Spaghetti an Gorgonzola-Zitronen-Sauce

Als ich neulich in meinem Kühlschrank einen fast schon vergessenen Gorgonzola entdeckte, hat mich die Lust auf etwas Neues gepackt. Ich liebe den pikanten Käse und ganz besonders liebe ich ihn in Kombination mit Pasta – gekauft hatte ich ihn also für eine simple Gorgonzola-Sahne-Sauce. Beim googlen bin ich aber auf dieses Rezept gestoßen und schon beim Lesen ist mir das Wasser im Mund zusammengeflossen! Ich musste unbedingt testen, ob diese vielen Aromen dem dominanten Gorgonzola Paroli bieten können.

In meiner Version habe ich bewusst auf den halben Becher Sahne und den Parmesan verzichtet und lieber mehr (milden) Gorgonzola genommen – das lässt sich aber nach Belieben recht gut variieren. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die Pasta die Sauce sehr schnell „aufsaugt“ – für diesen Fall behalte ich immer einen Becher vom Nudelwasser zurück, von dem ich noch Flüssigkeit zugeben kann.
Irgendwann möchte ich das Gericht auf jeden Fall noch einmal mit frischen Feigen nachkochen. Das schmeckt sicher noch einmal ganz anders. :)

Spaghetti an Gorgonzola-Zitronen-Sauce

Hier kommen viele würzige Zutaten in die Sauce.

Für zwei

250 g Spaghetti

1 EL Butter

1 Bio-Zitrone

1 EL Rosmarin, fein gehackt

2 Knoblauchzehen

1 TL Chiliflocken

4 Soft-Feigen

1 Schuss Sahne

200 g milder Gorgonzola

frisch gemahlener Pfeffer, evtl. Salz

1 kleine Paprikaschote

 

01-gelb Von der Zitrone die Schale abreiben und den Saft auspressen. Knoblauch schälen und fein hacken. Feigen in kleine Stücke von ca. 0,5cm schneiden.  Paprikaschote entkernen, waschen und in sehr feine Stücke/Streifen schneiden. Wasser zum Kochen bringen und die Nudeln darin bissfest garen.

02-gelb Währenddessen die Butter in einer großen Pfanne zerlassen, Zitronenschale, gehackten Rosmarin, Knoblauch und Chiliflocken dazugeben und einige Minuten bei sehr kleiner Hitze anschwitzen. Die Feigenstücke zugeben und kurz stark erhitzen. Mit der Sahne und dem Zitronensaft ablöschen und auf kleiner Flamme gut verrühren. Den Gorgonzola in Stücken zugeben und schmelzen lassen. Fertige Pasta und Paprikastreifen zugeben und mit Pfeffer und evtl. Salz abschmecken, servieren. eat it. love it.

Spaghetti an Gorgonzola-Zitronen-Sauce

Wichtig bei langen Nudeln: Zutaten klein schneiden!

Spaghetti an Gorgonzola-Zitronen-Sauce

Und? Habt ihr auch Lust bekommen, mit eurer Gabel hier einzutauchen? :)

 

Vor noch gar nicht allzu langer Zeit fand ich Avocado doof. Gar nicht lecker, muffig und vor allem viel zu schmierig und zu fettig. Guacamole? Wie Babybrei mit Butter. Dachte ich. Aber irgendwie finden im Moment so richtig viele Foodblogs Avocado so richtig gut. Und BuzzFeed erst! Gefühlt wird man als Foodie den ganzen Tag mit Avocadorezepten zugeschüttet. Und so keimten in mir Zweifel auf. War nicht etwa die Avocado falsch – sondern ich? Also gab ich, Opfer des Avocadofangruppenzwangs, der Frucht noch eine Chance. Und wie das so ist mit neuen Dingen, schmecken sie am Anfang vielleicht noch solala, dann irgendwann gar nicht so schlecht, plötzlich gut und dann so richtig gut. Und jetzt fahre ich auf Avocado ab.

