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Oreo Cookie Cheesecake

Es gibt Gerichte, die kocht man für sich selbst. Dann wieder welche für die ganze Familie. Oder für den gemeinsamen Kochabend mit Freunden. Und dann gibt es noch Leckereien, die man für ganz besondere Menschen macht – für die man sich ein paar Stunden gerne in die Küche stellt und etwas zaubert, worauf man selbst nie so sehr abfahren würde, das aber dem anderen umso mehr Freude bereitet. Oreos in Eis und im Käsekuchen sind da so ein Fall von “Leckerei für einen besonderen Menschen”, und deshalb wurde es mal wieder Zeit für einen Oreo Cookie Cheesecake.

Bisher war ich mit den Rezepten, die ich gefunden habe, noch nicht vollends zufrieden – Sauerrahm über den Cheesecake gießen ging bei mir schon mehrere Male irgendwie schief und hat nicht gut geschmeckt, dann war das eine Rezept wieder zu süß, das nächste war kein Cheesecake sondern Käsekuchen. Also war es auch Zeit für eine eigene Variante. Dafür habe ich mich an einem Cheesecake von Cynthia Barcomi orientiert und ihn selbst “veroreot”. Und weil es Zeit für so viele Dinge war, mache ich dieses Mal auch zum ersten Mal bei der “Initiative Sonntagssüß” mit.

für eine Springform mit 26cm Durchmesser

32 Oreo-Kekse

5 EL geschmolzene Butter

900 g Doppelrahm-Frischkäse

175 g Zucker

30 g Speisestärke

3 Eier, Größe M

175 ml Sahne

1/4 TL gemahlene Vanille

Den Frischkäse aus dem Kühlschrank holen, er sollte für die Verarbeitung auf Zimmertemperatur sein. Für den Boden 22 Oreos nehmen. Die Oreos aufdrehen, die Milchcreme abkratzen, in eine Schüssel oder auf einen Teller streichen und beiseite stellen. Die Kekse mit einer Küchenmaschine sehr fein hacken, fast schon mahlen. Mit der geschmolzenen Butter vermischen. Die Springform mit Butter fetten und die gehackten Oreos darauf verteilen. Mit den Händen einen dünnen Boden und etwas Rand festdrücken und kaltstellen.

225 g Frischkäse mit 50 g Zucker und der Stärke auf niedriger Stufe etwa 3 Minuten mit dem Handmixer verrühren. Restlichen Frischkäse, die Oreo-Milchcreme und die gemahlene Vanille dazugeben, mit dem Handmixer schlagen und langsam den restlichen Zucker einrieseln lassen. Ein Ei nach dem anderen hinzugeben und unterrühren, dann die flüssige Sahne dazugeben und nochmal kurz auf höchster Stufe die Masse aufschlagen.Den Ofen auf 180°C vorheizen.

Restliche Oreo-Kekse mit der Küchenmaschine oder einem Messer grob hacken. Die Springform mit zwei langen Bahnen Alufolie umwickeln und aufpassen, dass keine Risse in der Folie sind. Die Folie sollte eine wasserdichte Hülle um die Springform geben. Die Hälfte der Frischkäsemasse auf den Boden streichen, darauf wiederum die grob gehackten Oreos verteilen und dann den Rest der Frischkäsemasse darüber verteilen. Nach Belieben mit weiteren Keksen verzieren. Eine große Auflaufform in den Ofen stellen und die Springform mit der Kuchenmasse hineinstellen. Mit einem Messbecher Wasser in die Auflaufform gießen, sodass die Springform schließlich etwa 2-3 cm hoch von Wasser umgeben ist. Für etwa eine Stunde im Ofen backen, dabei nach 40 Minuten den Bräunungsgrad überprüfen und eventuell mit Alufolie den Kuchen für den Rest der Backzeit abdecken. Danach etwa eine Stunde in der Form auskühlen und für mindestens zwei weitere Stunden im Kühlschrank kaltstellen. eat it. love it.

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Bei We Love Pasta sind wir nicht nur echte Pastafreaks, sondern auch wahre Dessertfans: eine gute Nachspeise ist zwar nicht überlebensnotwendig, aber durchaus in der Lage, ein leckeres Essen perfekt abzuschließen und uns ein zufriedenes Lächeln auf das Gesicht zu zaubern.

