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Vapiano: Specials im März und April 2012

Neue Runde, neues Glück! Nachdem die letzte Specialrunde bei uns leider nicht so gut abgeschnitten hat, haben wir Nachschub in Form besserer Specials sehnsüchtig erwartet. Dennoch hat uns eine ordentliche Portion Skepsis ins Münchner Vapiano in den Fünf Höfen begleitet – zu oft waren wir einfach schon enttäuscht oder es wurden Zutaten vergessen. Dieses Mal ging jedoch alles glatt und das verdanken wir vor allem Vapianista (oder Vapianistin? Der Duden weiß da natürlich auch nicht weiter…) Miriam, der wir an dieser Stelle herzlich für die hervorragende Zubereitung aller drei Pasta-Specials danken wollen.

Das ist also das Gewinnerspecial der Vapiano Fan-Pasta Aktion: Pasta Salmone e Aneto. Nun, die Kombination aus Crème fraîche und Lachs kennen wir – das hatten wir schon bei Pasta Salmone del Sole im letzten Sommer (ein Rezept dafür gibt es übrigens hier). Da hat das gut funktioniert, vor allem auf Grund der frischen Komponente Zitronenmelisse. Leider können wir dem “Aneto”, also dem Dill nicht viel abgewinnen, aber das müssen wir auch nicht. Ein kleines Sträußchen liegt obenauf und kann herzlich gerne weggelassen werden. Da stellt sich nur die Frage: wo ist die kreative Leistung? Das Fan-Pasta Special finden wir kurzum leider uninspiriert.

Das Gericht ist sehr mild oder, wenn man es negativer sagt, fad – es bietet sich an, mit Pfeffer nachzuwürzen. Die Crème fraîche darf nicht recht zum Zug kommen, denn sie wird von der restlichen Sahnesauce überdeckt und die feine Säure verschwindet. Da bieten der nussige Rucola und die frischen Kirschtomaten eine willkommene Abwechslung. Nichtsdestotrotz funktioniert die sahnige Lachs-Pasta insgesamt natürlich gut. Nur finden wir 10,50 € für ein ein derart unaufgeregtes Gericht deutlich zuviel.

Pasta Salmone e Aneto, 10,50 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“Aromatischer Rucola, knackige Kirschtomaten und feinster Lachs
in einer cremigen Weißweinsauce, verfeinert mit Crème Fraîche und
Dill. Liebt unsere hausgemachten Conchiglie.”

Mein persönlicher Abräumer für die aktuelle Specialrunde: Pasta Prosciutto Tartufato. Hier findet sich eine absolut gelungene und spannende Kombination aus Blauschimmelkäse, Senf und Trüffelschinken in der Pastaschale, von der ich nicht erwartet hätte, dass sie dermaßen gut funktioniert. Für den intensiven Geruch ist hauptsächlich der Senf verantwortlich, der sich aber geschmacklich vornehm anpasst: mit einer leichten Schärfe macht er aus den restlichen Zutaten genau das, was ein perfektes Pasta-Gericht haben muss. Auf der Zunge gibt unterdessen der Blauschimmelkäse den Ton an, aber auch er tut das nicht aufdringlich. Dann sind da noch die Trüffelschinkenwürfel – ich kann zwar nicht behaupten, dass ich sie als Trüffelschinken erkannt hätte, aber aromatisch sind sie allemal. Die Penne passen gut zu diesem Gericht und der Baby-Blattspinat rundet das Bild auch optisch sehr schön ab. Für dieses Special gibt es von mir eine klare Genussempfehlung: eat it. love it.

Pasta Prosciutto Tartufato, 9,00 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“Unsere frische Pasta an einer sahnigen Sauce mit feinem, sehr cremigem französischem Blauschimmelkäse, einem Hauch
Knoblauch, Senf, frischem Babyspinat und gebratenem
Trüffelschinken. Liebt unsere hausgemachten Penne.”

Ich bin ja nicht so der Fleischfan. Insofern leide ich schon mit den Vegetariern mit, wenn es für sie bei den Specials nur die Möglichkeit gibt, ein fleischhaltiges Special ohne Fleisch zu bestellen. Mit Pasta al Ragù Vegetariano hat Vapiano dafür endlich mal wieder ein rein vegetarisches Gericht konzipiert. Auch wenn man es bei dem ersten Bissen kaum glauben möchte – nein, da scheint tatsächlich kein Fleisch drin zu sein. Die dunkelbraune, stückige Sauce erinnert optisch sehr an eine Bolognese, geschmacklich ist sie sehr herzhaft, aber gleichzeitig irgendwie undefinierbar. Ich glaube, so stelle ich mir ab sofort die Geschmacksrichtung Umami vor. Laut Beschreibung müsste das Ragù ja vorrangig aus Pilzen bestehen, die schmecke ich allerdings nicht raus.

Dafür jedoch umso mehr die Kirschtomaten, die eine schöne Fruchtigkeit beisteuern, und die Zitronenmelisse, die gleich noch eine ordentliche Portion Frische dazugibt. Dadurch wird die Sauce erst richtig frühlingstauglich! Als Gemüseeinlage kommen außerdem noch Zucchini und Karotten hinzu. Die Mandeln passen als Finish hervorragend dazu und unterstreichen mit ihrer nussigen Note den Geschmack der Sauce. Nur auf die Spinat-Linguine habe ich verzichtet und mir stattdessen normale Campanelle bestellt. Hat hervorragend gepasst, jedoch würde die Sauce von der Konsistenz sicher auch gut an Linguine kleben bleiben. Ein wirklich leckeres Special, mit dem Vegetarier und Fleischfresser glücklich werden können.

//Nachtrag vom 18.3.: Ich habe das Gericht nochmal im Vapiano in Berlin Mitte gegessen und war mehr oder minder entsetzt: mein Vapianist hat anstelle der Zitronenmelisse leider Unmengen an Petersilie und etwas Basilikum ins Gericht gegeben. Petersilie mag ich ohnehin nicht, war aber auch für meine Mitesser deutlich zu dominant, und der Basilikum ist ziemlich untergegangen. Ich würde euch deshalb auf jeden Fall empfehlen, nach Zitronenmelisse zu fragen!

Pasta al Ragù Vegetariano, 7,00 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“Ein vegetarisches Ragout aus Zwiebeln, Champignons und Austernpilzen, Karotten und Kirschtomaten in einer leichten
Sauce mit Knoblauch und einem Hauch Chili, abgelöscht mit Marsala.
Dazu frische Kräuter und Mandeln. Mag besonders gerne unsere hausgemachten Spinat-Linguine.”

Mit einer Pizza bei Vapiano kann man eigentlich nichts falsch machen. Das gilt auch für das aktuelle Special Pizza Calabria. Eine leicht scharfe Pizza mit Ähnlichkeit zur Diavolo: Die weiche Salami Nduja ist nur in wenigen Klecksen auf die Pizza aufgebracht, was aber als Schärfegeber vollkommen ausreicht. Die grobe kalabresische Salami wirkt rustikal und gehaltvoll, geschmacklich ist sie ebenfalls leicht scharf. Der Caciocavallo ist mild – zu mild vielleicht, denn er hat große Ähnlichkeit mit Mozzarella und unterscheidet sich von diesem hauptsächlich durch die Textur. Insgesamt ist die Pizza Calabria ein interessantes Special mit unbekannten, aber spannenden Zutaten. Probieren!

Pizza Calabria, 8,00 €, gegessen im Vapiano München Bogenhausen

“Unsere Pizza aus dem Steinofen mit Caciocavallo, einem
herben süditalienischen Käse, Salame Calabria und N’Duja,
einer würzigen und weichen italienischen Salami.”

Im Vapiano in den Fünf Höfen sah die Mousse leider etwas blass aus, in Bogenhausen habe ich jedoch zugeschlagen: die Mousse au chocolat hatte dort die hellbraune, satte Farbe, die man sich für das Dessert so vorstellt. Sie war stichfest (wobei ich von der Mousse au chocolat noisette noch weiß, dass die Konsistenz je nach Besuch reichlich schwankte…), hatte viele kleine Luftlöcher und war trotzdem sehr cremig, von der Konsistenz in etwa mit aufgeschlagenem Mascarpone vergleichbar.

Der Geschmack erinnert an Zartbitterschokolade: nicht zu süß, sondern eher fein-herb. Nach der Enttäuschung über den Schokosirup auf dem Yogurt al Greco der letzten Runde kann ich dieses Schokoladendessert jedem Schokoholic nur wärmstens empfehlen. Die Mousse au chocolat könnte so von mir aus auch sehr gerne auf die Standardkarte wandern, lecker!

