Dem milden Herbstwetter sei Dank war ich noch so gar nicht auf Weihnachten eingestellt. Immerhin habe ich es geschafft, die Winterreifen aufs Auto zu bekommen, bevor mich in dieser Woche der erste Schnee am Morgen überraschte. Dafür hat unsere erste Blogkooperation mich ein wenig in Weihnachtsstimmung versetzt – und mich zu dieser Cranberry-Spekulatius-Tarte, pünktlich zum 1. Advent, inspiriert.

Cranberry-Tarte

Aber der Reihe nach. Seit letzter Woche gibt es eine neue Plattform von ebay, auf der die Nutzer weihnachtliche Moodboards erstellen können. So kann man etwas Inspiration für die Weihnachtsdeko oder Geschenke für die Lieben bekommen und hat außerdem ein wenig was zum digitalen Basteln. Ich habe mich ein wenig daran versucht und einfach einmal die Bilderflut über mich hereinbrechen lassen. Dabei kam dieses Board hier heraus.

ebay-moodboard

Gold und Glimmer und Lametta? Nein danke. Ich mag es, auch zum Fest, lieber schlicht. Bereits letztes Jahr habe ich deshalb meine Weihnachtsdeko vor allem in Rot und Weiß gehalten. Und als mein Moodboard etwa zur Hälfte fertig war, habe ich gemerkt, dass ich die Vorliebe für diese Kombination offenbar nach wie vor hege. Dass es da ausgerechnet Bilder von meiner roten KitchenAid und dem schönen Bräter (den ich mir auch irgendwann einmal gönnen möchte) gab, war natürlich höchst praktisch. Und unser länglicher Advents”kranz” für dieses Jahr hätte auch sehr gut in die Collage gepasst, findet ihr nicht?

Cranberry-Tarte

Abgesehen davon gibt es ziemlich viele Symbolbilder, die nicht auf konkrete Produkte verweisen. Im Gegensatz zu vielen anderen Plattformen kann man die genaue Anordnung im Moodboard so gut wie nicht beeinflussen und muss sich darauf verlassen, dass das Onlineprogramm das alles schon in ansprechender Weise nebeneinander setzen wird. Bei mir hat das aber gut geklappt, finde ich. Kreative unter euch, die gerne noch ein bisschen Weihnachtsgeld extra hätten, können sich vielleicht sogar über einen Geldsegen zum Fest freuen. Eine Jury kürt die zehn schönsten Collagen aus, der Sieger erhält PayPal-Guthaben im Wert von 5000 Euro, Guthaben im Wert von 1000 Euro gibt es für die anderen Gewinner und die Collage mit den meisten Likes der Besucher.

Mein Foodbloggerherz hat etwas geblutet, als ich zu der schönen Cranberry-Tarte aus der Collage kein Rezept geliefert bekommen habe. Was also tun? Na klar: Einfach mal selbst dran versuchen! Dabei ist eine weihnachtliche Cranberry-Mandel-Tarte mit Spekulatiusboden herausgekommen. Die Füllung habe ich auf einem meiner Lieblingsblogs, smitten kitchen, entdeckt. Sie besteht aus wunderbarem Sahnekaramell, Cranberries und Mandelblättchen.

Cranberry-Tarte

Ich habe keine gefrorenen Cranberries bekommen, dafür aber frische. Mit denen hat es auch wunderbar funktioniert. Und der Spekulatiusboden ist ein kleiner zusätzlicher Weihnachtskick zum 1. Advent. Dafür habe ich den Mandel-Mürbeteig von Annik Wecker, den sie in “Raffinierte Tartes” verwendet, um ein wenig Spekulatiusgewürz ergänzt. Als Belohnung für alle, die bis hier durchgehalten haben – hier das Rezept für eine 22cm-Tarteform. Durch das Sahnekaramell ist die Tarte ziemlich mächtig und wir haben eher kleinere Stücke als sonst gegessen.

für eine 22cm-Tarteform

160 g Mehl, Type 405

55 g Puderzucker

1 Prise Salz

2,5 EL gemahlene Mandeln

1 TL Spekulatiusgewürz

80 g kalte Butter in Flocken

1 Ei

200 g frische Cranberries

100 g Mandelblättchen

215 ml Sahne

75 g Butter

130 g Zucker

01-grün  160 g Mehl, Puderzucker, Salz, Mandeln und Spekulatiusgewürz in eine Rührschüssel geben. 80 g Butter in Flocken dazugeben und mit den Fingern schnell und gründlich unterkrümeln, sodass diese gleichmäßig in der Mehlmischung verteilt sind. Das Ei hinzugeben, unterrühren und mit den Händen schnell zu einem glatten Mürbeteig verkneten. 30-60 Minuten im Kühlschrank kaltstellen. Den Teig dünn ausrollen und eine gefettete Tarteform damit auslegen. Diese für 30 Minuten im Gefrierschrank durchkühlen lassen.

02-grün  Zucker in einer großen Pfanne mit Rand über mittlerer Hitze gleichmäßig karamellisieren lassen, parallel dazu Sahne und 75 g Butter in einem kleinen Topf erwärmen, bis die Butter vollständig geschmolzen ist. Dann von der Herdplatte nehmen. Sobald der Zucker goldgelb karamellisiert ist, von der Herdplatte ziehen und die Sahne-Butter-Mischung vorsichtig dazugießen (wirklich vorsichtig, die Sahne und die Butter werden sofort zu Kochen beginnen!). Auf niedriger Hitze auf der Herdplatte etwas weiterköcheln lassen und dabei immer wieder umrühren, bis der Karamell sich gleichmäßig aufgelöst hat. In eine größere Schüssel gießen und 30 Minuten abkühlen lassen.

