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Pancakes mit Hüttenkäse und Haferflocken

Nein nein, ihr habt euch nicht verirrt. Solche Rezepte kursieren ja normalerweise eher auf Fitnessblogs – das ist dieser hier definitiv nicht. Aber ich ernähre mich nicht jeden Tag nur von Kuchen und Nudeln. Na gut, jeden zweiten vielleicht. Und ab und zu treibe ich sogar Sport. Das führt bei mir vor allem meistens zu einem unglaublichen Heißhunger auf Protein in Fleisch- und Eiform. Als durch und durch süß orientierte Frühstückerin stellt mich das am Morgen nach dem Sport vor Probleme, und so entdeckte ich dieses Rezept.

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Ich hatte schon befürchtet, dass hier jede Menge Kompromisse zu Lasten des Geschmacks eingegangen werden müssen – von wegen! Die Pancakes sind sehr fluffig und saftig, haben eine leicht erfrischende Säure vom Hüttenkäse und sind noch dazu unglaublich schnell hergestellt. Und ein weiterer entscheidender Vorteil, auch für alle Nicht-Sportler – dieses Frühstück hält richtig lange satt. Wenn ihr also wisst, dass die Mittagspause heute besonders spät womöglich mit einem kleinen Snack am Schreibtisch verbracht werden muss: fünf Minuten früher aufstehen, die Zutaten in den Mixer halten und ab in die Pfanne damit. Das hier ist nämlich eins der kürzesten Rezepte, die ich je verbloggt habe. Ein wenig Obst und Puderzucker dazu und ihr habt die richtige Grundlage für den Tag.

für eine Person

zwei Eiweiß

40 g kernige Haferflocken

75 g Hüttenkäse

1 TL Bourbonvanillezucker

1/4 TL Zimt

01-grün  Alle Zucker in einen Standmixer oder einen hohen Rührbecher für den Standmixer geben und etwa eine Minute mixen, bis eine homogene Masse entstanden ist. Eine beschichtete Pfanne mit etwas Butter fetten (zwischen jedem Backvorgang nachfetten!) und auf niedriger Stufe erhitzen. Etwa 1,5 EL Teig pro Pancake in die Pfanne geben und goldbraun ausbacken. Mit Obst und Puderzucker servieren. eat it. love it.

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Es wird mal wieder Zeit für einen kleinen Rückblick auf unseren letzten Monat – im April waren wir auf Instagram besonders fleißig. Allerdings gab es auch mehrere Anlässe, die wir für euch natürlich gerne fotografisch festgehalten haben. Wer uns noch nicht folgt: Ihr findet uns unter dem Nutzernamen we_love_pasta und könnt dort immer live mitzubekommen, was bei uns und auf dem Teller so los ist.

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Event im Münchner Marriott Hotel mit Fleisch soweit das Auge des Steakfans reicht // Vor der großen Action aber erst einmal Aperitif in der Autofahrervariante // Viererlei Rinderfilet für den Start des Events, die große Blindverkostung. Qual der Wahl zwischen USDA Prime Beef, Dry Aged und bayerischem Rind, einmal tiefgefroren und wieder aufgetaut und einmal frisch. Luxusprobleme, ihr seht schon. (Tina fand übrigens das US-Beef am leckersten!)

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Steffen in Bloggeraction: Wer braucht schon Promis, wenn es Fleisch zu knipsen gibt? Und während Souschef Martin Gruß das Fleisch vorbereitet… // …steht Chef David Seidel schon am Posten, um unsere “Vorspeise” (nach der Filetverkostung) vorzubereiten… // …nämlich dieses köstliche Kunstwerk: Dry Aged Beef, Balsamico-Schalotten, Rucola und Pinienkerne

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Jetzt wird’s aber Zeit für den Hauptgang: Rib-Eye im Ganzen aus dem Ofen .h… // …dazu Wurzelgemüse und junge Kartoffeln mit selbstgemachtem Rote-Beete-Relish und Sweet Chili Sauce – Tina im Steakhimmel // Hier noch einmal das Dry Aged Beef im Ganzen. Welche Tipps wir bei den beiden Köchen im Marriott gelernt haben und mein Versuch, diese tolle Vorspeise naczukochen, kommen demnächst als eigener Blogpost.

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Michi deckt sich bei Dunkin’ Donuts ein… // …und Tina ist am Abend nach dem Steakevent schon auf der nächsten Veranstaltung. Diesmal hat die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft zum Foodstyling-Event eingeladen. Dort hat uns ein Profi gezeigt, wie man Essen richtig professionell inszeniert. Nur, dass es dann eben nicht mehr essbar ist… ///.. bzw. trinkbar. So wie dieser Latte Macchiatto. Mit Schaum. Fragt aber nicht, mit was für Schaum ;)

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Großes Thema in München an dem Tag: Eröffnung der ersten Dunkin Donuts-Filiale der Stadt am Ostbahnhof. Die Schlage war lang und die Leute im Zucker-Fett-Rausch, deshalb hat Tina auf Probeexemplare verzichtet // Kaffeebecherweisheit von “Fräulein Grüneis” im Englischen Garten // Michis Eröffnung der Spargelsaison, natürlich mit self-made Hollandaise