Mousse au chocolat, 3,75 €, gegessen im Vapiano München Bogenhausen

“Richtig schokoladig! Eine cremige hausgemachte Mousse au Chocolat.”

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Vapiano: Specials im Januar und Februar 2012

Der Winter hat sich lange Zeit gelassen, jetzt kann man ihn nicht mehr wirklich ignorieren. Also werfen wir einen freudigen Blick auf die neue Specialkarte und fragen uns: passen die Gerichte zur Jahreszeit? Sind die Aromen “klassisch” mit dem Winter verbunden? Und wenn nicht: müssen wir uns damit anfreunden, herbstliche Aromen, die die Österreicher in Form dieser Specials bereits im November und Dezember bekommen haben, erst im Winter zu bekommen?

Was uns als Münchner besonders interessiert, ist der preisliche Unterschied zu Österreich. Wir bräuchten nur geschätzte zwei Stunden nach Österreich… Also informieren wir uns gerne vorher über die Preise der letzten zwei Monate im Nachbarland, nur um uns dann zu ärgern, dass in München grundsätzlich 50 Cent mehr verlangt werden, weshalb wir schon mehrfach bei Pasta-Gerichten die 10-Euro-Marke geknackt haben. Welche Erfahrungen habt ihr mit Preisunterschieden bei Vapiano gemacht? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Auf ein Gericht mit Auberginen habe ich schon lange gewartet: ich liebe die dunkel glänzenden Früchte und weiß ihnen auch sehr feine Aromen zu entlocken. Nun stellt jedoch Pasta Melanzane leider nicht die leckeren Auberginen in den Mittelpunkt des Geschmackseindrucks, denn eigentlich handelt es sich um Pasta Pomodoro e Mozzarella mit ein paar zu großen Auberginenstücken. Pecorino oben drauf (leider erst auf Nachfrage und nach Ablehnung von Parmesan?!) macht diese Kombination zwar interessanter, aber der Namensgeber der Pasta hat zu wenig zu melden. Das liegt zum einen an der Größe der Stücke, zum anderen daran, dass sie nicht frisch mit Zwiebel und Knoblauch angebraten werden, sondern wässrig vollgesogen, aber eben nicht weich, in den Wok kommen. Wenn man Auberginen in Salzwasser gibt, um die Bitterstoffe zu entziehen, heißt das nicht, dass man die Früchte gleich weiterverwenden kann…
Pasta Pomodoro e Mozzarella ist schon ein feines Gericht, aber wenn man daraus Pasta Melanzane machen möchte, muss noch mehr passieren: kleine Stücke mit anbraten, Röstaromen herauskitzeln und dann schmiegt sich das Ganze auch besser an die Spaghetti.

Pasta Melanzane, 8,00 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“Unsere hausgemachte Tomatensauce mit weißen Zwiebeln und Knoblauch trifft auf frische Auberginen 
und Mozzarella.
Abgerundet mit würzigem Pecorino-Käse. Passt besonders gut zu unseren hausgemachten Spaghetti.”

Nach dem Kreislaufdesaster beim letzten Zusammentreffen mit frischem Knoblauch war für mich schnell klar, dass der bei mir überhaupt nicht mehr in den Pasta-Wok kommt. Insofern bewerte ich Pasta Cognac ohne Knoblauch – allerdings denke ich nicht, dass dieser überhaupt groß etwas hätte verbessern können. Richtig deftig geht es nämlich zu, Speck, zweierlei Zwiebeln und Erbsen sind am Start und dominieren das Gericht vollkommen. Dabei geht leider die “zarte” Hühnerbrust unter und noch viel schlimmer: auch die Sauce! Vom Cognac schmecke ich rein gar nichts und auch die Tomaten scheinen nur zur Farbgebung dabeigewesen zu sein. Noch dazu hat mein Vapianist sich gedacht, mir eine komplett salzfreie Version von Pasta Cognac zu kredenzen. Absicht? Vielleicht, denn natürlich haben die Speckwürfel ordentlich Power und Salz. Dennoch reicht die Kombination Speck-Erbse-Zwiebel allein nicht, um einen ausgewogenen Geschmack hinzubekommen. Auch mit der Pastaempfehlung, den Fusilli, bin ich leider baden gegangen: viele Erbsen bleiben daran so gar nicht haften und bleiben am Schluss mit ein paar Speckwürfeln unten im Teller zurück.

Dafür, dass ich von der wohl teuren Zutat, dem Cognac, nichts geschmeckt habe und auch das Huhn im Vergleich zu den Speckwürfeln vollkommen untergeht, halte ich auch das Preis-Leistungsverhältnis für nicht gelungen. Immerhin befinden wir uns hier in der Preiskategorie D, in der sich sonst Scampis, Flusskrebse, Rinderfiletstreifen und vor allem Curry All’Anatra tummeln.

Pasta Cognac, 9,00 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“Aromatische Speckwürfel, weiße Zwiebeln, frischer Knoblauch und Frühlingszwiebeln treffen auf unsere hausgemachte Tomatensauce,
die mit Cognac und Sahne verfeinert wird. Hinzu kommen zarte Hähnchenbrust und Erbsen. Passt perfekt zu unseren frischen Fusilli.”

Pasta al cacciatore ist das Gericht, bei dem alle Leute, die ich kenne, sich an den Kopf fassen und deutlich ablehnen, dass sie das essen würden. Ich bin da anders: ich lasse mich gerne auf Neues ein und außerdem möchtest du, geneigte/r Leser/in, sicher wissen, was hinter der Kaninchen-Pasta steckt. ;)
Da ist zunächst mal der herbe Geschmackseindruck von Kapern, jeder Menge Kapern. Die muss man mögen und auch zu meinen Favoriten zählen sie nicht, weshalb ich auf eine eher geringe Menge gehofft hatte. Weit gefehlt: selbst am Ende, nachdem ich einen guten Teil zur Seite geschoben hatte, verblieb ein gehäufter Esslöffel (!) davon in meiner Schale. Kaninchen mit Pasta ist interessant und das Tier würde sich sicher freuen, wenn man es mit dem Weißwein und anderen erlesenen Zutaten kombinierte. Aber die heftige Mischung mit solch aromatischen und mediterranen Schwergewichten wie Artischocken, Oliven und eben jenen Kapern lässt da wenig Raum. Da freut man sich direkt, dass es auch noch Möhrenjulienne und Kirschtomaten dazu gibt, die das alles etwas abfedern. Zumindest passen die empfohlenen Fusilli gut zu der auch sonst recht stückigen Mischung. Was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, halte ich den alten österreichischen Preis von 8,50 € für deutlich passender.
Insgesamt bleibt das Gericht also hinter meinen Erwartungen zurück: Die Kombination aus Kaninchen (Wild!) und mediterranen Geschmacksgebern ist leider unausgewogen und die Verwendung von so vielen Kapern lässt mich doch am Sinn für aromatisch geplante Gerichte zweifeln. Mein Sinn verrät mir: ein Teelöffel gehackte Kapern wäre völlig ausreichend!

Pasta al cacciatore, 10,00 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“Kaninchenrückenfilet, Zwiebelwürfel und frischer Knoblauch mit Karotten, Artischocken, Oliven und Kapern in einer leichten Weißwein-Sauce. Hinzu kommen frische Kirschtomaten und Petersilie.
Liebt unsere handgemachten Fusilli.”

Das ist also das einzige Special, das uns die Österreicher nicht voraus hatten: Pizza Brie e pere. Eine klassische Kombination aus Birne und Käse, dazu knuspriger Bacon und Grana Padano. Der erste optische Eindruck ist so ganz anders als meine Vorstellung: ich hatte damit gerechnet, dass die „frischen Birnen“ auch frisch auf die Pizza kommen. Im Gegenteil:  sie werden mitgebacken und erinnern dadurch ein wenig an Kartoffelstücke. A propos: sowohl die Birnen, der Speck als auch der Brie kommen in relativ großen Stücken auf die Pizza, was es schwer macht, alles zusammen auf eine Gabel zu bekommen. Da wäre es unter Umständen besser, andere Formen zu wählen, sodass man sich die Zutaten nicht auf der Pizza zusammen sammeln muss. Ich könnte mir zum Beispiel die Birne auch sehr gut roh und in dünnen Scheiben vorstellen. Insgesamt beherrscht ein starker Kontrast das Geschmackserlebnis: auf der einen Seite sind die trockenen und sehr intensiven Geschmäcker von Parmesan und Bacon auf einer knusprigen Pizzabasis – auf der anderen Seite die feucht-weichen und eher milden Geschmäcker von Birne und Brie. Damit das Ganze im Mund funktioniert und ein rundes Geschmackserlebnis bringt, darf aber meiner Meinung nach die Pizza nicht zu trocken sein – ich habe mir mit etwas nachträglichem Olivenöl geholfen. Mein spontaner Einfall: ich mache daraus eine Calzone mit einer Art Birnen-Chutney. :)
Mein Fazit: eine gute Pizza, die wirklich lecker ist, wenn sie nicht allzu lange im Ofen bleibt.