03-grün  Ofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Cranberries waschen und abtropfen lassen. Den Tarteboden aus dem Gefrierschrank holen, mit Backpapier auslegen und Hülsenfrüchte zum Beschweren darauf verteilen. Im vorgeheizten Ofen 15 Minuten blindbacken. Aus dem Ofen holen und das Backpapier mit den Hülsenfrüchten entfernen. Die trockenen Cranberries und die Mandelblättchen in das Sahnekaramell geben und gut verrühren, bis sich die Zutaten gleichmäßig vermengt haben. Auf dem vorgebackenen Tarteboden verteilen. Ein Blatt Alufolie auf den Ofenrost legen, dann die Tarteform darauf stellen. Bei mir lief die Karamell-Fruchtmasse gegen Ende der Backzeit nämlich etwas über. Im Ofen 20-25 Minuten backen, bis der Rand gebräunt ist und die Masse am Tarterand blubbert. Eine Stunde auskühlen lassen, dann anschneiden und servieren. eat it. love it.

Cranberry-Tarte

trenner

Hinweis: Dieser Beitrag entstand zum Teil in einer Kooperation mit ebay und achtung! pr. Die im Artikel geäußerte Meinung entspricht der der Autorin und wurde nicht vorgegeben oder in anderer Art und Weise inhaltlich beeinflusst.

 

1

Zucchini-Feta-Tarte mit doppelt Parmesan

Im Februar zögerte ich noch, mir das Tartebuch von Catherine Kluge zuzulegen. Ich habe mich ja noch nicht einmal durch mein anderes Lieblingstartebuch, “Raffinierte Tartes” von Alfons Schuhbeck und Annik Wecker, durchgebacken. Der Geist war also stark, das Tarteherz wurde im Buchladen letztens dann aber doch schwach. Und so ist Klugers “Tartes & Tartelettes” inzwischen Teil meiner Kochbuchsammlung. Zu meiner Geburtstagsfeier habe ich die Tarte mit Zucchini und Feta bereits ohne die im Buch vorgesehenen Parmesanstreusel serviert. Gab aber noch genug anderes zur Feier (sonst wäre ich wohl auch noch zum Streuselmachen gekommen), keine Bange…

Zucchini-Feta-Tarte

Die Tarte ging weg wie geschnitten Brot Tarte eben. Bereits damals habe ich daran gedacht, dass zu diesem Rezept sicherlich auch der Parmesan-Oregano-Mürbteig aus dem erwähnten Schuhbeck-Buch passen würde. Quasi Parmesan von oben und unten. Also ausprobiert und festgestellt: Es passt ganz hervorragend. Catherine Kluger verwendet für ihre Rezepte eine Form mit 20-22cm Durchmesser und 4 cm Höhe. Ich besitze so etwas nicht und ohnehin bevorzuge ich flache Tartes. Deshalb habe ist die Menge der Eiermilch in meiner Variante an eine flache Tarteform mit 28er-Durchmesser angepasst.

Zucchini-Feta-Tarte

Das Rezept sieht aufgrund der unterschiedlichen Komponenten nach mehr aus, als es tatsächlich ist. Den Teig könnt ihr, wie immer, auch problemlos am Vortag herstellen oder auf Vorrat einfrieren und am Backtag auftauen lassen. Die Füllung ist dafür umso schneller zubereitet und auch die Parmesanstreusel machen nur wenig Arbeit, wenn ihr genug Zeit habt, um sie zu backen und etwas auskühlen zu lassen. Dieses knusprige Topping macht die Tarte meiner Ansicht nach zu einem echten Hingucker – falls ihr aber in Eile seid, ist es auch kein Drama, sie wegzulassen.

Zucchini-Feta-Tarte

Teig für eine Form von 28 cm Durchmesser

200 g Mehl

100 g eiskalte Butter

2 EL geriebener Parmesan

2 TL getrockneter Oregano

70 ml eiskaltes Wasser

1 TL Salz

1 EL Essig

01-grün  Mehl in eine Schüssel sieben, mit Salz, Parmesan und Oregano vermischen. Butter in Flocken untermischen, und mit den Fingern gründlich unterkrümeln. Wasser und Essig langsam hinzugeben und mit einem Esslöffel alles verrühren. Mit den Händen schnell zu einem glatten Mürbeteig verkneten. In eine Frischhaltefolie einwickeln und für etwa eine Stunde im Kühlschrank kühlen.

für die Füllung

50 g Feta

150 g Zucchini

1 unbehandelte Zitrone

1 Knoblauchzehe

1 EL Olivenöl

70 ml Sahne

210 ml Vollmilch

3 kleine oder 2 große Eier

02-grün

Feta abtropfen lassen und mit einer Gabel zerkrümeln. Zucchini waschen und auf einer groben Reibe raspeln, danach auf einem Teller mit Küchenkrepp auslegen und etwas trocknen lassen. Zitrone heiß abwaschen und reiben. Knoblauchzehe schälen und halbieren. In einer kleinen Pfanne das Olivenöl erhitzen, die Knoblauchhälften und die Zitronenschale etwa eine Minute anschwitzen, bis sie intensiv duften. Zucchiniraspeln hinzugeben und zwei Minuten anschwitzen. Wenig salzen (denkt daran, es gibt noch Feta und zweimal Parmesan…) und pfeffern, auf einem Teller abkühlen lassen. Danach den Knoblauch entfernen.

03-grün

Ofen auf 170°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Teig aus dem Kühlschrank holen und etwas größer als die Tarteform ausrollen. Die Form gründlich fetten und mit dem Teig auslegen. Dafür einen Kreis im Durchmesser der Form aus der Teigplatte schneiden und in die Form legen, danach aus den übrigen Teigresten rund um einen Rand legen und diesen mit den Fingern am Boden festdrücken. Kontrollieren, ob sich der Teig überall miteinander verbunden hat, damit später keine Risse entstehen. Den Boden mit einer Gabel mehrfach einstechen. Für 30 Minuten im Gefrierschrank kaltstellen.

für die Parmesanstreusel

50 g Mehl

50 g geriebener Parmesan

50 g eiskalte Butter in Flocken

04-grün  Alle Zutaten für die Streusel in einer kleinen Schüssel miteinander zerkrümeln. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen und 10-12 Minuten im vorgeizten Ofen guldbraun backen. Herausnehmen und abkühlen lassen. Ofen auf 200°C vorheizen. Die Tarteform aus dem Gefrierschrank holen, mit Backpapier auslegen und mit Hülsenfrüchten oder Blindbackkugeln beschweren. 15 Minuten blindbacken.

