Dem milden Herbstwetter sei Dank war ich noch so gar nicht auf Weihnachten eingestellt. Immerhin habe ich es geschafft, die Winterreifen aufs Auto zu bekommen, bevor mich in dieser Woche der erste Schnee am Morgen überraschte. Dafür hat unsere erste Blogkooperation mich ein wenig in Weihnachtsstimmung versetzt – und mich zu dieser Cranberry-Spekulatius-Tarte, pünktlich zum 1. Advent, inspiriert.

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Aber der Reihe nach. Seit letzter Woche gibt es eine neue Plattform von ebay, auf der die Nutzer weihnachtliche Moodboards erstellen können. So kann man etwas Inspiration für die Weihnachtsdeko oder Geschenke für die Lieben bekommen und hat außerdem ein wenig was zum digitalen Basteln. Ich habe mich ein wenig daran versucht und einfach einmal die Bilderflut über mich hereinbrechen lassen. Dabei kam dieses Board hier heraus.

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Gold und Glimmer und Lametta? Nein danke. Ich mag es, auch zum Fest, lieber schlicht. Bereits letztes Jahr habe ich deshalb meine Weihnachtsdeko vor allem in Rot und Weiß gehalten. Und als mein Moodboard etwa zur Hälfte fertig war, habe ich gemerkt, dass ich die Vorliebe für diese Kombination offenbar nach wie vor hege. Dass es da ausgerechnet Bilder von meiner roten KitchenAid und dem schönen Bräter (den ich mir auch irgendwann einmal gönnen möchte) gab, war natürlich höchst praktisch. Und unser länglicher Advents”kranz” für dieses Jahr hätte auch sehr gut in die Collage gepasst, findet ihr nicht?

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Abgesehen davon gibt es ziemlich viele Symbolbilder, die nicht auf konkrete Produkte verweisen. Im Gegensatz zu vielen anderen Plattformen kann man die genaue Anordnung im Moodboard so gut wie nicht beeinflussen und muss sich darauf verlassen, dass das Onlineprogramm das alles schon in ansprechender Weise nebeneinander setzen wird. Bei mir hat das aber gut geklappt, finde ich. Kreative unter euch, die gerne noch ein bisschen Weihnachtsgeld extra hätten, können sich vielleicht sogar über einen Geldsegen zum Fest freuen. Eine Jury kürt die zehn schönsten Collagen aus, der Sieger erhält PayPal-Guthaben im Wert von 5000 Euro, Guthaben im Wert von 1000 Euro gibt es für die anderen Gewinner und die Collage mit den meisten Likes der Besucher.

Mein Foodbloggerherz hat etwas geblutet, als ich zu der schönen Cranberry-Tarte aus der Collage kein Rezept geliefert bekommen habe. Was also tun? Na klar: Einfach mal selbst dran versuchen! Dabei ist eine weihnachtliche Cranberry-Mandel-Tarte mit Spekulatiusboden herausgekommen. Die Füllung habe ich auf einem meiner Lieblingsblogs, smitten kitchen, entdeckt. Sie besteht aus wunderbarem Sahnekaramell, Cranberries und Mandelblättchen.

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Ich habe keine gefrorenen Cranberries bekommen, dafür aber frische. Mit denen hat es auch wunderbar funktioniert. Und der Spekulatiusboden ist ein kleiner zusätzlicher Weihnachtskick zum 1. Advent. Dafür habe ich den Mandel-Mürbeteig von Annik Wecker, den sie in “Raffinierte Tartes” verwendet, um ein wenig Spekulatiusgewürz ergänzt. Als Belohnung für alle, die bis hier durchgehalten haben – hier das Rezept für eine 22cm-Tarteform. Durch das Sahnekaramell ist die Tarte ziemlich mächtig und wir haben eher kleinere Stücke als sonst gegessen.

für eine 22cm-Tarteform

160 g Mehl, Type 405

55 g Puderzucker

1 Prise Salz

2,5 EL gemahlene Mandeln

1 TL Spekulatiusgewürz

80 g kalte Butter in Flocken

1 Ei

200 g frische Cranberries

100 g Mandelblättchen

215 ml Sahne

75 g Butter

130 g Zucker

01-grün  160 g Mehl, Puderzucker, Salz, Mandeln und Spekulatiusgewürz in eine Rührschüssel geben. 80 g Butter in Flocken dazugeben und mit den Fingern schnell und gründlich unterkrümeln, sodass diese gleichmäßig in der Mehlmischung verteilt sind. Das Ei hinzugeben, unterrühren und mit den Händen schnell zu einem glatten Mürbeteig verkneten. 30-60 Minuten im Kühlschrank kaltstellen. Den Teig dünn ausrollen und eine gefettete Tarteform damit auslegen. Diese für 30 Minuten im Gefrierschrank durchkühlen lassen.

02-grün  Zucker in einer großen Pfanne mit Rand über mittlerer Hitze gleichmäßig karamellisieren lassen, parallel dazu Sahne und 75 g Butter in einem kleinen Topf erwärmen, bis die Butter vollständig geschmolzen ist. Dann von der Herdplatte nehmen. Sobald der Zucker goldgelb karamellisiert ist, von der Herdplatte ziehen und die Sahne-Butter-Mischung vorsichtig dazugießen (wirklich vorsichtig, die Sahne und die Butter werden sofort zu Kochen beginnen!). Auf niedriger Hitze auf der Herdplatte etwas weiterköcheln lassen und dabei immer wieder umrühren, bis der Karamell sich gleichmäßig aufgelöst hat. In eine größere Schüssel gießen und 30 Minuten abkühlen lassen.

