,80€.

Café Fräulein – Frauenstraße 11 – www.cafe-fräulein.de

Princess Schokobar – Schwabing

dad-cafes02

Ganz in der Nähe von der Münchner Freiheit liegt die Princess Schokobar, die sich selbst “Chocolaterie & Patisserie” nennt. Tatsächlich gibt es hier Pralinen und handgeschöpfte Schokolade zu kaufen, wir sind beim letzten Besuch jedoch geradewegs auf die Vitrine an der Ladentheke zugesteuert. Wunderbare kleine Törtchen gibt’s hier, Michi und ich haben uns für das Cassis-Schoko-Törtchen (3,90€) und das Törtchen mit Kokoscreme und Himbeeren für 3,50€ entschieden. Dazu gab es Cappuccino mit Soja-Vanille-Milch (3,00€).

dad-cafes01Alle Kreationen des Hauses sind vegan, gemerkt hat man davon jedoch gar nichts. Im Gegenteil, den leckeren Vanille-Cappuccino ziehe ich ab sofort jedem mit herkömmlicher Milch vor…der stolze Preis für die Törtchen ist unserer Ansicht nach absolut gerechtfertigt, sie sind wirklich kleine Kunstwerke und schmecken hervorragend. Leider hat der Laden momentan nur freitags und samstags geöffnet für wenige Stunden geöffnet, die Öffnungszeiten findet ihr auf der Website.

Princess Schokobar – Haimhauserstraße 3a – www.princess-chocolate.com

Café Lotti – Maxvorstadt

dad-cafes04

Ein Traum in Rosa erwartet einem im Café Lotti – gut, eine Ecke ist auch noch babyblau. Schlichte weiße Möbel, geblümte Tischdeckchen und opulente Kronleuchter an der Decke machen das Café durch und durch barbieesk, macht aber gar nichts. Die Kuchenauswahl ist klein, aber wirklich fein, besonders den Käsekuchen möchte ich hier lobend hervorheben. Ich habe selten so einen guten Käsekuchen in einem Münchner Café gegessen (bin aber natürlich auf Tipps und Gegenmeinungen eurerseits gespannt!), er hat für mich genau die richtige Konsistenz und Ausgewogenheit zwischen Vanille und Zitrone. Leider habe ich den genauen Kuchenpreis nicht mehr im Kopf, er kostet auch etwa 2,50€, wenn ich mich recht erinnere. Sollte es die Varianten mit Himbeeren oder Blaubeeren geben, so möchte ich euch diese ebenfalls ans Herz legen. Ach, am liebsten würde ich hier jeden Tag Käsekuchen essen. Die Tasse Kaffee gibt’s für 2,60€, der Cappuccino kostet hier 3,00€.

Café Lotto – Schleißheimer Straße 13 – www.cafe-lotti.de

2

Zum Dahinschmelzen: Schokoladen-Sablées

Die zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt, kommt definitiv nicht aus der Fabrik mit lila Kühen. Das weiß ich spätestens seit heute. Denn diese Sablées, also richtig schön mürbes Buttergebäck, zerbröseln beim geringsten Kontakt mit euren Zähnen und schmelzen geradezu dahin. Genau richtig für Schokoholiker, die ein Faible für zartbittere Varianten haben.

schokosablees8

Das Rezept kommt ursprünglich von Deb von smitten kitchen und ist aus einer großen Not heraus entstanden, die ich nur zu gut kenne: die Kekse einer Bäckerei in New York schmeckten ihr so umwerfend gut und sie hat anscheinend lange herumexperimentiert, bis sie sie endlich nachbacken konnte. Den entscheidenden Unterschied machte offenbar die gemahlene Bitterschokolade im Teig. Ich war zuerst etwas skeptisch, ob unser alter Krups Multihacker auch Schokolade mahlen kann. Das Teil ist mindestens so alt wie ich und es hat auch erst einmal ordentlich gescheppert, als ich mit dem Mahlen begonnen habe. Dennoch hat es wunderbar funktioniert. Je kälter eure Schokolade, desto besser lässt sie sich mahlen oder von Hand reiben, 10 Minuten im Kühlschrank reichen dafür schon aus. Je nach Kakaogehalt eurer Schokolade könnt ihr den Zuckeranteil im Rezept anpassen – ich habe 50%ige Zartbitterschokolade verwendet und deshalb weniger Zucker genommen, bei bitterer Schokolade könnt ihr entsprechend mehr nehmen.

