Wie? Marmelade ohne Gelierzucker? Als ich mich im Internet durch die wunderbare Rezeptwelt von Christine Ferber und Auszüge aus ihrer Marmeladenbibel klickte, guckte ich ziemlich verdattert: jedes von mir ergooglete Rezept kommt tatsächlich ohne Gelierzucker aus. Stattdessen sind Madame Ferbers wunderbare Marmeladen jedoch echte Zeiträuber, denn der Marmeladenkochprozess erstreckt sich dadurch auf zwei Tage – die gezuckerten Früchte ziehen über Nacht Saft und am nächsten Tag wird dann erst richtig Marmeladepardon, Konfitüre! – gekocht.

Da gerade jede Menge Äpfel wegmussten und Äpfel bekanntermaßen besonders viel Pektin enthalten, habe ich mich für dieses Rezept als Premiere für diese Machart entschieden. Unterschätzt nicht den Zeitaufwand, denn die Äpfel werden hier nicht nur klein, sondern richtig richtig klein geschnitten. Allein dafür stand ich fast eine Stunde in der Küche. Dann kommt jede Menge Zucker dazu und die Äpfel dürfen erst einmal Saft ziehen.

Ich war erstaunt, wie viel Saft das schließlich wurde. Doch erst wenn die Apfelschnitze gemeinsam mit dem Karamell im Kochtopf einmal brodeln, kann man sich so richtig vorstellen, wie gut diese Marmelade später wird. Und wenn man die Mischung am nächsten Tag aus dem Kühlschrank holt, strahlt sie erst so richtig goldgelb. Ich kann mir das Rezept auch sehr gut als Basis für eine weihnachtliche Variante à la Bratapfel mit Zimt, Nelken oder Vanille vorstellen. Doch auch so schmeckt sie einfach nur wunderbar: scheut euch nicht vor den Zuckermassen, denn die leichte Karamellnote gibt erst den Kick auf dem Frühstücksbrot!

etwa 1,4 kg Äpfel (1 kg netto)

1100 g Haushaltszucker

250 ml heißes Wasser

1/2 kleine Zitrone

  Zitrone auspressen und den Saft beiseitestellen. Äpfel schälen, entkernen, halbieren und in Stifte mit etwa 2mm Kantenlänge schneiden. Die Apfelstifte in einer großen Schüssel mit dem Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden. 850 g Zucker dazugeben und unter die Äpfel rühren, dann die Schüssel mit Backpapier bedecken und im Kühlschrank eine Stunde ziehen lassen.

  Restliche 250 g Zucker in einem großen Topf karamellisieren lassen, das sehr heiße Wasser dazugießen und unter Rühren aufkochen, damit sich das Karamell vom Topfboden löst. Die Äpfel hinzugeben und die Mischung im Topf unter Rühren einmal aufkochen lassen. Danach die Mischung zurück in die Schüssel geben und mit Backpapier und/oder einem Deckel bedeckt über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.

  Am nächsten Tag saubere Marmeladengläser in kochendem Wasser oder im Backofen bei 160°C 10 Minuten lang sterilisieren. die Apfel-Karamell-Mischung in einen großen Topf geben und unter Rühren aufkochen. Sprudelnd 5 bis 10 Minuten (je nach Pektingehalt eurer Äpfel) kochen lassen, ich habe meiner Marmelade 12 Minuten gegeben. Mit einer Gelierprobe (also ein wenig Marmelade auf einem kalten Teller, die dort geliert, wenn sie lange genug gekocht wurde) könnt ihr testen, wann eure Marmelade fertig ist. Dann den Topf vom Herd nehmen und die Marmelade heiß in die Gläser abfüllen. Diese sofort verschließen und auf dem Kopf gedreht auskühlen lassen. eat it. love it.

 

 

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Kokos-Ananas-Granola

Jaja Leute, ich weiß schon, die Kombination “Kokos-Ananas” ist ja nun wirklich nicht neu. Aber wie Niki Segnit in ihrem Geschmacksthesaurus so schön geschrieben hat: lasst mir einfach meinen Pina Colada! Und genau so sehe ich das auch. Dieses Granola ist deutlich weniger süß als das Schoko-Knusper-Granola und eignet sich deshalb meiner Meinung nach besser als Frühstücksmüsli, in das man ein paar frische Früchte schneidet, ohne gleich einen Zuckerschock zu erleiden.