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Die Sache mit der Vorratshaltung habe ich leider noch nicht so ganz heraus. Die Teile werden einfach zu schnell überreif und sind dann ungenießbar. Als ich mal wieder ein angeschnittenes Exemplar im Kühlschrank liegen hatte, wusste ich: Diesmal nicht, Freundchen! Und so entschied ich mich, meine abendliche Pasta zum Avocadoresteessen zu machen. Das Pesto war so schnell zusammengemixt, bis dahin schaffen es höchstens sehr dünne Spaghetti, al dente zu werden.

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Viele Zutaten sind es gar nicht: Ein wenig Basilikum und Parmesan dazu, Zitronensaft für den gewissen Frischekick und dazu noch ein paar Streifen rote Paprika. Ich habe sowohl eingelegte Paprika aus dem Glas als auch frische, rote Spitzpaprikastreifen versucht. Beide Varianten waren sehr lecker, die eingelegten waren eher säuerlich, die frischen fruchtig: Insofern: Geschmackssache, probiert es einfach aus. Für die richtige Schärfe sorgt ein wenig rosa Pfeffer als Topping – wer den nicht zur Hand hat, sollte mit etwas Chili oder Cayennepfeffer nachhelfen.

für zwei Portionen

200 g Vollkornnudeln

1 reife Avocado

4 eingelegte rote Paprika

oder 1 rote Spitzpaprika

Saft von 1/2 Zitrone

25 g Basilikumblätter

3 EL geriebener Parmesan

Salz, Pfeffer, rosa Pfefferbeeren

01-grün  Nudeln bissfest kochen. Währenddessen die Avocado schälen, Basilikumblätter waschen und tropfentupfen. Blätter mit dem Avocadofruchtfleisch in einen hohen Mixbecher geben und pürieren. Den Zitronensaft und den Parmesan unterrühren, kräftig mit Salz und Pfeffer würzen.

02-grün  Eingelegte Paprika auf Küchenpapier abtropfen lassen, frische Paprika waschen und entkernen. Egal welche Paprikasorte, diese in feine Streifen schneiden. Eine Schöpfkelle Nudelwasser abschöpfen und Nudeln abgießen, kurz abtropfen lassen und im Topf mit dem Avocadopesto vermischen. Bei Bedarf etwas vom Nudelwasser hinzufügen, sodass alle Nudeln gleichmäßig mit dem Pesto vermischt sind. Auf Tellern verteilen, mit Paprikastreifen und rosa Pfefferbeeren garnieren. eat it. love it.

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Orecchiette Masala – Italien trifft Indien

Orecchiette_Masala1 Wie steht ihr zu indischem Essen? Ich muss ja zugeben, dass ich da immer ein bisschen skeptisch war (und wohl immer noch bin), weil ich nicht so ganz nachvollziehen kann, warum man getrocknete Gewürze in Form von Gewürzmischungen den frischen Produkten vorzieht. So bin ich das aus der thailändischen Küche gewohnt und das finde ich auch nach wie vor die schickere Version (süd)asiatischen Essens. Aber wer wird schon Äpfel mit Birnen vergleichen… ;) Vermutlich hat also auch die Verwendung der diversen Pulver ihre Vorteile, zumindest ist die Haltbarkeit kaum ein Problem. Da ich noch von einer Geburtstagsfeier für einen Indien-affinen Freund eine Unmenge Garam Masala im Schrank hatte, ließ ich mich für dieses Rezept einfach mal von der Experimentierfreude packen. Mit dem Ergebnis bin ich echt zufrieden! Was mögt ihr an indischem Essen? Schreibts in die Kommentare, ich bin gespannt auf eure Erfahrungen!

Für vier Portionen

250 g Pasta

1 Süßkartoffel (ca. 350 g)

1 Paprika

1 Karotte

1 kleine Zwiebel

3 kl. grüne Chilischoten

1,5 TL Garam Masala

1,5 TL Currypulver

0,5 TL Korianderpulver

300 g Joghurt

1 EL Zucker

01-gelb Süßkartoffel schälen und in ca. einen Zentimeter große Würfel schneiden. Paprika waschen und in Stücke schneiden, Karotte schälen und stifteln. Zwiebel schälen und fein hacken. Chilischoten in Ringe schneiden.