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Jedes Mal beim Gang durch die Theatinerstraße bleibt Tina vor der Auslage von Maelu stehen, jetzt hat sie sich endlich für stolze sieben Euro ein Törtchen gegönnt: ein Traum von Cassis-Törtchen mit Schokoladenkern // Angeschmolzener Ziegenkäse mit Rosmarin und Honig, dazu Salatbett und dunkles Baguette // Wir haben gemeinsam angegrillt. Tinas Teller: Hühnerbrust, Salat, gegrillte Kartoffel, Michis Honey-Mustard- und Barbecuesauce und italienischer Nudelsalat.

Freundschaft ist, wenn zwei zur selben Zeit auf dieselbe Idee kommen. In unserem Fall, den Sonntagnachmittag gemeinsam mit was Süßem und Kaffee zu verbringen. Ich wollte Michi anrufen, und da sah ich schon den verpassten Anruf von ihm. “Komm doch vorbei und wir backen Scones!”, hieß der Vorschlag, und so haben wir schließlich zu dritt mit einem weiteren Liebhaber der Backkunst und des Britischen per se Scones gebacken. Für die beiden Herren gab es natürlich Schwarztee dazu, ich blieb dann doch beim ursprünglichen Kaffeeplan.

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Apropos Plan. Wir haben uns vertrauensvoll an die BBC-Website Good Food gewandt und uns dort dieses sehr gut bewertetes Rezept als Grundlage gesucht. Abgewandelt haben wir es mit meinen bisherigen Erfahrungen des Scones-Backens, die ich mir vor allem aus den Cynthia Barcomi-Büchern abgeguckt habe. Soll heißen: je kälter die Zutaten sind, desto besser.

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An dieser Stelle sei außerdem einmal unser Ärger über das bayerische Ladenschlussgesetz erwähnt. Denn genau dieses hat uns vor das Problem gestellt, dass wir zu wenig Standardmehl Type 405 hatten. Aber da der oben erwähnte anonyme Liebhaber der Backkunst im Moment vor allem ein großer Brotbäcker ist, hatte er natürlich gefühlt alle anderen erdenklichen Mehlsorten im Schrank stehen. Also haben wir einfach mal mit Weizenvollkornmehl aufgefüllt, was das 405er nicht mehr hergab. Eine super Idee, wie wir im Nachhinein feststellten. Denn die kleinen buttrigen Scones gewinnen dadurch einen tollen Biss. Ab sofort machen wir das immer so!

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für acht große oder 12-16 kleine Scones

260 g Weizenmehl Type 405

80 g Weizenvollkornmehl

1 TL Backpulver

85 g kalte Butter

3 EL Zucker

175 ml kalte Milch

1 Spritzer Zitronensaft

1 TL Vanilleextrakt, alternativ: 1 Pck. Bourbon-Vanillezucker

01-grün  Backofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Mehl, Salz und Backpulver in einer Rührschüssel mischen. Die Butter in kleinen Würfel dazugeben und mit den Fingern schnell unterbröseln. Dafür die Butterstücken jeweils zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger mit dem Mehl verkrümeln bis keine größeren Stücke mehr in der Mehlmischung zu sehen sind, danach den Zucker (falls ihr Vanillezucker verwendet, dann auch diesen hier verwenden) zugeben und mit einem Löffel unterrühren.

02-grün  Milch, Zitronensaft und Vanilleextrakt verrühren und zur Mehlmischung gießen. Mit dem Löffel zügig einrühren, bis alles gerade so miteinander vermischt ist. Den Teig kurz mit den Händen zusammendrücken. Ein Blatt Backpapier auf die Arbeitsfläche legen, den Teig darauf geben und mit den Fingern sanft zu einer etwa 2 cm hohen Teigplatte formen. Dann die Teigplatte zweimal übereinander falten und wieder flach drücken, dieses mal auf etwa vier cm Höhe.

03-grün  Einen Ausstecher oder den Rand eines Glas mit dem gewünschten Durchmesser für die Scones kurz in Mehl tauchen, danach aus der Teigplatte die Scones ausstechen und auf dem Backpapier verteilen. Ein Backblech darunterschieben und die Scones im Ofen (je nach Größe und Ofen) 10 bis 18 Minuten backen. Die Scones sind fertig, wenn sie oben leicht gebräunt sind und auf Fingerdruck noch leicht nachgeben. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen und lauwarm mit Clotted Cream (alternativ: Crème double) und Marmelade essen. eat it. love it.

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Es war ruhig hier. Sehr ruhig. Nicht jedoch aus Faulheit, sondern eher, weil sowohl Michi als auch ich gerade gewissermaßen vor vielen neuen Aufgaben stehen und das Fotografieren (nicht jedoch das gute Essen!) und Bloggen dadurch etwas vernachlässigt haben. Bei mir liefen zudem noch die Vorbereitungen zu einem Projekt, das ich euch nun heute endlich und voller Stolz präsentieren darf: mein eigener Foodblog.