 

Da ich ehrlich gesagt zu faul bin, jedes Mal ein neues Klebeetikett von meinem “Granolaglas” zu fummeln, wenn ich eine andere Granolasorte gebacken habe, binde ich ab sofort nur noch kleine Schildchen an das Glas. Sieht meiner Ansicht nach auch hübscher aus. Als Give-Away findet ihr weiter unten meinen Anhänger als Druckvorlage – füllt einfach etwas Granola in ein Zellophantütchen, bindet den Anhänger mit einer hübschen Schnur darum und schon habt ihr ein schönes Mitbringsel!

360 g Haferflocken

100 g Kokosraspeln

50 g Reiswaffeln

100 g Mandeln

100 g weiße Schokolade

200 ml Kokosmilch

20 g brauner Rohrzucker

2 EL weißer Rum

1 EL neutrales Öl

150 g Ananas aus der Dose (abgetropft)

3 EL Ananassaft (aufgefangen)

2 TL Vanillezucker

  Weiße Schokolade fein hacken, Mandeln grob hacken. Reiswaffeln in einer sehr großen Schüssel mit den Händen zerbröseln. Ananas in einem Sieb abtropfen lassen, dabei den Saft auffangen. Ofen auf 160°C vorheizen. Haferflocken, Kokosraspeln und die Mandeln zu den zerbröselten Reiswaffeln geben und gut vermischen.

  Die Ananasstücke mit dem Saft mit einem Mixen sehr kurz zu einem groben Mus pürieren. Kokosmilch in einem kleinen Topf erwärmen, Vanillezucker und braunen Zucker darin auflösen. Die gehackte Schokolade dazugeben und schmelzen lassen, schließlich Öl, Rum und das Ananasmus unterrühren. Die Mischung warm in die große Schüssel zu den trockenen Zutaten geben und sehr gut untermischen. Die Hälfte der Mischung auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech ausbreiten und etwa 30 Minuten im Ofen hell backen, dabei alle 10 Minuten die Mischung umrühren. Danach mit der zweiten Hälfte des Granolas genauso verfahren. Flach ausgebreitet auf dem Backblech oder einem großen Brett vollständig auskühlen lassen, danach in luftdicht verschließbare Behälter umfüllen. Schmeckt ausgezeichnet mit etwas Naturjoghurt und frischen Ananas. eat it. love it.

Den Geschenkanhänger gibt’s hier zum Download, viel Spaß damit!Und wenn ihr gleich mehrere Granolas verschenken wollt, findet ihr hier einen DIN A4-Bogen mit neun Labels zum Ausdrucken:

Während sich in London die Olympioniken in diversen Wettkämpfen verausgaben, stehe ich am Sonntagmorgen in der Küche und koche ein warmes, herzhaftes Frühstück. Nicht jedermanns Geschmack? Sicherlich, aber ich liebe von Zeit zu Zeit ein “Full English Breakfast”; es erinnert mich an meine Zeit in England und es gehört definitiv zur (Ess-)Kultur Großbritanniens dazu. Die einzelnen Bestandteile sind regional sehr verschieden – bei mir sind folgende Dinge auf den Tisch gekommen:

toast 

bacon

sausage

fried eggs

mushrooms

tomato

baked beans

tea

Das einzige, was für meinen (nordenglisch geprägten) Geschmack fehlt, ist black pudding. Wo ich den allerdings in Deutschland auftreiben sollte, ist mir nicht ganz klar. :)

Wenn wir beide das nächste Mal nach London kommen, dann gibt es eine ausführliche, kulinarische Dokumentation! Bis dahin denken wir mit Freuden an das letzte Mal zurück:

Tina und Michi in London - 2010 - good times :D

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Cranberry-Walnuss-Brot

Brotbacken die Zweite: mein Sauerteig soll ja nicht umsonst hergezüchtet worden sein, deshalb habe ich Petras Cranberry-Walnuss-Brot nachgebacken. Zwar dauert es drei Tage, bis das Brot fertig ist – dafür schmeckt es einfach köstlich. Die Kruste ist perfekt kross, der Geschmack feinsäuerlich. Solche Brote sind der Grund, warum ich so auf Sauerteig stehe! Ein weiterer Vorteil des Rezepts: ich bin fast komplett mit meinem Handmixer klargekommen, auch ohne kräftige Hände oder eine solide Küchenmaschine ist das Brot also gut umsetzbar.