05-grün  Währenddessen die Sahne, Vollmilch und die Eier in einem hohen Rührbecher miteinander verquirlen. Auf dem vorgebackenen Teig zuerst die gebratenen Zucchini, danach den Feta verteilen. In den Ofen stellen, dann die Eiermilch hinzugießen. Temperatur auf 180°C reduzieren und 30-35 Minuten backen. Vor dem Servieren mit den Parmesanstreuseln bestreuen. eat it. love it.

Zucchini-Feta-Tarte

Zucchini-Feta-Tarte

1

Tarte mit Paprikacreme und Ziegenfrischkäse

Ach was bin ich an dieser Tarte schon verzweifelt. Und offenbar hatte nicht nur ich meine Probleme, sondern auch Ulrike und Katharina, denn die Backzeit aus dem Originalrezept kommt nicht wirklich hin – mir ist die Tarte einfach mehrmals viel zu flüssig geblieben, trotz sehr langer Backzeit. Vier Zentimeter Höhe sind natürlich auch eine Ansage, ich bin da aber ganz bei Micha und meiner Namensvetterin Tina, die (genau wie ich) eher Fans von flachen Tartes zu sein scheinen. Ihr seht – ein Rezept geht durch die Bloggerwelt. Und nach insgesamt vier Versuchen bin ich inzwischen mit dieser Tarte in Sachen Konsistenz genauso zufrieden wie mit dem Geschmack. Den fand ich nämlich schon immer toll. Eigentlich sollte ich mir endlich mal dieses Kochbuch von Catherine Kluger zulegen, wenn die anderen Tartes nur halb so lecker sind, dann lohnt sich das schon…

Paprikatarte

Großer Fehler: ich laktoseintolerante Köchin habe immer laktosefreie Milch verwendet, dabei jedoch nicht auf den Fettgehalt geachtet. Nehmt also bitte keine fettarme Milch, sondern auf jeden Fall Vollmilch. Außerdem bin ich von einer hohen, kleineren Tarte auf das Backen in meiner Standardtarteform (Durchmesser 28 cm) umgestiegen. Und ein Ei mehr schadet der Angelegenheit meiner Ansicht nach überhaupt nicht. Ganz nebenbei habe ich außerdem meinen Lieblingsquicheteig von Fonsi aka Alfons Schuhbeck verwendet.

Paprikatarte

Mit dem Ziegenfrischkäse habe ich etwas herumexperimentiert. Unfreiwillig. Denn dass man streichfähigen Frischkäse aus dem Töpfchen nur schwer zerbröckeln kann, habe ich beim Einkauf nicht bedacht. Am besten funktionieren für mich die festeren Ziegenfrischkäse-Taler (die gibt’s zum Beispiel von der Edeka-Eigenmarke).  Ziegenweichkäse gäbe es auch noch, der ist hier aber nicht gemeint.

für eine 28cm-Tarteform

220 g Mehl, Type 405

90 g eiskalte Butter

70 ml eiskaltes Wasser

1 EL Rot- oder Weißweinessig

1/2 TL Salz

400-500 g rote Paprikaschoten

50 g gemahlene Mandeln

1 Knoblauchzehe

3 EL Olivenöl

2 TL dunkler Balsamicoessig

100 g Ziegenfrischkäse

4 Eier

100 ml Sahne

300 ml Vollmilch

Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer, etwas Basilikum

01-grün  Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Wasser abmessen und ggf. im Kühlschrank etwa 5-10 Minuten kaltstellen. Mehl und Salz in eine Rührschüssel geben und die Butter in dicken Flöckchen dazugeben. Mit den Fingern gut und schnell zerkrümeln, bis die Butter in kleinen Krümeln mit dem Mehl gemischt ist. Diese sollten jedoch noch fest und kalt sein, damit der Teig schön mürbe wird. Essig und kaltes Wasser hinzugeben und mit einem Esslöffel schnell zu einem glatten Teig verrühren, diesen nur einmal kurz mit den Händen durchkneten und in Frischhaltefolie gewickelt mindestens eine Stunde im Kühlschrank durchkühlen lassen. Danach etwa 3 mm dick ausrollen und eine gebutterte Tarteform damit auslegen. Mit einer Gabel mehrmals einstechen und den Teig in der Form eine halbe Stunde lang in die Tiefkühltruhe stellen.

02-grün  Paprikaschoten waschen, dritteln und putzen. Auf einem Backblech verteilen und für etwa 20-30 Minuten in den Ofen geben, dabei immer wieder wenden. Die Haut sollte sich schwarz färben und Blasen werfen. Dann die Schoten aus dem Ofen holen und heiß in einen Gefrierbeutel füllen, diesen verschließen und die Paprikaschoten darin vollständig abkühlen lassen – so lässt sich die Haut später leichter ablösen.

03-grün  Den durchgekühlten Tarteboden mit Backpapier abdecken, Hülsenfrüchte oder Blindbackkugeln darauf verteilen und auf mittlerer Schiene 15 Minuten blindbacken. Danach das Backpapier mit den Hülsenfrüchten entfernen und den Boden weitere zwei Minuten backen. Die Haut von den abgekühlten Paprika abziehen. Ein Drittel der Schoten in feine Streifen schneiden, den Rest in einen hohen Mixbecher geben. Knoblauchzehe schälen, halbieren, den grünen Keimling in der Mitte entfernen und zu den Paprika geben. Gemeinsam mit den Mandeln, Öl und dem Essig pürieren. Mit Salz, Pfeffer und ggf. etwas Cayennepfeffer abschmecken. Milch und Sahne unterschlagen und nochmals abschmecken, wahrscheinlich werdet ihr noch einmal nachsalzen müssen. Schließlich die Eier dazugeben und gut verrühren.

