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Der ursprüngliche Plan war ein anderer: eine Ausgabe von „Drei am Dritten“ zu Standardkochbüchern, die in euren Bücherregalen nicht fehlen sollten. Nun teste ich schon seit mehreren Monaten Bücher und habe festgestellt, dass „Drei am Dritten“ nur Sinn macht, wenn es sich um drei ebenbürtige Dinge handelt, die ich euch gleichermaßen ans Herz legen kann – nur, dass eine Kurzrezension à la „DaD“ diesem Buch nicht gerecht werden würde. Deshalb habe ich mich entschlossen, mich lieber noch eine Weile durch das Buch zu kochen und euch deshalb heute eine große Rezension zu liefern.

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„Das Kochbuch – 400 Rezepte für jeden Tag“ heißt der Wälzer. Einen treffenderen Namen gibt es wohl nicht. Es ist nicht irgendein Kochbuch, sondern das Kochbuch, das den aktuellen Zeitgeist meiner Ansicht nach so richtig trifft. Klare, großformatige Fotos und ein übersichtliches, aber durchgestyltes Layout mit Rezepten, die auf unnötigen Schnickschnack verzichten. Obwohl hier Klassiker wie Knödel und Cordon Bleu vertreten sind, gibt es auch viele andere Rezepte, die richtig was hermachen und sowohl im Alltag als auch zu besonderen Anlässen gut zu kochen sind. Nach ein paar How-To-Seiten zur Küchentechnik geht es auch schon los: 455 Seiten Rezepte und Fotos satt. Das Buch ist klar und vor allem sinnvoll gegliedert, sodass man schnell das passende Rezept wiederfinden oder entdecken kann.

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Meine „To Cook“-Liste war nach dem Schmökern in einem Kochbuch selten so lang wie hier. Fertig bin ich noch lange nicht, einiges habe ich in den letzten Monaten aber doch schon nachkochen können. Zunächst habe ich mich natürlich zielsicher in der Kategorie „Nudeln“ verloren und die Gratinierten Muschelnudeln mit Käsefüllung nachgemacht – die großen Conchiglie im Vorratsschrank wollte ich schon lange mal verwenden. Ein wunderbares Gericht, das man auch noch nach einem langen Arbeitstag schnell kochen kann und das richtig gut schmeckt. Sehr begeistert waren ich und die Mitesser vom Pastasotto – hierfür werden Kritharaki wie Risotto rührend in Brühe gegart, dazu kommen noch getrocknete Tomaten und Pinienkerne. Zum Hineinlegen gut und echtes Soulfood. Die Zartweizenpfanne mit Rindfleisch und grünen Bohnen ist inzwischen ein absolutes Lieblingsgericht geworden. Ich wusste nie, was man mit Ebly aka Zartweizen überhaupt anstellen soll, jetzt weiß ich: die Weizenkörner schmecken toll, vor allem in der Kombination mit mediterranen Gewürzen und einer leichten Tomatensauce.

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Für die Schupfnudeln mit Gemüse aus dem Wok habe ich aufgrund akuten Zeitmangels gute Schupfnudeln aus dem Kühlregal verwendet – die Kombination mit dem asiatischen Wokgemüse und einer Sauce aus Sojasauce und Currypulver war ungewohnt, aber lecker. Für unseren Geschmack war die Bratzeit für die Schupfnudeln allerdings etwas zu kurz. Von den gebackenen Blechkartoffeln ist kein Fitzelchen mehr übriggeblieben und irgendwie haben wir eher Kartoffeln mit Fleisch als umgekehrt gegessen – diese Kartoffeln haben dem eigentlichen Hauptgericht wirklich die Show gestohlen und haben sich im Ofen eigentlich von selbst gemacht. So sind sie für uns zum ständigen Begleiter der letzten Grillsaison geworden.

Das einzige Rezept, das mir beim Nachkochen nicht so gut gefallen hat, war der Muschelnudelsalat mit Hähnchen und Parmesan – hat für mich zu sehr nach Nudeln mit Balsamicodressing geschmeckt, die haben nämlich das Dressing sofort aufgesaugt. Vielleicht hätte ich die Nudeln auch, entgegen der Rezeptanweisung, abbrausen sollen, um genau das zu verhindern.

Insgesamt habe ich jedoch festgestellt, dass die Angaben im Buch ansonsten sehr präzise sind. Sowohl die restlichen Anweisungen als auch die Mengen haben gepasst, und sogar mit der angegebenen Kochdauer (die sonst eher untertreibt…) bin ich gut hingekommen. Sehr toll sehen auch die Step-by-Step-Anleitungen für Klassiker wie Filet Wellington oder Wolfsbarsch in der Salzkruste aus. Ihr seht schon, bevor ich weiter vor mich hin schwärme: für dieses Buch gibt’s eine absolute Kaufempfehlung, es ist einfach rundum gelungen!

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Übrigens: bei Steph habe ich die Tage entdeckt, dass das Buch momentan für 15 Euro zu haben ist, bei Amazon ist es deshalb offenbar gerade ausverkauft. Wer es irgendwo beim Buchhändler seines Vertrauens ergattern kann, sollte für das Geld erst recht zuschlagen :)

Der Verlag Gräfe und Unzer hat mir ein Rezensionsexemplar des Buchs kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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Es gibt Kochbücher. Gute, schlechte, dünne, dickere. Aber dann gibt es noch regelrechte Enzyklopädien unter denen der Küchentisch erst einmal am liebsten nachgeben möchte, wenn man einen dieser Wälzer darauflegt, um nach neuen Rezepten zu suchen. Wie soll es anders sein, zum Start unserer neuen Rubrik „Drei am Dritten“, in der wir euch fortan immer wieder Kurzkritiken zu drei Produkten geben wollen, beginnen wir natürlich mit einer Vorstellung von drei Enzyklopädien rund um die Nudel.  Gerade solche Bücher sind nicht gerade billig, sodass ein Fehlkauf ganz besonders weh tut.

Pasta!

Das Buch wurde uns vom Edel-Verlag kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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Im übergroßen Maxiformat (Amazon gibt die Maße 35,2 cm Höhe und 24×2 cm Breite an) kommt dieses Buch aus dem Haus Barilla daher – schnörkellos werden die Rezepte darin präsentiert, die meisten Bilder sind Nahaufnahmen und ein Teller auf dem immerzu gleich eingedeckten Tisch mit weißer Tischdecke und Weißweinglas vor dunklem Hintergrund. Neben Rezepten gibt es einen ausführlichen Teil über die Geschichte der Pasta unter Berücksichtigung der Firma Barilla, was man im Übrigen auch an den Bezeichnungen für Nudelsorten in den Rezepten erkennen kann – die orientieren sich nämlich ausschließlich am Sortiment des Herstellers. Viele Rezepte bestehen hauptsächlich aus Nudeln mit Zutaten ohne eine Sauce, komplexere Rezepte greifen leider sehr oft auf eigens vorgekochtes ragú zurück, sodass der Aufwand dadurch um ein Vielfaches steigt. Beim Durchblättern stößt Tina, die bekanntlich eine Abneigung gegen Fisch hegt, auf ein Problem: sehr viele Rezepte enthalten Fisch als Zutat, und bei Rezepten ohne Fisch werden sehr oft eingelegte Anchovis als Würzmittel verwendet. Gepaart mit einer Abneigung gegen Oliven blieb leider nicht mehr viel, was da für ein Probekochen noch infrage kam.

  • Trofie alle Noci: kaltgerührte Sauce aus gemahlenen Mandeln mit etwas Butter und Sahne – klingt unglaublich simpel, so schmeckt’s leider auch. Ist selbst mit ziemlich viel Salz und Pfeffer leider immer noch sehr fad.
  • Pesto Trapanese: war ebenso mehr eine kaltgerührte Sauce als ein Pesto, da die gehackten Mandeln eigentlich keinerlei Bindung gegeben haben. Dafür schmeckte sie umso frischer, das in Olivenöl angebratene, knusprige Paniermehl gab erstaunlicherweise eine schönen Kick dazu. Lecker!
  • Vermicelli alla Bersagliera: ein wunderbar herzhaftes Rezept mit Salami, Tomaten und Provolone – letzteren habe ich nur leider im Supermarkt nicht auftreiben können und deshalb notgedrungen grob gehobelten Parmesan als Ersatz genommen. Hat dennoch sehr gut und würzig geschmeckt.

Auf der Rückseite ist ein Preis von 24,95€ aufgedruckt, für den Preis hätte sich Tina das Buch wohl nicht gekauft. Aktuell ist es auf Amazon.de jedoch für 14,95€ zu haben, was deutlich gerechtfertigter ist. Und wer ein Fan von Fisch ist, der kommt bei “Pasta!” sicher eher auf seine Kosten.