03-grün  Ofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Cranberries waschen und abtropfen lassen. Den Tarteboden aus dem Gefrierschrank holen, mit Backpapier auslegen und Hülsenfrüchte zum Beschweren darauf verteilen. Im vorgeheizten Ofen 15 Minuten blindbacken. Aus dem Ofen holen und das Backpapier mit den Hülsenfrüchten entfernen. Die trockenen Cranberries und die Mandelblättchen in das Sahnekaramell geben und gut verrühren, bis sich die Zutaten gleichmäßig vermengt haben. Auf dem vorgebackenen Tarteboden verteilen. Ein Blatt Alufolie auf den Ofenrost legen, dann die Tarteform darauf stellen. Bei mir lief die Karamell-Fruchtmasse gegen Ende der Backzeit nämlich etwas über. Im Ofen 20-25 Minuten backen, bis der Rand gebräunt ist und die Masse am Tarterand blubbert. Eine Stunde auskühlen lassen, dann anschneiden und servieren. eat it. love it.

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Hinweis: Dieser Beitrag entstand zum Teil in einer Kooperation mit ebay und achtung! pr. Die im Artikel geäußerte Meinung entspricht der der Autorin und wurde nicht vorgegeben oder in anderer Art und Weise inhaltlich beeinflusst.

 

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Zucchini-Feta-Tarte mit doppelt Parmesan

Im Februar zögerte ich noch, mir das Tartebuch von Catherine Kluge zuzulegen. Ich habe mich ja noch nicht einmal durch mein anderes Lieblingstartebuch, “Raffinierte Tartes” von Alfons Schuhbeck und Annik Wecker, durchgebacken. Der Geist war also stark, das Tarteherz wurde im Buchladen letztens dann aber doch schwach. Und so ist Klugers “Tartes & Tartelettes” inzwischen Teil meiner Kochbuchsammlung. Zu meiner Geburtstagsfeier habe ich die Tarte mit Zucchini und Feta bereits ohne die im Buch vorgesehenen Parmesanstreusel serviert. Gab aber noch genug anderes zur Feier (sonst wäre ich wohl auch noch zum Streuselmachen gekommen), keine Bange…

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Die Tarte ging weg wie geschnitten Brot Tarte eben. Bereits damals habe ich daran gedacht, dass zu diesem Rezept sicherlich auch der Parmesan-Oregano-Mürbteig aus dem erwähnten Schuhbeck-Buch passen würde. Quasi Parmesan von oben und unten. Also ausprobiert und festgestellt: Es passt ganz hervorragend. Catherine Kluger verwendet für ihre Rezepte eine Form mit 20-22cm Durchmesser und 4 cm Höhe. Ich besitze so etwas nicht und ohnehin bevorzuge ich flache Tartes. Deshalb habe ist die Menge der Eiermilch in meiner Variante an eine flache Tarteform mit 28er-Durchmesser angepasst.

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Das Rezept sieht aufgrund der unterschiedlichen Komponenten nach mehr aus, als es tatsächlich ist. Den Teig könnt ihr, wie immer, auch problemlos am Vortag herstellen oder auf Vorrat einfrieren und am Backtag auftauen lassen. Die Füllung ist dafür umso schneller zubereitet und auch die Parmesanstreusel machen nur wenig Arbeit, wenn ihr genug Zeit habt, um sie zu backen und etwas auskühlen zu lassen. Dieses knusprige Topping macht die Tarte meiner Ansicht nach zu einem echten Hingucker – falls ihr aber in Eile seid, ist es auch kein Drama, sie wegzulassen.

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Teig für eine Form von 28 cm Durchmesser

200 g Mehl

100 g eiskalte Butter

2 EL geriebener Parmesan

2 TL getrockneter Oregano

70 ml eiskaltes Wasser

1 TL Salz

1 EL Essig

01-grün  Mehl in eine Schüssel sieben, mit Salz, Parmesan und Oregano vermischen. Butter in Flocken untermischen, und mit den Fingern gründlich unterkrümeln. Wasser und Essig langsam hinzugeben und mit einem Esslöffel alles verrühren. Mit den Händen schnell zu einem glatten Mürbeteig verkneten. In eine Frischhaltefolie einwickeln und für etwa eine Stunde im Kühlschrank kühlen.

für die Füllung

50 g Feta

150 g Zucchini

1 unbehandelte Zitrone

1 Knoblauchzehe

1 EL Olivenöl

70 ml Sahne

210 ml Vollmilch

3 kleine oder 2 große Eier

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Feta abtropfen lassen und mit einer Gabel zerkrümeln. Zucchini waschen und auf einer groben Reibe raspeln, danach auf einem Teller mit Küchenkrepp auslegen und etwas trocknen lassen. Zitrone heiß abwaschen und reiben. Knoblauchzehe schälen und halbieren. In einer kleinen Pfanne das Olivenöl erhitzen, die Knoblauchhälften und die Zitronenschale etwa eine Minute anschwitzen, bis sie intensiv duften. Zucchiniraspeln hinzugeben und zwei Minuten anschwitzen. Wenig salzen (denkt daran, es gibt noch Feta und zweimal Parmesan…) und pfeffern, auf einem Teller abkühlen lassen. Danach den Knoblauch entfernen.