Hä? Eigener Foodblog? Moment mal, ja, auf dem lest ihr ja schon. Aber fortan blogge ich auch noch an anderer, prominenter Stelle für euch. Nämlich auf Süddeutsche.de! Hereinspaziert in die superdupermegatolleundneue Kochnische, meinen Foodblog auf der Nachrichtenseite, auf dem ihr fortan nicht nur Rezepte von mir findet, sondern auch noch kulinarische Gedanken, Trends und Neuentdeckungen sowie Tipps rund ums Thema Kochen. We Love Pasta soll und wird darunter nicht leiden – seht die Kochnische bitte viel eher als Ergänzung zu dem, was ich hier immer für euch schreibe und koche. Ihr könnt euch also viel eher über eine erhöhte Schlagzahl freuen. Und Michi versorgt euch natürlich weiterhin mit Rezepten und Kocherlebnissen aus seiner eigenen Küche.

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Die erste Folge der Kochnische ging gestern online, und passend zur Karwoche ging es um, Überraschung, Fisch. Genauer gesagt habe ich ein Rezept gebloggt für Dorade aus dem Ofen, gebraten auf einem leckeren mediterranen Gemüsebett. Und auch wenn heute schon Karfreitag ist und eure Fischplanung für heute wahrscheinlich schon steht – das Rezept geht natürlich genauso gut auch an jedem anderen Tag des Jahres. Ich freue mich auf euer Feedback, entweder hier, per Mail oder in der Kochnische.

Freie Sonntage muss man nutzen. Also, ich habe momentan nicht allzu viele davon, aber wenn ich einen habe, dann will ich meine Freizeit so schön nutzen, wie man sie nur nutzen kann. Etwa, indem man sich schon nach dem Frühstück mit dem Abendessen beschäftigt – nämlich mit diesem lang geschmorten Rinderragout.

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Als Vorlage habe ich mich an einem Rezept von Donna Hay orientiert, das beim ersten Nachkochen vor einiger Zeit so nicht aufgehen wollte. Das Fleisch war erst nach einer Extrastunde im Ofen so weit, noch dazu hätte zumindest so ein bisschen Salz der Sauce schon während des Schmorens sehr gut getan. Ahja, und der Bratensatz wurde bitter.

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Beim zweiten Mal machte ich deshalb einige Dinge anders. Im Original ist Rinderbrust vorgesehen, die hatte mein Metzger leider gerade nicht. Stattdessen habe ich ein großes Stück Rinderwade gekauft – hat genauso gut geschmeckt und ist in der angegebenen Zeit wunderbar weich geworden, wobei ich diesbezüglich ohnehin von Pauschalaussagen abraten möchte. Das Fleisch braucht eben so lange, wie es braucht. Mämlich bis es einem fast schon auf der Zunge zergeht. Um das zu schaffen, braucht ihr Zeit, und nicht etwa ein besonders teures Stück vom Rind. Erzählt eurem Metzger, was ihr vorhabt, und er wird euch was Passendes verkaufen (wenn er denn was taugt. Und hoffentlich dreht er euch keinen Tafelspitz an. Um den wär’s echt schade.).

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Das Gute an der Sache ist, dass sich dieses Ragout nicht nur fantastisch nach Soulfood und Wärme und Tomaten und Fleisch schmeckt – natürlich tut es das, sonst würde ich es ja nicht bloggen – sondern sich eigentlich fast von selbst im Ofen macht. Ihr könnt in aller Ruhe währenddessen anderen sonntäglichen Aktivitäten Faulenzereien nachgehen und braucht keine ernsthafte Angst ums Anbrennen haben. Und bei der Menge sichert ihr euch (und vielleicht sogar ja noch ein paar lieben Kollegen?) mit einer Kochaktion auch noch das Mittagessen für den Montag. Ihr seht, es gibt nichts, aber auch gar nichts, was dagegen spricht, an diesem Sonntag genau dieses Ragout nachzukochen. Deshalb: Tut es!

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für vier bis sechs Portionen

1 kg Rindfleisch am Stück, z.B. Brust oder Wade

6 EL Olivenöl

1 weiße Zwiebel

3 Knoblauchzehen

250 ml trockenen Rotwein

500 ml Rinderfond

400 g stückige oder Kirschtomaten aus der Dose

4 Lorbeerblätter

2 EL Tomatenmark

ca. 1/2 EL feines Salz

Pfeffer, ggf. etwas Zucker

01-grün  Zwiebel schälen und in etwa 1 cm breite Ringe schneiden. Knoblauch schälen. Rindfleisch flach drücken und vierteln. Mit Mehl bestäuben und überschüssiges Mehl abklopfen. In einem Bräter mit Deckel oder einem ofenfesten Topf 2 EL Olivenöl erhitzen. Das Fleisch bei starker Hitze drei Minuten anbraten, danach wenden und die restlichen Seiten noch einmal insgesamt etwa drei Minuten anbraten. Das Fleisch aus dem Bräter nehmen und den Bratensatz mit einem großen Schluck Wasser ablöschen. Kurz aufkochen, dabei mit einem Holzkochlöffel den Satz vom Boden des Bräters abkratzen und umrühren. Bratensatz in eine Tasse schütten und beiseitestellen.