 

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Alles über Pasta

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Der Wälzer mit guten 280 Seiten steht seit längerem bei Michi im Regal und überzeugt mit ungefähr hundert Rezepten in allen erdenklichen Richtungen: von einfachen Klassikern wie Tagliatelle (!) Bolognese bis zu ausgefallenen Kreationen wie Fazzoletti mit Krebsfleisch in Sahnesauce ist sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei. Dazu gelungene Anleitungen für Pasta fresca, gefüllte Pasta und auch für Gnocchi, die Lust aufs Ausprobieren machen.
Die informativ-anekdotischen Texte und der Blick auf die verschiedenen Gerichte machen große Lust auf Pasta, während die (teilweise ganzseitigen) Fotografien ganz unverhohlen und charmant Werbung für italienische Lebensart machen.

  • Stringhetti mit Safran: eine wahnsinnig simple Idee: eine leichte Weißwein-Sahnesauce, die mit Safran schön gelb gefärbt wird – hat Ähnlichkeit mit Spaghetti Carbonara, ist aber bei weitem nicht so deftig.
  • Spaghetti alla puttanesca: einer von Michis großen Favoriten – mit viel Knoblauch, Oliven, Kapern und Sardellen. Eine geschmacksintensive Pasta, die „nach Meer“ schmeckt.

Das Buch ist leider mittlerweile vergriffen – der Preis lag bei 29,95 Euro. Wenn ihr es noch irgendwo gebraucht finden könnt – holt es euch. Es ist wie eine Schatzkiste, die man immer gerne mal wieder öffnet. Vom Christian Verlag, wo “Alles über Pasta” erschienen ist, haben wir erfahren, dass Ende März ein Buch mit dem Titel “Pasta&Sauce” erscheinen wird. Wir halten jedenfalls für euch die Augen offen!

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The Silver Spoon: Pasta

Der „Silberlöffel“ ist ja bereits ein Klassiker unter den italienischen Kochbüchern, bei Tina ist die Extraausgabe rein mit Pastarezepten ins Buchregal eingezogen. Diese Ausgabe gibt es leider nur auf Englisch, ein paar Zutaten muss man also vielleicht im Wörterbuch nachschlagen, dennoch sind die Rezepte problemlos zu verstehen. Für aktuell 32,99€ (Amazon) bekommt man über 300 Seiten voller Nudelrezepte, manche mit Fotos, manche ohne. Insgesamt kommen Pasta-Fans hier voll auf ihre Kosten, frische Nudeln, gefüllte Nudeln und Nudeln aus dem Ofen finden hier ebenso Platz wie Klassiker der Pastaküche oder Blitzrezepte für die Pfanne. Konkret ausprobiert haben wir folgende Rezepte:

  • Penne all’Arrabiata: Unglaublich einfach, ohne unnötigen Schnickschnack, richtig schnell gekocht und dabei noch sehr lecker! Leider war die Sauce nicht scharf genug, was allerdings auch an dem Schärfegrad der Chilischote gelegen haben mag.
  • Spaghetti Carbonara: eine echte Carbonara ohne Sahne, die trotzdem zum Hineinlegen gut schmeckt. Ab sofort wird Carbonara nur noch so gekocht!

Tipp: Tina hat über Amazon Marketplace ihr Exemplar (mit minimalen Kratzspuren) für 13€ inklusive Versand bekommen – schaut euch also am besten erst einmal online nach Sonderangeboten um!

 

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Ein Gruß von Vapiano: der Home Cup

Vapiano hatte Geburtstag – und wir sollten mitfeiern! Haben wir aber nicht. In einer “Blogparade” sollten Blogger darüber berichten, wie sie zum ersten Mal bei Vapiano waren. Nette Idee, doch weder hatten wir zu dem Zeitpunkt Zeit für einen solchen Blogeintrag, noch (und das ist wichtiger) konnten wir uns an unser erstes Mal bei Vapiano erinnern. So viel sei gesagt: es war noch zu Zeiten, an denen man im Münchner Vapiano in den Fünf Höfen am Samstagabend nicht fast eine Stunde für Pasta anstehen musste und auch kein Problem hätte, danach noch einen Sitzplatz zu finden. Dennoch ist letzte Woche Post bei uns eingetrudelt – als Belohnung für den Blogpost sollte es für jeden von uns einen der neuen “Home Cups” geben, und die haben wir nun trotzdem erhalten.

Die Idee, in unterschiedlichen Städten unterschiedliche Tassen mit eigenem Städtedesign zu verkaufen, ist ja nun wirklich nicht neu. Es gibt da noch so eine amerikanische Kaffeehauskette – ach, wie hieß sie gleich nochmal…ahja, genau die, die diese komischen Küchlein am Stiel verkaufen – die das seit sehr langer Zeit weltweit erfolgreich betreiben. Die Variante für uns Münchner ist dunkelgrün und mit einem Löwen bedruckt, der gerade eine Spaghetti schlürft. Tina hasst eigentlich die Farbe dunkelgrün und sie ist von Geburt an Fan des FC Bayern München. Sie fühlt sich mit diesen Tassen also nicht getroffen, aber das ist ja nun wirklich ihr Problem :D

Hier könnt ihr euch durch die Städtedesigns durchklicken (unsere Favoriten: New York und Nürnberg!), es gibt Städte, die es deutlich besser, aber welche auch, die es unserer Ansicht nach schlechter getroffen haben, als wir mit unserem Löwen. Ein Wolpertinger wäre ein echter Insider für alle Bayern gewesen, aber zumindest aus offizieller Sicht war der Löwe sicherlich die bessere Wahl. Die Tassen haben keine Henkel sind und sind deshalb eher Keramikbecher, wir finden das aber eigentlich ganz schick. Laut Verpackung passen 250ml hinein und sie sollen spülmaschinenfest sein – das wird unser automatischer Langzeittest ergeben. Zu haben sind sie bei Vapiano für 8,50€

Mit dabei im Paket waren außerdem ein sehr netter Brief vom Vapiano-Team, ein paar Luftschlangen zum Geburtstag und noch zwei Mal Schokolade am Stiel für heiße Schokolade. Tina hat beim Anblick der Stiele zunächst entsetzt Cake Pops befürchtet und dann erleichtert aufgeatmet. In diesem Sinne, unser Fazit: wer noch keine Ahnung hat, was er sammeln soll und noch viele Tassen braucht, der könnte seine Freude an den Home Cups haben – allerdings ist Vapiano bisher nicht so verbreitet wie Starbucks, sodass dieser Plan nicht für jedes Reiseziel aufgehen dürfte. Wir hätten uns statt der Tassen lieber etwas mit Bezug zum “Kerngeschäft”, also Pizza oder Pasta, gewünscht. Dennoch: alles Gute nachträglich zum Geburtstag!

Anmerkung: falls aus diesem Blogeintrag nicht genügend hervorgegangen: Vapiano hat uns die Home Cups kosten- und bedingungslos zukommen lassen.

Vorab: ich bin wirklich kein großer Teetrinker, meistens trinke ich Tee, wenn ich krank bin. Doch bei der Kälte, die vor ein paar Tagen hier Einzug gehalten hat (und nun vom erhofften goldenen Oktober wieder abgelöst wurde), musste unbedingt was Wärmendes ins Haus – und so kam ich auf diesen feinen Tee hier:

Michi hat mich bereits bei diversen Coffeeshop-Besuchen mit Chai Latte angefixt, da klang eine Mischung aus Chai-Gewürzen und Schokolade definitiv nicht verkehrt. Den Schoko Chai gibt es sowohl in Teebeuteln als auch lose, ich habe mich zunächst nur aufgrund des Preises für letztere Variante entschieden. Daheim habe ich dann gemerkt, dass die Beutel in der Anwendung vielleicht doch etwas praktischer gewesen wären. Der lose Tee wird nämlich in einem Topf 10 bis 15 Minuten gekocht und ist erst dann bereit, in meine lilane Lieblingstasse geschüttet zu werden. Doch beim Warten auf meinen Tee habe ich einen entscheidenden Vorteil dieser Methode entdeckt: das ganze Haus duftet herrlich würzig nach Kakao und den Gewürzen im Tee, unter Anderem Zimt, Kardamom und Nelken – hallo Vorweihnachtszeit!

Nach 10 Minuten heißt es Absieben und nach Geschmack süßen. Bei mir kommt außerdem ein kleiner Schuss Milch dazu, dann geht’s ans Probieren und ich bin hin und weg. Man schmeckt ganz klar echten Kakao, dazu noch die wunderbare Gewürzmischung und im Abgang kommt plötzlich eine leichte Schärfe hinzu. Eindeutig der schwarze Pfeffer, der hier auch noch erkannt werden will. Erst nach ein paar Schlucken bemerke ich etwas Erfrischendes, das wird dann wohl der Ingwer sein. Ihr seht, der Geschmack dieses Tees ist ziemlich schwer zu beschreiben. Auf jeden Fall ist einem nach nur wenigen Schlucken so richtig warm ums Herz. Ich empfehle ihn euch also als echten Seelentröster und Alternative zu heißer Schokolade oder Kaffee und für alle Fans von Schokolade in jeder erdenklichen Form.