Pizza Brie e Pere, 9,00 €, gegessen im Vapiano München Bogenhausen

“Unsere typische Pizza aus dem Steinofen mit unserer hausgemachten Tomatensauce, cremigem Brie, frischen Birnen, Speck, Grana Padano und würzigem Basilikum.”

Da schlug mein halbgriechisches Herz gleich höher: griechischer Joghurt in der klassischen Kombination mit Honig, als Nussersatz knusprige Amarettini und dazu etwas Schokoladensauce. Als ich in der Vitrine das Glas sah, war ich gleich noch glücklicher: endlich wieder eine kleinere Dessertportion wie einst die Mousse au chocolat noisette. Lediglich etwas höher, ansonsten so groß wie die kleinen Trinkgläser im Restaurant. Unten die weiße Masse, durchzogen von einem hauchdünnen Streifen zerbröselter Amarettini, dann wieder Joghurtmasse und obendrauf ganze zwei Finger breit Schokoladensauce. Das sieht nicht nur nach viel aus, das schmeckte leider auch nach viel. Genauer gesagt handelte es sich eher um einen sehr süßen Schokoladensirup, meiner Einschätzung nach aus Kakaopulver, Zucker und Wasser gekocht. Bei jedem Löffelstich ins Glas ronn die Sauce nach unten und breitete sich wie ein Erdölteppich über die eigentlich leckere Joghurtmasse aus. Dass es sich dabei jedoch um echt griechischen Sahnejoghurt mit 10 Prozent Fett handeln soll, bezweifle ich nach wie vor. Dafür war die Masse nicht stichfest genug und auch der typisch cremige Geschmack hat gefehlt. Leider hat sich der Amarettinistreifen als sehr karg herausgestellt und noch dazu war der Honig nur an den Keksbröseln zu finden – der Rest der Masse war eine honigfreie Zone. Insgesamt wurde das Dessert zu sehr vom Schokoladensirup dominiert, der leider die tolle Idee sehr verdorben hat. Auch die Physalis hat’s da nicht mehr retten können: die war nämlich so sauer, dass Michi und ich erst einmal ordentlich das Gesicht verziehen mussten.

Yoghurt al greco, 2,75€, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“Griechischer Joghurt mit Sahne, Honig und Vanille verfeinert trifft auf Amarettini und auf unsere hausgemachte Schokoladensauce.
Obendrauf gibt’s eine fruchtige Physalis.”

Pasta al cacciatore ist das Gericht, bei dem alle Leute, die ich kenne, sich an den Kopf fassen und deutlich ablehnen, dass sie das essen würden. Ich bin da anders: ich lasse mich gerne auf Neues ein und außerdem möchtest du, geneigte/r Leser/in, sicher wissen, was hinter der Kaninchen-Pasta steckt. ;)
Da ist zunächst mal der Geschmackseindruck von Kapern, jeder Menge Kapern. Die muss man mögen und auch zu meinen Favoriten zählen sie nicht, weshalb ich auf eine eher geringe Menge gehofft hatte. Weit gefehlt: selbst am Ende, nachdem ich einen guten Teil zur Seite geschoben hatte, verblieb ein gehäufter Esslöffel davon in meinem Teller. Kaninchen mit Pasta ist interessant und das Tier würde sich sicher freuen, wenn man es mit dem Weißwein und anderen erlesenen Zutaten kombinierte. Aber die heftige Mischung mit solch aromatischen Schwergewichten wie Artischocken, Oliven und eben jenen Kapern lässt da wenig Raum. Da freut man sich direkt, dass es auch noch Möhrenjulienne und Kirschtomaten dazu gibt, die das alles etwas abfedern. Zumindest passen die empfohlenen Fusilli gut zu der auch sonst recht stückigen Mischung.
Insgesamt bleibt das Gericht hinter meinen Erwartungen zurück: Die Kombination aus Kaninchen (Wild!) und mediterranen Geschmacksgebern ist leider unausgewogen und die Verwendung von so vielen Kapern lässt mich doch am Sinn für aromatisch geplante Gerichte zweifeln. Mein Sinn verrät mir: ein Teelöffel gehackte Kapern wäre völlig ausreichend!

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Vapiano: Specials im November und Dezember

Zugegeben: wir waren schon ein bisschen enttäuscht als wir gesehen haben, dass die aktuellen Specials gar nicht so aktuell sind: unsere österreichischen Nachbarn hatten sie immerhin schon im September und Oktober. Nichtsdestotrotz freuen wir uns auf spannende Kreationen und vielleicht können wir mit dem Blick auf die österreichische Karte sogar einen Blick in die Zukunft werfen? ;)

Oh, da ist mal wieder ein Gericht, das wir uns so gar nicht vorstellen können: weiße Bohnen, Lauch, Sellerie? Alles keine Zutaten, die wir unbedingt mit Pasta zusammenbringen. Kurzum: wir trauen uns nicht dran, aber vielleicht hat es ja von euch schon jemand probiert und mag uns in einem Kommentar etwas dazu schreiben? Wir würden uns freuen!

Pasta Faggioli, 6,25 €

“Weiße Bohnen, Karotten und Lauch in einer leichten Weißweinsauce
mit Selleriekraut. Dekoriert mit Rosmarin und Lauchzwiebeln. Mag besonders gern unsere hausgemachten Penne.”

Schokolade mit Pesto und Knoblauch an Nudeln – na „lecker“, dachte ich mir und habe mir wagemutig „Pesto e Cioccolata“ bestellt. Gleich zu Beginn quiekte ich entsetzt auf: mein Vapianist hat da nicht gerade ernsthaft eine gestückelte Knoblauchzehe in den Wok geschmissen? Oh.mein.Gott. Ich forderte ihn entsetzt dazu auf, doch bitte gleich wieder etwas davon herauszuholen. Der Rest brutzelte munter mit Kochschinkenwürfeln im Wok vor sich hin, wurde schließlich mit grünem Pesto verrührt und mit Sahne aufgegossen. Dazu die obligatorischen halbgetrockneten Tomaten und als Abschluss Schokochips in der Größe von 5-Cent-Stücken. Na „lecker“, dachte ich mir da gleich nochmal.

Doch siehe da: ich wurde überrascht. Am Anfang erwischt man hier und da noch eine ordentliche herbe Portion Schokolade, die erstaunlicherweise unheimlich gut zum Pesto passt. Gegen Ende jedoch schmeckt man sie leider kaum noch heraus, weil sie komplett schmilzt und so in der Sauce untergeht. Ebenso der Kochschinken, von dem man faktisch kaum etwas schmeckt. Vom Knoblauch dagegen  war leider immer noch mehr als genug drin, so dass ich alle paar Bissen entsetzt zusammenzuckte, weil ich schon wieder direkt auf einem der Stücke herumkaute. Zwei Stunden später bekam ich die Quittung dafür: mein Kreislauf machte schlapp und ich lag den Rest des Abends im Knoblauchdelirium auf der Couch.

Insgesamt aber ein ganz gelungenes Special, das ich aber nicht unbedingt noch einmal essen muss. Der Kochschinken ist in meinen Augen vollkommen überflüssig, stattdessen hätte ich eher noch Lust auf ein paar Pinienkerne als knusprige Komponente gehabt. So blieb doch alles ein eher weiches Einheitsgericht.

Update vom 22.11.2011: Ich finde die Idee grundsätzlich sehr spannend und hab auch unbedingt probieren müssen. Als die Pasta schließlich auf meinem Teller war, hab ich mich angeschickt, sie mit Pfeffer und ein paar Spritzern Balsamico aufzupeppen – die feine Säure gibt einen schönen Kontrast zum breiten, vollen Geschmack der Schokolade.

Pasta Pesto e Cioccolata, 8,25 €, gegessen im Vapiano München Bogenhausen

“Halbgetrocknete Tomaten, frischer Knoblauch und gewürfelter Kochschinken treffen auf eine cremige Pesto-Sahnesauce – überraschend vollendet mit dunklen Schokoladenchips.
Passt besonders gut zu unseren hausgemachten Conchiglie.”

Das klingt doch mal wieder nach einer interessanten Kombination: Lachs, Mango, Thai-Curry. Wie für mich gemacht: ich liebe Thai-Currys und in Kombination mit Pasta ist das – zumindest gedanklich – ein absoluter Traum. Aber: in Bezug auf Thai-Currys kann man mir einfach nicht viel erzählen und muss nötigenfalls mit meiner Kritik rechnen.