Wie man aber schon in unserem Test von Coppenrath & Wieses Kleiner Augenblick lesen konnte, sind wir nicht so leicht zu begeistern, wenn es um fertige Desserts geht. Wenn sich jemand professionell mit Nachspeisen auseinandersetzt, dann dürfen die ruhig auch gut sein. ;) Wenn nun aber ein Produkt nicht nur ausgezeichnet schmeckt, sondern auch noch  schick designt ist, dann schlägt unser Herz höher. Und genau das ist der Fall bei Gü London.
Michi hat für euch die Desserts „Wunderbar zitronige Cheesecakes im Glas“ und „Schoko & Vanille Cheesecakes im Glas“ getestet. Tina hat sich schon vor längerer Zeit die „Schokoladensoufflés im Glas“ näher angeschaut. Die haben sich zwar eher als warmer Schokoladenkuchen im Glas entpuppt – mit flüssigem Kern und festgebackenem Rand an der Glasinnenseite – haben jedoch wirklich gut geschmeckt. Leider waren sie sehr süß und vor allem sehr mächtig. Insofern sind die Schokoladensoufflés nicht direkt als Dessert nach einem üppigen Mahl zu empfehlen. Dafür aber als  kleine Leckerei für den Schokoheißhunger zwischendurch.

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Fangen wir mit den Zitronen-Cheesecakes an: hier finden sich drei Schichten in dem runden, gut 4 Zentimeter hohen Glas. Den Boden bildet eine Basis aus Keksbröseln, darauf liegt eine Zitronencreme und den Abschluss bildet ein cremig-weicher Käsekuchen und ein paar Streusel. Insgesamt ist das Dessert sehr feucht und es lässt sich entsprechend leicht aus dem Glas schaufeln. Der Boden macht dabei keine Ausnahme, aber gerade da wäre es schön, wenn er etwas trockener wäre. Nichtsdestotrotz schmeckt er deutlich nach Gebäck. Sonst überwiegt der zitronige Geschmack, der von geriebener Zitronenschale gestützt wird: die kann man auch auf der Zunge schmecken und ich finde sie zumindest nicht störend.

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Die Streusel obenauf sehen schick aus, sind aber leider nicht trocken.

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Der Zitronen-Cheesecake ist recht feucht.

 

Was ich mir für dieses Dessert wünschen würde, wäre eine etwas trockenere Konsistenz – so wie man sich eben Käsekuchen vorstellt. Durch die relativ feuchte Zitronencreme wird die Nachspeise für meinen Geschmack insgesamt zu feucht. Geschmacklich ist sie jedoch sehr fein zitronig und somit verdient es mein Fazit:

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Weiter gehts mit den Schoko & Vanille Cheesecakes. Auch hier finden sich die drei Schichten, beginnend mit der Keksbasis am Boden des Glases. Darauf kommt nun der Käsekuchen, der mit feinem Vanillegeschmack überzeugen möchte. Den Schluss bildet eine feste Schokoladencreme mit 53% Kakaoanteil, die eine glatte und geschlossene Oberfläche hat.

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Anders als das Zitronendessert ist dieses hier auch insgesamt fester und sogar stichfest. Auch der Boder ist trockener und erinnert mehr an den mürben Teigboden eines Käsekuchens. Die Schoko-Sahnecreme mit belgischer Schokolade hat einen süßen, aber auch leicht herben Geschmack und erinnert an eine feste, kompakte Mousse au chocolat, wobei die Festigkeit natürlich vom Kühlungszustand abhängt. Bei diesem kräftigen Geschmack kann die Vanille natürlich nicht so wirklich für sich zum Vorschein kommen, aber das macht nichts: der Gesamteindruck von Käsekuchen und Schokocreme ist sehr rund und macht das Dessert zu einer sehr gelungenen Kreation. Von mir gibts eine klare Genussempfehlung und das Fazit:

Was beide Dessertkreationen gemeinsam haben, ist die Menge und die Verpackungseinheit: in einer Packung finden sich zwei Gläser à 90 Gramm Dessert. Der Nährwert pro Portion liegt bei ca. 320 kcal, was man durchaus als gehaltvoll bezeichnen kann. Vom Preis der Gü Puds kann ich nur sagen: ich bin positiv überrascht. Im Großmarkt habe ich ca. 2,56 € gezahlt, also für eine Dessertportion ungefähr 1,30 €. Ich hatte mit mehr gerechnet und kann mir vorstellen, dass es die Nachspeise im Einzelhandel für um die 3 Euro zu kaufen gibt. Und für dieses Geld bekommt man seine Desserts in echten Glasschälchen (im Gegensatz zu anderen Produkten ;) ), die man entweder recyceln kann oder zum Servieren von Erdnüssen und sonstigen Knabbereien verwenden kann. Nur erhitzen oder stark abkühlen soll man sie laut Herstellerangaben nicht.

Der für Deutsche so verführerische Umlaut im Namen wird übrigens nicht ausgesprochen: in Großbritannien heißt das Dessert ganz schlicht [gu:]. Und zu guter Letzt bleibt mir eigentlich nur die vehemente Forderung nach der Markteinführung weiterer Gü Produkte: Kreationen wie Chocolate Tiramigü oder Mango and Lime Mousse stünden bei mir ganz oben auf der Einkaufsliste!

Gü ist ein Markenzeichen der Gü Noble Desserts Holdings Ltd. in London. Jedwede Markenrechte verbleiben bei deren Inhaber und werden auf dieser Seite nur mit dem Zweck der Beschreibung der Produkte verwendet. Ihre Verwendung auf dieser Seite impliziert keinerlei Verbindung zwischen We Love Pasta und dem benannten Inhaber von Markenrechten.

Vor einigen Wochen startete Vapiano ja einen Wettbewerb auf Facebook, die “Fanpasta”, bei der man über einen Generator ein Pastagericht kreieren konnte. Die besten Gerichte kamen schließlich in ein Uservoting und die Gewinner haben es auf die Specialkarte in den nächsten Monaten geschafft. Dieses Rezept war mein Beitrag zum Wettbewerb, kam jedoch leider nicht weiter. Dennoch wollte ich es auch gekocht (und nicht nur am PC ausgedacht) ausprobieren, danach hat es Michi auch noch nachgekocht und nach ein paar Anpassungen kam schließlich dieses fertige Rezept dabei raus.

Fettucine an Gorgonzola-Walnuss-Sauce

für 2 Portionen

100 ml Sahne

50 ml Gemüsebrühe

75 g Gorgonzola

70 g luftgetrockneten, italienischen Schinken

6 Walnüsse

1 Orange

200 g Fettucine

Schinken in Streifen schneiden. Mit einem scharfen Messer die Orangenschale samt weißer Schicht herunterschneiden und die Orangenfilets entlang der Zwischenhäutchen herauslösen. Den Saft dabei in einer untergelegten Schale oder auf einem Brett mit Saftrinne auffangen. Walnüsse knacken und die Kerne grob hacken. Nudeln kochen.

Brühe, Sahne und Gorgonzola in eine Pfanne geben und aufkochen lassen. Dabei regelmäßig umrühren, sodass der Gorgonzola schmilzt. Die Orangenfilets und etwas Orangensaft dazugeben und leise köcheln lassen, bis die Sauce etwas eindickt.

Schinkenstreifen hinzugeben, mit Salz, Pfeffer und Orangensaft abschmecken. Die gekochten Nudeln nicht abschrecken sondern heiß und abgetropft in die Pfanne geben und mit der Sauce vermengen. Auf Tellern anrichten und mit den gehackten Walnüssen bestreuen. eat it. love it.

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Vapiano: Specials im Januar und Februar 2012

Der Winter hat sich lange Zeit gelassen, jetzt kann man ihn nicht mehr wirklich ignorieren. Also werfen wir einen freudigen Blick auf die neue Specialkarte und fragen uns: passen die Gerichte zur Jahreszeit? Sind die Aromen “klassisch” mit dem Winter verbunden? Und wenn nicht: müssen wir uns damit anfreunden, herbstliche Aromen, die die Österreicher in Form dieser Specials bereits im November und Dezember bekommen haben, erst im Winter zu bekommen?