04-grün  Basilikumblätter waschen und trockentupfen. Die Paprikastreifen auf dem vorgebackenen Tarteboden verteilen, danach den Ziegenfrischkäse mit den Händen zerkrümeln und ebenfalls darauf verstreuen. Mit dem angerührten Guss auffüllen, schließlich die einzelnen Basilikumblätter auf der Oberfläche auslegen. Bei 180°C 30-40 Minuten auf mittlerer Schiene backen. Die Oberfläche sollte leicht gebräunt sein, beim Anstechen mit einem Zahnstocher sollte dieser trocken bleiben. eat it. love it.

Paprikatarte

Paprikatarte

 

 

 

1

Tarte mit Rotweinzwiebeln und Feta

Ich bin nun einfach so frech und verrate es euch: Michi hat nun seine Küche. Seine ganz eigene Küche in seiner Wohnung, er ist raus von Zuhaus’ und hat nun ein neues Heim ein paar Orte weiter. Zwar können wir uns nun nicht mehr so schnell “mal eben” auf einen Kaffee treffen, dafür hat er immer eine Packung laktosefreie Milch für mich im Kühlschrank, sodass das Café “Michis Wohnzimmer” unser neuer Hotspot geworden ist. Wie es sich für einen ordentlichen Umzug gehört, musste natürlich auch eine Einweihungsfeier unbedingt sein. Michi hat sich fürs Buffet aus die “Rotweinzwiebeltarte mit Schafskäse” aus Schuhbecks Kochbuch “Raffinierte Tartes”  ausgesucht und ich habe sie auf gut Glück nachgebacken und etwas abgewandelt.

rotweinzwiebeltarte-w5

Die Kombination süß-salzig steht bei mir ohnehin weit oben im Kurs, und diese Tarte ist da genau das Richtige: die Zwiebeln werden in Karamell angeschwitzt, erhalten durch eine Rotweinreduktion zusätzliche Süße und dann schmeckt man sie noch mit Honig ab. Und das Ganze wird auf einem knusprigen Tarteboden verteilt und mit einer Fetacreme übergossen. Klingt aufwendig, ist aber megaeinfach und macht ordentlich was her. Diese Tarte hat das Zeug, ein absoluter Favorit zum Immerwiederbacken zu werden. Und dass sie auf Michis Party wegging wie warme Semmeln, brauche ich euch wohl nicht zu erzählen…

rotweinzwiebeltarte-w1

für eine 28cm-Tarteform

220 g Mehl, Type 405

90 g eiskalte Butter

70 ml eiskaltes Wasser

1 EL Rot- oder Weißweinessig

1/2 TL Salz

Wasser abmessen und im Kühlschrank etwa 5-10 Minuten kaltstellen. Mehl und Salz in eine Rührschüssel geben und die Butter in dicken Flöckchen dazugeben. Mit den Fingern gut und schnell zerkrümeln, bis die Butter in kleinen Krümeln mit dem Mehl gemischt ist, diese sollten jedoch noch fest und kalt sein, damit der Teig schön mürbe wird. Essig und kaltes Wasser hinzugeben und mit einem Esslöffel schnell zu einem glatten Teig verrühren, diesen nur einmal kurz mit den Händen durchkneten und in Frischhaltefolie gewickelt mindestens eine Stunde im Kühlschrank durchkühlen lassen. Danach etwa 3 mm dick ausrollen und eine gebutterte Tarteform damit auslegen. Mit einer Gabel mehrmals einstechen und den Teig in der Form eine halbe Stunde lang in die Tiefkühltruhe stellen. Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

rotweinzwiebeltarte-w2

2 mittelgroße Zwiebeln

1 EL Puderzucker

50 ml roter Portwein

150 ml Rotwein

1 kleines Lorbeerblatt

1 Msp. gemahlene Vanille (oder 1/2 Pck. Bourbon-Vanillezucker)

1 TL Honig

150 g Fetakäse

100 ml Sahne

2 Eier

1 TL gehackte Thymianblättchen

Salz, Pfeffer, Muskatnuss

  Zwiebeln schälen und in Streifen schneiden. Den Puderzucker in einer beschichteten Pfanne gleichmäßig hell karamellisieren lassen und die Zwiebelstreifen darin anschwitzen. Mit dem Portwein und dem Rotwein ablöschen und Lorbeerblatt und Vanille hinzugeben. Wenn ihr Vanillezucker verwendet, solltet ihr später weniger Honig zum Abschmecken verwenden oder ganz auf diesen verzichten. Auf niedriger Hitze etwa 15-20 Minuten köcheln lassen, bis der Wein verkocht ist. Mit Honig, Salz und Pfeffer abschmecken und kurz abkühlen lassen. Währenddessen den gekühlten Tarteboden mit Backpapier auslegen und Hülsenfrüchte darauf ausbreiten. Den Teig auf mittlerer Schiene 14 Minuten blindbacken, danach das Backpapier mit den Hülsenfrüchten herausnehmen und nochmals für zwei Minuten weiterbacken.