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Ofen auf 170°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Teig aus dem Kühlschrank holen und etwas größer als die Tarteform ausrollen. Die Form gründlich fetten und mit dem Teig auslegen. Dafür einen Kreis im Durchmesser der Form aus der Teigplatte schneiden und in die Form legen, danach aus den übrigen Teigresten rund um einen Rand legen und diesen mit den Fingern am Boden festdrücken. Kontrollieren, ob sich der Teig überall miteinander verbunden hat, damit später keine Risse entstehen. Den Boden mit einer Gabel mehrfach einstechen. Für 30 Minuten im Gefrierschrank kaltstellen.

für die Parmesanstreusel

50 g Mehl

50 g geriebener Parmesan

50 g eiskalte Butter in Flocken

04-grün  Alle Zutaten für die Streusel in einer kleinen Schüssel miteinander zerkrümeln. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen und 10-12 Minuten im vorgeizten Ofen guldbraun backen. Herausnehmen und abkühlen lassen. Ofen auf 200°C vorheizen. Die Tarteform aus dem Gefrierschrank holen, mit Backpapier auslegen und mit Hülsenfrüchten oder Blindbackkugeln beschweren. 15 Minuten blindbacken.

05-grün  Währenddessen die Sahne, Vollmilch und die Eier in einem hohen Rührbecher miteinander verquirlen. Auf dem vorgebackenen Teig zuerst die gebratenen Zucchini, danach den Feta verteilen. In den Ofen stellen, dann die Eiermilch hinzugießen. Temperatur auf 180°C reduzieren und 30-35 Minuten backen. Vor dem Servieren mit den Parmesanstreuseln bestreuen. eat it. love it.

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Scones mit Himbeeren und weißer Schokolade

Scones sind ein toller Ersatz für Kuchen. Sie gehen schnell, sind unkompliziert und schnell fertig. Und das Beste: Sie schmecken einfach wundervoll. Die Blaubeer-Scones von Cynthia Barcomi mache ich deshalb immer wieder, wenn mich der süße Heißhunger überkommt. Vor einigen Tagen hatte ich jedoch Lust auf etwas Neues, himbeeriges – und so ist mir diese Kombination mit weißer Schokolade in den Sinn gekommen.

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Ganz nebenbei bemerkt halte ich übrigens heiße Himbeeren mit Vanilleeis für eines der besten Desserts auf der ganzen Welt. Deshalb durfte natürlich ein wenig Vanille bei diesen Scones nicht fehlen. Ich habe mich vom Grundrezept wieder an Cynthia Barcomi orientiert und die Zuckermenge angepasst. Solltet ihr die weiße Schokolade durch “echte” in Vollmilch oder Zartbitter ersetzen wollen, würde ich die Zuckermenge wieder etwas erhöhen. Weiße Schokolade hat meist einen höheren Zuckeranteil als diese Sorten, sodass ihr ansonsten im Teig natürlich weniger braucht.

für 8 große oder 16 kleine Scones

2 Eier

60 ml kalte Buttermilch

90 g kalte Butter

50 g Zucker

325 g Mehl

1 TL Natron

1 TL Backpulver

1 Prise Salz

200 g TK-Himbeeren

75 g weiße Schokolade

2 TL echter Vanillezucker

01-grün Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Zucker, Mehl, Natron, Backpulver und Salz in einer größeren Rührschüssel miteinander vermischen. Schokolade in größere Stücke (als Orientierung habe ich etwa 5mm Kantenlänge gewählt) hacken. Butter in Flocken zur Mehlmischung geben und mit den Fingern gleichmäßig unterkrümeln. Dann schnell mit den Fingern die Butter mit den trockenen Zutaten zerkrümeln – wenn die Butter weich wird und anfängt zu kleben, einfach die Schüssel samt Zutaten für einige Minuten im Kühlschrank noch einmal durchkühlen lassen. Eier und Buttermilch verquirlen und in die Rührschüssel geben, danach die Schokoladenstücke unterheben. Alle Zutaten sollten sich nur gerade so vermischen. Je mehr ihr rührt, desto zäher werden die Scones später.

02-grün Die Arbeitsfläche oder ein großes Brett bemehlen. Den Teig daraufgeben und mit den Händen zu einer etwa 2cm dicken Scheibe drücken. Die noch gefrorenen (!) Himbeeren gleichmäßig auf dem Teig verteilen und mit den Fingern leicht eindrücken. Ein scharfes Kochmesser mehlen und damit den Teig in 8 große oder 16 kleine Dreiecke teilen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit Vanillezucker bestreuen. Auf mittlerer Schiene etwa 15-20 Minuten backen, bis sie leicht gebräunt sind. Auf ein Kuchengitter legen und einige Minuten auskühlen lassen. Danach: eat it. love it.

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Fans unserer Facebook-Seite wissen es bereits – wir haben beschlossen, euch zwischen unseren Blogbeiträgen via Instagram mit Fotos auf dem Laufenden zu halten, was bei uns so kulinarisch los ist! Ob gemeinsame Kochabende in Michis Küche, der Besuch im Lieblingscafé oder eine tolle Neuentdeckung, wir werden uns ab sofort alle Mühe geben, für euch all das fotografisch mit unseren Smartphones festzuhalten und auf unserem Instagram-Account we_love_pasta mit euch zu teilen. Für alle ohne Instagram gibt es hier den Rückblick auf den Oktober.

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Am letzten Wiesnwochenende: Ein echtes halbes Wiesnhendl, stilecht mit Erfrischungstuch, im Hacker-Festzelt // Wir beide im München 72, links für Tina Salat mit gebackenem Ziegenkäse, rechts für Michi eine Portion Käsespätzle. Beides lecker und sehr zu empfehlen.