Was uns als Münchner besonders interessiert, ist der preisliche Unterschied zu Österreich. Wir bräuchten nur geschätzte zwei Stunden nach Österreich… Also informieren wir uns gerne vorher über die Preise der letzten zwei Monate im Nachbarland, nur um uns dann zu ärgern, dass in München grundsätzlich 50 Cent mehr verlangt werden, weshalb wir schon mehrfach bei Pasta-Gerichten die 10-Euro-Marke geknackt haben. Welche Erfahrungen habt ihr mit Preisunterschieden bei Vapiano gemacht? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Auf ein Gericht mit Auberginen habe ich schon lange gewartet: ich liebe die dunkel glänzenden Früchte und weiß ihnen auch sehr feine Aromen zu entlocken. Nun stellt jedoch Pasta Melanzane leider nicht die leckeren Auberginen in den Mittelpunkt des Geschmackseindrucks, denn eigentlich handelt es sich um Pasta Pomodoro e Mozzarella mit ein paar zu großen Auberginenstücken. Pecorino oben drauf (leider erst auf Nachfrage und nach Ablehnung von Parmesan?!) macht diese Kombination zwar interessanter, aber der Namensgeber der Pasta hat zu wenig zu melden. Das liegt zum einen an der Größe der Stücke, zum anderen daran, dass sie nicht frisch mit Zwiebel und Knoblauch angebraten werden, sondern wässrig vollgesogen, aber eben nicht weich, in den Wok kommen. Wenn man Auberginen in Salzwasser gibt, um die Bitterstoffe zu entziehen, heißt das nicht, dass man die Früchte gleich weiterverwenden kann…
Pasta Pomodoro e Mozzarella ist schon ein feines Gericht, aber wenn man daraus Pasta Melanzane machen möchte, muss noch mehr passieren: kleine Stücke mit anbraten, Röstaromen herauskitzeln und dann schmiegt sich das Ganze auch besser an die Spaghetti.

Pasta Melanzane, 8,00 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“Unsere hausgemachte Tomatensauce mit weißen Zwiebeln und Knoblauch trifft auf frische Auberginen 
und Mozzarella.
Abgerundet mit würzigem Pecorino-Käse. Passt besonders gut zu unseren hausgemachten Spaghetti.”

Nach dem Kreislaufdesaster beim letzten Zusammentreffen mit frischem Knoblauch war für mich schnell klar, dass der bei mir überhaupt nicht mehr in den Pasta-Wok kommt. Insofern bewerte ich Pasta Cognac ohne Knoblauch – allerdings denke ich nicht, dass dieser überhaupt groß etwas hätte verbessern können. Richtig deftig geht es nämlich zu, Speck, zweierlei Zwiebeln und Erbsen sind am Start und dominieren das Gericht vollkommen. Dabei geht leider die “zarte” Hühnerbrust unter und noch viel schlimmer: auch die Sauce! Vom Cognac schmecke ich rein gar nichts und auch die Tomaten scheinen nur zur Farbgebung dabeigewesen zu sein. Noch dazu hat mein Vapianist sich gedacht, mir eine komplett salzfreie Version von Pasta Cognac zu kredenzen. Absicht? Vielleicht, denn natürlich haben die Speckwürfel ordentlich Power und Salz. Dennoch reicht die Kombination Speck-Erbse-Zwiebel allein nicht, um einen ausgewogenen Geschmack hinzubekommen. Auch mit der Pastaempfehlung, den Fusilli, bin ich leider baden gegangen: viele Erbsen bleiben daran so gar nicht haften und bleiben am Schluss mit ein paar Speckwürfeln unten im Teller zurück.

Dafür, dass ich von der wohl teuren Zutat, dem Cognac, nichts geschmeckt habe und auch das Huhn im Vergleich zu den Speckwürfeln vollkommen untergeht, halte ich auch das Preis-Leistungsverhältnis für nicht gelungen. Immerhin befinden wir uns hier in der Preiskategorie D, in der sich sonst Scampis, Flusskrebse, Rinderfiletstreifen und vor allem Curry All’Anatra tummeln.

