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Wie alles begann: Flammkuchen Hawaii

Für Michi und mich war schon lange bevor wir tatsächlich damit angefangen haben, klar, dass wir Bloggen wollen. Perfektionisten wie wir sind, haben wir uns Monate lang mit der Suche und Anpassung des Layouts aufgehalten und uns so kleine Spielereien wie die Herzchen mit Nummern für die Rezeptanweisungen ausgedacht. Eines Abends haben wir gemeinsam gekocht und unsere erste Fotosession für den späteren Kochblog (der damals noch namenlos war) veranstaltet. Es gab Flammkuchen Hawaii, der sich in eine lange Reihe von Perversionen um das Verunstalten von Klassikern mit Clemens Wilmenrods Konzept vom Toast Hawaii einreiht. Aber was sollen wir sagen, wir stehen einfach auf die Kombination! Und als ich bei meinem Berlinbesuch im Jahr 2009 im Restaurant “Nante’s Eck” einen Flammkuchen Hawaii sah und aß, da war es geschehen. Deshalb ist der Flammkuchen Hawaii quasi ein Startschuss für unsere ernsthaften Blogambitionen gewesen – nun, und schmecken tut er natürlich auch bestens.

Ursprünglich habe ich den Flammkuchen mit einem einfachen Teig ohne Hefe hergestellt, doch als ich das erste Mal einen Flammkuchen nach Nickys Rezept herstellte, wurde dieser nie wieder gemacht. Dennoch war ich nie vollkommen zufrieden mit der Kombination aus süßer Ananas und diesem weißen Teig – irgendwie war der Flammkuchen stets zu süß. Inzwischen habe ich deshalb Nickys Rezept etwas weiterentwickelt und ersetze nun einen Teil des Weizenmehls durch Weizenvollkornmehl. Dadurch wird der Teig wunderbar herb (ja sogar “rustikal”) und bietet der Süße ein tolles Gegengewicht.

für 2 große Flammkuchen

125 g Weizenvollkornmehl

125 g Weizenmehl, Type 550

50 g Roggenmehl, Type 1150

15 g Frischhefe

180 ml lauwarmes Wasser

1/2 TL Meersalz

150 g Kochschinken

1 kleine Dose Ananas

200 g Crème fraîche

50 ml Sahne

  Mehle und Salz in einer Rührschüssel mischen, Hefe im lauwarmen Wasser auflösen und in die Mitte der Rührschüssel geben. Mit dem Knethaken einer Küchenmaschine oder von Hand vermengen und mindestens fünf Minuten weiterkneten. Wenn der Teig an den Händen festklebt, lieber noch etwas mehr Mehl hinzugeben, damit der Teig auch nach dem Ruhen nicht klebt. Die Schüssel mit einem sauberen Küchentuch bedecken und den Teig an einem warmen Ort mindestens 1 Stunde gehen lassen. Danach den Teig kurz durchkneten (wenn er wieder oder immer noch kleben sollte, könnt ihr hier nochmal etwas Mehl einarbeiten),  in zwei gleich große Kugeln teilen und diese nochmals etwa 30 Minuten gehen lassen. Durch den Vollkornanteil geht der Teig weniger schnell auf als normaler Hefeteig – plant also gegebenenfalls nochmal 30 Minuten zusätzliche Gehzeit ein. Der Teig ist backbereit, wenn er bei leichtem Eindrücken wieder langsam zurückfedert.

  Ofen auf höchste Stufe vorheizen. Wenn ihr einen Pizzastein besitzt, diesen auf einem Gitter auf unterster Schiene in den Ofen legen und vorheizen, etwa 30-45 Minuten (je nach Ofen). Ananas abtropfen und ggf. in Stücke schneiden, Schinken in feine Streifen schneiden. Crème fraîche mit Sahne cremig rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

  Teigkugeln jeweils zwischen zwei Blättern Backpapier sehr dünn ausrollen. Mit der Creme bestreichen und Ananas und Schinken darauf verteilen. Mit dem Backpapier auf den Pizzastein oder ein Backblech auf unterster Schiene in den Ofen schieben. Nach 8-10 Minuten den Flammkuchen vom Backpapier lösen – klebt er noch sehr fest, einfach noch eine weitere Minute warten. Danach etwa 3-5 Minuten goldbraun fertig backen. eat it. love it.