02-grün  Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Restliches Olivenöl in den Bräter geben und auf niedriger Hitze die Zwiebeln und den Knoblauch etwa sechs Minuten anschwitzen. Danach die Temperatur erhöhen und nach etwa einer weiteren Minute mit dem Rotwein ablöschen. Etwa drei Minuten stark köcheln lassen, bis die Hälfte des Rotweins verkocht ist. Dann den Bratensatz, Rinderfond, 250 ml Wasser, die Dosentomaten, Lorbeerblätter und Tomatenmark hinzugeben. Sollten die Dosentomaten sauer sein, noch ein wenig Zucker hinzugeben (ich habe bisher noch nie welchen gebraucht). Das Fleisch in die Flüssigkeit geben, das Salz dazugeben und gut umrühren. Den Deckel auf den Bräter legen und im Ofen zwei Stunden schmoren. Nach der Hälfte der Zeit das Fleisch wenden und, falls der Deckel nicht dicht schließt, noch etwas Wasser nachgießen.

03-grün  Deckel vom Bräter abnehmen, das Fleisch erneut wenden. Die Sauce offen noch einmal eine halbe Stunde schmoren lassen, das Fleisch sollte knapp mit Flüssigkeit bedeckt sein. Danach das Fleisch herausnehmen und mit einer Gabel in Stücke reissen – wenn das noch nicht geht, nochmal eine halbe Stunde mit Deckel im Ofen schmoren. Sollte die Sauce zu dünn sein, diese ohne Fleischstücke weiter einreduzieren. Dazu passen kurze Nudeln, in denen sich die Sauce schön hineinsetzen kann, also etwa Casarecce oder Fusilli. eat it. love it.

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Der ursprüngliche Plan war ein anderer: eine Ausgabe von „Drei am Dritten“ zu Standardkochbüchern, die in euren Bücherregalen nicht fehlen sollten. Nun teste ich schon seit mehreren Monaten Bücher und habe festgestellt, dass „Drei am Dritten“ nur Sinn macht, wenn es sich um drei ebenbürtige Dinge handelt, die ich euch gleichermaßen ans Herz legen kann – nur, dass eine Kurzrezension à la „DaD“ diesem Buch nicht gerecht werden würde. Deshalb habe ich mich entschlossen, mich lieber noch eine Weile durch das Buch zu kochen und euch deshalb heute eine große Rezension zu liefern.

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„Das Kochbuch – 400 Rezepte für jeden Tag“ heißt der Wälzer. Einen treffenderen Namen gibt es wohl nicht. Es ist nicht irgendein Kochbuch, sondern das Kochbuch, das den aktuellen Zeitgeist meiner Ansicht nach so richtig trifft. Klare, großformatige Fotos und ein übersichtliches, aber durchgestyltes Layout mit Rezepten, die auf unnötigen Schnickschnack verzichten. Obwohl hier Klassiker wie Knödel und Cordon Bleu vertreten sind, gibt es auch viele andere Rezepte, die richtig was hermachen und sowohl im Alltag als auch zu besonderen Anlässen gut zu kochen sind. Nach ein paar How-To-Seiten zur Küchentechnik geht es auch schon los: 455 Seiten Rezepte und Fotos satt. Das Buch ist klar und vor allem sinnvoll gegliedert, sodass man schnell das passende Rezept wiederfinden oder entdecken kann.

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Meine „To Cook“-Liste war nach dem Schmökern in einem Kochbuch selten so lang wie hier. Fertig bin ich noch lange nicht, einiges habe ich in den letzten Monaten aber doch schon nachkochen können. Zunächst habe ich mich natürlich zielsicher in der Kategorie „Nudeln“ verloren und die Gratinierten Muschelnudeln mit Käsefüllung nachgemacht – die großen Conchiglie im Vorratsschrank wollte ich schon lange mal verwenden. Ein wunderbares Gericht, das man auch noch nach einem langen Arbeitstag schnell kochen kann und das richtig gut schmeckt. Sehr begeistert waren ich und die Mitesser vom Pastasotto – hierfür werden Kritharaki wie Risotto rührend in Brühe gegart, dazu kommen noch getrocknete Tomaten und Pinienkerne. Zum Hineinlegen gut und echtes Soulfood. Die Zartweizenpfanne mit Rindfleisch und grünen Bohnen ist inzwischen ein absolutes Lieblingsgericht geworden. Ich wusste nie, was man mit Ebly aka Zartweizen überhaupt anstellen soll, jetzt weiß ich: die Weizenkörner schmecken toll, vor allem in der Kombination mit mediterranen Gewürzen und einer leichten Tomatensauce.