02-gelb Im Wok die Zwiebel in etwas Öl anschwitzen, Süßkartoffelwürfel dazu geben und bei großer Hitze einige Minuten anbraten. Wenn sie zu bräunen beginnt, auf mittlere Hitze herunterschalten, einen Schluck Wasser zugeben und mit geschlossenem Deckel garen. Das dauert ungefähr 15 Minuten. Währenddessen die Pasta kochen.

03-gelb Die Chilischoten und Karottenstifte mit in den Wok geben, ungefähr sechs Minuten bevor die Pasta fertig ist. Nach zwei Minuten auch die Paprika zugeben. Nun die Gewürzpulver dazu geben und alles gemeinsam mit dem Joghurt gut verrühren. Mit Salz und Zucker abschmecken und die fertige Pasta unterrühren und servieren. eat it. love it. Orecchiette_Masala2

Es gibt Urlaube, die vergisst man nie. Und Gerichte, die man im Urlaub isst, die sich sofort von der Zunge direkt ins Hirn (vielleicht noch mit einem Umweg, der einen freudig “Boah ist das gut!” sagen lässt) schieben und die man nicht mehr vergisst. Bei manchen mag das Sterneküche sein, bei mir waren das bisher meistens echt simple, aber unfassbar gut gemachte Gerichte. So wie dieses hier.

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Vor fünf Jahren war ich in Berlin. Meine Begleitung und ich waren ausgehungert, es war Juli und heiß, wir wollten Nudeln, wir hatten keinen Ahnung, wohin wir gehen sollen. (Es war noch eine smartphonefreie Zeit, heute unvorstellbar!) Also liefen wir hungrig und planlos durch Berlin-Mitte. Am Friedrichstadtpalast entdeckten wir einen kleinen Laden, Giotto, der uns mit einer einfachen, guten Karte und schickem schwarz-weißen Design überzeugte. Außer uns war der Laden fast leer. Eigentlich ein schlechtes Indiz, aber wir hatten Hunger. Der Service war außerordentlich gut, wir bekamen als Vorspeise sensationelle Crostini, von denen ich heute noch träume, und als Hauptgang stellte uns der Koch Tris di Pasta, also dreierlei Nudelgerichte, zusammen.

Eines der Gerichte auf meinem Teller war eine wunderbar frische Tomatensauce, simpel und aromatisch. Dazu ein wenig Basilikum und Mozzarella, fertig. Das Tolle daran war aber, dass der Käse nicht kleingeschnitten oder gar geschmolzen war – eine halbe Kugel thronte kalt auf den heißen Nudeln und schmolz durch deren Wärme von außen leicht an. Dadurch ist das Gericht wunderbar frisch, trotzdem hat man immer wieder Stücke von geschmolzenem Käse auf der Gabel.

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Jedes Mal, wenn ich seitdem in Berlin war, habe ich zumindest einen kurzen Blick riskiert, ob es das Giotto noch gibt – und es existiert noch. Gegessen habe ich darin seitdem nicht mehr (gibt ja noch einige Berlin-Tipps, die ich abzuarbeiten habe), aber vergessen hab ich die Nudeln seit fünf Jahren nicht. Diese Variante ist für mich seitdem die Lieblingsmöglichkeit, wenn es um Nudeln mit Tomaten und Mozzarella geht.

für zwei Portionen

200 g Nudeln

500 g frische Fleischtomaten

1 kleine Zwiebel

2 Knoblauchzehen

3 EL Olivenöl

1 Kugel Büffelmozzarella

Basilikum

Meersalz, schwarzer Pfeffer

01-grün  Tomaten waschen und mit einem scharfen Messer die Haut kreuzförmig einritzen. Mit heißem Wasser übergießen und darin etwa eine Minute schwimmen lassen, danach abseihen und eiskalt abschrecken. Die Haut abziehen, Fleischtomaten halbieren, den Saft und die Kerne in eine Schüssel geben und das Fruchtfleisch grob würfeln.