Pasta Cognac, 9,00 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“Aromatische Speckwürfel, weiße Zwiebeln, frischer Knoblauch und Frühlingszwiebeln treffen auf unsere hausgemachte Tomatensauce,
die mit Cognac und Sahne verfeinert wird. Hinzu kommen zarte Hähnchenbrust und Erbsen. Passt perfekt zu unseren frischen Fusilli.”

Pasta al cacciatore ist das Gericht, bei dem alle Leute, die ich kenne, sich an den Kopf fassen und deutlich ablehnen, dass sie das essen würden. Ich bin da anders: ich lasse mich gerne auf Neues ein und außerdem möchtest du, geneigte/r Leser/in, sicher wissen, was hinter der Kaninchen-Pasta steckt. ;)
Da ist zunächst mal der herbe Geschmackseindruck von Kapern, jeder Menge Kapern. Die muss man mögen und auch zu meinen Favoriten zählen sie nicht, weshalb ich auf eine eher geringe Menge gehofft hatte. Weit gefehlt: selbst am Ende, nachdem ich einen guten Teil zur Seite geschoben hatte, verblieb ein gehäufter Esslöffel (!) davon in meiner Schale. Kaninchen mit Pasta ist interessant und das Tier würde sich sicher freuen, wenn man es mit dem Weißwein und anderen erlesenen Zutaten kombinierte. Aber die heftige Mischung mit solch aromatischen und mediterranen Schwergewichten wie Artischocken, Oliven und eben jenen Kapern lässt da wenig Raum. Da freut man sich direkt, dass es auch noch Möhrenjulienne und Kirschtomaten dazu gibt, die das alles etwas abfedern. Zumindest passen die empfohlenen Fusilli gut zu der auch sonst recht stückigen Mischung. Was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, halte ich den alten österreichischen Preis von 8,50 € für deutlich passender.
Insgesamt bleibt das Gericht also hinter meinen Erwartungen zurück: Die Kombination aus Kaninchen (Wild!) und mediterranen Geschmacksgebern ist leider unausgewogen und die Verwendung von so vielen Kapern lässt mich doch am Sinn für aromatisch geplante Gerichte zweifeln. Mein Sinn verrät mir: ein Teelöffel gehackte Kapern wäre völlig ausreichend!

Pasta al cacciatore, 10,00 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“Kaninchenrückenfilet, Zwiebelwürfel und frischer Knoblauch mit Karotten, Artischocken, Oliven und Kapern in einer leichten Weißwein-Sauce. Hinzu kommen frische Kirschtomaten und Petersilie.
Liebt unsere handgemachten Fusilli.”

Das ist also das einzige Special, das uns die Österreicher nicht voraus hatten: Pizza Brie e pere. Eine klassische Kombination aus Birne und Käse, dazu knuspriger Bacon und Grana Padano. Der erste optische Eindruck ist so ganz anders als meine Vorstellung: ich hatte damit gerechnet, dass die „frischen Birnen“ auch frisch auf die Pizza kommen. Im Gegenteil:  sie werden mitgebacken und erinnern dadurch ein wenig an Kartoffelstücke. A propos: sowohl die Birnen, der Speck als auch der Brie kommen in relativ großen Stücken auf die Pizza, was es schwer macht, alles zusammen auf eine Gabel zu bekommen. Da wäre es unter Umständen besser, andere Formen zu wählen, sodass man sich die Zutaten nicht auf der Pizza zusammen sammeln muss. Ich könnte mir zum Beispiel die Birne auch sehr gut roh und in dünnen Scheiben vorstellen. Insgesamt beherrscht ein starker Kontrast das Geschmackserlebnis: auf der einen Seite sind die trockenen und sehr intensiven Geschmäcker von Parmesan und Bacon auf einer knusprigen Pizzabasis – auf der anderen Seite die feucht-weichen und eher milden Geschmäcker von Birne und Brie. Damit das Ganze im Mund funktioniert und ein rundes Geschmackserlebnis bringt, darf aber meiner Meinung nach die Pizza nicht zu trocken sein – ich habe mir mit etwas nachträglichem Olivenöl geholfen. Mein spontaner Einfall: ich mache daraus eine Calzone mit einer Art Birnen-Chutney. :)
Mein Fazit: eine gute Pizza, die wirklich lecker ist, wenn sie nicht allzu lange im Ofen bleibt.