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Flammkuchenabend bei Michi: Vollkornbrot mit Frischkäse und getrockneten Tomaten als Appetizer… // …der erste Flammkuchen, noch etwas dicker, mit einem Glas Federweißen… // …zweite Runde, mit Zuspruch von Tina und mehr Mut zur Dünne.

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Vierter und letzter Flammkuchen, in rohem Zustand // Tinas Besuch in der L’Osteria am Gasteig in München. Köstliche XXL-Pizzen auf zu kleinen Tellern und vor allem zu kleinen Tischen, wenn alle Pizza bestellen.

Wir hoffen einfach mal, dass ihr Interesse an solchen Rückblicken habt und sind gespannt auf eure Rückmeldungen und ob die Followerzahl demnächst steigt :) Die nächsten Male haben wir hoffentlich mehr zu berichten!

Eigentlich wollte ich euch an dieser Stelle die mir immer absolut einleuchtende Logik unserer Küchenschränke darlegen. Je länger ich jedoch darüber nachgedacht habe, umso mehr realisierte ich: So wirklich logisch ist das alles nicht. Wir haben eine Nudelschublade (Logikcheck bestanden), einen Hängeschrank mit Essig und Öl, über denen sich wiederum die Teebeutel tummeln (Logik? Geht so…) und dann haben wir noch einen Backschrank, in dem ich gemahlenen Mandeln und Backpulver neben meinem Wok, meinem Handmixer und meinem Mörser aufbewahre. (Wie bitte?) Aber kein Mehl. (Warum denn das?!) Denn Mehl und Zucker sind in dem Schrank. Genauso wie Kaffee, Kakao und Reis. Nun, es soll in heute um den Schrank, beziehungsweise das Chaos darin, gehen. Und wie ich loszog, um dieses zumindest ein wenig zu beseiten.

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Durch meine Backleidenschaft haben sich nämlich inzwischen fünf verschiedene Sorten Mehl in eben diesem Schrank angesammelt, die alle in ihren Originalverpackungen aus Papier, mal voller, mal weniger voll, im Schrank herumstanden, daneben noch die Haferflocken und all das andere. Beim Herumkramen in diesem Schrank, auf der Suche nach der richtigen Mehlsorte, bin ich natürlich nicht immer so brav, all die Packungen, die vorne stehen, herauszuräumen. Nein nein, ich schiebe zur Seite und ich wühle dahinter herum. So kam es schon vor, dass ich eine Mehldusche von oben abbekommen habe, als eine der offenen Packungen mir entgegenkam. Und wer von euch schon einmal Lebensmittelmotten in einem Schrank beheimatet hat, weiß, wie töricht diese Aufbewahrungsart ist. Allen anderen sei gesagt: Das.ist.töricht. Nein, nicht nur das, es ist grob fahrlässig! Denn habt ihr die Viecher erst einmal aus dem Supermarkt mit nach Hause eingeschleppt, könnt ihr alle anderen offenen Sachen in dem Schrank eigentlich gleich mitentsorgen.

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Vor einziger Zeit habe ich dann jedoch bei The Painted Hive ein DIY-Tutorial für wunderschöne Vorratsgläser entdeckt – die auch noch bezahlbar schienen. Also bin ich zu IKEA gefahren und habe mehrere Gläser aus der “Korken”-Serie gekauft. Auf dem verlinkten Blog gibt es ein PDF mit englischen Labels für verschiedene Zutaten. Für mich haben jedoch immer noch ein paar Dinge gefehlt, und als ich noch einen kurzen Moment nach der englischen Übersetzung für das Wort Semmelbrösel gesucht habe, dachte ich mir: Kannst du auch selbst machen. Bei “The Painted Hive” findet ihr die Schriftarten zum Download verlinkt, damit könnt ihr in eurem Textverarbeitungsprogramm einfach selbst eure Labels in der Optik designen. Für die Lautschrift bin ich meist auf Wiktionary fündig geworden und habe die vorhandenen Buchstaben nachgeschrieben. Leider habe ich hier in Deutschland keine “Magic Decal Papers” gefunden. Deshalb habe ich diese selbsthaftende Fenster-Folie zum Bedrucken verwendet.

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In das Glas mit 1,8 Liter Fassungsvermögen habe ich die verschiedenen Mehlsorten und den Zucker gefüllt (ein Kilo Mehl passt, mit etwas Klopfen und Schütteln, genau in eines der Gläser), in die anderen kamen Haferflocken, Semmelbrösel, Couscous, Reis und Grieß. Wichtig ist, dass man sowohl die bedruckte Folie als auch die abgespülten Gläser gut trocknen lässt – damit der Druck nicht verwischt und die trockenen Lebensmittel nicht feucht werden.

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Das Aufbringen der Folie war leider nicht ganz einfach, ich habe ein paar kleinere Luftblasen und Falten in den Labels, für die man aber schon sehr genau hinsehen muss. Das Hauptproblem war, dass nicht jedes der Vorratsgläser eine gleichmäßige Oberfläche hat. Und vor allem die kleinen Gläser haben eine stärkere Krümmung, sodass größere Labels nicht allzu gut darauf angebracht werden können. Nach der ersten Runde mit den Labels würde ich euch raten: schreibt lieber etwas weniger drauf und macht daraus kürzere Folien, dann bekommt ihr weniger Probleme mit der Glaskrümmung.