02-grün  Zwiebel fein hacken, Knoblauchzehen schälen und halbieren. In einer beschichteten Pfanne 2 EL Olivenöl erhitzen, Zwiebeln darin auf niedriger Temperatur etwa zehn Minuten glasig dünsten, nach sieben Minuten die Knoblauchzehen hinzugeben. Danach die Tomatenwürfel dazugeben. Den Tomatensaft durch ein feines Sieb geben und so die Kerne abseihen, danach den Saft zur Sauce geben und diese 30-50 Minuten auf mittlerer Hitze köcheln lassen. Dabei immer wieder mit einem Holzkochlöffel die Tomatenstücke zerdrücken.

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Die Sauce mit Meersalz, Pfeffer und gegebenenfalls einer Prise Zucker abschmecken. Büffelmozzarella abtropfen lassen und halbieren. Nudeln sehr bissfest kochen, zwei Schöpfkellen Nudelwasser zur Tomatensauce geben und die Nudeln darin fertig garen. Basilikumblätter in grobe Stücke zupfen und kurz vor dem Servieren unter die Nudeln geben. Auf Tellern anrichten und den kalten Mozzarella obenauf geben. eat it. love it.

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PS:  Das Zeit Magazin hat online in der Rubrik “Sonntagsessen” über uns berichtet! An dieser Stelle also ein “Salut!” an alle neuen Leser, wir freuen uns sehr über euch!

PPS: Die Fotosituation ist bei mir gerade etwas kritisch. Warum genau, darüber informiere ich euch demnächst (Leser meiner Kolumne werden es sich denken können), es sei euch nur so viel verraten: Ich improvisiere viel und ich habe im Moment weder meine hübschen Tellerchen noch meine Dekoutensilien dort, wo ich koche. Aber immerhin, ich koche, und darum geht’s ja…

Freie Sonntage muss man nutzen. Also, ich habe momentan nicht allzu viele davon, aber wenn ich einen habe, dann will ich meine Freizeit so schön nutzen, wie man sie nur nutzen kann. Etwa, indem man sich schon nach dem Frühstück mit dem Abendessen beschäftigt – nämlich mit diesem lang geschmorten Rinderragout.

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Als Vorlage habe ich mich an einem Rezept von Donna Hay orientiert, das beim ersten Nachkochen vor einiger Zeit so nicht aufgehen wollte. Das Fleisch war erst nach einer Extrastunde im Ofen so weit, noch dazu hätte zumindest so ein bisschen Salz der Sauce schon während des Schmorens sehr gut getan. Ahja, und der Bratensatz wurde bitter.

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Beim zweiten Mal machte ich deshalb einige Dinge anders. Im Original ist Rinderbrust vorgesehen, die hatte mein Metzger leider gerade nicht. Stattdessen habe ich ein großes Stück Rinderwade gekauft – hat genauso gut geschmeckt und ist in der angegebenen Zeit wunderbar weich geworden, wobei ich diesbezüglich ohnehin von Pauschalaussagen abraten möchte. Das Fleisch braucht eben so lange, wie es braucht. Mämlich bis es einem fast schon auf der Zunge zergeht. Um das zu schaffen, braucht ihr Zeit, und nicht etwa ein besonders teures Stück vom Rind. Erzählt eurem Metzger, was ihr vorhabt, und er wird euch was Passendes verkaufen (wenn er denn was taugt. Und hoffentlich dreht er euch keinen Tafelspitz an. Um den wär’s echt schade.).

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Das Gute an der Sache ist, dass sich dieses Ragout nicht nur fantastisch nach Soulfood und Wärme und Tomaten und Fleisch schmeckt – natürlich tut es das, sonst würde ich es ja nicht bloggen – sondern sich eigentlich fast von selbst im Ofen macht. Ihr könnt in aller Ruhe währenddessen anderen sonntäglichen Aktivitäten Faulenzereien nachgehen und braucht keine ernsthafte Angst ums Anbrennen haben. Und bei der Menge sichert ihr euch (und vielleicht sogar ja noch ein paar lieben Kollegen?) mit einer Kochaktion auch noch das Mittagessen für den Montag. Ihr seht, es gibt nichts, aber auch gar nichts, was dagegen spricht, an diesem Sonntag genau dieses Ragout nachzukochen. Deshalb: Tut es!