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Für die Schupfnudeln mit Gemüse aus dem Wok habe ich aufgrund akuten Zeitmangels gute Schupfnudeln aus dem Kühlregal verwendet – die Kombination mit dem asiatischen Wokgemüse und einer Sauce aus Sojasauce und Currypulver war ungewohnt, aber lecker. Für unseren Geschmack war die Bratzeit für die Schupfnudeln allerdings etwas zu kurz. Von den gebackenen Blechkartoffeln ist kein Fitzelchen mehr übriggeblieben und irgendwie haben wir eher Kartoffeln mit Fleisch als umgekehrt gegessen – diese Kartoffeln haben dem eigentlichen Hauptgericht wirklich die Show gestohlen und haben sich im Ofen eigentlich von selbst gemacht. So sind sie für uns zum ständigen Begleiter der letzten Grillsaison geworden.

Das einzige Rezept, das mir beim Nachkochen nicht so gut gefallen hat, war der Muschelnudelsalat mit Hähnchen und Parmesan – hat für mich zu sehr nach Nudeln mit Balsamicodressing geschmeckt, die haben nämlich das Dressing sofort aufgesaugt. Vielleicht hätte ich die Nudeln auch, entgegen der Rezeptanweisung, abbrausen sollen, um genau das zu verhindern.

Insgesamt habe ich jedoch festgestellt, dass die Angaben im Buch ansonsten sehr präzise sind. Sowohl die restlichen Anweisungen als auch die Mengen haben gepasst, und sogar mit der angegebenen Kochdauer (die sonst eher untertreibt…) bin ich gut hingekommen. Sehr toll sehen auch die Step-by-Step-Anleitungen für Klassiker wie Filet Wellington oder Wolfsbarsch in der Salzkruste aus. Ihr seht schon, bevor ich weiter vor mich hin schwärme: für dieses Buch gibt’s eine absolute Kaufempfehlung, es ist einfach rundum gelungen!

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Übrigens: bei Steph habe ich die Tage entdeckt, dass das Buch momentan für 15 Euro zu haben ist, bei Amazon ist es deshalb offenbar gerade ausverkauft. Wer es irgendwo beim Buchhändler seines Vertrauens ergattern kann, sollte für das Geld erst recht zuschlagen :)

Der Verlag Gräfe und Unzer hat mir ein Rezensionsexemplar des Buchs kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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Kokos-Panna cotta mit Mangopüree

Kokos Panna Cotta mit Mangopüree

Ein sattes Gelb müssen sie haben, süß und saftig sollen sie sein: Mangos! Ich liebe diese fantastischen Exoten für ihren tollen Geschmack und ihre wunderbare Fruchtigkeit – so sehr, dass ich sie am liebsten stückchenweise pur verzehre, aber das bedeutet ja nicht, dass man daraus nicht andere tolle Sachen machen kann. (Ich erinnere mich noch an einen Mango-Avocado-Salat, den ich ganz am Anfang mal verbloggt habe.) Ihr seht schon: die Mango ist genau meine Frucht! Tina findet sie übrigens… nicht so toll. ;)

Letztes Wochenende hatten wir Besuch und ich habe ein schnelles Tofu-Gericht mit Pak Choi aus dem Wok gezaubert, leicht scharf, reichlich Sojasauce – sehr fein. Zum Nachtisch wurde es dann fruchtig mit dieser Kokos-Panna cotta und ihrem Topping aus süßlich-saurem Mangopüree.

Zu dieser Gelegenheit haben wir das erste Mal den Mixeraufsatz für die Kenwood Küchenmaschine ausprobiert. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen: von der immer leicht faserigen Frucht ist nichts mehr geblieben bis auf ein absolut homogenes Püree!

 Für sechs bis acht Gläschen

100 g Schlagsahne

1 Dose Kokosmilch, geschüttelt

Eine halbe Vanilleschote

Ein kleines Stück Ingwer

2-3 EL Palmzucker oder Rohrzucker

3 Blatt Gelatine

 

1 Mango

1 Limette

Etwas Zucker

 

01-gelb Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen. Vanillemark aus der Schote kratzen und beides mit dem geschälten Ingwerstück in einen Topf geben. Zusammen mit Sahne, Kokosmilch und Zucker aufkochen und 10 Minuten köcheln lassen.

02-gelb Topf vom Herd nehmen, Vanilleschote und Ingwer entfernen, Gelatine auspressen und unterrühren. Die Masse in Gläschen füllen und mehrere Stunden im Kühlschrank erkalten lassen.

03-gelb Mangofleisch vom Kern schneiden und Schale abziehen, evtl. ein kleines Stück für Dekoration aufheben. Die Stücke mit dem Saft der Limette und ein klein wenig Schalenabrieb fein pürieren – mit dem Zucker abschmecken und anschließend kalt stellen. Das Püree auf die erkaltete Panna cotta geben und servieren.
eat it. love it.