Da ist zunächst mal der marinierte Lachs – was ist überhaupt marinierter Lachs? Für mich schmeckt er wie Räucherlachs: klassisch bodenständig, ölig und kräftig im Geschmack. Ein guter Partner für Pasta eben. Der gibt also auch hier aromatisch den Ton an, so sehr leider, dass die anderen Zutaten untergehen: die weiche und süße Mango kommt nur dann zum Vorschein, wenn man sie bewusst herauspickt und… Moment, habe ich gerade geschrieben “andere Zutaten”? Welche anderen Zutaten? Da ist ja nicht mehr viel. Vom versprochenen Ingwer schmecke ich nichts: wenn er in der Sauce untergebracht ist, ist er zu schwach, ansonsten wurde er vielleicht vergessen.  :( Die Limette liegt in Form einer halben Scheibe oben auf und kann so eigentlich nichts beitragen (schon mal versucht, eine Limettenscheibe auszupressen?), Lauchzwiebeln und schwarzer Sesam haben einen netten optischen Wert, aber das war es dann schon. Was bleibt also?

Ein scharfes Pasta-Gericht, das deutlich nach Lachs schmeckt, aber ich könnte jetzt nicht behaupten, dass die Schärfe eindeutig vom Curry kommt. Das hätten auch einfach Chili-Schoten sein können. Wo ist der feine Kokosgeschmack, der das Thai-Curry so unverwechselbar macht? Während des Essens überlege ich noch, was fehlt, um dem Gericht den richtigen Kick zu verleihen und dann fällt es mir erst auf: an sich ist der Plan super, aber die Zutaten müssen im richtigen Verhältnis zueinander stehen! Stellt euch das mal auf der Zunge vor: ein kräftiger Lachs, der von Limettensaft perfekt ausgeglichen wird + ein scharfes Curry, das mit süßer Mango einen interessanten Gegenspieler bekommt. Was will man mehr?

Mein Vorschlag: probiert es aus, es ist interessant, aber seid nicht enttäuscht, wenn euch das Gefühl, dass etwas fehlt, nicht mehr loslässt.

Pasta Thaitaly, 10,00 €, gegessen im Vapiano München Bogenhausen

“Eine exotische Kreation mit mariniertem Lachs, frischer Mango und Lauchzwiebeln in einer roten Thai-Currysauce mit frischem Ingwer. Schwarzer Sesam und Limette vollenden das Gericht.
Liebt unsere frischen Linguine.”

Zu dieser einfachen Pizza, die schon durch ihren vergleichsweise geringen Preis positiv auffällt, gibt es nicht allzu viel zu sagen. Der Vergleich mit dem Flammkuchen ist durchaus treffend – lediglich der hefige Teig erinnert beim Essen daran, dass es tatsächlich eine Pizza ist. Reichlich Speck und rote Paprikawürfel geben eine harmonische Mischung ab und schmecken gut mit der weißen Sauce – das einzige was einfach gar nicht geht, ist der Busch glatte Petersilie oben auf: für Michi ist Petersilie kein Gewürz und er lehnt sie strikt ab. ;) So oder so: die Menge würde reichen, um zehn Teller mit dem altmodischen grünen Farbtupfer zu versehen – zu viel!

Insgesamt eine gute Pizza zu einem guten Preis – und eine schöne Abwechslung auf der Karte.

Pizza Arlecchino, 7,25 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe & Bogenhausen

“Unsere Pizza „à la Flammkuchen“ belegt. Mit Salsa Bianca, Speckwürfeln, roter Paprika und Grana Padano.”

Kuchen im Glas: das ist mal was anderes. Aber leider scheint es schwer zu sein, den Kuchen auf den Punkt zu backen – saftig war meiner zumindest nicht, am Rand schon etwas zu trocken. Dennoch: die Konsistenz ist fein, der Geschmack deutlich schokoladig und nussig. Wer auf Erdnussbutter steht, wird dieses kleine Küchlein gerne essen. Das einzige was zu fehlen scheint, sowohl geschmacklich als auch optisch: die Bananen. Sogar Tina, die Bananen hasst wie die Pest (!), hat sich getraut zu probieren und kommt zu dem Schluss: es muss so wenig Banane drin sein, dass sogar sie es isst. Und das will was heißen. ;)

Tortina Americana, 3,50€, gegessen im Vapiano München Bogenhausen

“Ein saftiges Schokoladentörtchen mit Erdnussbutter, Macadamia-Nüssen und Bananen – im Glas gebacken.”

Neue Runde, neues Glück – bis Halloween am 31. Oktober sollen uns diese Specials das Herz im Herbst aufgehen lassen. Mit Herbst verbinden wir warme, fruchtige und würzige Aromen wie Kürbis und Zwetschgen, saftiges Rind und Rotwein. Zugegebenermaßen keine billigen Komponenten. Das hat sich bei der Zusammenstellung der Mitarbeiterspecials offenbar auch Vapiano gedacht. Ein Pastagericht und eine Pizza für je zehn Euro – ein neuer Preisrekord, der uns erst einmal schlucken ließ. Wie gut, dass Pizza und Pasta den Schock gleich beseitigen konnten und, was sollen wir sagen: wir präsentieren euch hier die Kritiken für die, unserer Ansicht nach, bisher beste Vapiano-Special-Runde aller Zeiten!

Bei den rekordverdächtigen Preisen für die aktuellen Specials fällt Pasta Pesto Rosso direkt aus dem Rahmen: ein absolut einfaches Gericht, das man genauso gut auf der Standardkarte finden könnte (und sollte!). Überwältigt von der Masse der verlockenden anderen Specials, haben wir es gar nicht gegessen, aber immerhin probiert! Geschmacklich besticht es durch typische Tomatenaromen, die aber voller und erdiger wirken, als eine einfache Tomatensauce. Klar, dass auch hier Pinienkerne nicht fehlen dürfen – die gehören einfach zu jedem guten Pesto dazu. Spannend ist besonders die Verwendung von Ricotta als Reibekäse, der weniger kräftig auftritt als Parmesan und den anderen Aromen mehr Raum lässt.

Pasta Pesto Rosso, 6,50 €, 9,00 € für die Variante mit Hähnchen, probiert im Vapiano München Fünf Höfe

“PASTA PESTO ROSSO
VON MIRTE KAAN, AMSTERDAM
MICH GIBT’S AUCH MIT HÄHNCHEN
Unsere Pasta trifft auf unser hausgemachtes rotes Pesto,
geröstete Pinienkerne, halbgetrocknete Tomaten und frisch
geriebenen Ricotta. Passt besonders gut zu unseren
frischen Conchiglie.”

Ich habe endlich meinen heiligen Gral der Vapiano-Specials gefunden: Pasta Autunno Colorato ist das perfekte Herbstgericht und überhaupt eines der besten Gerichte, das ich je bei Vapiano gegessen habe. Schwere Aromen wie Rindfleisch, Rotwein und die Backpflaumen werden hier auf ganz leichte Art und Weise zusammengebracht. Der Rucola bringt eine frische, knackige Note rein und auch die Rotweinsauce schmiegt sich, ganz ohne Sahne, an die Nudeln. Ich habe mich an die Nudelempfehlung des Hauses, Fusilli, gehalten. An ihnen hält die Sauce wohl besonders gut.

Leider wurde bei meinem Gericht etwas vergessen: der Balsamico fehlte und vom Zimt habe ich eigentlich nichts geschmeckt. Dennoch war das Gericht auch so köstlich. Ich kann mir diese beiden Komponenten als Ergänzung gut vorstellen – für wirklich notwendig halte ich sie aber nicht. Tatsächlich geben die Backpflaumen dem Gericht den letzten Kick. Leider stößt man hier auf ein altbekanntes Problem. Mal wieder sind die Stücke viel zu groß, es sind nämlich ganze Backpflaumen. Auf dem Teller habe ich sie in feine Streifen geschnitten, die ich immer wieder mit den Nudeln gemeinsam auf die Gabel bringen konnte.

Insgesamt ist diese Kombination einfach nur wunderbar gelungen, die Aromen sind sehr ausgewogen und lecker. Auf Chili und Knoblauch habe ich verzichtet. Ein Freund, der beides im Gericht hatte, war darüber auch nicht wirklich glücklich. Der Parmesan auf den Nudeln hat weder gestört, noch hat er wirklich etwas gebracht. Insgesamt ein Gericht, das den stolzesten Preis überhaupt absolut wert ist – deshalb erstmals eine absolute Probierempfehlung für ein Hauptgericht von meiner Seite!