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für vier bis sechs Portionen

1 kg Rindfleisch am Stück, z.B. Brust oder Wade

6 EL Olivenöl

1 weiße Zwiebel

3 Knoblauchzehen

250 ml trockenen Rotwein

500 ml Rinderfond

400 g stückige oder Kirschtomaten aus der Dose

4 Lorbeerblätter

2 EL Tomatenmark

ca. 1/2 EL feines Salz

Pfeffer, ggf. etwas Zucker

01-grün  Zwiebel schälen und in etwa 1 cm breite Ringe schneiden. Knoblauch schälen. Rindfleisch flach drücken und vierteln. Mit Mehl bestäuben und überschüssiges Mehl abklopfen. In einem Bräter mit Deckel oder einem ofenfesten Topf 2 EL Olivenöl erhitzen. Das Fleisch bei starker Hitze drei Minuten anbraten, danach wenden und die restlichen Seiten noch einmal insgesamt etwa drei Minuten anbraten. Das Fleisch aus dem Bräter nehmen und den Bratensatz mit einem großen Schluck Wasser ablöschen. Kurz aufkochen, dabei mit einem Holzkochlöffel den Satz vom Boden des Bräters abkratzen und umrühren. Bratensatz in eine Tasse schütten und beiseitestellen.

02-grün  Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Restliches Olivenöl in den Bräter geben und auf niedriger Hitze die Zwiebeln und den Knoblauch etwa sechs Minuten anschwitzen. Danach die Temperatur erhöhen und nach etwa einer weiteren Minute mit dem Rotwein ablöschen. Etwa drei Minuten stark köcheln lassen, bis die Hälfte des Rotweins verkocht ist. Dann den Bratensatz, Rinderfond, 250 ml Wasser, die Dosentomaten, Lorbeerblätter und Tomatenmark hinzugeben. Sollten die Dosentomaten sauer sein, noch ein wenig Zucker hinzugeben (ich habe bisher noch nie welchen gebraucht). Das Fleisch in die Flüssigkeit geben, das Salz dazugeben und gut umrühren. Den Deckel auf den Bräter legen und im Ofen zwei Stunden schmoren. Nach der Hälfte der Zeit das Fleisch wenden und, falls der Deckel nicht dicht schließt, noch etwas Wasser nachgießen.

03-grün  Deckel vom Bräter abnehmen, das Fleisch erneut wenden. Die Sauce offen noch einmal eine halbe Stunde schmoren lassen, das Fleisch sollte knapp mit Flüssigkeit bedeckt sein. Danach das Fleisch herausnehmen und mit einer Gabel in Stücke reissen – wenn das noch nicht geht, nochmal eine halbe Stunde mit Deckel im Ofen schmoren. Sollte die Sauce zu dünn sein, diese ohne Fleischstücke weiter einreduzieren. Dazu passen kurze Nudeln, in denen sich die Sauce schön hineinsetzen kann, also etwa Casarecce oder Fusilli. eat it. love it.

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Idee: Gnocchi mit gelber Tomatensauce

Gnocchi an gelber Tomatensauce

Neulich gab es im Hofladen wunderschöne, gelbe Eiertomaten – ich konnte nicht anders, ich musste sie einfach haben. Und nachdem ich schon lange mal eine gelbe Tomatensauce machen wollte, kamen sie mir wirklich gelegen. :) Ich wollte etwas total schlichtes kochen; etwas, das durch seine Einfachheit besticht: ganz wenige Zutaten und feiner Geschmack.

Eine gelbe Tomatensauce schaut an sich schon ungewohnt aus. Man könnte sogar sagen, sie vermitteln einen anderen, milderen Geschmack als die mehrheitlich roten Vertreter dieser feinen Früchte. Das fand ich spannend und hab zur Sauce ein paar Chiliflocken gegeben. Eine kleine Arrabbiata-Sauce also, die überhaupt nicht so aussieht.

Wers genau wissen will, braucht für zwei Portionen eine kleine Zwiebel, eine Knoblauchzehe, 6-7 gelbe Tomaten, Chiliflocken, Salz, Pfeffer, Oregano und Basilikum. :) Und natürlich Pasta. ;)  eat it. love it.