Kokos Panna Cotta mit Mangopüree

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Gebratener Rosenkohl mit Zitrone und Paprika

Vielleicht sollte ich dieses Rezept auch lieber “Rosenkohl für Einsteiger” nennen, denn ich habe mich wirklich sehr überwinden müssen, es auch umzusetzen. An und für sich mag ich Rosenkohl so gar nicht. Und der Geruch erst! Mein Gemüse ess’ ich nicht, nein, das mag ich nicht und so weiter und so fort. Irgendwann haben meine Eltern eben aufgegeben, mir den Rosenkohl schmackhaft machen zu wollen. Auch als ich das Rezept in einem Newsletter von “The Kitchn” sah, wäre ich wohl sofort zurückgewichen. Aber wer kann schon ahnen, dass “Brussels sprouts” der englische Ausdruck für Rosenkohl ist? Nun gut, als ich dieses Wort nachgeschlagen hatte, wurde das Rezept wieder weggelegt.

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Doch als ich dann im Supermarkt vor dem Gemüseregal stand und diese hübschen kleinen, grünen Bällchen sah, da muss es in meinem Foodie-Hirn so etwas wie einen Kurzschluss gegeben haben. Zack, Rosenkohl geschnappt, ab zur Kasse und bezahlt. Gut, dass ich es gemacht habe – denn jetzt kann ich voller Stolz von mir sagen, dass ich Rosenkohl doch mag. In dieser Zubereitungsart riecht er auch nicht einmal nach Kohl, das hat die Sache wohl für mich einfacher gemacht. Gebt euch also einen Ruck, ihr Rosenkohlhasser da draußen, und kocht das nach!

Rosenkohl-Zitrone

als Beilage für 2 Personen

250 g Rosenkohl

1 EL Olivenöl

1/2 TL gehackter Knoblauch

1/2 TL geräuchertes Paprikapulver

Abrieb von 1/4 Zitrone

1 TL frisch gepresster Zitronensaft

1 TL getrocknete Thymianblätter

Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer

01-grün  Die Röschen waschen und abtrocknen, danach den Strunk abschneiden und die äußeren Blätter abzupfen. Danach der Länge nach halbieren und die Hälften mit einem scharfen Kochmesser in feine Streifen schneiden. In eine Schüssel geben und kurz durchmischen, damit sich die Streifen voneinander lösen.

02-grün  Olivenöl in eine Pfanne geben, diese auf mittlerer Hitze erhitzen. Knoblauch und Paprikapulver hinzugeben und kurz anschwitzen, danach den Zitronenabrieb und den getrockneten Thymian dazugeben und anbraten, bis die Zutaten zu duften beginnen. Die Rosenkohlstreifen dazugeben und auf niedriger bis mittlerer Hitze etwa 5-7 Minuten braten. Der Rosenkohl sollte noch bissfest, aber gar sein. Den Zitronensaft hinzugeben und mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer abschmecken. eat it. love it.

Rosenkohl-Zitrone

Apfelbrot

Ihr erinnert euch an meinen dreiwöchigen Sauerteig-Ansetz-Marathon? Es ist, glaube ich, an der Zeit, diese Geschichte weiter zu erzählen. Wie so oft in großen Epen, geht es um Verrat, einen gescheiterten Helden, womöglich um ein wenig Hinterlist und eine Auferstehung. Nein, ich spreche hier nicht von Ereignissen, die sich vor 2014 Jahren zugetragen haben sollen. Sondern von meinem Sauerteig.

Dem ging es ziemlich lange richtig gut. In einer fest verschlossenen Dose lebte er in meinem Kühlschrank vor sich hin, wurde alle paar Wochen von mir mit Mehl und Wasser gefüttert und durfte als Basis für köstliche Baguettes herhalten. Dann jedoch begann ich ein neues Studium und schwupps, hatte ich weder Zeit zum Brotbacken noch einen Kopf für das, was ich so mühsam gezüchtet hatte. Ich fütterte meinen Sauerteig lange nicht. Sehr lange. Nun begab es sich, dass den eigentlichen Eigentümern der Küche, in der ich vor mich hinkoche, und insbesondere des Kühlschranks, den mein Sauerteig sein Zuhause nannte, diese herangezüchtete Bakterien- und Hefekultur irgendwie suspekt war. Und als diese Eigentümer in meiner Abwesenheit den Kühlschrank putzten, kamen sie zu dem Schluss: dieser Sauerteig kann nicht mehr gut sein. Und warfen ihn weg. (Um eure Nerven nicht zu arg zu strapazieren: auf dem folgenden Bild seht ihr seinen Nachfolger, Roggi den Roggensauerteig)

Apfelbrot

Ob er nun wirklich hinüber war (was aufgrund meiner Schluderei gut sein kann…) oder ob es einfach nur ein taktischer Kunstgriff der Kühlschrank- und Kücheneigentümer war, lässt sich abschließend nicht mehr klären. Fakt ist jedoch, dass ich im letzten Jahr ohnehin nicht mehr dazu gekommen bin, Brot zu backen und den Sauerteig besser getrocknet hätte.