Pasta Autunno Colorato, 10 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“PASTA AUTUNNO COLORATO
VON JILL ZERVAS, DUISBURG
Feines Rinderfilet und Backpflaumen mit Zwiebeln in einer
leichten Rotweinsauce mit Zimt, abgerundet mit Balsamico.
Passt besonders gut zu unseren hausgemachten Fusilli.”

An dieser Stelle kann ich von einem Special berichten, das vielversprechender nicht klingen kann: sage und schreibe zehn Zutaten und die Sauce treffen bei Peperoncini Piccante auf die Pasta. Leider fehlte bei meinem ersten Besuch die Hälfte dieser Zutaten, sodass ich das volle Potential des Gerichts nur erahnen konnte. Beim zweiten Anlauf hat es dafür perfekt gepasst. Besonders spannend ist hier die geschmackliche Note, die der Licor 43 mitbringt: der vanillig-süßliche Alkohol geht eine spannende Mischung mit Chili, Knoblauch und Safran ein. Die Tatsache, dass Vanille und Safran zwei sehr teure Gewürze sind, verleiht so dem Gericht schon gedanklich etwas sehr edles.
Also: das Gericht ist eine runde Sache. Frische Pilze und Paprika sowie Flusskrebse liefern die Basis und bieten jeweils unterschiedliche Texturen; Rucola und Mandeln sehen nicht nur schön aus, sondern geben der Pasta auch noch eine knackige Komponente. Auf die halbgetrockneten Tomaten hätte ich zumindest gedanklich gut verzichten können, aber ich wurde eines besseren belehrt. Im Gegensatz zu getrockneten Tomaten passen die saftigeren Stücke viel besser in das Gericht und erfreuen den Gaumen mit einer feinen Süße. Auf jeden Fall kommt dieses Pasta-Special auf unsere Liste von Gerichten, die wir nachkochen wollen.

Hiermit geht ein Gruß nach Wien zu Torsten Avenarius mit Dank für diese spannende Kreation. Und ein Dank an Stephan von München Bogenhausen für die super Zubereitung!

Pasta Peperoncini Piccante, 8,50 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe und Bogenhausen

“PASTA PEPERONCINI PICCANTE
VON TORSTEN AVENARIUS, WIEN, THEOBALDGASSE
Erst braten wir Pilze und Paprika an, bevor halbgetrocknete
Tomaten, Flusskrebse, Chili und Knoblauch hinzukommen.
Eine cremige Sauce mit dem bekannten »Licor Cuarenta y Tres«
und Safran rundet das Gericht ab, bevor sich Mandeln und
Rucola hinzugesellen. Passt besonders gut zu unseren
hausgemachten Campanelle.”

Salatdressing auf einer Pizza? Das kann nur top oder ein absoluter Flop werden. Und bei Pizza Bresaola trifft, glücklicherweise, ersteres zu. Ich bekam eine üppigst belegte Pizza, auf der reichlich Schinken, Rucola und Honig-Senf-Dressing verteilt waren. Dazwischen ein paar Erdnüsse und halbierte Kirschtomaten. Meine bisherigen Erfahrungen mit Rinderschinken waren alle nicht so lecker, die Bresaola hat mich jedoch eines besseren belehrt: ein total feiner, würziger Geschmack, der eher etwas von hauchdünnem Fleisch als von Schweineschinken hat.

Absolut überzeugt hat mich aber das, zunächst skeptisch beäugte, Honig-Senf-Dressing auf der Pizza – denn das ist eigentlich der wahre Star auf dieser Pizza! Es passt perfekt zur Bresaola und natürlich zum Rucola. Dazu noch eine Tomate und eine Erdnuss auf die Gabel und man hat eine bombastische Mischung aus Rucolasalat, Pizzabrot und Rindfleisch im Mund. Die Aromen schmecken alle vertraut und wurden auf dieser Pizza in neuer Form zusammengebracht. Meiner Ansicht nach ist Pizza Bresaola die Vervollkommnung der klassischen Rucolapizza. Auch diese Pizza ist deshalb absolut ihr Geld wert!

Und wenn die Specialrunde um ist, werde ich mir zumindest Rucolapizza mit Honig-Senf-Dressing als Ersatz bestellen. Denn am Schluss noch das heruntergetropfte Dressing mit dem Pizzarand aufzustippen, das macht das Erlebnis erst perfekt.

Pizza Bresaola, 10 €, gegessen im Vapiano München Bogenhausen

“PIZZA BRESAOLA
VON WALID RACHID, HAMBURG, ROTHENBAUMCHAUSSEE
Aromatischer Rucola, Erdnüsse, Bresaola und Kirschtomaten
treffen auf eine heiße Pizza mit Tomatensauce und Mozzarella,
vollendet mit unserem hausgemachten Honig-Senf-Dressing.”

Mango Tango ist sozusagen mein Dessert. Im Gegensatz zu Tina liebe ich Mangos und da kommt diese Süßspeise gerade recht. Schon optisch macht sie sehr viel her: in den typischen Gläsern mit dem dicken Boden finden sich Schichten aus kräftig-gelbem Mangopüree und hellerer Mangomousse. Oben drauf sitzt ungefähr ein halber Esslöffel getrocknete Cranberries und ein paar Blättchen Minze. Der Geruch haut einen schon um: deutlich süß nach Mango und mit einer starken Ähnlichkeit von Mangosaft. Das Püree ist sehr fein, so fein so sogar, dass es fast flüssig ist und auch als dicker Mangonektar durchgehen könnte. Der der süße, leicht saure Geschmack erinnert deutlich an die Tropenfrucht. Die Mousse hingegen ist fluffig aber stichfest; hier sind die Aromen dezenter – die Verwendung von Vanille lässt sich erkennen. Die Cranberries sind ein netter Farbtupfer auf dem Püree und geben mit den Hauptbestandteilen dem Dessert eine unerwartet beerige Geschmacksnote. Die Minzblätter liegen oben auf und können so nicht zum Geschmack beitragen: beißt man bewusst ein zu großes Stückchen herunter, übertönt die Minze schnell alles und man lässt sie lieber liegen. Wäre die Minze fein dosiert mit im Püree enthalten, könnte sie dem Aroma einen interessanten Frische-Kick geben.
Kurzum: ein perfektes Dessert für den Sommer und damit im Herbst ein wenig spät – nichtsdestotrotz eine gern gesehene Abwechslung zu den stark auf Sahne beruhenden Standard-Dolci. Ein großes Lob an den Erfinder aus Warschau!

Mango Tango, 3,75 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“MANGO TANGO
VON SEBASTIAN SIWINSKI, VAPIANIST AUS WARSCHAU
Hausgemachtes Mangomousse und fruchtiges Mangopüree
mit Cranberries und frischer Minze.”

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Vapiano: Specials im Juli und August

Vom Hochsommer haben wir noch nicht so wirklich viel gehabt. Vapiano gibt sich trotzdem Mühe, sommerliche Gerichte auf die Karte zu schreiben, die uns den Juli und August verschönern sollen. Für uns ist es jetzt schon die dritte Specials-Runde, die wir für euch reviewen. Unsere Eindrücke sind dabei ganz unterschiedlich, sogar kontrovers. Lest selbst:

Wir müssen ein Geständnis machen: wir finden beide Mortadella ganz schrecklich! Und irgendwie trauen wir uns nicht, uns überzeugen zu lassen, dass die Würfel in Pasta Goia della Vita ganz hervorragend schmecken. Aber: Vielleicht hat von euch jemand das Gericht probiert und möchte uns einen Kommentar dazu da lassen? :)

“PASTA GIOIA DELLA VITA
Halbgetrocknete Tomaten und Radicchio mit Mortadellawürfeln in
einer leichten Weißweinsauce, vollendet mit Gruyère-Käse.
Passt besonders gut zu unseren hausgemachten Campanelle.”

Pasta Estiva klingt schön italienisch und bedeutet schlichtweg: Sommer-Pasta. Was man bei den aktuellen Temperaturen nicht möchte, sind Nudeln, die so schwer schmecken, dass man nach dem Essen so sehr mit Verdauen beschäftigt ist, dass man nur noch schneller schwitzt. Das sollte bei Pasta Estiva nicht zutreffen: die Kombination aus Minze und Ingwer klingt vielversprechend.