 

Dazu gabs einen sehr feinen Weißwein, den ich euch nicht vorenthalten möchte: ein 2012er Grauer Burgunder Spätlese trocken vom Weingut Harth – der von mir eine eindeutige Genussempfehlung bekommt. In der Beschreibung heißt es: “kräftig und schmelzend, reife Birne” – das trifft auf jeden Fall zu. Er ist auf der Zunge sehr weich und samtig und erinnert vom Mundgefühl her eher an einen Likör als an einen trockenen Weißwein. Der Geschmack ist sehr fruchtig und schmeckt deutlich nach der “reifen Birne”, aber erinnert auch entfernt an Ananas, wenn er ein wenig offen ist. Er passt für mich sehr gut zu der leicht scharfen Tomatensauce und gibt ein schönes Gegengewicht dazu.

Kurzum: ein sehr feiner Weißwein, den ich gerne früher entdeckt hätte.

2012
Grauer Burgunder Spätlese trocken
Weingut Harth – Rheinhessen
13 % vol., 0,75 l
4,70 €

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Tortiglioni an Walnuss-Pecorino-Sauce

Tortiglioni Walnuss Pecorino

Wenn es auch im Frühling andauernd noch so kalt ist, dass man meint, Weihnachten steht vor der Tür, dann störe ich mich nicht an eher winterlichen Zutaten und Geschmäckern. Von mir aus darf es dann auch noch Glühwein geben – vielleicht als Füllung für Ostereier? ;)

Dieses Rezept stammt aus meinem dicken Pasta-Buch und landete deswegen auf dem Speiseplan, weil ich noch eine Menge gereiften Pecorino im Kühlschrank hatte – und weil ich Pecorino unglaublich gerne mag. Die Walnüsse machen das Gericht zu einer ziemlich knackigen Sache; wer es weniger knackig und dafür cremiger mag, der sollte einen Teil der Walnüsse im Mörser zermahlen statt sie zu hacken. Für das nächste nussige Pasta-Projekt werden dann hoffentlich wieder Birnen den Weg ins Essen finden – in Kombination mit Käse eine absolut köstliche Sache, wie ich finde.

 

Für zwei:

250 g Pasta

80 g Walnusskerne

1 Knoblauchzehe

1 EL Olivenöl

50 g Sahne

50 g Pecorino, gerieben

eine Handvoll Basilikumblätter, gehackt

Salz, Pfeffer

 

01-gelb Pasta in reichlich gesalzenem Wasser al dente garen. Walnusskerne und Knoblauchzehe fein hacken und mit dem Olivenöl in einer großen Pfanne leicht anrösten. Sahne angießen und einige Minuten auf sehr kleiner Flamme köcheln lassen.

02-gelb Kurze vor Ende der Garzeit der Pasta den Pecorino und den gehackten Basilikum zu den Walnüssen geben und verrühren. Vom Nudelwasser eine Tasse abschöpfen, dann Pasta abgießen und zur Sauce geben. Alles gut verrühren und etwas Nudelwasser zugeben, wenn sie zu trocken ist. Mit Salz, Pfeffer und nach Belieben einigen Tropfen Zitronenöl servieren. eat it. love it.

Walnüsse gehackt

Walnüsse von Hand sehr klein zu hacken ist mühsam; nachhelfen kann man mit dem Mörser oder einer Nussmühle.

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Spinat-Ricotta-Gnocchi

Ich muss ein Geständnis machen: ich habe noch nie Gnocchi selber gemacht! Ein Frevel, wenn man bedenkt, dass das hier ein Foodblog ist, der Pasta im Namen trägt! ;) Es ist also Zeit geworden, etwas auszuprobieren und siehe da: gar nicht kompliziert und ein wahres (Ess-)Vergnügen.