Als jedoch Zorra vorletztes Wochenende ihren Aufruf zum Synchronbacken eines Apfelbrots startete, war die Gelegenheit günstig. Ein Wochenende ohne Uni oder Arbeit, eine Woche Vorlauf und noch dazu ein Rezept, bei dem ich einen schwachen, jungen Sauerteigstarter/Anstellgut mit Hefe aufmotzen darf. Also habe ich einen Roggensauerteigstarter angesetzt. Ich bezweifle, dass ich damit schon  Sauerteigbrot ohne Hefe backen könnte, aber für das Apfelbrot des Synchronbackens hat’s genau gereicht und er hat schön geblubbert. Vorgegangen bin ich beim Züchten wie schon beim letzten Sauerteigmarathon, nur eben sieben statt 21 Tage lang.

Apfelbrot

Im verlinkten Beitrag bei Zorra findet ihr das Apfelbrot-Rezept fürs Synchronbacken im “Original” bzw. in der von Zorra angepassten Variante mit Hefe. Ich habe außerdem die schnellere der beiden Varianten, die man erst am Samstagabend (und nicht schon am Freitag) angesetzt hat, gewählt und mich während des #Synchronbackens für folgende Änderungen entschieden:

  • etwas mehr Anstellgut, da meines ja noch recht jung ist
  • mehr Mehl im endgültigen Teig, da er bei mir deutlich zu klebrig war. Habe ich allerdings erst nach dem ersten “Gehen” entschieden, also dann noch einmal fünf Minuten geknetet und mit dem Gehenlassen von vorne angefangen. Insgesamt ging mein Teig dadurch 30 Minuten länger
  • längere Backzeit

Das sind alles Entscheidungen gewesen, die natürlich von ganz individuellen Faktoren abhängen. Etwa, wie saftig der verwendete Apfel ist, wie triebstark und wie flüssig euer Anstellgut ist, wie euer Mehl und euer Ofen so sind.

Apfelbrot

Apfelbrot

Vom Endergebnis sind ich und die Mitesser begeistert! Das Brot hat eine leichte Süße, hätte dafür aber meiner Ansicht nach auch noch etwas mehr Salz vertragen können. Die Kruste ist schön knusprig, das Brot ließ sich noch warm bestens aufschneiden und ist nicht zerfallen. Die Porung gefällt mir auch gut, man wird (sicher auch aufgrund des vielen Vollkornmehls) gut satt und hat dennoch ein fluffig-leichtes Brot. Als Sonntagabendessen gab es deshalb Brotzeit mit dem Apfelbrot und mehreren Aufstrichen und Belägen. Beim Frühstück ist es jedoch nicht mein Favorit, mit Marmelade ist es mir zu süß. Dafür schmeckt es umso besser mit Wacholderschinken oder Ziegenfrischkäse.

für den Vorteig

60 g backfertiger, aktiver Roggensauerteigstarter (besser etwas fester, Original: 50 g)

30 g Vollkorn-Roggenmehl

70 g Vollkorn-Dinkelmehl

150 g lauwarmes Wasser

für den Hauptteig

300 g vom Vorteig

375 g Weizenmehl Type 550 (Original: 300 g)

50 g Vollkorn-Dinkelmehl

70 g Wasser (Original: 75 g)

1 mittelgroßer Apfel (Tina: Sorte Jonagold)

2 EL flüssiger Honig

10 g feines Salz (Tina würde nächstes Mal eher 15 g nehmen)

5 g frische Hefe (Original: 4 g)

01-grün  Am Vorabend alle Zutaten für den Vorteig verrühren und in einer Plastikschüssel über Nacht bei Raumtemperatur gehen lassen. Mit Frischhaltefolie locker abdecken.

02-grün  Am nächsten Morgen den Apfel schälen und (ohne Kerngehäuse) grob reiben. Alle Zutaten, ohne das Salz, in eine Rührschüssel geben und am besten mit der Küchenmaschine kneten. Zorras Angaben für die Kitchen Aid haben bei mir funktioniert: 4 Minuten auf Stufe 1, dann Salz hinzugeben, dann 4-5 Minuten auf Stufe 2. Ich würde den Teig, sollte er danach noch an den Rändern der Schüssel hängen bleiben, noch etwa drei Minuten weiterkneten, bis er sich fast selbstständig vom Schüsselrand löst. Solltet ihr keine Küchenmaschine zur Hand haben, würde ich den Teig mindestens zehn Minuten von Hand kneten und etwa nach der Hälfte das Salz hinzugeben.

03-grün  Die Schüssel mit Plastikfolie oder einem Küchentuch bedecken und den Teig 30 Minuten gehen lassen. Danach den Teig zweimal falten: Dafür die Finger anfeuchten und sich den Teig quer in Drittel denken. Nun die oberste Teigkante mit den Fingern anheben und auf die untere der beiden Linien zwischen dne Dritteln legen, dann die untere Teigkante ebenso anheben und darüber auf die obere Drittellinie legen, als würde man Briefpapier falten. Dann den Teig um 90° drehen und wieder genauso vorgehen. Teig wieder 30 Minuten gehen lassen, wieder zweimal falten, dann noch einmal 30 Minuten gehen lassen.