Ich besitze noch kein Gärkörbchen, in dem man runde Brote so gehen lassen kann, dass sie auch später noch eine schöne Form haben – mein Brot ist deshalb etwas flacher und breiter geworden, war aber immer noch saftig genug. Sicher auch dank der Cranberries. Normalerweise bin ich auch etwas pingelig, was altes Brot angeht – Brot muss für mich frisch sein, und wenn es das nich ist, dann esse ich es nur noch getoasted. Dieses Brot aber war für mich vier, fünf Tage ohne Toasten sehr genießbar. In einer Papiertüte oder einem Brottopf bleibt es auch angeschnitten für längere Zeit frisch und ist somit auch als Brotrezept für Alleinesser geeignet. In diesen fünf Tagen (dann war das Brot nämlich weggefuttert) wurde es gegessen und für gut befunden mit: Butter und Honig, selbstgemachter Erdbeermarmelade, Zwetschgenmarmelade, gekaufter Kirschmarmelade, Entenleberpaté, Kalbsleberstreichwurst, Rosmarinbutter und gekochtem Schinken, und einfach nur mit Butter.

Tag 1

75 g Vollkornweizenmehl

60 ml lauwarmes Wasser

20 g Weizensauerteig

Zutaten in einer kleineren Rührschüssel verrühren, abdecken und acht Stunden/über Nacht bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Tag 2

80 g getrocknete Cranberries

240 ml kochendes Wasser

225 g Weizenvollkornmehl

120 g Weizenmehl, Type 550

20 g Honig

10 g Salz

50 g Walnüsse

Cranberries mit kochendem Wasser übergießen und abgedeckt abkühlen lassen. Danach in einem Sieb abtropfen und dabei das Cranberrywasser auffangen – es sollen insgesamt 240 ml dabei rauskommen, bei mir waren es weniger. Deshalb einfach mit etwas Leitungswasser auffüllen. Das Cranberrywasser zum Sauerteig vom Vorabend gießen, unterrühren und 10 Minuten stehen lassen. Walnüsse grob hacken und mit ein paar Tropfen Pflanzenöl in der Pfanne anrösten und abkühlen lassen.

Mehle in einer großen Rührschüssel mischen, den Sauerteig dazugeben und mit dem Handmixer auf niedriger Stufe kurz verrühren. Abdecken und 20 Minuten ruhen lassen. Auf niedriger Stufe weiterkneten, Honig und Salz zugeben und auf höherer Stufe zwei Minuten durchkneten. Wieder abgedeckt für 30 Minuten ruhen lassen. Auf einer bemehlten Fläche den Teig zu einem Rechteck ziehen oder drücken. Die Cranberries darauf verteilen und das untere Drittel nach oben und das obere Drittel darüber falten, wie einen Flyer. Den Teig wieder zu einem flacheren Rechteck auseinanderziehen, die Walnüsse darauf verteilen und nochmal so falten. Abdecken und wieder 30 Minuten ruhen lassen, danach die Faltprozedur zweimal wiederholen und den Teig in eine geölte Schüssel legen. Abgedeckt über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.

Tag 3

Teig aus dem Kühlschrank holen und 1 Stunde 40 Minuten bei Zimmertemperatur gehen lassen. Auf eine bemehlte Fläche stürzen und nochmal fünf Minuten ruhen lassen. Nun entweder in einen bemehlten Gärkorb leben oder eine etwas flachere, runde Schüssel mit einem sauberen Küchentuch auslegen, gut bemehlen und den Teig dort hineinlegen. Abgedeckt bei Zimmertemperatur etwa 3 Stunden gehen lassen. Etwa eine halbe Stunde vor Ende der Gehzeit den Backofen auf mittlerer Schiene auf 240°C vorheizen, am besten mit einem Pizzastein. Einen Pizzaschieber oder ein flaches Holzbrett mit Grieß bestreuen, das Brot darauflegen und damit auf den Stein schieben. Mit einer Sprühflasche in den ersten fünf Minuten vier Mal ein paar Sprüher Wasser in den Backofen (nicht auf das Brot!) sprühen. 15 Minuten backen, dann die Temperatur auf 200°C reduzieren, nochmal 30 Minuten backen, mit Alufolie abdecken und weitere 10-15 Minuten backen, danach 10 Minuten im ausgeschalteten Ofen lassen. Die Kruste wird recht dunkel, dennoch solltet die Brotunterseite beim draufklopfen hohl klingen. Wenn das nicht so ist, einfach weiterbacken. eat it. love it.