schokosablees1schokosablees2

Offenbar macht es auch einen Unterschied, welches Kakaopulver man verwendet. Im Amerikanischen gibt es zweierlei Sorten Kakaopulver, natural und dutch-process – wer sich näher in das Thema einlesen möchte, dem empfehle ich diesen Artikel von David Lebovitz. Fakt ist: in Debs Kommentaren kam heraus, dass natural cocoa zum Auseinanderfallen der Kekse führt. Ich habe mich aufgrund des Bildes für Kakaopulver zum Backen entschieden, mit der Variante vom berühmten Dr.Ö. hat alles geklappt und die Kekse sind erst im Mund zerbröselt. So soll’s ja auch sein!

schokosablees3 schokosablees5

für 2-3 Backbleche

125 g Mehl, Type 550

30 g Kakaopulver

1/4 TL Natron

115 g  weiche Butter

100 g Zucker (je nach verwendeter Schokolade sind bis zu 135 g möglich)

1/4 TL feines Meersalz

1 Eigelb

1 1/2 TL Vanillezucker

100 g Zartbitter- oder Bitterschokolade

01-grün  Mehl, Backpulver und Kakaopulver in eine kleine Schüssel sieben und beiseite stellen. Schokolade von Hand fein reiben oder mit einem Multihacker fein mahlen. Butter, Zucker und Salz in eine große Rührschüssel geben, mit einem Rührgerät hell und schaumig schlagen. Eigelb und Vanillezucker unterschlagen. Restliche Zutaten hinzufügen. Kurz mit den Händen durchkneten und den Teig dann in Frischhaltefolie gewickelt 30 bis 45 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

02-grün  Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Arbeitsfläche und ein Nudelholz großzügig bemehlen. Den Teig portionsweise ausrollen, etwa zwischen 3 und 6 mm Dicke. Wenn der Teig zu sehr bröselt, könnt ihr mit der Wärme eurer Hände etwas nachhelfen. Ich habe die abgebröselten Stücke einfach mit dem Handballen wieder angedrückt und bin danach behutsam mit dem Nudelholz noch einmal darübergefahren. Ein Backblech mit Backpapier auslegen, Kekse ausstechen und auf dem Blech mit etwas Abstand verteilen. 8 bis 12 Minuten (je nach Dicke und Form) auf mittlerer Schiene backen. Die Kekse ein paar Minuten auf dem Blech auskühlen lassen, danach auf Abkühlgittern verteilen. Erst, wenn sie vollständig ausgekühlt sind, in einen luftdicht verschließbaren Behälter packen und aufheben. eat it. love it.

Laut Deb sind die Kekse bis zu zwei Wochen haltbar…wenn sie denn nicht davor alle aufgegessen wurden ;)

 

schokosablees6

Zuweilen packt mich die Lust, einfach wahllos Zutaten zusammen zu werfen und zu schauen was dabei rauskommt. Okay, ganz so wahllos geht das dann doch nicht von statten. In diesem Fall hatte ich noch dunkel das Vapiano-Special Pasta Rustica im Kopf – da war irgendwas mit Kartoffeln und italienischer Wurst. Also auf geht’s, schauen, was der Kühlschrank so hergibt!