In der Packung mit losem Tee sind 90 g enthalten, gezahlt habe ich dafür 3,99€ bei Rossmann. In der Dosierempfehlung werden 2 Teelöffel mit 2,6g beziffert, die reichen für einen Liter Wasser. In der Packung mit Beuteln wären 30 g Tee in 15 Beuteln für 2,99€ zu haben gewesen, jedoch handelt es sicher hier um eine leicht veränderte Zusammenstellung – insofern werde ich wohl beim nächsten Mal (ja, das wird es geben!) wieder den losen Tee nachkaufen und empfehle ihn euch hiermit offiziell mit der Höchstpunktzahl:

 

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Vapiano: Specials im März und April 2012

Neue Runde, neues Glück! Nachdem die letzte Specialrunde bei uns leider nicht so gut abgeschnitten hat, haben wir Nachschub in Form besserer Specials sehnsüchtig erwartet. Dennoch hat uns eine ordentliche Portion Skepsis ins Münchner Vapiano in den Fünf Höfen begleitet – zu oft waren wir einfach schon enttäuscht oder es wurden Zutaten vergessen. Dieses Mal ging jedoch alles glatt und das verdanken wir vor allem Vapianista (oder Vapianistin? Der Duden weiß da natürlich auch nicht weiter…) Miriam, der wir an dieser Stelle herzlich für die hervorragende Zubereitung aller drei Pasta-Specials danken wollen.

Das ist also das Gewinnerspecial der Vapiano Fan-Pasta Aktion: Pasta Salmone e Aneto. Nun, die Kombination aus Crème fraîche und Lachs kennen wir – das hatten wir schon bei Pasta Salmone del Sole im letzten Sommer (ein Rezept dafür gibt es übrigens hier). Da hat das gut funktioniert, vor allem auf Grund der frischen Komponente Zitronenmelisse. Leider können wir dem “Aneto”, also dem Dill nicht viel abgewinnen, aber das müssen wir auch nicht. Ein kleines Sträußchen liegt obenauf und kann herzlich gerne weggelassen werden. Da stellt sich nur die Frage: wo ist die kreative Leistung? Das Fan-Pasta Special finden wir kurzum leider uninspiriert.

Das Gericht ist sehr mild oder, wenn man es negativer sagt, fad – es bietet sich an, mit Pfeffer nachzuwürzen. Die Crème fraîche darf nicht recht zum Zug kommen, denn sie wird von der restlichen Sahnesauce überdeckt und die feine Säure verschwindet. Da bieten der nussige Rucola und die frischen Kirschtomaten eine willkommene Abwechslung. Nichtsdestotrotz funktioniert die sahnige Lachs-Pasta insgesamt natürlich gut. Nur finden wir 10,50 € für ein ein derart unaufgeregtes Gericht deutlich zuviel.

Pasta Salmone e Aneto, 10,50 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“Aromatischer Rucola, knackige Kirschtomaten und feinster Lachs
in einer cremigen Weißweinsauce, verfeinert mit Crème Fraîche und
Dill. Liebt unsere hausgemachten Conchiglie.”

Mein persönlicher Abräumer für die aktuelle Specialrunde: Pasta Prosciutto Tartufato. Hier findet sich eine absolut gelungene und spannende Kombination aus Blauschimmelkäse, Senf und Trüffelschinken in der Pastaschale, von der ich nicht erwartet hätte, dass sie dermaßen gut funktioniert. Für den intensiven Geruch ist hauptsächlich der Senf verantwortlich, der sich aber geschmacklich vornehm anpasst: mit einer leichten Schärfe macht er aus den restlichen Zutaten genau das, was ein perfektes Pasta-Gericht haben muss. Auf der Zunge gibt unterdessen der Blauschimmelkäse den Ton an, aber auch er tut das nicht aufdringlich. Dann sind da noch die Trüffelschinkenwürfel – ich kann zwar nicht behaupten, dass ich sie als Trüffelschinken erkannt hätte, aber aromatisch sind sie allemal. Die Penne passen gut zu diesem Gericht und der Baby-Blattspinat rundet das Bild auch optisch sehr schön ab. Für dieses Special gibt es von mir eine klare Genussempfehlung: eat it. love it.

Pasta Prosciutto Tartufato, 9,00 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“Unsere frische Pasta an einer sahnigen Sauce mit feinem, sehr cremigem französischem Blauschimmelkäse, einem Hauch
Knoblauch, Senf, frischem Babyspinat und gebratenem
Trüffelschinken. Liebt unsere hausgemachten Penne.”

Ich bin ja nicht so der Fleischfan. Insofern leide ich schon mit den Vegetariern mit, wenn es für sie bei den Specials nur die Möglichkeit gibt, ein fleischhaltiges Special ohne Fleisch zu bestellen. Mit Pasta al Ragù Vegetariano hat Vapiano dafür endlich mal wieder ein rein vegetarisches Gericht konzipiert. Auch wenn man es bei dem ersten Bissen kaum glauben möchte – nein, da scheint tatsächlich kein Fleisch drin zu sein. Die dunkelbraune, stückige Sauce erinnert optisch sehr an eine Bolognese, geschmacklich ist sie sehr herzhaft, aber gleichzeitig irgendwie undefinierbar. Ich glaube, so stelle ich mir ab sofort die Geschmacksrichtung Umami vor. Laut Beschreibung müsste das Ragù ja vorrangig aus Pilzen bestehen, die schmecke ich allerdings nicht raus.

Dafür jedoch umso mehr die Kirschtomaten, die eine schöne Fruchtigkeit beisteuern, und die Zitronenmelisse, die gleich noch eine ordentliche Portion Frische dazugibt. Dadurch wird die Sauce erst richtig frühlingstauglich! Als Gemüseeinlage kommen außerdem noch Zucchini und Karotten hinzu. Die Mandeln passen als Finish hervorragend dazu und unterstreichen mit ihrer nussigen Note den Geschmack der Sauce. Nur auf die Spinat-Linguine habe ich verzichtet und mir stattdessen normale Campanelle bestellt. Hat hervorragend gepasst, jedoch würde die Sauce von der Konsistenz sicher auch gut an Linguine kleben bleiben. Ein wirklich leckeres Special, mit dem Vegetarier und Fleischfresser glücklich werden können.

//Nachtrag vom 18.3.: Ich habe das Gericht nochmal im Vapiano in Berlin Mitte gegessen und war mehr oder minder entsetzt: mein Vapianist hat anstelle der Zitronenmelisse leider Unmengen an Petersilie und etwas Basilikum ins Gericht gegeben. Petersilie mag ich ohnehin nicht, war aber auch für meine Mitesser deutlich zu dominant, und der Basilikum ist ziemlich untergegangen. Ich würde euch deshalb auf jeden Fall empfehlen, nach Zitronenmelisse zu fragen!

Pasta al Ragù Vegetariano, 7,00 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“Ein vegetarisches Ragout aus Zwiebeln, Champignons und Austernpilzen, Karotten und Kirschtomaten in einer leichten
Sauce mit Knoblauch und einem Hauch Chili, abgelöscht mit Marsala.
Dazu frische Kräuter und Mandeln. Mag besonders gerne unsere hausgemachten Spinat-Linguine.”

Mit einer Pizza bei Vapiano kann man eigentlich nichts falsch machen. Das gilt auch für das aktuelle Special Pizza Calabria. Eine leicht scharfe Pizza mit Ähnlichkeit zur Diavolo: Die weiche Salami Nduja ist nur in wenigen Klecksen auf die Pizza aufgebracht, was aber als Schärfegeber vollkommen ausreicht. Die grobe kalabresische Salami wirkt rustikal und gehaltvoll, geschmacklich ist sie ebenfalls leicht scharf. Der Caciocavallo ist mild – zu mild vielleicht, denn er hat große Ähnlichkeit mit Mozzarella und unterscheidet sich von diesem hauptsächlich durch die Textur. Insgesamt ist die Pizza Calabria ein interessantes Special mit unbekannten, aber spannenden Zutaten. Probieren!

Pizza Calabria, 8,00 €, gegessen im Vapiano München Bogenhausen

“Unsere Pizza aus dem Steinofen mit Caciocavallo, einem
herben süditalienischen Käse, Salame Calabria und N’Duja,
einer würzigen und weichen italienischen Salami.”