Und tatsächlich: der erste Geruchseindruck ist umwerfend: frisch-minzig und leicht anregend. Dann die erste Gabel, die ganz andere Impressionen zulässt. Hier vermischt sich eine leichte Schärfe von genau einem Chiliring mit den ätherischen Ölen aus frisch geriebenem Ingwer und zerpflückter Minze. Dazu gesellen sich Hähnchenbrust, halbgetrocknete Tomaten in Öl, Kirschtomatenstücke und Rucola. Insgesamt also eine sehr stückige Mischung, zu der die empfohlenen Conchiglie gut passen. Im Übrigen wird das Gericht nicht von einer richtigen Sauce zusammengehalten; die angebratene Hähnchenbrust wird ganz schlicht mit etwas Brühe im Wok abgelöscht, die dann die Aromen auf den Nudeln verteilt. Was die halbgetrockneten Tomaten anbelangt, so hatte ich schon bei Pasta Rustica bemerkt, dass sie zu groß sind. Drei Tomatenstücke in einer Schüssel voll Pasta sind einfach mal schnell verputzt und wenn sie denn etwas zur Komposition beitragen sollen, müssen sie kleiner sein. Ich behaupte aber einfach mal, dass sie ohnehin nicht gut in dieses Gericht passen; die bodenständig-öligen Tomaten machen den ätherisch-leichten Geschmäckern eine Konkurrenz, deren Reiz sich mir nicht erschließt. Alternative: Paprikawürfel sind knackig und frisch und passen sich dem Geschmack besser an. Nichtsdestotrotz ergeht für das Gericht eine klare Probierempfehlung!

Nach Michis klarer Probierempfehlung habe ich das selbst ausprobieren müssen: Pasta Estiva, für mich gab’s die vegetarische Variante. Bereits beim Zuschauen während der Zubereitung war ich etwas skeptisch: den Großteil der Zeit bruzelten da die halbgetrockneten Tomaten vor sich hin, dann kam der Rucola dazu und schließlich wurde ich gerade noch gefragt, ob ich Ingwer dazu haben möchte. Aber natürlich wollte ich das, genauso wie die Minze und den sommerlich-frischen Geschmack! Tja, denkste. Vegetarisch bedeutete in diesem Fall offenbar: Campanelle mit halbgetrockneten Tomaten und zerkochten Rucolablättern. Die Kirschtomaten und die Peperoncini hat meine Köchin einfach mal weggelassen, wie ich im Nachhinein erst bemerkt habe. Da wundert es mich auch nicht, dass das Gericht einfach nur fad geschmeckt hat und so gar nicht nach Sommer – eher nach einer Portion Nudeln, die man mit ein paar Dingen aus dem Kühlschrank um 3 Uhr morgens in eine Pfanne geworfen hat.

Pasta Estiva, 8,50 €, (für die vegetarische Variante 6,50€), gegessen im Vapiano München Fünf Höfe bzw. vegetarische Variante im Vapiano München Bogenhausen.

“PASTA ESTIVA
Zarte Hähnchenbrust, halbgetrocknete Tomaten und Peperoncini
tanzen in einer leichten Sauce mit einem Hauch Ingwer.
Kirschtomaten, Minze und Rucola gesellen sich gerne dazu.
Mag besonders unsere hausgemachten Conchiglie.
Mich gibt’s auch vegetarisch.”

Ganz ehrlich: so richtig einladend klingt die Bezeichnung „halbwarm“ nicht. Für Befürchtungen gibt es aber überhaupt keinen Grund, im Gegenteil: die Mischung aus warmen Nudeln mit kühlen Zutaten ist sogar interessant.
Pasta Salmone del Sole ist wohl das einzige Nudelgericht bei Vapiano, bei dem der Wok kalt bleibt. Kein Öl, kein Bratgut, stattdessen eine zubereitete Mischung aus Crème fraîche und Kräutern, dazu eine ordentliche Portion Räucherlachs, Paprikastreifen und ein paar Blättchen Zitronenmelisse und Petersilie. Die gekochten Nudeln dazu und fertig. Geht nicht nur schnell, sondern schmeckt auch sehr gut.
Den größten Anteil am Geschmack hat zweifelsohne der kräftige, salzige Lachs, der ein schönes Zusammenspiel mit der milden Crème fraîche eingeht. Die Zitronenmelisse hält sich vornehm im Hintergrund, was ich fast ein bisschen schade finde, weil ich zitronig-saure Geschmäcker sehr gerne mag. Da ist es hilfreich, wenn man ein Zitronenviertel mitbestellt, um entsprechend nachwürzen zu können.
Der Preis hat mich beim ersten Hinsehen doch ein wenig geschockt. Teurer als die teuerste Gruppe der Standardkarte, da muss schon was dahinterstecken. Hier ist es sicherlich der Lachs, der ins preislich ins Gewicht fällt. Da er aber so reichlich vorhanden ist, lässt sich das verschmerzen. Für Pasta Salmone del sole gibt es von mir auch eine Probierempfehlung.

“PASTA SALMONE DEL SOLE (HALBWARM)
Heiße, frische Pasta trifft auf einen kühlen, erfrischenden Mix aus
Crème fraîche, Petersilie, Zitronenmelisse, Paprikastreifen und auf
geräucherten Lachs.
Passt am besten zu unseren hausgemachten Fusilli.”

Der Flop meiner vegetarischen Pasta Estiva konnte nur noch von Süßem wettgemacht werden – die ideale Gelegenheit also, um die Tarte aux Framboises zu probieren! Dahinter verbirgt sich ein kleines, braunes Tartelette, das jedoch entgegen meiner romantisierten Vorstellung quadratisch statt rund ist. Die Farbe: schokoladenbraun, darin die angepriesene Crème Pâtissière mit sauber aufgestellten neun frischen Himbeeren. Ich steche meine Kuchengabel hinein und stelle fest, dass der Boden steinhart ist. Das hat leider nichts mehr mit knusprig zu tun, viel eher schmeckt der Boden zu mürbe und zu trocken, als dass ich ihn noch als wirklich frisch bezeichen könnte. Da allerdings noch vorgestern alle Desserts am Abend ausverkauft waren (ja, ich war innerhalb von drei Tagen zwei Mal bei Vapiano…) und der Boden innerhalb eines Tages nicht so steinhart werden kann, kann das nur eines bedeuten: er ist nicht vor Ort gebacken, vermute ich. Auch die Crème obendrauf vermag nicht zu überzeugen, ich schmecke nichts als reinen Pudding. Jedoch leider ohne Vanille oder ein anderes Aroma. Es ist einfach nur eine leicht süße, ansonsten geschmacklose Crème. Gerettet wird das Dessert nur noch von den frischen, aromatischen Himbeeren, doch die hätte ich dann auch alleine essen können. Schade.

“TARTE AUX FRAMBOISES
Frische Himbeeren und süße Crème Pâtissière auf einem knusprigen Tartelette.”

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Vapiano: Specials im Mai und Juni

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Das erste Pasta Special im Mai und Juni klingt ja wirklich sehr vielversprechend. Pasta Rodeo, das erinnert an texanische Rancher mit Schnurrbart, die abends den riesigen Grill anheizen, um dann fast ebenso riesige Fetzen Fleisch zu grillen und mit rauchiger Sauce zu verspeisen. Das Rauchige kommt auch bei Pasta Rodeo heraus, aber leider nur als ein zarter Rauch-Geruch.

Meine Hoffnung auf eine dunkelrote, knackig-scharfe, rauchige Barbecue-Sauce an frischer Pasta wurde enttäuscht. Vielmehr ist die Grundlage der weißen (!) Sauce die Standard-Sahnesauce, in die vielleicht ein oder zwei (!) Esslöffel Barbecue-Sauce hineingerührt werden. Von Schärfe ist da nichts zu merken und das Gericht schmeckt ohne den Zusatz von Chili und Knoblauch, bzw. Chili-Öl gelinde gesagt eher fad. Kurzum: damit das Gericht etwas von Barbecue bekommt, muss das Verhältnis von Sahnesauce zu Barbecue-Sauce anders sein. Oder aber man macht gleich eine rote, leicht scharfe Barbecue-Sauce zur Grundlage, die man als Gast noch entsprechend nachwürzen kann. Eine cremige Sauce muss ja nicht zwangsläufig auf Sahne basieren. Moment, da stand ja noch was von Feigen – das hat mich spontan an Pasta Afrika erinnert, wo sie eine perfekte Harmonie mit den restlichen Zutaten eingegangen sind. Anders bei Pasta Rodeo: die getrockneten Feigen wirken durch ihre Süße in der sahnigen Sauce vollkommen fehl am Platz; ich habe fast den Eindruck, dass sie die Barbecue-Sauce, deren Schärfe sie gut ergänzen könnten, genauso vermissen wie ich. Dazu kommt noch, dass sie nur halbiert sind und dadurch noch mehr auffallen. Auch das gebratene (!) Hühnchen würde sich sicher freuen, wenn es eine geschmackliche Verbindung zum Barbecue gäbe. Die Verwendung von Pilzen mit einer Sahnesauce ist ein Klassiker und da ergibt sich schon das Problem: ein Special sollte sich schon dadurch auszeichnen, dass es sich von den Klassikern abhebt.