Für zwei:

250 g Farfalle

4 kleine Kartoffeln

1 Schalotte

80 g Chorizo in Scheiben

3 EL grüne Oliven

2 TL Kapern

6-8 getrocknete Tomaten in Öl

3 EL Ricotta

Salz, Pfeffer, Chiliflocken

 

 Kartoffeln schälen und in einen Zentimeter große Würfel schneiden, Schalotte hacken. Chorizo und Tomaten in Streifen schneiden, Oliven und Kapern etwas kleiner hacken. Pasta ins kochende Salzwasser geben. Im Wok etwas neutrales Öl erhitzen und die Kartoffelwürfel zunächst zwei bis drei Minuten stark anbraten, dann bei mittlerer Hitze zusammen mit der gehackten Zwiebel noch weitere fünf Minuten braten, bis die Kartoffeln weich sind, vom Herd nehmen.

 Wenn die Pasta fast fertig ist, die Kartoffeln nochmals erhitzen und die Chorizo, Tomaten, Oliven und Kapern zugeben. Mit Salz, Pfeffer und etwas Chili abschmecken. Etwas Nudelwasser abschöpfen. Pasta abgießen und zu den übrigen Zutaten geben, gut verrühren. Wenn die Mischung zu trocken ist, etwas Nudelwasser zugeben. Mit einigen Klecksen Ricotta versehen und servieren. eat it. love it.

1

Tarte mit Paprikacreme und Ziegenfrischkäse

Ach was bin ich an dieser Tarte schon verzweifelt. Und offenbar hatte nicht nur ich meine Probleme, sondern auch Ulrike und Katharina, denn die Backzeit aus dem Originalrezept kommt nicht wirklich hin – mir ist die Tarte einfach mehrmals viel zu flüssig geblieben, trotz sehr langer Backzeit. Vier Zentimeter Höhe sind natürlich auch eine Ansage, ich bin da aber ganz bei Micha und meiner Namensvetterin Tina, die (genau wie ich) eher Fans von flachen Tartes zu sein scheinen. Ihr seht – ein Rezept geht durch die Bloggerwelt. Und nach insgesamt vier Versuchen bin ich inzwischen mit dieser Tarte in Sachen Konsistenz genauso zufrieden wie mit dem Geschmack. Den fand ich nämlich schon immer toll. Eigentlich sollte ich mir endlich mal dieses Kochbuch von Catherine Kluger zulegen, wenn die anderen Tartes nur halb so lecker sind, dann lohnt sich das schon…

paprikatarte04

Großer Fehler: ich laktoseintolerante Köchin habe immer laktosefreie Milch verwendet, dabei jedoch nicht auf den Fettgehalt geachtet. Nehmt also bitte keine fettarme Milch, sondern auf jeden Fall Vollmilch. Außerdem bin ich von einer hohen, kleineren Tarte auf das Backen in meiner Standardtarteform (Durchmesser 28 cm) umgestiegen. Und ein Ei mehr schadet der Angelegenheit meiner Ansicht nach überhaupt nicht. Ganz nebenbei habe ich außerdem meinen Lieblingsquicheteig von Fonsi aka Alfons Schuhbeck verwendet.

paprikatarte02

Mit dem Ziegenfrischkäse habe ich etwas herumexperimentiert. Unfreiwillig. Denn dass man streichfähigen Frischkäse aus dem Töpfchen nur schwer zerbröckeln kann, habe ich beim Einkauf nicht bedacht. Am besten funktionieren für mich die festeren Ziegenfrischkäse-Taler (die gibt’s zum Beispiel von der Edeka-Eigenmarke).  Ziegenweichkäse gäbe es auch noch, der ist hier aber nicht gemeint.