Für die kleinste Größe, die ich noch nicht befüllt habe, werde ich die Labels deshalb wahrscheinlich auf dem Deckel anbringen. So oder so: Ich finde die Gläser sehr hübsch und bedaure es jetzt schon fast, dass sie vorerst im Küchenschrank versteckt bleiben müssen – aber vielleicht dürfen sie ja demnächst auf ein offenes Küchenregal umziehen.

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Hier in München sind schon die ersten Schneeflocken gefallen und wir befanden uns die letzten beiden Wochen in einem Zustand, den ich gerne als Post-Oktoberfest-Erkältungswelle bezeichne: Alle hingen aufeinander in heißen, stickigen (aber so spaßigen!) Bierzelten und haben sich nach Ausschankschluss in die übervolle U-Bahn an der Theresienwiese gequetscht, um möglichst schnell im heimischen Bett weiter Karussell zu fahren. Mich hat’s natürlich auch erwischt. Also, das mit der Erkältung. Nach tagelanger Hühnersuppenkur hatte ich Lust auf etwas Frisches, war aber krankheitsbedingt nicht in der Lage, sonderlich lange in der Küche zu stehen. Und so kam aus ein paar Kühlschrankvorräten dieser Salat hier heraus.

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Die Mandarinen und die Karotten ergänzen sich auf wunderbar süßsaure Weise, dazu noch ein wenig gehackter Ingwer für die Schärfe und als gesunder Entzündungshemmer. Das Dressing ist einfach aus Mandarinensaft, Balsamico, Rapsöl und einem Klecks Honig angerührt. Der Salat war in 5 Minuten fertig und schmeckt natürlich genauso noch besser ohne verstopfte Nase als kleiner Mittagssnack oder Beilagensalat.

für 1 Portion

1 Mandarine

2 kleine Karotten

1 cm langes Stück Ingwer

1/2 EL Rapsöl

1 EL weißer Balsamicoessig

1 TL Honig

Salz, Cayennepfeffer

01-grün  Eine kleine Tasse oder Schale bereitstellen. Mandarine mit einem scharfen Messer schälen und wie eine Orange filetieren. Dabei die Mandarine über die Tasse halten, um den heruntertropfenden Saft aufzufangen. Die Mandarinenfilets in einen Suppenteller geben, den Rest von der Mandarine über der Tasse mit der Hand fest auspressen. Karotte waschen, schälen, die beiden Enden abschneiden und mit einem Sparschäler längs dünne Scheiben auf den Suppenteller hobeln. Ingwer schälen und fein hacken, zur Karotte und den Mandarinenfilets geben.

02-grün  Zum Mandarinensaft den Honig sowie etwas Salz und eine Spur Cayennepfeffer geben, Balsamicoessig dazugießen und gut verrühren. Rapsöl unterschlagen, bis ein homogenes Dressing entstanden ist. Den Salat damit marinieren und einige Minuten ziehen lassen, dann mit etwas Brot oder pur genießen. eat it. love it.

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Ich.liebe.Salat. Egal wann, ob Winter oder Sommer, egal ob mittags oder abends. In der Kantine marschiere ich, wenn es nicht gerade gute Nudeln gibt, meist zielsicher zur Salatbar und fröne all den leckeren Zutaten, die da kleingeschnitten auf mich warten. Und dass meine Liebe zum Salat nicht gerade zu den ungesündesten Möglichkeiten, eine Völlerei zu begehen, gehört, ist natürlich auch ganz praktisch – gebe ich ja zu. Das einzige Manko, das ich lange hatte: akuter Mangel an guten und vor allem einfachen Ideen für Dressings.

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Ich wollte Dressings, die nach mehr schmeckten als nur Essig und Öl, für die ich aber nicht erst aufwändig Schalotten kleinhacken und andünsten muss oder im Winter einen halben Kräutergarten im Supermarkt einkaufen soll. Die Suche nach dem Balsamico-Dressing hat sich deshalb etwas schwierig erwiesen, inzwischen hab ich’s jedoch raus. Meine Variante ist angelehnt an das Rezept von Martha Stewart. Allerdings war mir ihr Dressing zu ölig. Ich bin eher der Essig-Fan und habe deshalb den Balsamico-Anteil deutlich erhöht – wenn ihr nicht so sehr auf Essig steht, könnt ihr entsprechend mehr Olivenöl verwenden. Die Honigmenge solltet ihr nach eigenem Geschmack und nach der Süße eures Balsamicoessigs anpassen. Die Menge reicht bei uns für eine große Schüssel, die als Beilagensalat für vier Personen dient, oder für zwei Personen, wenn sie den Salat als Hauptspeise mit sättigenden Toppings essen.

3 EL dunkler Balsamicoessig

1,5 EL Olivenöl

1/2-1 EL Honig

1/2 TL Dijonsenf

Salz, Pfeffer

01-grün  Senf und Honig in einer kleinen Schüssel gut miteinander verrühren. Salz und Pfeffer hinzugeben, danach den Balsamicoessig unterrühren. Nun das Olivenöl in dünnem Strahl hinzugeben und mit einem Schneebesen oder einer Gabel einrühren, bis das Öl nur noch in sehr kleinen Tropfen erkennbar ist. Am besten den Salat damit etwa fünf Minuten vor dem Essen anmachen und gut verrühren. eat it. love it.

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Das Dressing verwende ich für Blattsalate, gemischten Salat mit Paprika und Tomaten, Rucolasalat mit Parmesan oder einen einfachen Tomatensalat.