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Waffeln

Belgische Waffeln, quadratisch und dick, gibt’s inzwischen nicht nur beim Schweden im Möbelhaus sondern auf immer mehr Cafékarten und auf Volksfesten. Und wer einen Sandwichmaker hat, der hat meist auch die Grillplatten für Belgische Waffeln mit dabei. Aber ich bin nun einmal mit Waffeln in Herzform, dünn und leicht knusprig, aufgewachsen. Und deshalb wollte ich in einem Anflug von Nostalgie wieder genau solche Waffeln, bin losgezogen und habe mir sogar ein neues Waffeleisen dafür gekauft.

Beim Sonntagsbrunch kam das Eisen zum inzwischen dritten Mal zum Einsatz und ich muss sagen: die Investition hat sich gelohnt. Die Waffeln kann man am Esstisch ratzfatz machen und mit Obst, Eis oder einfach mit Puderzucker essen. Und wenn etwas übrig bleibt bleiben sollte, kann das später noch genauso gut als Nachmittagssnack oder Kuchenersatz gegessen werden…

150 g weiche Butter

150 g Zucker

60 ml Milch

3 Eier, Größe L

1 EL Rum

100 g Mehl

50 g Speisestärke

1/2 TL Backpulver

Butter bei Zimmertemperatur weich werden lassen, mit dem Handmixer schaumig schlagen. Abwechseln Eier und Zucker zugeben und immer wieder gut mit dem Handmixer unterrühren. Rum zugeben. Mehl mit Speisestärke und Backpulver mischen und durch ein Sieb nach für nach zum Teig dazurrühren, bis ein glatter Teig entsteht. Mit der Milch verdünnen und glattrühren.

Das Waffeleisen nach Gebrauchsanweisung vorheizen und eventuell mit etwas Butter einfetten. (Anmerkung: mein Eisen mit guter Antihaftbeschichtung braucht kein zusätzliches Fett, die Butter aus dem Teig reicht vollkommen aus). Zwei Esslöffel Teig für eine Waffel in die Mitte des Eisens geben und bei mittlerer Hitze etwa 2 Minuten, je nach Eisen, goldbraun backen. Auf einem Kuchengitter leicht auskühlen lassen, damit die Waffel oben und unten knusprig wird und noch warm servieren. eat it. love it.


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Blaubeer-Mehrkorn-Pancakes

Pancakes sind so eine Sache, daran kann man sich dumm und dämlich essen. Die süßen Teilchen fallen einem nämlich normalerweise schon während des Essens im Magen wieder zusammen und machen Platz für Nachschub. Für jeden Tag sind Pancakes sowieso kein geeignetes Frühstück, aber da wir ja mal wieder Sonntag haben und es Zeit für die Initiative Sonntagssüß ist, habe ich mich auf die Suche nach “gesünderen” (sollte es so etwas überhaupt geben…) Pancakes gemacht. Bei smitten kitchen bin ich fündig geworden: Deb hat ihre bisherigen Blaubeerpancakes mit Vollkorn- und Roggenmehl gemacht und die Buttermilch durch Joghurt und Milch ersetzt. Klingt zumindest gesünder und ich versichere euch eines: nach zwei Pancakes war ich pappsatt und bin es immer noch.

für 6 große Pancakes

1 Ei, Größe L

150 g Naturjoghurt

70 ml Buttermilch

1 1/2 EL geschmolzene Butter

etwas gemahlene Vanille (alternativ: Bourbon-Vanillezucker)