  Den Feta in einer kleinen Schüssel zerkrümeln und mit der Sahne mischen. Mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und den gehackten Thymianblättchen würzen. Die Eier hinzugeben und mit einem Stabmixer kurz aufmixen. Das Lorbeerblatt von den abgekühlten Zwiebeln entfernen, diese auf dem vorgebackenen Tarteboden verteilen und die Käsemasse darüber verteilen. Auf unterster Schiene 20-25 Minuten goldbraun backen. eat it. love it.

rotweinzwiebeltarte-w4

Verwendet für die Tarte unbedingt griechischen Schafskäse und nicht dieses bröckelige Zeug aus Kuhmilch, das sich “Feta” nennt – selbst, wenn es aus Griechenland ist. Die süßen Zwiebeln vertragen einen ordentlichen Kontrast, den der Kuhmilch-Käse mir beim letzten Versuch (jaja, ich war faul und habe im Kühlregal mitgenommen, was ich gekriegt habe…) überhaupt nicht gegeben hat. Skeptiker sollen dennoch beruhigt sein: der Schafskäse schmeckt im Endprodukt wirklich nicht vor, sondern ist einfach etwas herzhafter, versprochen!

Das Rezept kommt ursprünglich von Deb und war einmal eine “zucchini and ricotta galette“, Paule hat daraus eine “Rustikale Zucchinitarte mit Ricottacreme” gemacht und den Mozzarella durch Cheddar ersetzt und Juliane hat das Teil dann nachgebacken und den Cheddar wiederum durch Edamer ersetzt. Nun, und gestern lag das Rezept in meiner Küche und ich habe mir gedacht, dass ich den Ricotta einfach mal durch Crème fraîche ersetze. Ihr seht, es ist also wirklich kein Drama, wenn gerade das Eine oder Andere im Supermarkt ausverkauft ist – denn das Wichtigste an dieser Galette ist etwas ganz Anderes: der Teig.

In den kommen nämlich saure Sahne und Zitronensaft, eine sehr spannende Sache. Dadurch geht er  blättrig auf, wird ganz luftig und knusprig und schmeckt trotzdem noch nach Mürbeteig. Allerdings ist er dadurch auch leicht säuerlich – für eine Mitesserin war die Angelegenheit zu sauer, mir hat die Galette ganz wunderbar geschmeckt, so wie sie ist. Vor allem die Kombination mit der Crème fraîche war hier wohl das Problem, weniger saure Alternativen wären der Ricotta aus dem Original, Frischkäse oder Mascarpone (mit etwas süßer Sahne verdünnt).

zucchinigalette-w2

100g Weizenvollkornmehl

100g Weizenmehl Type 550

1/4 TL Salz

120 g eiskalte Butter

60 ml eiskaltes Wasser

60 g saure Sahne

2 EL Zitronensaft

2 kleine Zucchinis

2 EL Knoblauchöl (alternativ: 2 Knoblauchzehen und 2 EL Olivenöl)

160 g Crème fraîche

50 g Parmesan

50 g Cheddar

2 Zweige Thymian

1 große oder 2 kleine Frühlingszwiebeln

1 Eigelb

1 EL Wasser

  Mehl und Salz in einer Rührschüssel miteinander vermischen. Saure Sahne mit Zitronensaft und Wasser mischen. Butter in Flocken dazugeben und mit den Händen schnell mit dem Mehl zu Bröseln vermengen. Mit einem Kochlöffel nur so viel von der Sauerrahm-Wasser-Mischung dazugeben, dass ein geschmeidiger Teig entsteht. Kurz mit den Händen unterkneten, es sollten noch deutlich kleine Butterstücke im Teig erkennbar sein. In Frischhaltefolie wickeln und mindestens eine Stunde kaltstellen – je länger die Kühlzeit, desto besser kann man später den Teig verarbeiten.

  Zucchini waschen und mit einem Gemüsehobel auf feiner Stufe etwa 1mm dicke Scheiben hobeln. Diese auf Küchenpapier ausbreiten, mit 1/2 TL Salz bestreuen und eine halbe Stunde Wasser ziehen lassen. Danach mit einer weiteren Lage Küchenpapier trockentupfen. Den Parmesan und den Cheddar reiben, mit der Crème fraîche gut vermischen und mit Salz, Thymian und einem Esslöffel Knoblauchöl würzen. Falls ihr kein Knoblauchöl da habt: 2 kleine Knoblauchzehen pressen, salzen und mit 2 EL Olivenöl einige Minuten ziehen lassen. Frühlingszwiebel putzen und in feine Ringe schneiden. Das Eigelb mit dem Esslöffel Wasser vermischen.

  Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Teig zwischen einem leicht bemehlten Blatt Backpapier (unten) und einer Lage Frischhaltefolie (oben) dünn ausrollen, dabei entstehende Falten auf der Unterseite durch Ziehen am Backpapier immer wieder auseinanderziehen. Die Käsecreme darauf verteilen und einen etwa 2-3 cm breiten Rand an den Seiten auslassen. Die Zucchinischeiben dachziegelartig von außen nach innen darauf verteilen, darüber die Frühlingszwiebelringe und noch einen Esslöffel Knoblauchöl verteilen. Den Rand nach innen einklappen und mit der Eigelb-Wasser-Mischung bestreichen. Die Galette mit dem Backpapier auf ein Backblech schieben und auf mittlerer Hitze etwa 30-40 Minuten backen. Nach dem Backen etwa fünf Minuten auskühlen lassen. eat it. love it.

zucchinigalette-w3

 

 

Apfelkuchen war eigentlich nie ein großer Favorit von mir, kein must have. Eher mal was für eine Familienfeier oder wenn alle anderen Kuchen im Café irgendwie nicht ansprechend aussahen. Als ich vor einigen Wochen jedoch in einem Münchner Café eine wunderbar flache Tarte aux pommes gesehen habe, die auch noch ausgezeichnet geschmeckt hat, war da auf einmal dieses “Must have”-Gefühl. Ich will das nochmal!