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Review: KitchenAid Artisan Akku-Stabmixer

Vor knapp einem Jahr habe ich bei Zorras Geburtstagswettbewerbe mit meiner weißen Walnusspizza den Hauptpreis, eine knallrote KitchenAid-Küchenmaschine gewonnen, die seitdem mein Foodie-Herz höherschlagen lässt. Umso mehr habe ich mich gefreut, als mich die PR-Firma von KitchenAid gefragt hat, ob ich nicht eine Review über den dazu passenden roten Akku-Stabmixer für euch schreiben möchte – natürlich habe ich sofort zugesagt. Vorab: Ich habe das Gerät kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Einzige Bedingung war, dass ich darüber schreibe (versteht sich ja irgendwie von selbst) – mein Urteil habe ich mir natürlich selbst gebildet.

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Zunächst einmal zum Äußerlichen: Der Stabmixer lässt sich aus dem roten Motorgehäuse und dem Mixaufsatz aus Edelstahl mit einem Handgriff zusammenschrauben. Zusammenstecken, einmal drehen, einrasten lassen und fertig. Eigentlich will ich sofort loslegen, da fällt mir auf, dass es sich ja um einen akkubetriebenes Gerät handelt. Und was bedeutet das? Erstmal Akku laden. Dafür wurde extra eine schwarze Halbkugel mitgeliefert, in die man den Akku zum Laden einstecken kann. Mit einer LED-Anzeige signalisiert einem dann das Ladegerät, ob der Akku schon so weit ist. Eine hübsche Spielerei, ein kleineres Ladegerät hätte es aber womöglich auch getan – zumal die Station sonst keinen weiteren Nutzen hat.

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Laut Bedienungsanleitung benötigt der Akku drei Stunden  zum vollständigen Aufladen. Bei mir ist er bereits nach knapp zwei Stunden voll, als ich zufällig einen Blick auf die Anzeige werfe. An der Oberseite des Mixers drückt man den Akku ein, bis er einrastet. Mit einem Hebel an der Seite des Gehäuses kann man ihn wieder entriegeln und entnehmen. Bei anderen Geräten gefallen mir solche Konstruktionen überhaupt nicht. Ich denke, dass ständiges Herausnehmen und Wiedereinlegen oftmals ein Verschleißfaktor ist. Hier scheint mir jedoch auf den ersten Blick alles sehr solide und robust verarbeitet, genau wie bei der großen Küchenmaschine.

Ansonsten erklärt sich der Mixer eigentlich von selbst: Ein Knopf zum Entriegeln, zwei Pfeiltasten zur Einstellung der fünf Geschwindigkeitsstufen, die einem auf der Vorderseite mit leuchtenden LEDs angezeigt werden, eine Pulstaste zum Mixen und das war es.

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So oft ich auch meine Küchenmaschine zum Rühren und Schlagen benutze (für weiteres Zubehör hat’s noch nicht gereicht), unser Stabmixer von Tefal kommt bei mir schlichtweg öfter zum Einsatz. Dieser ist noch nicht einmal zwei Jahre alt und gehört mit einem Preis von knapp 80 Euro bereits zum höheren Preissegment. Dieser Stabmixer von KitchenAid soll, so die Preisempfehlung, sogar 169 Euro kosten. Angelehnt an meine üblichen Verwendungsmöglichkeiten für den Mixer habe ich mir deshalb eine kleine Testreihe für das KitchenAid-Modell ausgedacht, um das Stück für euch zu prüfen.

Test 1: Basilikum-Pesto

Jaja, ich habe euch gepredigt, dass Pesto alla Genovese von Hand gehackt besser ist als püriert, aber Hand aufs Herz: Wie viele von euch haben das auch wirklich so gemacht? Ich zumindest habe darauf nach Feierabend oft auch einfach keine Lust. Ein Problem ist allerdings, dass Pesto für zwei Personen relativ wenig Masse bietet. Mein vorhandener Pürierstab kann nicht wirklich eintauchen und mixt so nur oberflächlich, was er gerade zwischen die Messer bekommt. Ich halte also den KitchenAid-Stabmixer in den hohen Rührbecher voller Basilikumblätter, Pinienkerne und Olivenöl und mixe drauf los. Auf Stufe 1 fällt mir auf, wie leise das Gerät ist, obwohl es gleich einmal drei Viertel der Blätter sehr fein zerhackt. Mit einem Löffel kratze ich danach die Masse heraus und mixe wieder drauf los, diesmal auf der höchsten Stufe. Nach einer knappen Minute und noch zweimal Herauskratzen habe ich absolut feines Pesto – hat unser anderer Stabmixer nicht so gut hinbekommen. Hier merke ich, dass der Kegel, in dem das Messer unten am Stabmixer eingesetzt ist, relativ flach ist. So kann nur wenig Pesto hinter das Messer rutschen und ich muss deutlich weniger herauskratzen als sonst bei einer so geringen Menge.

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Test 2: Crushed Ice

Laut Anleitung kann man den Mixer auch zum “Zerkleinern von Eis” benutzen, das lasse ich mir nicht zweimal sagen. Ich werfe zwölf Eiswürfel in den Rührbecher und halte den Stabmixer auf höchster Stufe hinein. Es kracht ordentlich, die Eissplitter fliegen durch die Gegend (nehmt also einen wirklich hohen Rührbecher und noch besser einen Spritzschutz) und nicht einmal 30 Sekunden später habe ich eine ordentliche Portion Schnee und Crushed Ice. Dreieinhalb Eiswürfel sind noch ganz geblieben, die wären nach ein paar Sekunden aber wahrscheinlich auch klein geworden. Ein Problem ist eher, dass man drei verschiedene Größen von Eis hat. Wer gleichmäßiges Crushed Ice für seine Cocktails möchte, wird damit also eher nicht glücklich – für den normalen Hausgebrauch und einen Caipirinha alle paar Jubeljahre reicht das Ergebnis jedoch auf jeden Fall.