50 g Weizenvollkornmehl

45 g Mehl, Type 405

25 g Roggenmehl, Type 1150

1 EL Zucker (weniger, wenn zuvor Vanillezucker verwendet)

1 1/2 TL Backpulver

1 Msp. Natron

1 Prise Salz

70 g Blaubeeren

Blaubeeren abbrausen, vorsichtig trockentupfen und beiseite stellen. TK-Blaubeeren einfach zu Beginn aus der Tiefkühltruhe holen und in einer Schüssel bereitstellen. Butter schmelzen. Ei mit Joghurt und Buttermilch in einer Rührschüssel verrühren, die leicht abgekühlte Butter und Vanille dazugeben. In einer weiteren Schüssel Mehl mit Zucker, Backpulver, Natron und Salz verrühren. Die trockenen Zutaten in die größere Schüssel mit dem Ei und dem Joghurt rühren. Deb betont, dass ein paar Klumpen im Teig sogar förderlich seien, damit die Pancakes später fluffiger werden. Den Ofen auf 100°C vorheizen und einen Teller oder eine Platte bereitstellen.

Eine beschichtete Pfanne dünn mit Butter einfetten und auf niedriger bis mittlerer Hitze heiß werden lassen. Zwei Esslöffel Teig für einen Pancake in die Pfanne geben und mit dem Löffel noch leicht verstreichen, damit eine gleichmäßige Form entsteht. Ein paar Blaubeeren leicht in den Teig drücken. Je nach Größe der Pfanne passen zwei bis drei Pancakes nebeneinander. Etwa zwei bis drei Minuten von der unteren Seite goldbraun braten, dann wenden und nochmals etwa zwei bis drei Minuten braten. Den bereitgestellten Teller in den Ofen stellen und die fertigen Pancakes daraufschichten und im Ofen warmhalten, bis alle fertig sind. Mit Puderzucker oder Ahornsirup servieren. eat it. love it.

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Bagel-Serie: Bagels selber backen

Bereits seit Beginn unserer kleinen Serie zu verschiedenen Bagelvariationen war uns klar, dass dieser Beitrag auf gar keinen Fall fehlen darf. Denn leider haben Aldi und Lidl nicht immer amerikanische Wochen und der Weg zu gigantomanischen Supermärkten (“einmal hin, alles drin”…) ist auch selten kurz. Deshalb hier ein, schon länger überfälliges, Rezept, wie man Bagels selbst macht. Ich habe mich bereits vor ein paar Jahren mal daran versucht, habe mir dabei sogar einen Mikroquadratometer meiner Haut mit Natronlauge verätzt, und dennoch war’s nix. Als ich dann bei smitten kitchen ein Bagelrezept fand, musste ich das unbedingt ausprobieren. Der Blog wird von einer New Yorkerin betrieben, die ihr Rezept von Peter Reinhart hat – und der scheint so etwas wie ein Back-Guru in den USA zu sein. Die perfekte Mischung, um richtig gute Bagels zu zaubern!

Ich habe das Rezept halbiert und daraus kleine Mini-Bagels gemacht. Zum einen kann man so verschiedene Bagelbeläge ausprobieren, eine Bagelparty feiern oder sich einfach an diesen putzigen kleinen Teilchen erfreuen, weil sie eben so klein und putzig sind. Ich habe mich also an die Angabe im Rezept gehalten und 12 kleine Mini-Bagels aus dem Teig geformt – euch steht es natürlich frei, daraus auch sechs sehr große oder acht normale Bagels zu formen.

1/2 TL Trockenhefe

280 g Mehl (Type 550)

290ml lauwarmes Wasser

1/4 TL Trockenhefe

280 g Mehl (Type 550) + 150 g Mehl (Type 550)

1/2 EL Malzsirup

1 EL Malzsirup

1 EL Natron

ca. 2,5 Liter Wasser

1/2 TL Hefe mit 280 g Mehl verrühren und eine Mulde hineindrücken. Wasser hineingeben und mit dem Rührgerät nur so lange rühren, bis sich ein glatter, klebriger Teig von der Konsistenz eines Pfannkuchenteigs bildet. Die Schüssel mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken und an einem warmen Ort etwa zwei Stunden gehen lassen. Der Teig sollte sehr schaumig aussehen, sich fast verdoppelt haben und zusammenfallen, sobald ihr die Schüssel auf die Arbeitsplatte schlagt.