Flammkuchen Hawaii damals...

...und heute!

 

 

 

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Bonne Maman Caramel & Philadelphia Honig

Bonne Maman kennt man bei uns als den Hersteller feiner Konfitüren in traditionellen Gläsern mit dem charakteristischen karierten Deckel. Jetzt haben die Franzosen etwas Neues auf den deutschen Markt geworfen, was mit Konfitüre wenig zu tun hat, aber auf jeden Fall ins Aufstrich-Regal gehört: Bonne Maman Caramel. Grund genug für uns, das Produkt zu testen und euch zu sagen, ob sich der Kauf lohnt.

Bonne Maman Caramel

“Jetzt im Handel: Bonne Maman Caramel
Kennen Sie schon Bonne Maman Caramel? Dieser einzigartige Brotaufstrich schmeckt köstlich auf Croissant und Baguette, ist aber auch eine tolle Zutat für Desserts und passt prima zu Crêpes oder Eis.”

So heißt es auf der Website der Marke, deren Produkte übrigens aus Frankreich importiert werden und in Deutschland von der Odenwald-Früchte GmbH vertrieben werden. So erklärt sich, dass auf der französischen Webseite eine breitere Produktpalette zu finden ist, die unter anderem so exotische Sachen enthält wie Kastanienkonfitüre; die Karamellcreme heißt dort übrigens Confiture de Lait.

Das Produkt an sich ist in keinster Weise neu: auf die Idee, gezuckerte Kondensmilch einzukochen, sind schon mehrere gekommen, besonders in Lateinamerika. So heißt die Karamellcreme in hispanophonen Ländern dulce de leche und im Portugiesisch Brasiliens doce de leite. Rezepte zum Selbermachen finden sich folglich haufenweise im Internet. Gezuckerte Kondensmilch gibt es bei uns übrigens von Nestlé unter dem Namen Milchmädchen. Was die Verwendung in der brasilianischen Küche betrifft, so gibt es einen Nachtisch namens doce de leite com queijo. Also: Karamellcreme mit Käse. Ja, mit Käse. Und zwar sogenannter Minas-Käse, der in der Textur sehr viel mit dem zypriotischen Halloumi gemeinsam hat.

Zurück zur Creme von Bonne Maman:
Süß. Das bringt das Produkt am ehesten auf den Punkt. Die Creme hat einen feinen Karamellgeschmack, ist aber auf Grund des hohen Zuckergehalts sehr klebrig, was dazu verleitet, sich schnell die Lippen abzuschlecken. Ich bin sicher, dass man sie auch abseits des Frühstückstisches gut einsetzen kann. Weil die Idee an sich aber nicht besonders innovativ ist und leicht selbst zu machen, gibt es als Fazit:


Bonne Maman Caramel, gekauft bei Galeria Kaufhof für 1,99 €.

Philadelphia Honig

Auch Kraft Foods hat sich mal wieder was Neues überlegt: beim Einkaufen habe ich im Kühlregal Philadelphia Honig entdeckt.

“NEU: Philadelphia Honig
Jetzt gibt es Verstärkung im Kühlregal. Neben Philadelphia mit Milka kommt ein zweites süßes Frühstückserlebnis in den Handel.
Blumig-süß und dabei cremig-kühl besticht die neue Philadelphia Sorte.”

Erst letztes Jahr hat Philadelphia mit Milka versucht, das Frischkäsesortiment in die süße Ecke zu erweitern. Ich habe ein mal eine Packung gekauft und konnte damit ehrlich gesagt nichts anfangen. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass da zusammenkommen sollte, was nicht zusammengehört: die Konsistenz war nicht cremig, sondern geleeartig und der Geschmack von einer leichten Säure bestimmt, die aber nicht vom Frischkäse kam…
Die Honig-Variante kommt da ganz anders daher: wirklich cremig und von einer feinen Süße, die auch tatsächlich von Honig stammt. Insofern ist der Frischkäse wirklich eine nette Idee für einen süßen Brotaufstrich. Wer jedoch ohnehin immer Frischkäse und Honig im Haus hat, wird auf den Kauf verzichten können.
Mein Fazit:


Philadelphia Honig, gekauft bei Edeka für 0,88 € im Sonderangebot.

(Alle Markennamen und Warenzeichen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.)