für eine 28cm-Tarteform

220 g Mehl, Type 405

90 g eiskalte Butter

70 ml eiskaltes Wasser

1 EL Rot- oder Weißweinessig

1/2 TL Salz

400-500 g rote Paprikaschoten

50 g gemahlene Mandeln

1 Knoblauchzehe

3 EL Olivenöl

2 TL dunkler Balsamicoessig

100 g Ziegenfrischkäse

4 Eier

100 ml Sahne

300 ml Vollmilch

Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer, etwas Basilikum

01-grün  Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Wasser abmessen und ggf. im Kühlschrank etwa 5-10 Minuten kaltstellen. Mehl und Salz in eine Rührschüssel geben und die Butter in dicken Flöckchen dazugeben. Mit den Fingern gut und schnell zerkrümeln, bis die Butter in kleinen Krümeln mit dem Mehl gemischt ist. Diese sollten jedoch noch fest und kalt sein, damit der Teig schön mürbe wird. Essig und kaltes Wasser hinzugeben und mit einem Esslöffel schnell zu einem glatten Teig verrühren, diesen nur einmal kurz mit den Händen durchkneten und in Frischhaltefolie gewickelt mindestens eine Stunde im Kühlschrank durchkühlen lassen. Danach etwa 3 mm dick ausrollen und eine gebutterte Tarteform damit auslegen. Mit einer Gabel mehrmals einstechen und den Teig in der Form eine halbe Stunde lang in die Tiefkühltruhe stellen.

02-grün  Paprikaschoten waschen, dritteln und putzen. Auf einem Backblech verteilen und für etwa 20-30 Minuten in den Ofen geben, dabei immer wieder wenden. Die Haut sollte sich schwarz färben und Blasen werfen. Dann die Schoten aus dem Ofen holen und heiß in einen Gefrierbeutel füllen, diesen verschließen und die Paprikaschoten darin vollständig abkühlen lassen – so lässt sich die Haut später leichter ablösen.

03-grün  Den durchgekühlten Tarteboden mit Backpapier abdecken, Hülsenfrüchte oder Blindbackkugeln darauf verteilen und auf mittlerer Schiene 15 Minuten blindbacken. Danach das Backpapier mit den Hülsenfrüchten entfernen und den Boden weitere zwei Minuten backen. Die Haut von den abgekühlten Paprika abziehen. Ein Drittel der Schoten in feine Streifen schneiden, den Rest in einen hohen Mixbecher geben. Knoblauchzehe schälen, halbieren, den grünen Keimling in der Mitte entfernen und zu den Paprika geben. Gemeinsam mit den Mandeln, Öl und dem Essig pürieren. Mit Salz, Pfeffer und ggf. etwas Cayennepfeffer abschmecken. Milch und Sahne unterschlagen und nochmals abschmecken, wahrscheinlich werdet ihr noch einmal nachsalzen müssen. Schließlich die Eier dazugeben und gut verrühren.

04-grün  Basilikumblätter waschen und trockentupfen. Die Paprikastreifen auf dem vorgebackenen Tarteboden verteilen, danach den Ziegenfrischkäse mit den Händen zerkrümeln und ebenfalls darauf verstreuen. Mit dem angerührten Guss auffüllen, schließlich die einzelnen Basilikumblätter auf der Oberfläche auslegen. Bei 180°C 30-40 Minuten auf mittlerer Schiene backen. Die Oberfläche sollte leicht gebräunt sein, beim Anstechen mit einem Zahnstocher sollte dieser trocken bleiben. eat it. love it.

paprikatarte01

paprikatarte03

 

 

 

2

Cannelloni Bolognese

Letztes Frühjahr gabs am Kiosk die Zeitschrift LECKER Trattoria mit vielen tollen italienischen Rezepten. Das Titelbild des Heftes zeigt wunderbare Cannelloni, die mit Käse köstlich überbacken sind und einem das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Michi steht ja total auf Ofengerichte und da gehören die italienischen Röhrennudeln auf jeden Fall mal auf den Tisch. Zugegeben: es ist mehr Arbeit als beispielsweise Lasagne, aber mit der richtigen Technik klappt auch das Befüllen der Röhrchen ganz gut – siehe dazu den Tipp weiter unten.