Zusammenfassend muss ich feststellen, dass Pasta Rodeo sich eben nicht großartig von Pasta Funghi unterscheidet – möchte man einen Unterschied schmecken, bietet es sich an, beim Koch auf mehr Barbecue-Sauce oder extra Chili zu bestehen. Mein Feedback bin ich im Restaurant schon losgeworden und bin gespannt, ob sich bis Ende Juni noch etwas verändert.

Pasta Rodeo, 8,00 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“PASTA RODEO
Zarte Hähnchenbrust mit getrockneten Feigen, Austernpilzen und Champignons an einer cremigen Barbecuesauce.
Vollendet mit roten Zwiebelwürfeln.
Passt besonders gut zu unseren frischen Fusilli.”

Das zweite Pasta-Special Pasta Rustica wird dem aufmerksamen Vapiano-Gast noch vom Olivenfest Ende April/Anfang Mai bekannt sein – es hat den Weg in Verlängerung geschafft. Einen Review dazu gabs schon, wer’s nachlesen möchte, kann das hier tun: Pasta Rustica


Ach, klang das super. So super, ich wusste bereits bei Veröffentlichung der Specials wusste: das.muss.ich.essen. Nur die Riesengarnelen…ich mag (außer Fischstäbchen) nichts, was aus dem Meer kommt. Umso besser für mich, dass dieses Special auch als günstigere, vegetarische Variante angeboten wird.

Der erste Bissen schmeckt nach Weihnachten. Ich habe einen Raviolo durchgeschnitten, aufgespießt, in die weiße Sahnesauce getunkt und schmecke vor allem Orange und Zimt. Beim nächsten Bissen gibt es noch etwas von den Frühlingszwiebelringen dazu und siehe da: schon viel besser. Diese Kombination habe ich so bisher noch nirgendwo gegessen, und wenn man es schafft, Frühlingszwiebel, Orangenfilet und eine große Nudel mit etwas Sauce auf die Gabel zu packen, knallt das Aromafeuerwerk im Mund. Aber so richtig. Schafft man das jedoch nicht, schmeckt man vor allem Orange und die cremig-salzige Sauce. Nicht weniger, aber leider auch nicht mehr.  Vielleicht hätten ja die Garnelen den letzten Kick geben können. Dennoch denke ich, dass ein Gericht auch in einer extra angebotenen vegetarischen Variante gut abgeschmeckt sein muss.

Als der Teller leer ist, bin ich zwar in Sachen Geschmack recht zufrieden, doch ich merke, dass dieses Special so gar nicht zu den anderen, sommerlich-leichten Kreationen für Mai und Juni passen will. Mit Ricotta gefüllte Ravioli in einer kompakt-cremigen Sauce aus Sahne oder Crème fraîche – das klingt nicht nur fett, es lähmt mich geradezu und sättigt über Stunden.

Ravioli d’Arancia, 8,50€ bzw. 6,00€ für die vegetarische Version, gegessen im Vapiano München Bogenhausen

“RAVIOLI D’ARANCIA
Hausgemachte Ravioli mit einer Orangen-Ricotta­Füllung, Riesengarnelen und filetierten Orangen an einer cremig­-leichten
Sauce mit einem Hauch Grand Marnier und einer Prise Zimt.”


Lange habe ich bei Vapiano keine Pizza mehr gegessen, was schlichtweg daran liegt, dass die Nudeln zu geil sind. Und da Tina mit Meeresfrüchten nicht gut kann (s.o.), stand schon fest, dass ich die aktuelle Special-Pizza reviewe. Was für ein knuspriges Erlebnis! Die Beschreibung verspricht mit Pizza Moscardini ein erfrischendes Sommergericht und damit verspricht sie nicht zu viel.

Die Pizza wird statt mit Tomatensauce mit Olivenöl bepinselt und mit italienischem Räucherkäse belegt. Heraus kommt eine unglaublich knusprige Pizzagrundlage auf der die übrigen Zutaten nach dem Backen reichlich angehäuft werden. Das Ganze hat etwas von einem mild marinierten Antipasti-Salat, der die Pizza-mit-Olivenöl-Frittier-Aktion gut ausgleicht, zumindest fühlt man sich danach nicht pappsatt. Den Räucherkäse konnte ich als solchen nicht identifizieren und hätte ihn auch für Mozzarella halten können.

Meine einzige Anmerkung: die Tintenfischstücke (nicht Tintenfischringe, sondern -tentakel!) sind recht groß, was zusätzliches Zerkleinern notwendig macht. Die schiere Menge davon und die Knusprigkeit der Pizzabasis bis zum letzten Bissen sprechen aber eindeutig für diese Kreation. Einzige Genussvoraussetzung: eine grundsätzliche Vorliebe für Meeresfrüchte. ;)

Pizza Moscardini, 8,50 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“PIZZA MOSCARDINI
Unsere Steinofenpizza kommt heute in weiß mit Olivenöl
und Scamorza affumicata, einem aromatischen Räucherkäse.
Nach dem Backen mit einem Mix aus würzigem Rucola,
Cherrytomaten, roten Zwiebelwürfeln und Moscardini,
kleinen Tintenfischen und unserem hausgemachten Olivenpesto-
Balsamico-Dressing vollendet. Semifredda – erfrischend im Sommer!”

(Nachtrag vom 18.6.) Die Desserts bei Vapiano sind meist sagenhaft, leider tue ich mir nach einem Berg Nudeln meist schwer, das große Glas Tiramisu noch zu schaffen. Umso glücklicher war ich, als ich die  Mousse au chocolat noisette sah – sie ist in den üblichen Wassergläser abgefüllt und somit deutlich kleiner als die Desserts der Standardkarte. Das schlägt sich auch im kleineren Preis nieder.

Dennoch muss sich das Dessert nicht verstecken: hier bekommt man eine wirklich gute Mousse serviert, die deutlich nach Nougat und Haselnüssen schmeckt, die Vanille ist höchstens zur Unterstützung beigefügt. Bei allen Besuchen in dieser Special-Saison habe ich die Mousse gegessen, die Konsistenz schwankte zwischen schnittfest und fast flüssig − der nussig-schokoladige Geschmack jedoch blieb. Die kleinen Erdbeerstückchen geben eine fruchtige Note, die perfekt zur Mousse passt. Für mich ein echtes Highlight dieser Specials, ich wäre froh, wenn in Zukunft öfter Desserts in der Größe angeboten werden oder die Mousse au chocolat noisette sogar den Sprung auf die Standardkarte schaffen würde.

Mousse au chocolat noisette, 2,50 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe und München Bogenhausen

“MOUSSE AU CHOCOLAT NOISETTE
Eine zart­schmelzende Haselnussmousse mit Mascarpone,
Vanille und frischen Erdbeeren.”

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Vapiano Specials zum Olivenfest Viva Oliva 2011: Pasta Pesto d’Oliva, 6,00 Euro, gegessen im Vapiano München Bogenhausen und Pasta Rustica, 9,00 Euro, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

Zwei Wochen dauert das Olivenfest bei Vapiano – bis zum 8. Mai habt ihr noch Zeit, die Specials zu testen, die ich hier für euch reviewt habe.

Zum Olivenfest erwartet den Gast mit Pasta Pesto d’Oliva ein simples Gericht, an dem sich die Geister scheiden werden: jene, die Oliven mögen, werden es lieben. Die anderen dürfen einen großen Bogen herum machen (zum Beispiel Tina :) ). Das Olivenpesto ist mit Minze gewürzt, eine interessante Kombination. Leider verfliegt dieser Neuheitswert mit jedem Bissen und nach einiger Zeit schmeckt man die Minze nicht mehr sehr deutlich heraus. Was diesen Nudeln auf jeden Fall gut tut ist eine große Portion geriebener Käse, ebenso wie frisch gemahlener Pfeffer. Und wenn ich so an die Minze zurückdenke, wäre wohl auch etwas Zitronensaft nicht schlecht gewesen, um dem ganzen noch etwas mehr Pepp zu verleihen. Übrigens: Olivenpesto macht sich auch auf Brot als Bruschetta ganz hervorragend: mit geriebenem Käse bestreuen und kurz überbacken – feine Sache.

“PASTA PESTO D’OLIVA
Hausgemachtes Olivenpesto mit knackigen Kirschtomaten und
grünen Oliven trifft auf unsere frische Pasta. So lecker, dass sich
gleich noch italienischer Hartkäse und frische Minze hinzugesellen.
Passt besonders gut zu unseren hausgemachten Fusilli.”