Spinat Ricotta Gnocchi

Seit einiger Zeit hatte ich dieses Rezept auf meiner To-Do-Liste, aber irgendwie hat es immer am Spinat gemangelt, der mir einfach nicht über den Weg laufen wollte. Schließlich lief er mir dann doch über den Weg, landete prompt im Einkaufswagen und wurde kurzerhand zu Gnocchi mit Ricotta verarbeitet. Was dabei rausgekommen ist, könnt ihr hier lesen: ich finde, es sind feine Mini-Knödel geworden, die mild und anpassungsfähig sind, die aber auch ordentlich satt machen. Ich habe dazu eine Salbeibutter gemacht, was auch vollkommen ausreicht, denn die Gnocchi sind tatsächlich schon sehr gehaltvoll. Nichtsdestotrotz kann ich mir auch eine feine Tomatensauce gut dazu vorstellen – nichts stückiges, sondern schön sämig und unaufdringlich. :)

Für vier Personen:

400 g Blattspinat

250 g Ricotta

1 Ei

100 g Parmesan am Stück

100 g Mehl (Type 00) oder eine Mischung mit Hartweizen-Grieß

Spinat

01-gelb Blattspinat von den groben Stielen befreien und waschen. In einen großen Topf mit ein wenig gesalzenem Wasser geben und bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel einige Minuten blanchieren, bis der Spinat zusammengefallen ist. In ein Sieb abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Gut ausdrücken und in einer Schüssel nur kurz pürieren.

02-gelb Parmesan reiben und mit Ricotta, Ei und Mehl zum Spinat geben. Mit einer Gabel oder dem Knethaken des Handrührgeräts zu einem gleichmäßigen Teig verarbeiten. Mit bemehlten Händen auf einer bemehlten Arbeitsfläche Rollen formen, Stücke abschneiden und zu diese zu Gnocchi formen. Darauf achten, dass die Mini-Knödel gut bemehlt sind, damit sie nicht aneinander kleben.

03-gelb Die Gnocchi in einen großen Topf mit kochendem Salzwasser geben und auf kleiner Stufe ziehen lassen, bis sie an die Oberfläche steigen. Mit einer Schaumkelle abschöpfen und servieren, zum Beispiel mit einer einfachen Salbeibutter und etwas geriebenem Parmesan. eat it. love it.  

Spinat Ricotta Gnocchi portionieren

Spinat Ricotta Gnocchi formen

Zugegeben: das Ganze ist eine etwas batzige Angelegenheit, aber wenn dabei so schöne Exemplare herauskommen, lohnt sich doch der Aufwand oder? Mein fleißiger Fotograf bei dieser Kochaktion (danke!!!) ließ sich nichtsdestoweniger zu dem Kommentar hinreißen: “Sie schauen ein bisschen aus wie vergammelte Mozartkugeln.” :D

Spinat Ricotta Gnocchi

Spinat Ricotta Gnocchi

Rustikale Farfalle mit Ricotta

Zuweilen packt mich die Lust, einfach wahllos Zutaten zusammen zu werfen und zu schauen was dabei rauskommt. Okay, ganz so wahllos geht das dann doch nicht von statten. In diesem Fall hatte ich noch dunkel das Vapiano-Special Pasta Rustica im Kopf – da war irgendwas mit Kartoffeln und italienischer Wurst. Also auf geht’s, schauen, was der Kühlschrank so hergibt!

Für zwei:

250 g Farfalle

4 kleine Kartoffeln

1 Schalotte

80 g Chorizo in Scheiben

3 EL grüne Oliven

2 TL Kapern

6-8 getrocknete Tomaten in Öl

3 EL Ricotta

Salz, Pfeffer, Chiliflocken

 

 Kartoffeln schälen und in einen Zentimeter große Würfel schneiden, Schalotte hacken. Chorizo und Tomaten in Streifen schneiden, Oliven und Kapern etwas kleiner hacken. Pasta ins kochende Salzwasser geben. Im Wok etwas neutrales Öl erhitzen und die Kartoffelwürfel zunächst zwei bis drei Minuten stark anbraten, dann bei mittlerer Hitze zusammen mit der gehackten Zwiebel noch weitere fünf Minuten braten, bis die Kartoffeln weich sind, vom Herd nehmen.