Für vier:

250 g Cannelloni (20 Stück)

500 g Hackfleisch

1 Karotte

2 Zwiebeln

1 Knoblauchzehe

15 Stiele Thymian, einige Salbeiblätter

ein paar Rosmarinnadeln

6 EL Tomatenmark

1 Dose Tomaten in Stücken

Salz, Pfeffer, Chiliflocken

50 g Butter, 30 g Mehl, 500 ml Milch, Muskatnuss

500 g Baby-Spinat

1 Kugel Mozzarella

Parmesan zum Reiben

01-gelb Karotte, Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. Gewürze waschen, Thymian abzupfen, Salbei und Rosmarinnadeln hacken. Etwas Olivenöl in einer großen Pfanne heiß werden lassen und das Hackfleisch darin anbraten. Hälfte der Zwiebeln, Knoblauch und Gewürze zugeben und zusammen mit den Karottenstückchen kräftig unterrühren. Salzen und pfeffern, dann Tomatenmark und Tomatenstücke dazugeben und für 15 Minuten auf kleiner Flamme weiter dünsten, ab und zu umrühren.

02-gelb Für die Béchamelsauce die Butter in einem Topf schmelzen und das Mehl zugeben. Eine Minute köcheln lassen und dabei mit einem Schneebesen kräftig rühren. Milch angießen und noch mal aufkochen lassen, bis die Sauce dick wird. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

03-gelb Baby-Spinat waschen und abtropfen. Etwas Öl in einem Topf heiß werden lassen und den Rest der Zwiebel kurz anschwitzen. Spinat dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Wenn er zusammengefallen ist, vom Herd nehmen. Mozzarella in sehr kleine Würfelchen schneiden.

04-gelb Ein klein wenig Béchamelsauce in eine große beschichtete Auflaufform geben (sonst einfetten) und gleichmäßig verteilen. Spinat darauf verteilen. Ofen auf 200°C vorheizen, die Cannelloni mit der Hackfleischmasse füllen (siehe Tipp) und auf dem Spinat platzieren. Alles mit der Béchamel übergießen, mit Mozzarella bestreuen und Parmesan darüberreiben. Mit einer Alufolie abdecken,  in den Ofen geben und 40 Minuten backen. Nach ca. 25 Minuten die Alufolie abnehmen und den Käse bräunen lassen. Auf Tellern anrichten und mit etwas verdünntem Tomatenmark garnieren. eat it. love it.

 

Tipp zum Befüllen:
Das Röhrchen zwischen Daumen und Zeigfinger halten und unten mit dem Ringfinger verschließen. Mit einem Teelöffel oder Latte Macchiato-Löffel die Hackfleischmasse oben ansetzen und mit einer ruckartigen Bewegung der Hand im Röhrchen nach unten befördern. Geht
jedenfalls schneller als das Röhrchen stehend auf einem Brett zu befüllen. :)

Nachschlag?

Nachschlag gefällig?

 

2

Drei am Dritten #2: Münchens beste Krapfen

dreiamdritten Wir sind Faschingsmuffel. Aber wenn es etwas gibt, was uns die narrische Zeit (im wahrsten Sinne des Wortes!) versüßt, dann ist es die Krapfenschwemme, die Bäckereien zwischen Neujahr und Faschingsdienstag erfasst. Krapfen (aka Berliner aka Pfannkuchen) soweit das Auge reicht! Was für ein Anlass, gleich mit dem Thema in unsere zweite Runde “Drei am Dritten” zu starten – wir haben uns für euch einen Nachmittag lang (zugegeben: mit der tatkräftigen Unterstützung von Freunden und Familie) durch das Sortiment von drei richtig guten Adressen für Krapfenproduzenten in München gegessen. krapfentest01 Uns war es wichtig, nicht sofort die kleinen und großen Bäckereiketten der Stadt anzusteuern. Klar gibt es auch an anderen Adressen Münchens richtig leckere Krapfen (zu nennen wäre da etwa noch die Kette mit dem großen R am Anfang und dem kleinen ischart am Ende…), doch mit den Exemplaren dieser “Drei am Dritten” sind wir richtig glücklich geworden. Gemeinsamkeiten bei allen: die Krapfen waren wunderbar frisch, nicht zu fettig und hatten größtenteils die genau richtige Menge Füllung, die auch noch mittig platziert war. Perfekt, um die Krapfen zu teilen und gleiche Probierteller für unsere Mittester zu machen!