tarte-aux-pommes-w1

Der erste Versuch war nicht so gut. Vor allem mit dem Über-Back-Apfel Boskoop habe ich in diesem Fall schlechte Erfahrungen gemacht: er wurde sehr schnell braun (trotz Zitronensaft) und ließ sich nicht dünn genug schneiden. Und der Teig hat mir auch noch nicht gefallen. Ich habe mich also frustriert in die unendlichen Weiten des Internets begeben, Rezepte über Rezepte gelesen und schließlich aus vielen To Dos und Ideen meine eigene Tarte aux pommes ganz nach meinem Geschmack kreiert. Angefangen habe ich dieses Mal mit ein paar roten Äpfeln, Sorte Royal Gala, und einem Golden Delicious-Apfel.

apfelkompott-w2

Golden Delicious soll besonders gut geeignet sein um daraus Apfel-Kompott oder Apfelmus zu kochen. Ansonsten gehört die Sorte ja so gar nicht zu meinen Favoriten, irgendwie schmeckt mir der Apfel immer zu lasch und zu wenig sauer. Deshalb muss auch etwas Zitronensaft mit ins Kompott, um den richtigen Kick aus dem Apfel herauszukitzeln. Gekocht schmeckt er nämlich tatsächlich besser als roh, finde ich zumindest, und mit einem Hauch Vanille und der richtigen Säure war der Apfelmustopf eigentlich schon alleine zu gut. Aber ich habe es beim Probieren gelassen, immerhin gehört das Mus doch unter meine Äpfel auf die Tarte!

apfelkompott-w1

Die Reihenfolge der Tarte lautet also: Mürbeteig, Apfelmus, Äpfel. Und als Abschluss noch ein Hauch von Apfelgelee mit Calvados, darauf hat mich Bolli gebracht. Bei Lidl gab es erst vor kurzer Zeit bei der Gourmet-Aktion ein fertig gemischtes Apfelgelee mit Calvados, vielleicht findet ihr ja noch Restbestände in einer Filiale. Ansonsten tut es auch herkömmliches Apfelgelee mit einem Schuss Calvados. Oder nur Calvados. Und dann vielleicht anzünden…? Ich glaube, ich bin mit dieser Version immer noch nicht am Ende meiner Suche nach der Tarte aux pommes schlechthin angekommen. Für den Moment mag ich sie jedoch unglaublich gerne und hoffe, dass sie auch euch die Kaffeetafel versüßt!

für eine 28cm-Tarteform

200 g Mehl

100 g Butter

70 g Puderzucker

30 g gemahlene Mandeln

50 ml eiskaltes Wasser

eine Prise Salz

1 Apfel (ca. 200g), Sorte Golden Delicious

50 g Zucker

40 ml Wasser

1 Messerspitze gemahlene Vanille

etwas Zitronensaft

3-4 rote Äpfel (z.B. Royal Gala)

1/2 EL Apfelgelee mit Calvados

Für den Teig Mehl und Mandeln in eine Rührschüssel geben, das Salz dazustreuen und die kalte Butter in Flöckchen mit einem Esslöffel darunterrühren. Nun mit einem Handmixer mit dem Knethaken zu einem glatten Teig verrühren und dabei das eiskalte Wasser nach für nach zugeben. Der Teig wird sich ganz von selbst zunächst verbröseln und schließlich zu einem glatten Ball zusammenziehen, einfach lange genug kneten. In Frischhaltefolie wickeln und mit der Hand zu einer flachen Scheibe drücken. Für mindestens eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.

Den Golden Delicious-Apfel waschen, schälen und das Kerngehäuse entfernen. Ein grobe Stücke schneiden und mit Wasser und Zucker in einem kleinen Topf geben. Gemahlene Vanille dazugeben (alternativ Zuckermenge reduzieren und Bourbon-Vanillezucker verwenden). Aabgedeckt auf niedriger Hitze 20 Minuten köcheln lassen. Danach auskühlen lassen und mit einem Pürierstab pürieren. Mit Zitronensaft süß-säuerlich abschmecken.

Eine Tarte- oder Springform einfetten. Den Mürbeteig ausrollen und die Form damit auskleiden, für 30 Minuten in der Tiefkühltruhe vorkühlen lassen. Den Ofen auf 175°C vorheizen. Etwa 5 Minuten vor Ende der Kühlzeit die Äpfel waschen, längs halbieren und schließlich in sehr dünne Scheiben schneiden. Reste des Kerngehäuses mit einem kleinen Keksausstecher oder Kerngehäuseausstecher entfernen. Das Apfelmus auf dem Tarteboden verteilen und die Apfelscheiben fächerartig darüberschlichten. Dafür ganz außen mit einem Ring anfangen und die Apfelscheiben jeweils etwa zur Hälfte überlappen lassen. Zur Mitte hin Reihe für Reihe weiter so verfahren und am Schluss besonders kleine Scheiben in der Mitte drapieren. Ein paar Butterflöckchen auf den Äpfeln verteilen und für 35 Minuten backen.

Das Apfelgelee erwärmen, gegebenenfalls Calvados unterrühren. Mit einem Backpinsel auf der Oberfläche der Tarte verteilen, die Tarte nochmals etwa 5 Minuten backen. Die Kruste sollte goldbraun gebacken sein und die Äpfel saftig glänzen. Etwas abkühlen lassen und lauwarm servieren. eat it. love it.tarte-aux-pommes-w3tarte-aux-pommes-w2

 


An und für sich sind Zwetschgen immer einen Tick zu früh da. Klar, ein saftiger Zwetschgendatschi im Sommer hat auch etwas. Aber ansonsten sehe ich die Zwetschge eigentlich als die ideale Frucht, die zu Glühwein, Hirsch, Rind und deftigen Mehlspeisen passen würde – also doch eher zur dunklen Jahreszeit. Und da die Zwetschgensaison bereits so gut wie vorüber ist, habe ich an diesem Wochenende ganze 6,5 Kilo Zwetschgen verarbeitet und konserviert.

zwetschgen-w

Begonnen habe ich mit dem Zwetschgenröster (aka Zwetschkenröster aka Zwetschgenkompott). Für mich ist der nämlich die perfekte Beilage zu einem heißen, karamellisierten Kaiserschmarrn – das perfekte Soul Food für kalte Wintertage, die man mit abgefrorenen, nassen Füßen am Bahnsteig verbracht hat, weil die S-Bahn mal wieder nicht kam…ich habe mich bei dem Rezept grob an die Version von Alfons Schuhbeck aus seinem Buch “Meine bayerische Küche” gehalten und lediglich den Anteil von Zitronensaft verringert.