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Test 3: Karotten-Ingwer-Suppe

Hier kommt der beigelieferte Topfschutz zum Einsatz, ein kleiner Plastikring, den man unten an den Stabmixer ansetzt. So kommen keine Kratzer in den Topf. Die Suppe besteht aus Karotten und Zwiebeln, die in Gemüsebrühe weichgedünstet werden, hinzu kommt viel gehackter Ingwer und noch ein paar Gewürze. Das Rezept ist von Alfons Schuhbeck und ich mag es wirklich gern. Das einzige Problem war bisher, dass die Ingwerstückchen immer durch den Mixer gerutscht sind und nicht mit püriert wurden. Mit diesem Mixer jedoch – kein einziges Stückchen! Ich halte den Stabmixer in den flachen Topf und mixe einfach drauf los. Sofort entsteht sehr viel Schaum, der auch lange stehen bleibt (Schuhbeck empfiehlt in seinem Buch extra, die Suppe vor dem Servieren mit dem Mixer noch einmal aufzuschäumen, das ist nicht mehr nötig). Natürlich hat es etwa eine Minute gedauert, bis alles püriert ist, aber das Ergebnis ist sehr gut und gleichmäßig. Im Vergleich mit unserem Tefal-Stabmixer hat es mich vollkommen überzeugt.

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Das Fazit

Wie ihr gesehen habt, bin ich mit dem Mixergebnis sehr zufrieden. Der Stabmixer hat mich im direkten Vergleich mit meinen alten Mixern vor allem bei der Suppe vollkommen überzeugt. Auch die Verarbeitung wirkt auf mich sehr hochwertig – was sie bei diesem Preis allerdings auch sein muss. Dafür sollte man nicht vergessen, dass man den Preis von kabelgebundenen Stabmixern kaum mit den Akku-Mixern vergleichen kann. Auch andere Hersteller verkaufen die kabellosen Modelle fast durchweg teurer. Ich finde es ganz praktisch, weil man so theoretisch noch am Tisch etwas aufschäumen kann und in der Küche etwas flexibler ist. Allerdings verfügen wir eigentlich über genügend Steckdosen in der Küche, sodass es für mich nicht unbedingt notwendig ist. Im Vergleich zu meinem Tefal-Mixer ist mir aufgefallen, dass der KitchenAid-Mixer kein einziges Mal wirklich heiß oder auch nur warm geworden ist. Ganz offensichtlich ist er darauf ausgelegt, auch einmal länger als nur ein paar Sekunden Suppe zu mixen. Auch die Tatsache, dass man fünf Mixstufen zur Auswahl hat, finde ich sehr praktisch. So muss man sich nicht zwischen Mus und Stücken entscheiden, sondern kann das Mixergebnis selbst etwas feinfühliger steuern.

Schade finde ich zwei Punkte: Zum einen ist keinerlei Halterung oder Ständer dabei, sodass der Stabmixer eigentlich jedes Mal in die Küchenschublade oder in den Schrank gelegt werden müsste. Dabei wäre er eine echte Zierde für die Küche. Außerdem halte ich das Ladegerät für den Akku für überdimensioniert und unpraktisch in der Form. Durch die Form als Halbkugel passt es nämlich eigentlich in keine Schublade. Wenn ich die Angaben auf der KitchenAid-Seite richtig verstanden habe, kann man sich offenbar zwischen meinem Modell für 169 Euro und dem gleichen Mixer mit Zubehör-Set für 299 Euro entscheiden. Offensichtlich ist es aber leider nicht möglich, sich noch im Nachhinein dieses Zubehör-Set zu kaufen. Dieses hätte noch weitere Mixaufsätze und -arme sowie eine Aufbewahrungskassette geboten.

Wer also einen sehr leistungsfähigen Mixer sucht und ihn vor allem sehr regelmäßig nutzt, der wird mit diesem Stabmixer sicher absolut glücklich. Natürlich zahlt man bei diesem Preis auch für das Design und den Namen KitchenAid mit. Dafür erhält man, so mein erster Eindruck, aber auch die entsprechende Qualität. Ob man dennoch 169 Euro für einen Stabmixer ausgeben kann und möchte, will ich an dieser Stelle gar nicht diskutieren. Aufgrund meiner Kritikpunkte zur Ausstattung gibt es deshalb vier von fünf Herzen.

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Idee: Gnocchi mit gelber Tomatensauce

Neulich gab es im Hofladen wunderschöne, gelbe Eiertomaten – ich konnte nicht anders, ich musste sie einfach haben. Und nachdem ich schon lange mal eine gelbe Tomatensauce machen wollte, kamen sie mir wirklich gelegen. :) Ich wollte etwas total schlichtes kochen; etwas, das durch seine Einfachheit besticht: ganz wenige Zutaten und feiner Geschmack.