Im Vapiano in den Fünf Höfen sah die Mousse leider etwas blass aus, in Bogenhausen habe ich jedoch zugeschlagen: die Mousse au chocolat hatte dort die hellbraune, satte Farbe, die man sich für das Dessert so vorstellt. Sie war stichfest (wobei ich von der Mousse au chocolat noisette noch weiß, dass die Konsistenz je nach Besuch reichlich schwankte…), hatte viele kleine Luftlöcher und war trotzdem sehr cremig, von der Konsistenz in etwa mit aufgeschlagenem Mascarpone vergleichbar.

Der Geschmack erinnert an Zartbitterschokolade: nicht zu süß, sondern eher fein-herb. Nach der Enttäuschung über den Schokosirup auf dem Yogurt al Greco der letzten Runde kann ich dieses Schokoladendessert jedem Schokoholic nur wärmstens empfehlen. Die Mousse au chocolat könnte so von mir aus auch sehr gerne auf die Standardkarte wandern, lecker!

Mousse au chocolat, 3,75 €, gegessen im Vapiano München Bogenhausen

“Richtig schokoladig! Eine cremige hausgemachte Mousse au Chocolat.”

Bei We Love Pasta sind wir nicht nur echte Pastafreaks, sondern auch wahre Dessertfans: eine gute Nachspeise ist zwar nicht überlebensnotwendig, aber durchaus in der Lage, ein leckeres Essen perfekt abzuschließen und uns ein zufriedenes Lächeln auf das Gesicht zu zaubern.

Wie man aber schon in unserem Test von Coppenrath & Wieses Kleiner Augenblick lesen konnte, sind wir nicht so leicht zu begeistern, wenn es um fertige Desserts geht. Wenn sich jemand professionell mit Nachspeisen auseinandersetzt, dann dürfen die ruhig auch gut sein. ;) Wenn nun aber ein Produkt nicht nur ausgezeichnet schmeckt, sondern auch noch  schick designt ist, dann schlägt unser Herz höher. Und genau das ist der Fall bei Gü London.
Michi hat für euch die Desserts „Wunderbar zitronige Cheesecakes im Glas“ und „Schoko & Vanille Cheesecakes im Glas“ getestet. Tina hat sich schon vor längerer Zeit die „Schokoladensoufflés im Glas“ näher angeschaut. Die haben sich zwar eher als warmer Schokoladenkuchen im Glas entpuppt – mit flüssigem Kern und festgebackenem Rand an der Glasinnenseite – haben jedoch wirklich gut geschmeckt. Leider waren sie sehr süß und vor allem sehr mächtig. Insofern sind die Schokoladensoufflés nicht direkt als Dessert nach einem üppigen Mahl zu empfehlen. Dafür aber als  kleine Leckerei für den Schokoheißhunger zwischendurch.

Fangen wir mit den Zitronen-Cheesecakes an: hier finden sich drei Schichten in dem runden, gut 4 Zentimeter hohen Glas. Den Boden bildet eine Basis aus Keksbröseln, darauf liegt eine Zitronencreme und den Abschluss bildet ein cremig-weicher Käsekuchen und ein paar Streusel. Insgesamt ist das Dessert sehr feucht und es lässt sich entsprechend leicht aus dem Glas schaufeln. Der Boden macht dabei keine Ausnahme, aber gerade da wäre es schön, wenn er etwas trockener wäre. Nichtsdestotrotz schmeckt er deutlich nach Gebäck. Sonst überwiegt der zitronige Geschmack, der von geriebener Zitronenschale gestützt wird: die kann man auch auf der Zunge schmecken und ich finde sie zumindest nicht störend.

Die Streusel obenauf sehen schick aus, sind aber leider nicht trocken.

Der Zitronen-Cheesecake ist recht feucht.

Was ich mir für dieses Dessert wünschen würde, wäre eine etwas trockenere Konsistenz – so wie man sich eben Käsekuchen vorstellt. Durch die relativ feuchte Zitronencreme wird die Nachspeise für meinen Geschmack insgesamt zu feucht. Geschmacklich ist sie jedoch sehr fein zitronig und somit verdient es mein Fazit:

Weiter gehts mit den Schoko & Vanille Cheesecakes. Auch hier finden sich die drei Schichten, beginnend mit der Keksbasis am Boden des Glases. Darauf kommt nun der Käsekuchen, der mit feinem Vanillegeschmack überzeugen möchte. Den Schluss bildet eine feste Schokoladencreme mit 53% Kakaoanteil, die eine glatte und geschlossene Oberfläche hat.


Anders als das Zitronendessert ist dieses hier auch insgesamt fester und sogar stichfest. Auch der Boder ist trockener und erinnert mehr an den mürben Teigboden eines Käsekuchens. Die Schoko-Sahnecreme mit belgischer Schokolade hat einen süßen, aber auch leicht herben Geschmack und erinnert an eine feste, kompakte Mousse au chocolat, wobei die Festigkeit natürlich vom Kühlungszustand abhängt. Bei diesem kräftigen Geschmack kann die Vanille natürlich nicht so wirklich für sich zum Vorschein kommen, aber das macht nichts: der Gesamteindruck von Käsekuchen und Schokocreme ist sehr rund und macht das Dessert zu einer sehr gelungenen Kreation. Von mir gibts eine klare Genussempfehlung und das Fazit:

Was beide Dessertkreationen gemeinsam haben, ist die Menge und die Verpackungseinheit: in einer Packung finden sich zwei Gläser à 90 Gramm Dessert. Der Nährwert pro Portion liegt bei ca. 320 kcal, was man durchaus als gehaltvoll bezeichnen kann. Vom Preis der Gü Puds kann ich nur sagen: ich bin positiv überrascht. Im Großmarkt habe ich ca. 2,56 € gezahlt, also für eine Dessertportion ungefähr 1,30 €. Ich hatte mit mehr gerechnet und kann mir vorstellen, dass es die Nachspeise im Einzelhandel für um die 3 Euro zu kaufen gibt. Und für dieses Geld bekommt man seine Desserts in echten Glasschälchen (im Gegensatz zu anderen Produkten ;) ), die man entweder recyceln kann oder zum Servieren von Erdnüssen und sonstigen Knabbereien verwenden kann. Nur erhitzen oder stark abkühlen soll man sie laut Herstellerangaben nicht.

Der für Deutsche so verführerische Umlaut im Namen wird übrigens nicht ausgesprochen: in Großbritannien heißt das Dessert ganz schlicht [gu:]. Und zu guter Letzt bleibt mir eigentlich nur die vehemente Forderung nach der Markteinführung weiterer Gü Produkte: Kreationen wie Chocolate Tiramigü oder Mango and Lime Mousse stünden bei mir ganz oben auf der Einkaufsliste!

Gü ist ein Markenzeichen der Gü Noble Desserts Holdings Ltd. in London. Jedwede Markenrechte verbleiben bei deren Inhaber und werden auf dieser Seite nur mit dem Zweck der Beschreibung der Produkte verwendet. Ihre Verwendung auf dieser Seite impliziert keinerlei Verbindung zwischen We Love Pasta und dem benannten Inhaber von Markenrechten.

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Vapiano: Specials im Januar und Februar 2012

Der Winter hat sich lange Zeit gelassen, jetzt kann man ihn nicht mehr wirklich ignorieren. Also werfen wir einen freudigen Blick auf die neue Specialkarte und fragen uns: passen die Gerichte zur Jahreszeit? Sind die Aromen “klassisch” mit dem Winter verbunden? Und wenn nicht: müssen wir uns damit anfreunden, herbstliche Aromen, die die Österreicher in Form dieser Specials bereits im November und Dezember bekommen haben, erst im Winter zu bekommen?

Was uns als Münchner besonders interessiert, ist der preisliche Unterschied zu Österreich. Wir bräuchten nur geschätzte zwei Stunden nach Österreich… Also informieren wir uns gerne vorher über die Preise der letzten zwei Monate im Nachbarland, nur um uns dann zu ärgern, dass in München grundsätzlich 50 Cent mehr verlangt werden, weshalb wir schon mehrfach bei Pasta-Gerichten die 10-Euro-Marke geknackt haben. Welche Erfahrungen habt ihr mit Preisunterschieden bei Vapiano gemacht? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Auf ein Gericht mit Auberginen habe ich schon lange gewartet: ich liebe die dunkel glänzenden Früchte und weiß ihnen auch sehr feine Aromen zu entlocken. Nun stellt jedoch Pasta Melanzane leider nicht die leckeren Auberginen in den Mittelpunkt des Geschmackseindrucks, denn eigentlich handelt es sich um Pasta Pomodoro e Mozzarella mit ein paar zu großen Auberginenstücken. Pecorino oben drauf (leider erst auf Nachfrage und nach Ablehnung von Parmesan?!) macht diese Kombination zwar interessanter, aber der Namensgeber der Pasta hat zu wenig zu melden. Das liegt zum einen an der Größe der Stücke, zum anderen daran, dass sie nicht frisch mit Zwiebel und Knoblauch angebraten werden, sondern wässrig vollgesogen, aber eben nicht weich, in den Wok kommen. Wenn man Auberginen in Salzwasser gibt, um die Bitterstoffe zu entziehen, heißt das nicht, dass man die Früchte gleich weiterverwenden kann…
Pasta Pomodoro e Mozzarella ist schon ein feines Gericht, aber wenn man daraus Pasta Melanzane machen möchte, muss noch mehr passieren: kleine Stücke mit anbraten, Röstaromen herauskitzeln und dann schmiegt sich das Ganze auch besser an die Spaghetti.