 Wenn die Pasta fast fertig ist, die Kartoffeln nochmals erhitzen und die Chorizo, Tomaten, Oliven und Kapern zugeben. Mit Salz, Pfeffer und etwas Chili abschmecken. Etwas Nudelwasser abschöpfen. Pasta abgießen und zu den übrigen Zutaten geben, gut verrühren. Wenn die Mischung zu trocken ist, etwas Nudelwasser zugeben. Mit einigen Klecksen Ricotta versehen und servieren. eat it. love it.

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Cannelloni Bolognese

Cannelloni Bolognese

Letztes Frühjahr gabs am Kiosk die Zeitschrift LECKER Trattoria mit vielen tollen italienischen Rezepten. Das Titelbild des Heftes zeigt wunderbare Cannelloni, die mit Käse köstlich überbacken sind und einem das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Michi steht ja total auf Ofengerichte und da gehören die italienischen Röhrennudeln auf jeden Fall mal auf den Tisch. Zugegeben: es ist mehr Arbeit als beispielsweise Lasagne, aber mit der richtigen Technik klappt auch das Befüllen der Röhrchen ganz gut – siehe dazu den Tipp weiter unten.

Für vier:

250 g Cannelloni (20 Stück)

500 g Hackfleisch

1 Karotte

2 Zwiebeln

1 Knoblauchzehe

15 Stiele Thymian, einige Salbeiblätter

ein paar Rosmarinnadeln

6 EL Tomatenmark

1 Dose Tomaten in Stücken

Salz, Pfeffer, Chiliflocken

50 g Butter, 30 g Mehl, 500 ml Milch, Muskatnuss

500 g Baby-Spinat

1 Kugel Mozzarella

Parmesan zum Reiben

Thymian

01-gelb Karotte, Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. Gewürze waschen, Thymian abzupfen, Salbei und Rosmarinnadeln hacken. Etwas Olivenöl in einer großen Pfanne heiß werden lassen und das Hackfleisch darin anbraten. Hälfte der Zwiebeln, Knoblauch und Gewürze zugeben und zusammen mit den Karottenstückchen kräftig unterrühren. Salzen und pfeffern, dann Tomatenmark und Tomatenstücke dazugeben und für 15 Minuten auf kleiner Flamme weiter dünsten, ab und zu umrühren.

02-gelb Für die Béchamelsauce die Butter in einem Topf schmelzen und das Mehl zugeben. Eine Minute köcheln lassen und dabei mit einem Schneebesen kräftig rühren. Milch angießen und noch mal aufkochen lassen, bis die Sauce dick wird. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

03-gelb Baby-Spinat waschen und abtropfen. Etwas Öl in einem Topf heiß werden lassen und den Rest der Zwiebel kurz anschwitzen. Spinat dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Wenn er zusammengefallen ist, vom Herd nehmen. Mozzarella in sehr kleine Würfelchen schneiden.

04-gelb Ein klein wenig Béchamelsauce in eine große beschichtete Auflaufform geben (sonst einfetten) und gleichmäßig verteilen. Spinat darauf verteilen. Ofen auf 200°C vorheizen, die Cannelloni mit der Hackfleischmasse füllen (siehe Tipp) und auf dem Spinat platzieren. Alles mit der Béchamel übergießen, mit Mozzarella bestreuen und Parmesan darüberreiben. Mit einer Alufolie abdecken,  in den Ofen geben und 40 Minuten backen. Nach ca. 25 Minuten die Alufolie abnehmen und den Käse bräunen lassen. Auf Tellern anrichten und mit etwas verdünntem Tomatenmark garnieren. eat it. love it.

 Cannelloni Bolognese Rollen

Tipp zum Befüllen:
Das Röhrchen zwischen Daumen und Zeigfinger halten und unten mit dem Ringfinger verschließen. Mit einem Teelöffel oder Latte Macchiato-Löffel die Hackfleischmasse oben ansetzen und mit einer ruckartigen Bewegung der Hand im Röhrchen nach unten befördern. Geht
jedenfalls schneller als das Röhrchen stehend auf einem Brett zu befüllen. :)

Cannelloni Bolognese

Cannelloni Bolognese

Nachschlag gefällig?