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Quiche Lorraine

Vergangenen Freitag haben Michi und ich gemeinsam einen großen kleinen Brunch für uns beide und drei weitere liebe Menschen veranstaltet – jeder hat etwas mitgebracht und dann fielen wir gemeinsam über die Leckereien her. Mein Beitrag zur Völlerei war diese Quiche, die eigentlich zu jeder Tages-, Nacht- und Jahreszeit passt. Herrlich unkompliziert, gut im Voraus zubereitet und jeder verlangt nach einem zweiten Stück davon.

Quiche lorraine

Bei der Füllung habe ich mich weitgehend an die klassische Zubereitung gehalten: Eier, Sahne, Speck, Käse. Kein Kochschinken, keine Zwiebeln und vor allem kein Lauch. Punkt. Drum herum gab’s den klassischen französischen Mürbeteig für Tartes, eine pâte brisée ohne Ei. Lediglich den Speck habe ich durch etwas magereren Katenschinken ersetzt.

200 ml Sahne

200 g gewürfelter Katenschinken

100 g geriebener Gruyère

5 Eigelb

220 Gramm Mehl

90 Gramm Butter

70 ml kaltes Wasser

1 Prise Salz

1 Eiweiß

Mehl mit Salz in eine Schüssel geben, die kalte Butter in Flocken unterrühren und schließlich das Wasser nach und nach unterkneten. Mit den Händen schnell einen glatten Mürbteig kneten, eine Kugel formen und in Frischhaltefolie für eine Stunde im Kühlschrank durchkühlen lassen.

Den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Teig dünn ausrollen, eine gebutterte Tarteform damit auslegen und die Form mit dem Teig für 15 Minuten in die Tiefkühltruhe (beziehungsweise 30 Minuten in den Kühlschrank) stellen. Damit vermeidet man, dass der Rand möglicherweise beim Backen absackt und später nicht mehr hoch genug für die Füllung ist. Danach ein Blatt Backpapier oben auf den Teig legen, leicht andrücken und gegebenenfalls am Rand zurechtschneiden. Hülsenfrüchte oder spezielle Blindbackkugeln auf das Backpapier streuen und die Form für 10 Minuten im Ofen blindbacken. Danach das Backpapier samt der Hülsenfrüchte entfernen und nochmal für 15 Minuten backen.

Sahne mit Eigelb gut verrühren. Je nachdem, wie würzig der Katenschinken ist, mit Salz und Pfeffer würzen – ich habe überhaupt nichts davon gebraucht, da der Schinken und der Käse würzig genug waren. Mit einem Backpinsel etwas Eiweiß nach der Backzeit auf dem Tarteboden verstreichen und wieder für 2 Minuten im Ofen lassen. Das Eiweiß härtet leicht und verhindert, dass der Teig durch die Füllung aufweicht. Tarteform aus dem Ofen holen und auf 150°C herunterschalten.

Gruyère auf dem gebackenen Tarteboden verteilen, darauf die Schinkenwürfel streuen. Danach die Sahne-Ei-Mischung darübergießen. Vorsicht: die Masse sollte nicht über aufgeplatzte Ecken am Rand in die Tarteform selbst fließen sondern wirklich in der Tarte bleiben. Deshalb dabei gut aufpassen. Tarte für 35 bis 40 Minuten im Ofen backen. Quiches schmeckem am besten lauwarm, frisch aus dem Ofen lassen sie sich nur schwer schneiden und entfalten noch nicht ihr ganzes Aroma. Deshalb am besten einige Stunden oder einen Tag vorher zubereiten. eat it. love it.

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Crème Brûlée mit marinierten Himbeeren

Egal, wem ich erzähle, dass ich eine Crème Brûlée mache – jedes Mal blicke ich in ehrfürchtige Gesichter, als sei dieses Dessert ein Buch mit sieben Siegeln: unfassbar schwierig und nicht zu bewältigen . Der gedachte Schwierigkeitsgrad kommt offensichtlich an den einer Sauce Hollandaise heran, was ich inzwischen nicht mehr nachvollziehen kann.