Pasta Melanzane, 8,00 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“Unsere hausgemachte Tomatensauce mit weißen Zwiebeln und Knoblauch trifft auf frische Auberginen 
und Mozzarella.
Abgerundet mit würzigem Pecorino-Käse. Passt besonders gut zu unseren hausgemachten Spaghetti.”

Nach dem Kreislaufdesaster beim letzten Zusammentreffen mit frischem Knoblauch war für mich schnell klar, dass der bei mir überhaupt nicht mehr in den Pasta-Wok kommt. Insofern bewerte ich Pasta Cognac ohne Knoblauch – allerdings denke ich nicht, dass dieser überhaupt groß etwas hätte verbessern können. Richtig deftig geht es nämlich zu, Speck, zweierlei Zwiebeln und Erbsen sind am Start und dominieren das Gericht vollkommen. Dabei geht leider die “zarte” Hühnerbrust unter und noch viel schlimmer: auch die Sauce! Vom Cognac schmecke ich rein gar nichts und auch die Tomaten scheinen nur zur Farbgebung dabeigewesen zu sein. Noch dazu hat mein Vapianist sich gedacht, mir eine komplett salzfreie Version von Pasta Cognac zu kredenzen. Absicht? Vielleicht, denn natürlich haben die Speckwürfel ordentlich Power und Salz. Dennoch reicht die Kombination Speck-Erbse-Zwiebel allein nicht, um einen ausgewogenen Geschmack hinzubekommen. Auch mit der Pastaempfehlung, den Fusilli, bin ich leider baden gegangen: viele Erbsen bleiben daran so gar nicht haften und bleiben am Schluss mit ein paar Speckwürfeln unten im Teller zurück.

Dafür, dass ich von der wohl teuren Zutat, dem Cognac, nichts geschmeckt habe und auch das Huhn im Vergleich zu den Speckwürfeln vollkommen untergeht, halte ich auch das Preis-Leistungsverhältnis für nicht gelungen. Immerhin befinden wir uns hier in der Preiskategorie D, in der sich sonst Scampis, Flusskrebse, Rinderfiletstreifen und vor allem Curry All’Anatra tummeln.

Pasta Cognac, 9,00 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“Aromatische Speckwürfel, weiße Zwiebeln, frischer Knoblauch und Frühlingszwiebeln treffen auf unsere hausgemachte Tomatensauce,
die mit Cognac und Sahne verfeinert wird. Hinzu kommen zarte Hähnchenbrust und Erbsen. Passt perfekt zu unseren frischen Fusilli.”

Pasta al cacciatore ist das Gericht, bei dem alle Leute, die ich kenne, sich an den Kopf fassen und deutlich ablehnen, dass sie das essen würden. Ich bin da anders: ich lasse mich gerne auf Neues ein und außerdem möchtest du, geneigte/r Leser/in, sicher wissen, was hinter der Kaninchen-Pasta steckt. ;)
Da ist zunächst mal der herbe Geschmackseindruck von Kapern, jeder Menge Kapern. Die muss man mögen und auch zu meinen Favoriten zählen sie nicht, weshalb ich auf eine eher geringe Menge gehofft hatte. Weit gefehlt: selbst am Ende, nachdem ich einen guten Teil zur Seite geschoben hatte, verblieb ein gehäufter Esslöffel (!) davon in meiner Schale. Kaninchen mit Pasta ist interessant und das Tier würde sich sicher freuen, wenn man es mit dem Weißwein und anderen erlesenen Zutaten kombinierte. Aber die heftige Mischung mit solch aromatischen und mediterranen Schwergewichten wie Artischocken, Oliven und eben jenen Kapern lässt da wenig Raum. Da freut man sich direkt, dass es auch noch Möhrenjulienne und Kirschtomaten dazu gibt, die das alles etwas abfedern. Zumindest passen die empfohlenen Fusilli gut zu der auch sonst recht stückigen Mischung. Was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, halte ich den alten österreichischen Preis von 8,50 € für deutlich passender.
Insgesamt bleibt das Gericht also hinter meinen Erwartungen zurück: Die Kombination aus Kaninchen (Wild!) und mediterranen Geschmacksgebern ist leider unausgewogen und die Verwendung von so vielen Kapern lässt mich doch am Sinn für aromatisch geplante Gerichte zweifeln. Mein Sinn verrät mir: ein Teelöffel gehackte Kapern wäre völlig ausreichend!

Pasta al cacciatore, 10,00 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“Kaninchenrückenfilet, Zwiebelwürfel und frischer Knoblauch mit Karotten, Artischocken, Oliven und Kapern in einer leichten Weißwein-Sauce. Hinzu kommen frische Kirschtomaten und Petersilie.
Liebt unsere handgemachten Fusilli.”

Das ist also das einzige Special, das uns die Österreicher nicht voraus hatten: Pizza Brie e pere. Eine klassische Kombination aus Birne und Käse, dazu knuspriger Bacon und Grana Padano. Der erste optische Eindruck ist so ganz anders als meine Vorstellung: ich hatte damit gerechnet, dass die „frischen Birnen“ auch frisch auf die Pizza kommen. Im Gegenteil:  sie werden mitgebacken und erinnern dadurch ein wenig an Kartoffelstücke. A propos: sowohl die Birnen, der Speck als auch der Brie kommen in relativ großen Stücken auf die Pizza, was es schwer macht, alles zusammen auf eine Gabel zu bekommen. Da wäre es unter Umständen besser, andere Formen zu wählen, sodass man sich die Zutaten nicht auf der Pizza zusammen sammeln muss. Ich könnte mir zum Beispiel die Birne auch sehr gut roh und in dünnen Scheiben vorstellen. Insgesamt beherrscht ein starker Kontrast das Geschmackserlebnis: auf der einen Seite sind die trockenen und sehr intensiven Geschmäcker von Parmesan und Bacon auf einer knusprigen Pizzabasis – auf der anderen Seite die feucht-weichen und eher milden Geschmäcker von Birne und Brie. Damit das Ganze im Mund funktioniert und ein rundes Geschmackserlebnis bringt, darf aber meiner Meinung nach die Pizza nicht zu trocken sein – ich habe mir mit etwas nachträglichem Olivenöl geholfen. Mein spontaner Einfall: ich mache daraus eine Calzone mit einer Art Birnen-Chutney. :)
Mein Fazit: eine gute Pizza, die wirklich lecker ist, wenn sie nicht allzu lange im Ofen bleibt.

Pizza Brie e Pere, 9,00 €, gegessen im Vapiano München Bogenhausen

“Unsere typische Pizza aus dem Steinofen mit unserer hausgemachten Tomatensauce, cremigem Brie, frischen Birnen, Speck, Grana Padano und würzigem Basilikum.”

Da schlug mein halbgriechisches Herz gleich höher: griechischer Joghurt in der klassischen Kombination mit Honig, als Nussersatz knusprige Amarettini und dazu etwas Schokoladensauce. Als ich in der Vitrine das Glas sah, war ich gleich noch glücklicher: endlich wieder eine kleinere Dessertportion wie einst die Mousse au chocolat noisette. Lediglich etwas höher, ansonsten so groß wie die kleinen Trinkgläser im Restaurant. Unten die weiße Masse, durchzogen von einem hauchdünnen Streifen zerbröselter Amarettini, dann wieder Joghurtmasse und obendrauf ganze zwei Finger breit Schokoladensauce. Das sieht nicht nur nach viel aus, das schmeckte leider auch nach viel. Genauer gesagt handelte es sich eher um einen sehr süßen Schokoladensirup, meiner Einschätzung nach aus Kakaopulver, Zucker und Wasser gekocht. Bei jedem Löffelstich ins Glas ronn die Sauce nach unten und breitete sich wie ein Erdölteppich über die eigentlich leckere Joghurtmasse aus. Dass es sich dabei jedoch um echt griechischen Sahnejoghurt mit 10 Prozent Fett handeln soll, bezweifle ich nach wie vor. Dafür war die Masse nicht stichfest genug und auch der typisch cremige Geschmack hat gefehlt. Leider hat sich der Amarettinistreifen als sehr karg herausgestellt und noch dazu war der Honig nur an den Keksbröseln zu finden – der Rest der Masse war eine honigfreie Zone. Insgesamt wurde das Dessert zu sehr vom Schokoladensirup dominiert, der leider die tolle Idee sehr verdorben hat. Auch die Physalis hat’s da nicht mehr retten können: die war nämlich so sauer, dass Michi und ich erst einmal ordentlich das Gesicht verziehen mussten.