04-grün  Den Teig zu einem runden Laib formen und in ein bemehltes Gärkörbchen legen. Alternativ eine flache, runde Schüssel mit einem sauberen und bemehlten Küchenhandtuch auslegen und den Teig hineinlegen. 60-90 Minuten gehen lassen – der Teig ist backfertig, wenn er bei sanftem Druck mit dem Finger etwas nachgibt und langsam zurückfedert. Den Ofen rechtzeitig auf 240°C Ober-/Unterhitze vorheizen und im besten Fall einen Pizza- oder Backstein (ansonsten ein Backblech, auf das man den Teig später mit Backpapier legt) in der unteren Hälfte des Ofen aufheizen lassen.

05-grün  Den backfertigen Laib mit einem scharfen Messer einschneiden und in die untere Hälfte des Ofens schieben. Mit einer Sprühflasche mehrere Sprüher Wasser in den Ofenraum geben und die Tür schließen. Nach 20 Minuten kurz den Dampf aus dem Ofen lassen und die Temperatur auf 200°C reduzieren. Dann das Brot 30-40 Minuten fertig backen lassen. Zum Testen, ob es fertig ist, kurz mit den Fingern auf die Unterseite des Brots klopfen – klingt es hohl, ist das Brot fertig. Vor dem Anschneiden etwa 30 Minuten bei Zimmertemperatur auf einem Gitter abkühlen lassen. eat it. love it.

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Vielen Dank an Zorra und Sandra fürs Organisieren des Synchronbackens – gerade, als ich Zweifel hatte, ob mein Teig zu flüssig ist, war es unfassbar praktisch, in Instagram die Teiglinge der anderen Teilnehmer live sehen zu können. Und es hat großen Spaß gemacht! Was bei den anderen so herausgekommen ist, könnt ihr hier im großen Round-Up sehen.

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Kochen mit Freunden ist ja immer so eine Sache. Wenn Michi und ich uns zu zweit in unsere winzigen Küchen stellen, mag das ja gerade noch hinhauen – mit mehreren Leuten wird es dann doch meist problematisch. Dabei wäre es doch so lustig, mit Gleichgesinnten so viel Platz zu haben, wie man sich nur in einer Küche erträumen kann, einfach aus den Schubladen jedes erdenkliche Küchenutensil herauszuziehen, gemeinsam zu essen und danach nicht einmal mehr den Abwasch erledigen zu müssen? Tjaha, klingt nach einem Szenario in einer Welt am Ende des Regenbogens? Wurde aber für mich am Mittwoch Realität. Denn das Münchner Traditionskaufhaus Kustermann hat 11 Münchner Foodblogger zum Stammtisch eingeladen. Und wenn Foodblogger Stammtisch halten, wird natürlich gekocht, geratscht und fotografiert.

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Dorothee, Claudia und Martin hatte ich ja bereits im November beim Thanksgiving-Dinner kennengelernt, gemeinsam mit Petra und Zava haben sie sich um die Auswahl unseres Drei-Gänge-Menüs gekümmert, das wir dann alle gemeinsam fabriziert haben. In der Kochschule von Kustermann war genug Platz für alle, jeder hat mal hier und mal da mitgeholfen und sich beim anderen wieder eine tolle Idee abgeguckt.

kustermann-jan14-10Als Vorspeise gab es dreierlei Crostini, mit Hühnerleber, Zucchinicreme und als Bruschetta, danach ein bissfestes (!) Safranrisotto mit Maispoulardenbrust und Gremolata. Und zum Dessert: Nougatcreme auf dem Löffel, eingetaucht in dunkle Kuvertüre und unterschiedlich bestreut mit gehackten Pistazien, australischem Flusssalz oder Szechuanpfeffer.

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(c) Dominik Schönleben

Ich habe mich zu Martin an den Dessertposten gesellt und mir vom Konditormeister endlich mal step by step erklären lassen, wie ich Kuvertüre richtig ohne Thermometer temperiere. (Genau daran bin ich nämlich schon viel zu oft gescheitert…) Mein Lieblingsdialog des Abends war der mit Steffen und Sabrina:

Ich so: “Von welchem Blog seid ihr denn?”
Die beiden so: “Von feed me up before you go-go”
Ich quietschend so: “Wah, euch kenne ich, das lese ich!”
Sabrina so: “Und du?”
Ich so: “Von We love Pasta”
Die beiden so: “Ha, euch kennen wir auch!”

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(c) Dominik Schönleben

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(c) Dominik Schönleben

Außerdem habe ich noch viele andere Blogger kennengelernt, nämlich Harald, Susanne, Amelie und Florian. Und obwohl ich am Anfang noch Angst hatte, ob ich auch alle Namen behalten könne, habe ich am Ende des Abends tatsächlich alle gekonnt. Klar, war ja auch ein ständiges Rufen in der Küche. Das Essen hat köstlich geschmeckt und war ein großer Spaß. Vielen Dank an Kustermann und an Carolin (die mit mir auch fleißig Nougatlöffel verziert hat) und Gabriel, die beide das Event organisiert haben, an Dominik für die tollen Fotos – und natürlich an euch anderen, dass wir so schön gemeinsam gekocht haben!

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