Um den Review zu komplettieren, hab ich für euch natürlich auch das zweite Pasta-Special getestet: Am Freitag hab ich mich mit meiner lieben Freundin Anna zum Essen in den Fünf Höfen getroffen (ich durfte dann noch ihre Spaghetti Pomodoro Mozzarella aufessen, ein Traum!). Pasta Rustica verrät schon im Namen, worum es hier geht: große Stücke, deftiger Geschmack – ein rustikales Bauerngericht im weitesten Sinne. Dazu wird gepellte Salsiccia Siciliana stückchenweise in den Wok gegeben und angebraten, was die recht fettige Saucengrundlage herstellt. Hinzu kommen halbgetrocknete Tomaten und Kartoffelwürfel und schließlich etwas Olivenpesto. Wenn die Nudeln fertig sind, wird noch etwas fein gehobelter Provolone untergemischt und auf Wunsch über das Gericht gegeben. Empfohlen werden dazu Fusilli – das passt zu den großen Stücken in der Sauce. Da steht dann also eine Schale ölig ummantelter Nudeln vor einem; der erste und letzte Geschmackseindruck ist wirklich deftig und etwas scharf: die Wurst ist es, die hier den Ton angibt. Das Olivenpesto kann man eigentlich gar nicht herausschmecken, es hält sich dezent im Hintergrund. Die Tomatenstücke sind für meinen Geschmack zu groß – die Kartoffeln dienen primär als dezente Ergänzung der Sauce. Ist es denn eine Sauce? Wie bei Aglio e olio ist es eigentlich Öl, das die Nudeln zusammenbringt. Hier ist es das Fett der Salsiccia und des italienischen Käses, sowie das Öl des Olivenpestos – eine heftige Kombination. Heißt: viel trinken und Brot dazu.

“PASTA RUSTICA
Salsiccia Siciliana und Kartoffelwürfel mit halbgetrockneten Tomaten
an frischem Olivenpesto und Provolone, einem italienischen Hartkäse.
Freut sich besonders auf unsere frischen Fusilli.”

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Vapiano: Specials im März und April

So gerne wir selber kochen, so gern gehen wir auch auswärts essen – unsere erste Wahl meistens: die Kette „Vapiano“ mit guter Pasta und einem tollen systemgastronomischen Konzept. Alle zwei Monate bietet das Restaurant wechselnde Specials an, die wir für euch fortan, unentgeltlich, freiwillig und unabhängig, reviewen möchten.

Die erste Hälfte der Specialrunde für März und April ist ja fast vorbei, höchste Zeit also für unsere Kritik! Was ihr euch also im April guten Gewissens auf den Teller laden dürft, erfahrt ihr hier.

Eine spannende Mischung, die sich bei Pasta Mediterranea Piccante auftut: spanische Paprika-Knoblauchwurst trifft auf Sahnesauce. Das Konzept geht erstaunlich gut auf. Die fünf Zentimeter großen und drei Millimeter dicken Chorizoscheiben werden geviertelt, kurz angebraten, mit Miesmuscheln und Zwiebeln ergänzt, mit der hauseigenen Sahnesauce abgelöscht und kurz aufgekocht. Zum Schluss kommen noch etwas Safran und die kleingeschnittenen Paprika und Kirschtomaten hinzu. Die Sahnesauce tut, was sie besonders gut kann: sie nimmt der scharf-würzigen Chorizo ein wenig das Feuer und verbindet sich gleichzeitig mit dem im Wok ausgelassenen, rötlichen Öl zu einer hervorragenden Sauce. Zusätzlichen Knoblauch oder Chili braucht es hier nicht: beide Geschmäcker sind schon reichlich in der spanischen Wurst enthalten. Dabei bleibt kein geschmacklicher Platz für die armen Miesmuscheln, die gegen die mächtige Paprikawurst einfach keine Chance haben und praktisch untergehen. Die Tagliatelle sind leider mit den großen Wurststücken nicht so gut zu vereinbaren: entweder man hat Nudeln auf der Gabel oder ein Stück Wurst, beides ist schwierig. Vorschläge: die Miesmuscheln einfach rauslassen, vielleicht ließe sich dadurch auch der stolze Preis noch um 50 Cent drücken. ;) Die großen, dicken Chorizoscheiben durch kleinere und dünnere austauschen. Keine langen Nudeln wählen: wegen der vielen Stücke bieten sich kompakte Nudeln wie Fusilli oder Campanelle an.

Pasta Mediterranea Piccante, 8,50 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

PASTA MEDITERRANEA PICCANTE
Würzige Chorizo und Miesmuscheln freuen sich auf eine cremige
Safran-Sahne-Sauce, frische Kirschtomaten und Paprika und mögen
besonders gerne Tagliatelle.

Dass Pastasaucen nicht immer italienisch sein müssen, beweist das Vapiano bereits mit exotischeren Gerichten wie „Curry All’Anatra“ mit Currysauce und Entenbrust von der regulären Karte. Eine Abwandlung dessen fand als Pasta Pollo All’Indiana den Weg auf die Specialkarte. Karotten, Äpfel und Rosinen bringen eine fruchtige Abwechslung in die cremige Curry-Madras-Sauce, dazu gibt es noch Hühnerbrustfilet und Pak Choi. Der vermeintliche Vorteil des Gerichts wird ihm jedoch gleichzeitig zum Verhängnis: viel zu viele Aromen tummeln sich da auf dem Pastateller und vor allem die als „mild“ deklarierte Curry-Madras-Sauce erschlägt bereits nach wenigen Bissen die Konkurrenz auf dem Teller und gleichzeitig sämtliche Geschmacksknospen meiner Zunge.

Der große Unterschied zur regulären Currysauce im Vapiano besteht sicherlich in dem gelben Pulver, das der Koch üppig dazu gibt – sie gibt der Sauce wohl „Madras“, aber gleichzeitig zu viel Schärfe, die in faktisch nicht-asiatischer Systemgastronomie vollkommen fehl am Platz ist. So bleibt nicht mehr viel zu rezensieren, denn nach einem halben Teller Pollo All’Indiana schmecke ich weder einen Unterschied zwischen Karotten und Äpfeln, noch könnte ich über die mir verhassten Rosinen meckern. Die sind nämlich das einzige, das ich noch aus dem indischgelben Einheitsgericht herausschmecken kann.

Pasta Pollo All’Indiana, 8,50€, gegessen im Vapiano München Bogenhausen

PASTA POLLO ALL’INDIANA
Eine milde Curry-Madras-Sauce mit feinem Hähnchen,
vielen frischen Karotten und Äpfeln sowie Pak Choi,
geschmückt mit Rosinen, Mandelsplittern und Sprossen.
Passt besonders gut zu unseren hausgemachten Fusilli.

Pasta Alpentrüffel ist im Grunde ein sehr einfaches Gericht: wenige Zutaten, eindeutige Geschmäcker. Die große Besonderheit ist der Gourmet-Käse „Belper Knolle“, der erst nach der Zubereitung über die fertige Pasta gerieben beziehungsweise gehobelt wird. Zur Zeit wird er noch als Geheimtipp gehandelt, dürfte aber durch die Verwendung bei Vapiano an Bekanntheit gewinnen. Für die Zubereitung werden kleine Zucchiniwürfel mit Zwiebeln und Pinienkernen in relativ viel Öl angebraten, damit später die Spaghetti auch schön flutschen. Wählt man Knoblauch dazu, hat das Gericht sehr viel Ähnlichkeit mit dem simplen Klassiker Spaghetti Alio e Olio und unterscheidet sich dann primär durch den Geschmack des Gourmet-Käses. Die Spaghetti sind auf Grund dieser Ähnlichkeit übrigens auch hier eine gute Wahl. Bei so einem einfachen Gericht bietet sich Pfeffer zum Abschmecken an und verleiht den dezenten Geschmäckern noch etwas mehr Kontur. Auf jeden Fall probieren!

Pasta Alpentrüffel, 7,50 €, gegessen im Vapiano München Bogenhausen und München Fünf Höfe

PASTA ALPENTRÜFFEL
Die Spezialität aus dem Käsekeller, die Belper Knolle aus dem Berner
Voralpengebiet verliebt sich in frische Zucchini und goldgelbe Pinienkerne. Bester Freund unserer frischen Spaghetti. Die Belper
Knolle ist eine Käseproduktion nach einem geheimen Rezept, sorgsam getrocknet und von Pfeffer, Himalaya-Salz und Knoblauch umhüllt,
eine Krönung der Pasta.