Yoghurt al greco, 2,75€, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“Griechischer Joghurt mit Sahne, Honig und Vanille verfeinert trifft auf Amarettini und auf unsere hausgemachte Schokoladensauce.
Obendrauf gibt’s eine fruchtige Physalis.”

Pasta al cacciatore ist das Gericht, bei dem alle Leute, die ich kenne, sich an den Kopf fassen und deutlich ablehnen, dass sie das essen würden. Ich bin da anders: ich lasse mich gerne auf Neues ein und außerdem möchtest du, geneigte/r Leser/in, sicher wissen, was hinter der Kaninchen-Pasta steckt. ;)
Da ist zunächst mal der Geschmackseindruck von Kapern, jeder Menge Kapern. Die muss man mögen und auch zu meinen Favoriten zählen sie nicht, weshalb ich auf eine eher geringe Menge gehofft hatte. Weit gefehlt: selbst am Ende, nachdem ich einen guten Teil zur Seite geschoben hatte, verblieb ein gehäufter Esslöffel davon in meinem Teller. Kaninchen mit Pasta ist interessant und das Tier würde sich sicher freuen, wenn man es mit dem Weißwein und anderen erlesenen Zutaten kombinierte. Aber die heftige Mischung mit solch aromatischen Schwergewichten wie Artischocken, Oliven und eben jenen Kapern lässt da wenig Raum. Da freut man sich direkt, dass es auch noch Möhrenjulienne und Kirschtomaten dazu gibt, die das alles etwas abfedern. Zumindest passen die empfohlenen Fusilli gut zu der auch sonst recht stückigen Mischung.
Insgesamt bleibt das Gericht hinter meinen Erwartungen zurück: Die Kombination aus Kaninchen (Wild!) und mediterranen Geschmacksgebern ist leider unausgewogen und die Verwendung von so vielen Kapern lässt mich doch am Sinn für aromatisch geplante Gerichte zweifeln. Mein Sinn verrät mir: ein Teelöffel gehackte Kapern wäre völlig ausreichend!

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Vapiano: Specials im November und Dezember

Zugegeben: wir waren schon ein bisschen enttäuscht als wir gesehen haben, dass die aktuellen Specials gar nicht so aktuell sind: unsere österreichischen Nachbarn hatten sie immerhin schon im September und Oktober. Nichtsdestotrotz freuen wir uns auf spannende Kreationen und vielleicht können wir mit dem Blick auf die österreichische Karte sogar einen Blick in die Zukunft werfen? ;)

Oh, da ist mal wieder ein Gericht, das wir uns so gar nicht vorstellen können: weiße Bohnen, Lauch, Sellerie? Alles keine Zutaten, die wir unbedingt mit Pasta zusammenbringen. Kurzum: wir trauen uns nicht dran, aber vielleicht hat es ja von euch schon jemand probiert und mag uns in einem Kommentar etwas dazu schreiben? Wir würden uns freuen!

Pasta Faggioli, 6,25 €

“Weiße Bohnen, Karotten und Lauch in einer leichten Weißweinsauce
mit Selleriekraut. Dekoriert mit Rosmarin und Lauchzwiebeln. Mag besonders gern unsere hausgemachten Penne.”

Schokolade mit Pesto und Knoblauch an Nudeln – na „lecker“, dachte ich mir und habe mir wagemutig „Pesto e Cioccolata“ bestellt. Gleich zu Beginn quiekte ich entsetzt auf: mein Vapianist hat da nicht gerade ernsthaft eine gestückelte Knoblauchzehe in den Wok geschmissen? Oh.mein.Gott. Ich forderte ihn entsetzt dazu auf, doch bitte gleich wieder etwas davon herauszuholen. Der Rest brutzelte munter mit Kochschinkenwürfeln im Wok vor sich hin, wurde schließlich mit grünem Pesto verrührt und mit Sahne aufgegossen. Dazu die obligatorischen halbgetrockneten Tomaten und als Abschluss Schokochips in der Größe von 5-Cent-Stücken. Na „lecker“, dachte ich mir da gleich nochmal.

Doch siehe da: ich wurde überrascht. Am Anfang erwischt man hier und da noch eine ordentliche herbe Portion Schokolade, die erstaunlicherweise unheimlich gut zum Pesto passt. Gegen Ende jedoch schmeckt man sie leider kaum noch heraus, weil sie komplett schmilzt und so in der Sauce untergeht. Ebenso der Kochschinken, von dem man faktisch kaum etwas schmeckt. Vom Knoblauch dagegen  war leider immer noch mehr als genug drin, so dass ich alle paar Bissen entsetzt zusammenzuckte, weil ich schon wieder direkt auf einem der Stücke herumkaute. Zwei Stunden später bekam ich die Quittung dafür: mein Kreislauf machte schlapp und ich lag den Rest des Abends im Knoblauchdelirium auf der Couch.

Insgesamt aber ein ganz gelungenes Special, das ich aber nicht unbedingt noch einmal essen muss. Der Kochschinken ist in meinen Augen vollkommen überflüssig, stattdessen hätte ich eher noch Lust auf ein paar Pinienkerne als knusprige Komponente gehabt. So blieb doch alles ein eher weiches Einheitsgericht.

Update vom 22.11.2011: Ich finde die Idee grundsätzlich sehr spannend und hab auch unbedingt probieren müssen. Als die Pasta schließlich auf meinem Teller war, hab ich mich angeschickt, sie mit Pfeffer und ein paar Spritzern Balsamico aufzupeppen – die feine Säure gibt einen schönen Kontrast zum breiten, vollen Geschmack der Schokolade.

Pasta Pesto e Cioccolata, 8,25 €, gegessen im Vapiano München Bogenhausen

“Halbgetrocknete Tomaten, frischer Knoblauch und gewürfelter Kochschinken treffen auf eine cremige Pesto-Sahnesauce – überraschend vollendet mit dunklen Schokoladenchips.
Passt besonders gut zu unseren hausgemachten Conchiglie.”

Das klingt doch mal wieder nach einer interessanten Kombination: Lachs, Mango, Thai-Curry. Wie für mich gemacht: ich liebe Thai-Currys und in Kombination mit Pasta ist das – zumindest gedanklich – ein absoluter Traum. Aber: in Bezug auf Thai-Currys kann man mir einfach nicht viel erzählen und muss nötigenfalls mit meiner Kritik rechnen.

Da ist zunächst mal der marinierte Lachs – was ist überhaupt marinierter Lachs? Für mich schmeckt er wie Räucherlachs: klassisch bodenständig, ölig und kräftig im Geschmack. Ein guter Partner für Pasta eben. Der gibt also auch hier aromatisch den Ton an, so sehr leider, dass die anderen Zutaten untergehen: die weiche und süße Mango kommt nur dann zum Vorschein, wenn man sie bewusst herauspickt und… Moment, habe ich gerade geschrieben “andere Zutaten”? Welche anderen Zutaten? Da ist ja nicht mehr viel. Vom versprochenen Ingwer schmecke ich nichts: wenn er in der Sauce untergebracht ist, ist er zu schwach, ansonsten wurde er vielleicht vergessen.  :( Die Limette liegt in Form einer halben Scheibe oben auf und kann so eigentlich nichts beitragen (schon mal versucht, eine Limettenscheibe auszupressen?), Lauchzwiebeln und schwarzer Sesam haben einen netten optischen Wert, aber das war es dann schon. Was bleibt also?

Ein scharfes Pasta-Gericht, das deutlich nach Lachs schmeckt, aber ich könnte jetzt nicht behaupten, dass die Schärfe eindeutig vom Curry kommt. Das hätten auch einfach Chili-Schoten sein können. Wo ist der feine Kokosgeschmack, der das Thai-Curry so unverwechselbar macht? Während des Essens überlege ich noch, was fehlt, um dem Gericht den richtigen Kick zu verleihen und dann fällt es mir erst auf: an sich ist der Plan super, aber die Zutaten müssen im richtigen Verhältnis zueinander stehen! Stellt euch das mal auf der Zunge vor: ein kräftiger Lachs, der von Limettensaft perfekt ausgeglichen wird + ein scharfes Curry, das mit süßer Mango einen interessanten Gegenspieler bekommt. Was will man mehr?

Mein Vorschlag: probiert es aus, es ist interessant, aber seid nicht enttäuscht, wenn euch das Gefühl, dass etwas fehlt, nicht mehr loslässt.