1/4 TL Trockenhefe hinzufügen, danach etwa nochmals 100 g Mehl, Salz und 1/2 EL Malzsirup dazugeben. Mit dem Knethaken verrühren, dabei die restlichen 50 g Mehl unterrühren. Den Teig mit dem Knethaken etwa sechs Minuten durchkneten (alternativ: mindestens zehn Minuten von Hand), gegebenenfalls Wasser oder Mehl noch dazugeben.

Den Teig in 12 gleich große Teile aufteilen und daraus Kugeln formen. Diese auf ein bemehltes Brett legen und mit einem feuchten Küchentuch belegen. Nochmals 20 Minuten gehen lassen. Danach die Bagels formen und das Loch in der Mitte entweder mit einem Finger oder einem bemehlten Kochlöffelstiel hineinstechen und in kreisenden Bewegungen weiten. Die geformten Bagels für weitere 20 Minuten gehen lassen.

Währenddessen den Backofen auf 220°C vorheizen und einen großen Topf mit etwa 3 Litern Wasser zum Kochen bringen. Natron und einen EL Malzsirup hinein geben. Die Bagels mit einer Schaumkelle in das leise köchelnde Wasser legen, nach einer Minute umdrehen und noch eine Minute  darin ziehen lassen. Mit der Schaumkelle herausholen und nach Geschmack mit Körnern bestreuen. Wenn alle Bagels im Wasser waren, diese auf Backblechen verteilen und für etwa 10 Minuten im Ofen backen. eat it. love it.

An und für sich bekommt man die Zutaten alle im Supermarkt, wäre da nicht das Malzsirup. Oder alternativ das Malzpulver. Oder überhaupt malziges, das den Bagels ihren unverwechselbaren Geschmack geben sollte. Ich habe mich auf die Suche begeben und wurde in keinem herkömmlichen und auch nicht im Bio-Supermarkt fündig. Im Reformhaus schließlich aber schon, dort gibt es Gerstenmalzsirup im Glas zu kaufen!

An und für sich sind Zwetschgen immer einen Tick zu früh da. Klar, ein saftiger Zwetschgendatschi im Sommer hat auch etwas. Aber ansonsten sehe ich die Zwetschge eigentlich als die ideale Frucht, die zu Glühwein, Hirsch, Rind und deftigen Mehlspeisen passen würde – also doch eher zur dunklen Jahreszeit. Und da die Zwetschgensaison bereits so gut wie vorüber ist, habe ich an diesem Wochenende ganze 6,5 Kilo Zwetschgen verarbeitet und konserviert.

Begonnen habe ich mit dem Zwetschgenröster (aka Zwetschkenröster aka Zwetschgenkompott). Für mich ist der nämlich die perfekte Beilage zu einem heißen, karamellisierten Kaiserschmarrn – das perfekte Soul Food für kalte Wintertage, die man mit abgefrorenen, nassen Füßen am Bahnsteig verbracht hat, weil die S-Bahn mal wieder nicht kam…ich habe mich bei dem Rezept grob an die Version von Alfons Schuhbeck aus seinem Buch “Meine bayerische Küche” gehalten und lediglich den Anteil von Zitronensaft verringert.

Zwetschgenröster

1,5 kg Zwetschgen

200 g Zucker

Saft einer halben Zitrone

2 Zimtstangen

2 Vanilleschoten

150 ml Rotwein

90 ml Portwein

3 TL Speisestärke

Zwetschgen waschen, entsteinen und vierteln und den Backofen auf 180°C vorheizen.  Zimtstangen und Vanilleschoten halbieren und in eine große ofenfeste Form geben. Zwetschgen, Zucker und Zitronensaft ebenfalls hinzugeben und die Zwetschgen gleichmäßig in der Form verteilen. Mit Rotwein und Portwein aufgießen und für etwa 20 Minuten in den Ofen geben. Alle fünf Minuten durchrühren.

Form aus dem Ofen nehmen und durch ein Sieb gießen. Den Sud in einem kleinen Kochtopf auffangen, Zimtstangen und Vanilleschoten entfernen. Speisestärke mit etwas Wasser klumpenfrei anrühren. Sud aufkochen, Stärke unterrühren und für etwa zwei Minuten leise köcheln lassen. Zwetschgen in sterilisierte Twist-Off-Gläser verteilen und die Gläser mit dem Sud aufgießen. Gegebenenfalls mit wenig kochendem Wasser auffüllen. Fest verschließen und auf den Kopf stellen.