Eine gelbe Tomatensauce schaut an sich schon ungewohnt aus. Man könnte sogar sagen, sie vermitteln einen anderen, milderen Geschmack als die mehrheitlich roten Vertreter dieser feinen Früchte. Das fand ich spannend und hab zur Sauce ein paar Chiliflocken gegeben. Eine kleine Arrabbiata-Sauce also, die überhaupt nicht so aussieht.

Wers genau wissen will, braucht für zwei Portionen eine kleine Zwiebel, eine Knoblauchzehe, 6-7 gelbe Tomaten, Chiliflocken, Salz, Pfeffer, Oregano und Basilikum. :) Und natürlich Pasta. ;)  eat it. love it.

 

Dazu gabs einen sehr feinen Weißwein, den ich euch nicht vorenthalten möchte: ein 2012er Grauer Burgunder Spätlese trocken vom Weingut Harth – der von mir eine eindeutige Genussempfehlung bekommt. In der Beschreibung heißt es: “kräftig und schmelzend, reife Birne” – das trifft auf jeden Fall zu. Er ist auf der Zunge sehr weich und samtig und erinnert vom Mundgefühl her eher an einen Likör als an einen trockenen Weißwein. Der Geschmack ist sehr fruchtig und schmeckt deutlich nach der “reifen Birne”, aber erinnert auch entfernt an Ananas, wenn er ein wenig offen ist. Er passt für mich sehr gut zu der leicht scharfen Tomatensauce und gibt ein schönes Gegengewicht dazu.

Kurzum: ein sehr feiner Weißwein, den ich gerne früher entdeckt hätte.

2012
Grauer Burgunder Spätlese trocken
Weingut Harth – Rheinhessen
13 % vol., 0,75 l
4,70 €

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Karotten-Kokos-Kuchen

Kuchen aus Gemüse klingt irgendwie immer wahnsinnig gesund, findet ihr nicht? Aber wie komme ich auch darauf, die Worte „Kuchen“ und „gesund“ in einen Satz zu packen…dieser Karottenkuchen wirkt zunächst wie ein echter Öko-Kuchen für Kalorienbewusste. Aber glaubt mir, sobald ihr die (noch) geheime Spezialzutat über den Teig gegossen habt, vergeht euch dieser Gedanke ganz schnell wieder.

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Vorurteile geschürt? Gut, dann kann ich ja mit dem Schwärmen anfangen. Wie ihr euch denken könnt, handelt es sich hier um einen äußerst leckeren Kuchen. Warum sonst sollte ich ihn euch auch vorstellen…Als ich ihn vor einigen Wochen gebacken habe, ging er auf jeden Fall weg wie warme Semmeln, und die Prädikate der Beschenkten reichten von ganz viel „Mhhhm“ bis hin zu „Boah ist der saftig!“ und „Der klebt ja total!“. Die beiden letzteren Eigenschaften liegen vor allem an der Masse an gezuckerter Kondensmilch, die man nach der Hälfte der Backzeit auf dem Kuchen verstreicht – ein Teil versickert zwischen Karotten und Kokosflocken, der andere karamellisiert auf der Oberfläche und wird zu einer Decke aus echter Dulce de Leche. Klingt nicht nur köstlich, schmeckt auch so!

Das Rezept für diesen Karotten-Kokos-Kuchen stammt aus der letzten „Lecker Bakery“. Dort verwenden die Autoren zusätzlich 50 g Kokoschips als Deko (ich fand, dass der Kokosgeschmack bereits so gereicht hat) noch etwas mehr von der Kondensmilch. Nachdem ich bereits zwei Tuben leergedrückt hatte, betrachtete ich jedoch das Werk und habe mich dazu entschlossen, dass das wirklich genug des Guten war. Stimmte auch, der Kuchen hatte so genau die richtige Süße. Gezuckerte Kondensmilch findet ihr übrigens in besser sortierten Supermärkten unter dem Markennamen „Milchmädchen“ von Nestlé. Wenn ihr den Kuchen in einer luftdichten Box aufhebt, ist der Kuchen dank dieser Zutat auch noch ein bis zwei Tage später saftig und schmeckt richtig gut zum Nachmittagskaffee!

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für eine Springform mit 26cm Durchmesser

250 g Karotten

3 Eier

100 g Zucker

175 g Mehl

100 g Kokosraspel

2 gestrichene Teelöffel Backpulver

340 g gezuckerte Kondensmilch

01-grün  Den Boden der Springform mit Backpapier auslegen, die Karotten putzen und fein reiben. Ofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eier trennen. Das Eiweiß in einer größeren Schüssel mit einer Prise Salz halbfest schlagen, ab dann den Zucker einrieseln lassen und mit dem Handmixer steif schlagen. Danach zunächst zwei Esslöffel kaltes Wasser und dann das Eigelb unterheben.

02-grün  Drei Viertel der Kokosraspel mit dem Mehl und dem Backpulver gut verrühren. Mit einem Holzkochlöffel mit Loch in der Mitte die geriebenen Karotten und die Kokos-Mehl-Mischung unter die Eiermasse heben. Den Teig in die Form füllen und die restlichen Kokosraspeln darauf verteilen. Auf mittlerer Schiene etwa 20 Minuten backen.

03-grün  Den Kuchen aus dem Ofen holen und die Kondensmilch gleichmäßig über den Kuchen verteilen. Noch einmal 15 bis 20 Minuten weiterbacken. Mit einem Stäbchen testen, ob der Kuchen gar ist – wenn auch die Kondensmilch auf der Oberfläche schön karamellisiert ist, ist der Kuchen fertig. Vor dem Essen leicht abkühlen lassen. eat it. love it.

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