Pasta Thaitaly, 10,00 €, gegessen im Vapiano München Bogenhausen

“Eine exotische Kreation mit mariniertem Lachs, frischer Mango und Lauchzwiebeln in einer roten Thai-Currysauce mit frischem Ingwer. Schwarzer Sesam und Limette vollenden das Gericht.
Liebt unsere frischen Linguine.”

Zu dieser einfachen Pizza, die schon durch ihren vergleichsweise geringen Preis positiv auffällt, gibt es nicht allzu viel zu sagen. Der Vergleich mit dem Flammkuchen ist durchaus treffend – lediglich der hefige Teig erinnert beim Essen daran, dass es tatsächlich eine Pizza ist. Reichlich Speck und rote Paprikawürfel geben eine harmonische Mischung ab und schmecken gut mit der weißen Sauce – das einzige was einfach gar nicht geht, ist der Busch glatte Petersilie oben auf: für Michi ist Petersilie kein Gewürz und er lehnt sie strikt ab. ;) So oder so: die Menge würde reichen, um zehn Teller mit dem altmodischen grünen Farbtupfer zu versehen – zu viel!

Insgesamt eine gute Pizza zu einem guten Preis – und eine schöne Abwechslung auf der Karte.

Pizza Arlecchino, 7,25 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe & Bogenhausen

“Unsere Pizza „à la Flammkuchen“ belegt. Mit Salsa Bianca, Speckwürfeln, roter Paprika und Grana Padano.”

Kuchen im Glas: das ist mal was anderes. Aber leider scheint es schwer zu sein, den Kuchen auf den Punkt zu backen – saftig war meiner zumindest nicht, am Rand schon etwas zu trocken. Dennoch: die Konsistenz ist fein, der Geschmack deutlich schokoladig und nussig. Wer auf Erdnussbutter steht, wird dieses kleine Küchlein gerne essen. Das einzige was zu fehlen scheint, sowohl geschmacklich als auch optisch: die Bananen. Sogar Tina, die Bananen hasst wie die Pest (!), hat sich getraut zu probieren und kommt zu dem Schluss: es muss so wenig Banane drin sein, dass sogar sie es isst. Und das will was heißen. ;)

Tortina Americana, 3,50€, gegessen im Vapiano München Bogenhausen

“Ein saftiges Schokoladentörtchen mit Erdnussbutter, Macadamia-Nüssen und Bananen – im Glas gebacken.”

Neue Runde, neues Glück – bis Halloween am 31. Oktober sollen uns diese Specials das Herz im Herbst aufgehen lassen. Mit Herbst verbinden wir warme, fruchtige und würzige Aromen wie Kürbis und Zwetschgen, saftiges Rind und Rotwein. Zugegebenermaßen keine billigen Komponenten. Das hat sich bei der Zusammenstellung der Mitarbeiterspecials offenbar auch Vapiano gedacht. Ein Pastagericht und eine Pizza für je zehn Euro – ein neuer Preisrekord, der uns erst einmal schlucken ließ. Wie gut, dass Pizza und Pasta den Schock gleich beseitigen konnten und, was sollen wir sagen: wir präsentieren euch hier die Kritiken für die, unserer Ansicht nach, bisher beste Vapiano-Special-Runde aller Zeiten!

Bei den rekordverdächtigen Preisen für die aktuellen Specials fällt Pasta Pesto Rosso direkt aus dem Rahmen: ein absolut einfaches Gericht, das man genauso gut auf der Standardkarte finden könnte (und sollte!). Überwältigt von der Masse der verlockenden anderen Specials, haben wir es gar nicht gegessen, aber immerhin probiert! Geschmacklich besticht es durch typische Tomatenaromen, die aber voller und erdiger wirken, als eine einfache Tomatensauce. Klar, dass auch hier Pinienkerne nicht fehlen dürfen – die gehören einfach zu jedem guten Pesto dazu. Spannend ist besonders die Verwendung von Ricotta als Reibekäse, der weniger kräftig auftritt als Parmesan und den anderen Aromen mehr Raum lässt.

Pasta Pesto Rosso, 6,50 €, 9,00 € für die Variante mit Hähnchen, probiert im Vapiano München Fünf Höfe

“PASTA PESTO ROSSO
VON MIRTE KAAN, AMSTERDAM
MICH GIBT’S AUCH MIT HÄHNCHEN
Unsere Pasta trifft auf unser hausgemachtes rotes Pesto,
geröstete Pinienkerne, halbgetrocknete Tomaten und frisch
geriebenen Ricotta. Passt besonders gut zu unseren
frischen Conchiglie.”

Ich habe endlich meinen heiligen Gral der Vapiano-Specials gefunden: Pasta Autunno Colorato ist das perfekte Herbstgericht und überhaupt eines der besten Gerichte, das ich je bei Vapiano gegessen habe. Schwere Aromen wie Rindfleisch, Rotwein und die Backpflaumen werden hier auf ganz leichte Art und Weise zusammengebracht. Der Rucola bringt eine frische, knackige Note rein und auch die Rotweinsauce schmiegt sich, ganz ohne Sahne, an die Nudeln. Ich habe mich an die Nudelempfehlung des Hauses, Fusilli, gehalten. An ihnen hält die Sauce wohl besonders gut.

Leider wurde bei meinem Gericht etwas vergessen: der Balsamico fehlte und vom Zimt habe ich eigentlich nichts geschmeckt. Dennoch war das Gericht auch so köstlich. Ich kann mir diese beiden Komponenten als Ergänzung gut vorstellen – für wirklich notwendig halte ich sie aber nicht. Tatsächlich geben die Backpflaumen dem Gericht den letzten Kick. Leider stößt man hier auf ein altbekanntes Problem. Mal wieder sind die Stücke viel zu groß, es sind nämlich ganze Backpflaumen. Auf dem Teller habe ich sie in feine Streifen geschnitten, die ich immer wieder mit den Nudeln gemeinsam auf die Gabel bringen konnte.

Insgesamt ist diese Kombination einfach nur wunderbar gelungen, die Aromen sind sehr ausgewogen und lecker. Auf Chili und Knoblauch habe ich verzichtet. Ein Freund, der beides im Gericht hatte, war darüber auch nicht wirklich glücklich. Der Parmesan auf den Nudeln hat weder gestört, noch hat er wirklich etwas gebracht. Insgesamt ein Gericht, das den stolzesten Preis überhaupt absolut wert ist – deshalb erstmals eine absolute Probierempfehlung für ein Hauptgericht von meiner Seite!

Pasta Autunno Colorato, 10 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“PASTA AUTUNNO COLORATO
VON JILL ZERVAS, DUISBURG
Feines Rinderfilet und Backpflaumen mit Zwiebeln in einer
leichten Rotweinsauce mit Zimt, abgerundet mit Balsamico.
Passt besonders gut zu unseren hausgemachten Fusilli.”

An dieser Stelle kann ich von einem Special berichten, das vielversprechender nicht klingen kann: sage und schreibe zehn Zutaten und die Sauce treffen bei Peperoncini Piccante auf die Pasta. Leider fehlte bei meinem ersten Besuch die Hälfte dieser Zutaten, sodass ich das volle Potential des Gerichts nur erahnen konnte. Beim zweiten Anlauf hat es dafür perfekt gepasst. Besonders spannend ist hier die geschmackliche Note, die der Licor 43 mitbringt: der vanillig-süßliche Alkohol geht eine spannende Mischung mit Chili, Knoblauch und Safran ein. Die Tatsache, dass Vanille und Safran zwei sehr teure Gewürze sind, verleiht so dem Gericht schon gedanklich etwas sehr edles.
Also: das Gericht ist eine runde Sache. Frische Pilze und Paprika sowie Flusskrebse liefern die Basis und bieten jeweils unterschiedliche Texturen; Rucola und Mandeln sehen nicht nur schön aus, sondern geben der Pasta auch noch eine knackige Komponente. Auf die halbgetrockneten Tomaten hätte ich zumindest gedanklich gut verzichten können, aber ich wurde eines besseren belehrt. Im Gegensatz zu getrockneten Tomaten passen die saftigeren Stücke viel besser in das Gericht und erfreuen den Gaumen mit einer feinen Süße. Auf jeden Fall kommt dieses Pasta-Special auf unsere Liste von Gerichten, die wir nachkochen wollen.

Hiermit geht ein Gruß nach Wien zu Torsten Avenarius mit Dank für diese spannende Kreation. Und ein Dank an Stephan von München Bogenhausen für die super Zubereitung!

Pasta Peperoncini Piccante, 8,50 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe und Bogenhausen

“PASTA PEPERONCINI PICCANTE
VON TORSTEN AVENARIUS, WIEN, THEOBALDGASSE
Erst braten wir Pilze und Paprika an, bevor halbgetrocknete
Tomaten, Flusskrebse, Chili und Knoblauch hinzukommen.
Eine cremige Sauce mit dem bekannten »Licor Cuarenta y Tres«
und Safran rundet das Gericht ab, bevor sich Mandeln und
Rucola hinzugesellen. Passt besonders gut zu unseren
hausgemachten Campanelle.”