Zwetschgenröster

1,5 kg Zwetschgen

200 g Zucker

Saft einer halben Zitrone

2 Zimtstangen

2 Vanilleschoten

150 ml Rotwein

90 ml Portwein

3 TL Speisestärke

Zwetschgen waschen, entsteinen und vierteln und den Backofen auf 180°C vorheizen.  Zimtstangen und Vanilleschoten halbieren und in eine große ofenfeste Form geben. Zwetschgen, Zucker und Zitronensaft ebenfalls hinzugeben und die Zwetschgen gleichmäßig in der Form verteilen. Mit Rotwein und Portwein aufgießen und für etwa 20 Minuten in den Ofen geben. Alle fünf Minuten durchrühren.

Form aus dem Ofen nehmen und durch ein Sieb gießen. Den Sud in einem kleinen Kochtopf auffangen, Zimtstangen und Vanilleschoten entfernen. Speisestärke mit etwas Wasser klumpenfrei anrühren. Sud aufkochen, Stärke unterrühren und für etwa zwei Minuten leise köcheln lassen. Zwetschgen in sterilisierte Twist-Off-Gläser verteilen und die Gläser mit dem Sud aufgießen. Gegebenenfalls mit wenig kochendem Wasser auffüllen. Fest verschließen und auf den Kopf stellen.

Eine meiner absoluten Lieblingsmarmeladensorten ist Zwetschgenmarmelade. Auf frischem Brot von der Münchner Hofpfisterei schmeckt die Sorte einfach großartig. Blöd nur, dass man in so gut wie keinem Laden Zwetschgenmarmelade kaufen kann. Ein Jahresvorrat musste also her, und ich habe aus 4 Kilo Zwetschgen 18 Marmeladengläser zum Verschenken und Selberessen vollgemacht. Das wird dann hoffentlich bis zur nächsten Saison reichen.

zwetschgenmarmelade-w

Zwetschgenmarmelade

1 kg Zwetschgen

500 g Gelierzucker 2:1

Zwetschgen waschen, entsteinen und vierteln. Mit einem Pürierstab oder einer Küchenmaschine nicht ganz fein pürieren. Twist-Off-Gläser in kochendem Wasser sterilisieren und mit einem (ebenfalls sterilisierten) Trichter bereitstellen. Zwetschgen mit Gelierzucker in einen großen Kochtopf geben, verrühren und aufkochen lassen.

Marmelade für drei Minuten kochen lassen, mit einem kleinen Löffel etwas von der Marmelade abnehmen und auf einem Teller auskühlen lassen. Entstehenden Schaum abschöpfen. Wenn die Marmeladenmasse auf dem Löffel geliert ist, ist die Marmelade fertig und kann kochend heiß in die Gläser abgefüllt werden. Deckel fest zuschrauben und auf den Kopf gestellt auskühlen lassen.

Nach so viel vorausschaundem Einkochen für den Vorratsschrank musste allerdings auch etwas zum Sofortessen her. An Zwetschgendatschi habe ich mich diesen Sommer tatsächlich satt gegessen. Da kam das Rezept für eine Zwetschgentarte aus der letzten essen & trinken (Ausgabe 9/2011) gerade recht. Ich habe es mit einem Mandelboden aus “Raffinierte Tartes” von Schuhbeck und Annik Wecker kombiniert und leicht abgewandelt.

zwetschgentarte-w

Zwetschgentarte

100 g kalte Butter

70 g Puderzucker

1 Ei

1 Prise Salz

225 g Mehl

3 EL gemahlene Mandeln

750 g Zwetschgen

4 EL Zucker

1/4 TL gemahlener Zimt

4 Löffelbiskuits

1 EL Rum

25 g Speisestärke

250 ml Sahne

2 Eier

Mehl und Puderzucker in eine Rührschüssel sieben und mit dem Salz mischen. Butter in Flocken dazugeben und immer wieder unter das Mehl rühren, damit die Flocken nicht zusammenkleben. Mandeln und Ei hinzugeben und mit dem Knethaken einer Rührmaschine verrühren. Mit den Händen einmal glattkneten und den Teig schnell zu einer Kugeln formen. Für eine Stunde im Kühlschrank kalt stellen.

Den Teig ausrollen und eine gebutterte Tarteform damit auskleiden, diese nochmals für eine halbe Stunde in den Gefrierschrank stellen. Zwetschgen waschen, entsteinen, halbieren und in einer Schüssel mit 2 EL Zucker und dem Zimt vermischen. Löffelbiskuits in einer Küchenmaschine feinmahlen oder in einem Gefrierbeutel fein zerbröseln. Mit dem Rum vermischen und beiseite stellen.  Backofen auf 200°C vorheizen. Tarteboden aus dem Gefrierschrank holen und mit einer Gabel gleichmäßig kleine Löcher in den Boden stechen. Mit einem Blatt Backpapier auslegen und Hülsenfrüchte darauf  ausstreuen, damit der Teig nicht aufgeht. Die Tarteform auf der zweiten Schiene von unten für 10 Minuten blindbacken.

Speisestärke mit 50 ml Sahne anrühren. Restliche Sahne mit den Eiern und 2 EL Zucker verrühren und die Sahne-Stärke-Mischung unterrühren. Tarteboden aus dem Ofen holen, das Backpapier und die Hülsenfrüchte entfernen und gleichmäßig zuerst die getränkten Biskuitbrösel auf dem Boden und darauf fächerartig die Zwetschgenhälften verteilen. Mit der Sahne-Ei-Mischung aufgießen und für weitere 30 Minuten auf der untersten Schiene im Backofen fertig backen. Danach vollständig auskühlen lassen. eat it. love it.