Bäckerei Hoffmann – Laim

Wie am Stachus geht’s da in Laim zu, die Leute strömen in die kleine Bäckerei, auch im kleinen Café ist was los. Ratzfatz haben wir drei Krapfen in der Hand. Wir haben uns für den Baileys-Krapfen für 2,40€, den Schoko-Sahne-Krapfen für 1,60€ und den Apfelkrapfen (in Apfelform! Allein dafür gibt’s schon nen Punkt!) für 2,40€ entschieden. krapfentest02 Den Baileys-Krapfen kann man als richtig “bombig” beschreiben, da steckt ordentlich was dahinter. Optisch sieht er mit den hellen Schokoladenspänen und den weißen Streifen richtig schick aus, und auch die inneren Werte in Form der hellen Baileyscreme überzeugen uns vollends. Zwar schmeckt sie nicht so, doch nach ein paar Bissen merkt man deutlich, wie satt der Krapfen macht. Auch die Füllung vom Schoko-Sahne-Krapfen kann die meisten von uns überzeugen, und schmeckt cremig und schokoladig. Eine Schokosahne wie etwa in einer Torte verbirgt sich jedoch nicht darin, die Konsistenz erinnert doch eher an Sahnepudding. Der Teig schmeckt dafür leicht nach Fett, ist dafür aber sehr fluffig und großporig. Zu guter Letzt unser optisches Highlight, der Apfelkrapfen: der Teig ist hier derselbe, etwa die Hälfte von uns findet ihn etwas altbacken, wir alle sind uns jedoch einig, dass er eher neutral schmeckt und vor allem als Träger für das ganz und gar ausgezeichnete Apfelmus im Inneren dient. Das schmeckt wirklich großartig, leicht nach Zimt und herrlich unkompliziert, einfach gradeaus toll. Insgesamt macht das die Bäckerei Hoffmann zu unserem Gesamtsieger in der Kategorie “Füllung”!

Bäckerei Hoffmann – Reutterstraße 42 – Haltestelle Willibaldplatz http://www.baeckerei-hoffmann.de/

krapfentest06

Konditorei Widmann – Hadern

Weiter geht’s im Münchner Westen. Die Konditorei Widmann ist genau das, was sich Tina unter moderner Konditorei vorstellt: ein unfassbar stylischer Laden, der sowohl die klassische Mokkatorte als auch sehr hübsche kleine Törtchen in Kuppelform und eigene Gebäckvariationen anbietet. Auch hier ist sehr viel los, und die Kundschaft gibt sich nicht etwa mit einem oder zwei Stück Torte zufrieden, nein, die Leute vor uns in der Schlange haben offenbar größtenteils für die ganze Familie eingekauft. Hinter der Theke liegen die Krapfen bereit, hier gibt es keine ausgefallenen Kombis. Klassische Füllungen und die Verzierung mit Zucker stehen hier im Vordergrund. Und da vor uns so viele Menschen die Spritznudeln bestellen, machen wir das doch auch gleich. Die Verkäuferin erklärt uns, dass es sich dabei um Krapfen ohne Füllung mit Rosinen handelt, klingt wunderbar und kommt für 2,00€ gleich mal mit. Außerdem entscheiden für uns noch für Krapfen mit Himbeer- und (in Gedanken bei einer fränkischen Freundin) Hagebuttenfüllung für jeweils 1,80€. Die Spritznudel ist sehr fluffig und dennoch kompakter als die anderen Krapfen, hat etwas von Auszognen (aka Kirchweihnudeln aka Küchla) oder auch Rohrnudeln. Für unseren Geschmack etwas zu wenig von den sehr guten Rosinen. Auf jeden Fall sehr schön, dass so etwas auch angeboten wird! Die anderen beiden Krapfen überzeugen uns dafür auf voller Linie – der Teig ist schlichtweg sensationell, da sind wir uns alle einig. Er ist selbst geschmackvoll, leicht hefig und süß, luftig-leicht und nicht zu fett. Das gibt schon einmal den Sieg in der Kategorie “Teig”. Auch die beiden Fruchtfüllungen haben es uns angetan, und der Himbeerkrapfen schafft tatsächlich den Gesamtsieg als Einzelkrapfen mit der jeweils vollen Punktzahl bei allen Testern, die auch Punkte vergeben haben. Die Himbeerfüllung schmeckt intensiv fruchtig-süß, ist dabei jedoch nicht zu süß und deutlich besser als normale Marmelade. Spitze!