Pizza Brie e Pere, 9,00 €, gegessen im Vapiano München Bogenhausen

“Unsere typische Pizza aus dem Steinofen mit unserer hausgemachten Tomatensauce, cremigem Brie, frischen Birnen, Speck, Grana Padano und würzigem Basilikum.”

Da schlug mein halbgriechisches Herz gleich höher: griechischer Joghurt in der klassischen Kombination mit Honig, als Nussersatz knusprige Amarettini und dazu etwas Schokoladensauce. Als ich in der Vitrine das Glas sah, war ich gleich noch glücklicher: endlich wieder eine kleinere Dessertportion wie einst die Mousse au chocolat noisette. Lediglich etwas höher, ansonsten so groß wie die kleinen Trinkgläser im Restaurant. Unten die weiße Masse, durchzogen von einem hauchdünnen Streifen zerbröselter Amarettini, dann wieder Joghurtmasse und obendrauf ganze zwei Finger breit Schokoladensauce. Das sieht nicht nur nach viel aus, das schmeckte leider auch nach viel. Genauer gesagt handelte es sich eher um einen sehr süßen Schokoladensirup, meiner Einschätzung nach aus Kakaopulver, Zucker und Wasser gekocht. Bei jedem Löffelstich ins Glas ronn die Sauce nach unten und breitete sich wie ein Erdölteppich über die eigentlich leckere Joghurtmasse aus. Dass es sich dabei jedoch um echt griechischen Sahnejoghurt mit 10 Prozent Fett handeln soll, bezweifle ich nach wie vor. Dafür war die Masse nicht stichfest genug und auch der typisch cremige Geschmack hat gefehlt. Leider hat sich der Amarettinistreifen als sehr karg herausgestellt und noch dazu war der Honig nur an den Keksbröseln zu finden – der Rest der Masse war eine honigfreie Zone. Insgesamt wurde das Dessert zu sehr vom Schokoladensirup dominiert, der leider die tolle Idee sehr verdorben hat. Auch die Physalis hat’s da nicht mehr retten können: die war nämlich so sauer, dass Michi und ich erst einmal ordentlich das Gesicht verziehen mussten.

Yoghurt al greco, 2,75€, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“Griechischer Joghurt mit Sahne, Honig und Vanille verfeinert trifft auf Amarettini und auf unsere hausgemachte Schokoladensauce.
Obendrauf gibt’s eine fruchtige Physalis.”

Pasta al cacciatore ist das Gericht, bei dem alle Leute, die ich kenne, sich an den Kopf fassen und deutlich ablehnen, dass sie das essen würden. Ich bin da anders: ich lasse mich gerne auf Neues ein und außerdem möchtest du, geneigte/r Leser/in, sicher wissen, was hinter der Kaninchen-Pasta steckt. ;)
Da ist zunächst mal der Geschmackseindruck von Kapern, jeder Menge Kapern. Die muss man mögen und auch zu meinen Favoriten zählen sie nicht, weshalb ich auf eine eher geringe Menge gehofft hatte. Weit gefehlt: selbst am Ende, nachdem ich einen guten Teil zur Seite geschoben hatte, verblieb ein gehäufter Esslöffel davon in meinem Teller. Kaninchen mit Pasta ist interessant und das Tier würde sich sicher freuen, wenn man es mit dem Weißwein und anderen erlesenen Zutaten kombinierte. Aber die heftige Mischung mit solch aromatischen Schwergewichten wie Artischocken, Oliven und eben jenen Kapern lässt da wenig Raum. Da freut man sich direkt, dass es auch noch Möhrenjulienne und Kirschtomaten dazu gibt, die das alles etwas abfedern. Zumindest passen die empfohlenen Fusilli gut zu der auch sonst recht stückigen Mischung.
Insgesamt bleibt das Gericht hinter meinen Erwartungen zurück: Die Kombination aus Kaninchen (Wild!) und mediterranen Geschmacksgebern ist leider unausgewogen und die Verwendung von so vielen Kapern lässt mich doch am Sinn für aromatisch geplante Gerichte zweifeln. Mein Sinn verrät mir: ein Teelöffel gehackte Kapern wäre völlig ausreichend!