Eine meiner absoluten Lieblingsmarmeladensorten ist Zwetschgenmarmelade. Auf frischem Brot von der Münchner Hofpfisterei schmeckt die Sorte einfach großartig. Blöd nur, dass man in so gut wie keinem Laden Zwetschgenmarmelade kaufen kann. Ein Jahresvorrat musste also her, und ich habe aus 4 Kilo Zwetschgen 18 Marmeladengläser zum Verschenken und Selberessen vollgemacht. Das wird dann hoffentlich bis zur nächsten Saison reichen.

Zwetschgenmarmelade

1 kg Zwetschgen

500 g Gelierzucker 2:1

Zwetschgen waschen, entsteinen und vierteln. Mit einem Pürierstab oder einer Küchenmaschine nicht ganz fein pürieren. Twist-Off-Gläser in kochendem Wasser sterilisieren und mit einem (ebenfalls sterilisierten) Trichter bereitstellen. Zwetschgen mit Gelierzucker in einen großen Kochtopf geben, verrühren und aufkochen lassen.

Marmelade für drei Minuten kochen lassen, mit einem kleinen Löffel etwas von der Marmelade abnehmen und auf einem Teller auskühlen lassen. Entstehenden Schaum abschöpfen. Wenn die Marmeladenmasse auf dem Löffel geliert ist, ist die Marmelade fertig und kann kochend heiß in die Gläser abgefüllt werden. Deckel fest zuschrauben und auf den Kopf gestellt auskühlen lassen.

Nach so viel vorausschaundem Einkochen für den Vorratsschrank musste allerdings auch etwas zum Sofortessen her. An Zwetschgendatschi habe ich mich diesen Sommer tatsächlich satt gegessen. Da kam das Rezept für eine Zwetschgentarte aus der letzten essen & trinken (Ausgabe 9/2011) gerade recht. Ich habe es mit einem Mandelboden aus “Raffinierte Tartes” von Schuhbeck und Annik Wecker kombiniert und leicht abgewandelt.

Zwetschgentarte

100 g kalte Butter

70 g Puderzucker

1 Ei

1 Prise Salz

225 g Mehl

3 EL gemahlene Mandeln

750 g Zwetschgen

4 EL Zucker

1/4 TL gemahlener Zimt

4 Löffelbiskuits

1 EL Rum

25 g Speisestärke

250 ml Sahne

2 Eier

Mehl und Puderzucker in eine Rührschüssel sieben und mit dem Salz mischen. Butter in Flocken dazugeben und immer wieder unter das Mehl rühren, damit die Flocken nicht zusammenkleben. Mandeln und Ei hinzugeben und mit dem Knethaken einer Rührmaschine verrühren. Mit den Händen einmal glattkneten und den Teig schnell zu einer Kugeln formen. Für eine Stunde im Kühlschrank kalt stellen.

Den Teig ausrollen und eine gebutterte Tarteform damit auskleiden, diese nochmals für eine halbe Stunde in den Gefrierschrank stellen. Zwetschgen waschen, entsteinen, halbieren und in einer Schüssel mit 2 EL Zucker und dem Zimt vermischen. Löffelbiskuits in einer Küchenmaschine feinmahlen oder in einem Gefrierbeutel fein zerbröseln. Mit dem Rum vermischen und beiseite stellen.  Backofen auf 200°C vorheizen. Tarteboden aus dem Gefrierschrank holen und mit einer Gabel gleichmäßig kleine Löcher in den Boden stechen. Mit einem Blatt Backpapier auslegen und Hülsenfrüchte darauf  ausstreuen, damit der Teig nicht aufgeht. Die Tarteform auf der zweiten Schiene von unten für 10 Minuten blindbacken.

Speisestärke mit 50 ml Sahne anrühren. Restliche Sahne mit den Eiern und 2 EL Zucker verrühren und die Sahne-Stärke-Mischung unterrühren. Tarteboden aus dem Ofen holen, das Backpapier und die Hülsenfrüchte entfernen und gleichmäßig zuerst die getränkten Biskuitbrösel auf dem Boden und darauf fächerartig die Zwetschgenhälften verteilen. Mit der Sahne-Ei-Mischung aufgießen und für weitere 30 Minuten auf der untersten Schiene im Backofen fertig backen. Danach vollständig auskühlen lassen. eat it. love it.