Konditorei Widmann – Heiglhofstraße 11 – Haltestelle Großhadern http://www.konditorei-widmann.de/

krapfentest03

Café Högl – Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt

Mit seinem “Call a Krapfen”-Lieferservice ist Högl in München relativ bekannt, was Krapfen angeht. Sehr sympathisch: vor Ort kann man im Schaufenster zugucken, wie die Krapfen frisch zubereitet werden. Tatsächlich gibt’s hier eine sehr große Auswahl an Krapfenkreationen, die wir so bisher in München noch nirgendwo entdeckt haben. Wir entscheiden uns für den griechisch angehauchten Aphrodite-Krapfen mit einer Füllung aus griechischem Joghurt und Honig sowie Walnuss-Topping für 1,90€, den Baunty-Krapfen mit Kokosfüllung und Schokokruste (wir vermuten markenrechtliche Gründe hinter dieser Schreibweise…), ebenfalls für 1,90€ und den Amadeus-Krapfen mit Nussnugat- und Pistazienmarzipanfüllung für stolze 2,60€. Vom Aphrodite-Krapfen ist Tina bereits seit Jahren ein großer Fan, heute konnte er leider nicht so eindeutig punkten. Der Teig war in Ordnung, jedoch nicht herausragend, die Füllung dafür für unseren Geschmack nicht süß genug. Dafür schmeckt der leicht säuerliche Joghurt richtig gut und kann mit seiner Frische im Vergleich zu konventionellen Krapfenfüllungen punkten. Auf dem Bild im Onlineshop sieht man deutlich mehr Walnüsse auf der Oberfläche, in echt waren die leider etwas spärlicher gesät. Wir würden uns auf jeden Fall mehr Walnuss, gerne auch kleingehackt in der Füllung, wünschen. Der Baunty-Krapfen ruft sehr gemischte Meinungen hervor. Der Teig war leider nicht richtig locker, für manche hat er sogar leicht salzig geschmeckt. Einig waren wir uns, dass die Füllung zu wenig nach Kokos geschmeckt hat. Allerdings war die herbe Schokolade (die wir wieder gut fanden) auf der Oberfläche auch sehr dominant. Vielleicht hat sie ja sogar den Teig etwas zusammengedrückt? Wir können uns zumindest kaum denken, dass für jeden Krapfen ein anderer Teig verwendet wird. Denn gerade beim Amadeus-Krapfen fanden wir diesen wieder schön fluffig. Die etwas grießelige Füllung hat deutlich nach Marzipan geschmeckt und war in der Mischung sehr lecker. Insgesamt ist Högl deshalb unser Innovationssieger, hier gibt’s ausgefallene Krapfenvarianten und mit dem Onlineshop und der Krapfenproduktion im Schaufenster setzt das Café ein echtes Statement für den Krapfen.

Cafe Högl – Lindwurmstraße 8 – Haltestelle Goetheplatz http://www.cafehoegl.de

krapfentest08 Ihr seht: selbst wenn einzelne Tester etwas zu beanstanden hatten, insgesamt war das doch eher Jammern auf sehr hohem Niveau. Wir würden die Krapfen aus jeder Bäckerei genau so auch wieder essen wollen. Auch preislich nahmen sie sich im Großen und Ganzen nur wenig. preise In diesem Sinne: lasst es euch schmecken, kommt gut durch die narrische Zeit, und berichtet uns gerne über eure Krapfentipps in München!