1

Quiche Lorraine

Vergangenen Freitag haben Michi und ich gemeinsam einen großen kleinen Brunch für uns beide und drei weitere liebe Menschen veranstaltet – jeder hat etwas mitgebracht und dann fielen wir gemeinsam über die Leckereien her. Mein Beitrag zur Völlerei war diese Quiche, die eigentlich zu jeder Tages-, Nacht- und Jahreszeit passt. Herrlich unkompliziert, gut im Voraus zubereitet und jeder verlangt nach einem zweiten Stück davon.

Quiche lorraine

Bei der Füllung habe ich mich weitgehend an die klassische Zubereitung gehalten: Eier, Sahne, Speck, Käse. Kein Kochschinken, keine Zwiebeln und vor allem kein Lauch. Punkt. Drum herum gab’s den klassischen französischen Mürbeteig für Tartes, eine pâte brisée ohne Ei. Lediglich den Speck habe ich durch etwas magereren Katenschinken ersetzt.

200 ml Sahne

200 g gewürfelter Katenschinken

100 g geriebener Gruyère

5 Eigelb

220 Gramm Mehl

90 Gramm Butter

70 ml kaltes Wasser

1 Prise Salz

1 Eiweiß

Mehl mit Salz in eine Schüssel geben, die kalte Butter in Flocken unterrühren und schließlich das Wasser nach und nach unterkneten. Mit den Händen schnell einen glatten Mürbteig kneten, eine Kugel formen und in Frischhaltefolie für eine Stunde im Kühlschrank durchkühlen lassen.

Den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Teig dünn ausrollen, eine gebutterte Tarteform damit auslegen und die Form mit dem Teig für 15 Minuten in die Tiefkühltruhe (beziehungsweise 30 Minuten in den Kühlschrank) stellen. Damit vermeidet man, dass der Rand möglicherweise beim Backen absackt und später nicht mehr hoch genug für die Füllung ist. Danach ein Blatt Backpapier oben auf den Teig legen, leicht andrücken und gegebenenfalls am Rand zurechtschneiden. Hülsenfrüchte oder spezielle Blindbackkugeln auf das Backpapier streuen und die Form für 10 Minuten im Ofen blindbacken. Danach das Backpapier samt der Hülsenfrüchte entfernen und nochmal für 15 Minuten backen.

Sahne mit Eigelb gut verrühren. Je nachdem, wie würzig der Katenschinken ist, mit Salz und Pfeffer würzen – ich habe überhaupt nichts davon gebraucht, da der Schinken und der Käse würzig genug waren. Mit einem Backpinsel etwas Eiweiß nach der Backzeit auf dem Tarteboden verstreichen und wieder für 2 Minuten im Ofen lassen. Das Eiweiß härtet leicht und verhindert, dass der Teig durch die Füllung aufweicht. Tarteform aus dem Ofen holen und auf 150°C herunterschalten.

Gruyère auf dem gebackenen Tarteboden verteilen, darauf die Schinkenwürfel streuen. Danach die Sahne-Ei-Mischung darübergießen. Vorsicht: die Masse sollte nicht über aufgeplatzte Ecken am Rand in die Tarteform selbst fließen sondern wirklich in der Tarte bleiben. Deshalb dabei gut aufpassen. Tarte für 35 bis 40 Minuten im Ofen backen. Quiches schmeckem am besten lauwarm, frisch aus dem Ofen lassen sie sich nur schwer schneiden und entfalten noch nicht ihr ganzes Aroma. Deshalb am besten einige Stunden oder einen Tag vorher zubereiten. eat it. love it.

2

Tarte au Chocolat

TarteAuChocolat

Zum Bäcker bin ich ja (im Gegensatz zu Tina) wirklich nicht geboren. Mir fehlt da die Möglichkeit, zwischendurch zu probieren und zu verändern; sprich: wenn dein Teig nichts ist, wenn er in den Ofen kommt, kannst du ihn auch nicht mehr retten. :D
Da gibt es aber dieses kleine, feine Rezept für eine Tarte au chocolat, die sogar mir gelingt und wo es mir richtig Spaß macht, sie herzustellen. Wer also auf richtig schokoladigen und gehaltvollen Kuchen steht, für den ist dieses Rezept das richtige. Ich bevorzuge zartbittere Schokolade, aber halb und halb mit Vollmilch funktioniert auch. Außen ist der Kuchen leicht knusprig, innen richtig feucht und moussig. Funktioniert sicherlich auch gut als Brownies vom Blech. :)

Zutaten:

4 Eier

1 Prise Salz

150 g Butter

200 g Schokolade, zartbitter

120-150 g Zucker

2 EL Mehl

100 g Mandeln, gemahlen

So gehts:
Die Eier trennen und das Eiweiß mit der Prise Salz steif schlagen, beiseite stellen. Im Wasserbad die Butter und die Schokolade unter Rühren sanft schmelzen. Den Backofen auf 220°C vorheizen. Eine Springform mit etwas Butter einfetten.

Das Eigelb mit dem Zucker schaumig schlagen, Mehl unterrühren. Zuerst die Schokobutter, dann die Mandeln darunterrühren. Der Teig soll schön glänzen und schwer vom Löffel fallen.

Nun mit einem Teigschaber das Eiweiß vorsichtig unterheben. Die Masse in die Springform füllen und im Backofen ungefähr 20 Minuten backen. Raus damit und abkühlen lassen. eat it. love it.

Back-Basic
“Damit Eiweiß beim Schlagen steif wird, müssen Schüssel und Rührbesen frei von Fett und Eigelb sein!”