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Crêpetorte mit Räucherlachs

Auf meinem Brunchbuffet fielen meine Gäste ziemlich schnell über die kleinen Dreiecke meiner Crêpetorte mit Räucherlachs her. Doch kennt ihr das? Das letzte Stück, das hat sich dann irgendwie keiner getraut zu nehmen. Gut, ich habe es dann als Geburtstagskind schließlich nach mehreren Stunden selbstgenommen. Aber irgendwie finde ich das spannend zu sehen. Und woran liegt’s? War die Crêpetorte so gut, dass man als gefräßig und gierig gegolten hätte, sich das letzte Stück zu schnappen? Oder war sie so gut dann auch wieder nicht? Oder liegt es am Räucherlachs, der beim Frühstück ja doch eher zur Luxuskategorie gehört?

Bis auf diesen letzte Stück fand die Crêpetorte reißenden Absatz. Das Original habe ich aus Johann Lafers “Meine besten Rezepte“-App – ich sage euch, so hauchdünne Pfannkuchen habe ich bisher selten hinbekommen! Dennoch hat mich die Creme, mit der der Räucherlachs und die Crêpes zusammenhaften sollen, nicht zu 100% überzeugt. Mir persönlich war der Limettengeschmack viel zu intensiv. Meine Mutter hatte jedoch noch etwas parat: vor einigen Jahren hat sie für ein Buffet einmal eine Rolle mit Räucherlachs gemacht und wusste noch, dass die Füllung aus diesem Rezept ganz vorzüglich war.

2 Eier

125 ml Milch

60 g Mehl

400 g Räucherlachs in Scheiben

200 g Frischkäse

1 Frühlingszwiebel

etwas Dill

Eier mit Milch und Mehl zu einem Pfannkuchenteig verrühren und etwa 15 Minuten quellen lassen. Frühlingszwiebel waschen und in feine Würfel hacken. Mit Frischkäse und Dillspitzen verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Aus dem Teig sechs sehr dünne Pfannkuchen backen und abkühlen lassen. Für die Crêpetorte den ersten Crêpe auf einen Teller legen, dünn mit der Frischkäsecreme bestreichen und danach mit einer Schicht Lachsscheiben belegen. Den zweiten Crêpe darauflegen und so weiterverfahren. Oben mit einem Crêpe abschließen und nach Belieben in Stücke schneiden. eat it. love it.

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Schinken-Rucola-Creme

Diese ganze Bagelgeschichte hat mir erst gezeigt, wie gut und wie wichtig eigentlich leckere Brotaufstriche sein können. Unsere Bagels leben mitunter von der Vinaigrette, Mayonnaise oder anderen saftigen Aufstrichen, die den Belag erst perfekt abrunden. Für meinen Brunch habe ich deshalb nach einem herzhaften Aufstrich gesucht, der eine Abwechslung zu Schinkenplatte und Marmeladengläsern darstellt. Fündig wurde ich im, inzwischen vergriffenen, GU-Buch “Frühstück und Brunch“, das Originalrezept findet ihr jedoch auch Online bei der GU-Kochwebsite “Küchengötter“.

2 EL Pinienkerne

100 g Serranoschinken

100 g Rucola

250 g Ricotta

Rucola gründlich waschen und sehr gut abtropfen lassen. Gegebenenfalls auf einem Küchenhandtuch ausbreiten und restliche Feuchte abtupfen.

Pinienkerne bei geringer Hitze anrösten und beiseite stellen.Rucolastiele abschneiden und lediglich die Blätter fein hacken. Serranoschinken in feine Streifen schneiden. Abgekühlte Pinienkerne grob hacken und Ricotta in einer Schüssel cremig rühren. Gehackte Pinienkerne, Serrano und Rucola unterrühren. Je nach Salzgehalt des Schinkens mit Salz und Pfeffer würzen – mein Schinken war so aromatisch, dass ich nicht mehr zusätzlich würzen musste. eat it. love it.