Ihr seht – nicht mehr. Denn als ich mich vor zwei Jahren zum ersten Mal an eine Crème Brûlée heranwagte, geschah sogleich der GAU: sie stockte nicht und ich konnte meinen Gästen flüssige, warme Vanillesahne mit Klümpchen servieren. Zahlreiche Versuche später habe ich endlich eingesehen, dass es nicht das eine Rezept für eine Crème Brûlée geben kann. Man weiß nie, wie groß die Eigelbe tatsächlich sind und ob das Wasserbad nun heiß genug ist. Dennoch bin ich die letzten Male mit diesem Rezept hier ganz wunderbar gefahren, die Crème schmeckte fantastisch und war vor allem eines: fest.

Deshalb hier mein fast todsicheres Rezept für eine so simple und leckere Sache. Das Rezept bezieht sich auf 6 kleine Pastetenförmchen (Durchmesser etwa 7 cm), beziehungsweise 3 größere, flache Crème Brûlée-Förmchen (Durchmesser etwa 12 cm). Das Rezept kann für mehrere Portionen entsprechend auch mit nur einer Vanilleschote hochgerechnet werden. Diese würde ich dann etwas länger mitköcheln lassen, um ein intensiveres Aroma zu bekommen.

1 Vanilleschote

125 ml Vollmilch

200 ml Sahne

5 Eigelb

50 g Zucker

Backofen auf 100°C vorheizen. Vanilleschote aufschneiden, Mark herauskratzen und beides mit Milch und Sahne aufkochen und 10 Minuten leise köcheln lassen. Währenddessen Eigelbe mit Zucker in einer großen Metallschüssel schaumig aufschlagen. Einem Topf, auf den man später die Schüssel gut für ein Wasserbad auflegen kann, etwa zur Hälfte mit Wasser füllen und dieses zum Kochen bringen.

Vanilleschote herausnehmen und Milch/Sahne-Mischung zu den aufgeschlagenen Eigelben dazugeben. Metallschüssel auf den Topf mit Wasser aufsetzen und die Masse über dem Wasserbad mit einem Schneebesen solange rühren, bis die Masse leicht sämig wird. Die Konsistenz sollte ähnlich der von frischgekochtem Pudding sein.

Die Masse durch ein Sieb gießen und durchdrücken. Danach auf die Schälchen verteilen, die befüllten Schälchen gemeinsam in eine ofenfeste Auflaufform stellen. Wasser aus dem Wasserbad vorsichtig in die Auflaufform schütten, sodass die Schälchen etwa zwei Finger hoch in heißem Wasser stehen. Danach die Auflaufform mit den Schälchen für 50 bis 60 Minuten im Ofen backen.

Schälchen vorsichtig aus der Auflaufform mit Wasser heben und die Crème erkalten lassen. Im Anschluss daran für mindestens zwei Stunden kalt stellen. Kurz vor dem Servieren mit braunem Zucker bestreuen und mit einem speziellen Bunsenbrenner oder unter dem Backofengrill karamellisieren. Vorsicht bei der Variante mit dem Grill: der Zucker schmilzt schneller, als man denkt! Deshalb alle 30 Sekunden einen Kontrollblick auf die Förmchen werfen.

Crème Brûlée ist relativ simpel und überzeugt vor allem durch ihre Konsistenz und den feinen Vanillegeschmack. Deshalb passen viele andere Aromen als Beilage dazu – ich habe mich für marinierte Himbeeren entschieden. Diese gehen schnell und sind zu jeder Jahreszeit zu machen. Die Zuckermenge in diesem Rezept bezieht sich deshalb auf die Verwendung von tiefgekühlten Himbeeren, wer frische Beeren verwendet, benötigt deutlich weniger Zucker.

30 g Butter

3 EL Zucker

200 ml Orangensaft

250 g Himbeeren

Himbeeren in eine Schale geben und beiseite stellen. Während des Kochvorgangs können tiefgekühlte Beeren bereits nebenher antauen. Butter in einer beschichteten Pfanne zerlassen, Zucker hinzugeben und unter Rühren karamellisieren lassen.

Orangensaft erhitzen und vorsichtig zum flüssigen Karamell hinzugeben. Dieses wird nun kurzzeitig hart, schmilzt jedoch unter Rühren nach etwa einer Minute wieder. Bei schwacher Hitze etwa drei Minuten köcheln lassen, danach die Beeren hinzugeben und die Mischung sieben Minuten auf niedrigster Stufe köcheln lassen. Das heiße Kompott in Schüsseln zur karamellisierten Crème servieren. eat it. love it.