Salatdressing auf einer Pizza? Das kann nur top oder ein absoluter Flop werden. Und bei Pizza Bresaola trifft, glücklicherweise, ersteres zu. Ich bekam eine üppigst belegte Pizza, auf der reichlich Schinken, Rucola und Honig-Senf-Dressing verteilt waren. Dazwischen ein paar Erdnüsse und halbierte Kirschtomaten. Meine bisherigen Erfahrungen mit Rinderschinken waren alle nicht so lecker, die Bresaola hat mich jedoch eines besseren belehrt: ein total feiner, würziger Geschmack, der eher etwas von hauchdünnem Fleisch als von Schweineschinken hat.

Absolut überzeugt hat mich aber das, zunächst skeptisch beäugte, Honig-Senf-Dressing auf der Pizza – denn das ist eigentlich der wahre Star auf dieser Pizza! Es passt perfekt zur Bresaola und natürlich zum Rucola. Dazu noch eine Tomate und eine Erdnuss auf die Gabel und man hat eine bombastische Mischung aus Rucolasalat, Pizzabrot und Rindfleisch im Mund. Die Aromen schmecken alle vertraut und wurden auf dieser Pizza in neuer Form zusammengebracht. Meiner Ansicht nach ist Pizza Bresaola die Vervollkommnung der klassischen Rucolapizza. Auch diese Pizza ist deshalb absolut ihr Geld wert!

Und wenn die Specialrunde um ist, werde ich mir zumindest Rucolapizza mit Honig-Senf-Dressing als Ersatz bestellen. Denn am Schluss noch das heruntergetropfte Dressing mit dem Pizzarand aufzustippen, das macht das Erlebnis erst perfekt.

Pizza Bresaola, 10 €, gegessen im Vapiano München Bogenhausen

“PIZZA BRESAOLA
VON WALID RACHID, HAMBURG, ROTHENBAUMCHAUSSEE
Aromatischer Rucola, Erdnüsse, Bresaola und Kirschtomaten
treffen auf eine heiße Pizza mit Tomatensauce und Mozzarella,
vollendet mit unserem hausgemachten Honig-Senf-Dressing.”

Mango Tango ist sozusagen mein Dessert. Im Gegensatz zu Tina liebe ich Mangos und da kommt diese Süßspeise gerade recht. Schon optisch macht sie sehr viel her: in den typischen Gläsern mit dem dicken Boden finden sich Schichten aus kräftig-gelbem Mangopüree und hellerer Mangomousse. Oben drauf sitzt ungefähr ein halber Esslöffel getrocknete Cranberries und ein paar Blättchen Minze. Der Geruch haut einen schon um: deutlich süß nach Mango und mit einer starken Ähnlichkeit von Mangosaft. Das Püree ist sehr fein, so fein so sogar, dass es fast flüssig ist und auch als dicker Mangonektar durchgehen könnte. Der der süße, leicht saure Geschmack erinnert deutlich an die Tropenfrucht. Die Mousse hingegen ist fluffig aber stichfest; hier sind die Aromen dezenter – die Verwendung von Vanille lässt sich erkennen. Die Cranberries sind ein netter Farbtupfer auf dem Püree und geben mit den Hauptbestandteilen dem Dessert eine unerwartet beerige Geschmacksnote. Die Minzblätter liegen oben auf und können so nicht zum Geschmack beitragen: beißt man bewusst ein zu großes Stückchen herunter, übertönt die Minze schnell alles und man lässt sie lieber liegen. Wäre die Minze fein dosiert mit im Püree enthalten, könnte sie dem Aroma einen interessanten Frische-Kick geben.
Kurzum: ein perfektes Dessert für den Sommer und damit im Herbst ein wenig spät – nichtsdestotrotz eine gern gesehene Abwechslung zu den stark auf Sahne beruhenden Standard-Dolci. Ein großes Lob an den Erfinder aus Warschau!

Mango Tango, 3,75 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“MANGO TANGO
VON SEBASTIAN SIWINSKI, VAPIANIST AUS WARSCHAU
Hausgemachtes Mangomousse und fruchtiges Mangopüree
mit Cranberries und frischer Minze.”

Coppenrath & Wiese machte bisher vor allem durch tiefgekühlte Torten (Kommentar Tina: die wirklich gut sind!) und tiefgekühlte Semmeln (Kommentar Tina: die nicht alle so gut sind…) auf sich aufmerksam. Jetzt gibt es unter dem Namen “Kleiner Augenblick” auch noch tiefgekühlte Desserts. Tinas Herz hüpfte da ganz hoch, packt sie doch nach jedem guten Abendessen der Desserthunger, ohne große Lust, sich selbst noch um eines zu kümmern. Nach einer wochenlangen Suche in diversen Supermärkten wurde sie schließlich bei real fündig und nahm eine Packung der Sorte “Kirsch-Trüffel” mit nach Hause, um sie bei einem Kaffee mit Michi zu testen.

Aus edler Bourbon-Vanille, feinster Schokolade und saftigen Kirschen haben wir ein Dessert wie ein Gedicht gezaubert: Mit fruchtiger Kirschmousse und aromatischer Bourbon-Vanille-Sahne kombiniert
mit Schokoladenmousse-Sahne und lockerem Schokobiskuit, dekoriert mit knackigen Schokolocken.

Diese “Kleinen Augenblicke” bringen großen Genuss! Schicht für
Schicht eine pure Verlockung – Löffel für Löffel unwiderstehlich: das sind unsere Conditor-Desserts. Sie bestehen aus feinsten Früchten, frischer Sahne, lockerem Biskuit und werden liebevoll von Hand verziert. Ob als krönender Abschluss für liebe Gäste oder als
Belohnung im Alltag, mit unseren Desserts entfalten kleine Augen-
blicke große Wirkung!

Quelle: Coppenrath & Wiese

So lautet das Versprechen der Tiefkühlkonditoren und aus optischer Sicht ist dafür auch genügend Potential vorhanden. Die Gläser bestehen zwar aus Plastik, durch die asymmetrische Öffnung könnte man sie mit viel gutem Willen jedoch auch Gästen auf den Dessertteller stellen. Wie so oft entspricht das tatsächliche Äußere nicht ganz dem Produktfoto auf der Verpackung – dort stimmen eindeutig die Proportionen nicht, wir vermuten, dass das Glas einfach neben einem winzigen Espressolöffel und einer genmutierten Kirsche fotografiert wurde. Und woher genau die Bezeichnung Kirsch-Trüffel kommt, ist auch schleierhaft.

Geschmacklich weiß der “kleine Augenblick” leider nicht zu überzeugen. Die obere Schicht der Vanillecreme erinnert stark an schlechtes Vanilleeis, von der Bourbon-Vanille schmeckt man dementsprechend so gut wie nichts. Die “Kirschmousse” ist schlichtweg keine Mousse, denn daran ist nichts schaumiges oder luftig-geschlagenes. Ihre Konsistenz hat viel mehr etwas sirupartiges. Die “Schokoladenmousse-Sahne” (Kommentar Michi: Was soll das überhaupt sein?!) ist leider viel zu kurz gekommen. Auf dem Foto sieht es so aus, als würde sie den größten Teil im Glas einnehmen, stattdessen ist sie nicht einmal fingerbreit eingefüllt worden. Schade, denn die hat eigentlich ganz gut geschmeckt. Ebenso der darunterliegende Schokoladenbiskuitboden, der nicht durchgeweicht ist (Kommentar Michi: doch was hat ein Biskuitboden in einem Schichtdessert verloren?).

So richtig freuen können wir uns über das Dessert einfach nicht. Und als die Dessertbecher schließlich leer sind, fühlen wir nicht einmal das wohlige, befriedigende Gefühl einer guten Nachspeise im Bauch. (Kommentar Michi: Dieses unbefriedigende Gefühl hab ich immer noch, wenn ich daran denke…)Viel eher wird der Name “kleiner Augenblick” zum Programm: im Nu führt man sich jede Menge Kalorien zu, ohne davon auch noch glücklich zu werden. Nein, liebe Kuchenbäcker, das war wirklich nichts. Beim “Kleinen Augenblick Kirsch-Trüffel” handelt es sich viel eher um den misslungenen Versuch, eine Schwarzwälder-Kirsch-Torte ins Glas zu bekommen. Dennoch lobenswert: die Idee, ein tiefgekühltes, schnell aufgetautes (bei Zimmertemperatur 30 Minuten) Dessert rauszubringen. Als “krönender Abschluss für liebe Gäste” würden wir es jedoch nicht kredenzen – das wäre durch den flachen, langweiligen Geschmack einfach zu peinlich.

Unser Fazit:

Tina: 

Michi: