Freie Sonntage muss man nutzen. Also, ich habe momentan nicht allzu viele davon, aber wenn ich einen habe, dann will ich meine Freizeit so schön nutzen, wie man sie nur nutzen kann. Etwa, indem man sich schon nach dem Frühstück mit dem Abendessen beschäftigt – nämlich mit diesem lang geschmorten Rinderragout.

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Als Vorlage habe ich mich an einem Rezept von Donna Hay orientiert, das beim ersten Nachkochen vor einiger Zeit so nicht aufgehen wollte. Das Fleisch war erst nach einer Extrastunde im Ofen so weit, noch dazu hätte zumindest so ein bisschen Salz der Sauce schon während des Schmorens sehr gut getan. Ahja, und der Bratensatz wurde bitter.

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Beim zweiten Mal machte ich deshalb einige Dinge anders. Im Original ist Rinderbrust vorgesehen, die hatte mein Metzger leider gerade nicht. Stattdessen habe ich ein großes Stück Rinderwade gekauft – hat genauso gut geschmeckt und ist in der angegebenen Zeit wunderbar weich geworden, wobei ich diesbezüglich ohnehin von Pauschalaussagen abraten möchte. Das Fleisch braucht eben so lange, wie es braucht. Mämlich bis es einem fast schon auf der Zunge zergeht. Um das zu schaffen, braucht ihr Zeit, und nicht etwa ein besonders teures Stück vom Rind. Erzählt eurem Metzger, was ihr vorhabt, und er wird euch was Passendes verkaufen (wenn er denn was taugt. Und hoffentlich dreht er euch keinen Tafelspitz an. Um den wär’s echt schade.).

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Das Gute an der Sache ist, dass sich dieses Ragout nicht nur fantastisch nach Soulfood und Wärme und Tomaten und Fleisch schmeckt – natürlich tut es das, sonst würde ich es ja nicht bloggen – sondern sich eigentlich fast von selbst im Ofen macht. Ihr könnt in aller Ruhe währenddessen anderen sonntäglichen Aktivitäten Faulenzereien nachgehen und braucht keine ernsthafte Angst ums Anbrennen haben. Und bei der Menge sichert ihr euch (und vielleicht sogar ja noch ein paar lieben Kollegen?) mit einer Kochaktion auch noch das Mittagessen für den Montag. Ihr seht, es gibt nichts, aber auch gar nichts, was dagegen spricht, an diesem Sonntag genau dieses Ragout nachzukochen. Deshalb: Tut es!

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für vier bis sechs Portionen

1 kg Rindfleisch am Stück, z.B. Brust oder Wade

6 EL Olivenöl

1 weiße Zwiebel

3 Knoblauchzehen

250 ml trockenen Rotwein

500 ml Rinderfond

400 g stückige oder Kirschtomaten aus der Dose

4 Lorbeerblätter

2 EL Tomatenmark

ca. 1/2 EL feines Salz

Pfeffer, ggf. etwas Zucker

01-grün  Zwiebel schälen und in etwa 1 cm breite Ringe schneiden. Knoblauch schälen. Rindfleisch flach drücken und vierteln. Mit Mehl bestäuben und überschüssiges Mehl abklopfen. In einem Bräter mit Deckel oder einem ofenfesten Topf 2 EL Olivenöl erhitzen. Das Fleisch bei starker Hitze drei Minuten anbraten, danach wenden und die restlichen Seiten noch einmal insgesamt etwa drei Minuten anbraten. Das Fleisch aus dem Bräter nehmen und den Bratensatz mit einem großen Schluck Wasser ablöschen. Kurz aufkochen, dabei mit einem Holzkochlöffel den Satz vom Boden des Bräters abkratzen und umrühren. Bratensatz in eine Tasse schütten und beiseitestellen.

02-grün  Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Restliches Olivenöl in den Bräter geben und auf niedriger Hitze die Zwiebeln und den Knoblauch etwa sechs Minuten anschwitzen. Danach die Temperatur erhöhen und nach etwa einer weiteren Minute mit dem Rotwein ablöschen. Etwa drei Minuten stark köcheln lassen, bis die Hälfte des Rotweins verkocht ist. Dann dem Rinderfond, 250 ml Wasser, die Dosentomaten, Lorbeerblätter und Tomatenmark hinzugeben. Sollten die Dosentomaten sauer sein, noch ein wenig Zucker hinzugeben (ich habe bisher noch nie welchen gebraucht). Das Fleisch in die Flüssigkeit geben, das Salz dazugeben und gut umrühren. Den Deckel auf den Bräter legen und im Ofen zwei Stunden schmoren. Nach der Hälfte der Zeit das Fleisch wenden und, falls der Deckel nicht dicht schließt, noch etwas Wasser nachgießen.

03-grün  Deckel vom Bräter abnehmen, das Fleisch erneut wenden. Die Sauce offen noch einmal eine halbe Stunde schmoren lassen, das Fleisch sollte knapp mit Flüssigkeit bedeckt sein. Danach das Fleisch herausnehmen und mit einer Gabel in Stücke reissen – wenn das noch nicht geht, nochmal eine halbe Stunde mit Deckel im Ofen schmoren. Sollte die Sauce zu dünn sein, diese ohne Fleischstücke weiter einreduzieren. Dazu passen kurze Nudeln, in denen sich die Sauce schön hineinsetzen kann, also etwa Casarecce oder Fusilli. eat it. love it.

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Idee: Gnocchi mit gelber Tomatensauce

Neulich gab es im Hofladen wunderschöne, gelbe Eiertomaten – ich konnte nicht anders, ich musste sie einfach haben. Und nachdem ich schon lange mal eine gelbe Tomatensauce machen wollte, kamen sie mir wirklich gelegen. :) Ich wollte etwas total schlichtes kochen; etwas, das durch seine Einfachheit besticht: ganz wenige Zutaten und feiner Geschmack.

Eine gelbe Tomatensauce schaut an sich schon ungewohnt aus. Man könnte sogar sagen, sie vermitteln einen anderen, milderen Geschmack als die mehrheitlich roten Vertreter dieser feinen Früchte. Das fand ich spannend und hab zur Sauce ein paar Chiliflocken gegeben. Eine kleine Arrabbiata-Sauce also, die überhaupt nicht so aussieht.

Wers genau wissen will, braucht für zwei Portionen eine kleine Zwiebel, eine Knoblauchzehe, 6-7 gelbe Tomaten, Chiliflocken, Salz, Pfeffer, Oregano und Basilikum. :) Und natürlich Pasta. ;)  eat it. love it.

 

Dazu gabs einen sehr feinen Weißwein, den ich euch nicht vorenthalten möchte: ein 2012er Grauer Burgunder Spätlese trocken vom Weingut Harth – der von mir eine eindeutige Genussempfehlung bekommt. In der Beschreibung heißt es: “kräftig und schmelzend, reife Birne” – das trifft auf jeden Fall zu. Er ist auf der Zunge sehr weich und samtig und erinnert vom Mundgefühl her eher an einen Likör als an einen trockenen Weißwein. Der Geschmack ist sehr fruchtig und schmeckt deutlich nach der “reifen Birne”, aber erinnert auch entfernt an Ananas, wenn er ein wenig offen ist. Er passt für mich sehr gut zu der leicht scharfen Tomatensauce und gibt ein schönes Gegengewicht dazu.

Kurzum: ein sehr feiner Weißwein, den ich gerne früher entdeckt hätte.

2012
Grauer Burgunder Spätlese trocken
Weingut Harth – Rheinhessen
13 % vol., 0,75 l
4,70 €

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Tortiglioni an Walnuss-Pecorino-Sauce

Wenn es auch im Frühling andauernd noch so kalt ist, dass man meint, Weihnachten steht vor der Tür, dann störe ich mich nicht an eher winterlichen Zutaten und Geschmäckern. Von mir aus darf es dann auch noch Glühwein geben – vielleicht als Füllung für Ostereier? ;)

Dieses Rezept stammt aus meinem dicken Pasta-Buch und landete deswegen auf dem Speiseplan, weil ich noch eine Menge gereiften Pecorino im Kühlschrank hatte – und weil ich Pecorino unglaublich gerne mag. Die Walnüsse machen das Gericht zu einer ziemlich knackigen Sache; wer es weniger knackig und dafür cremiger mag, der sollte einen Teil der Walnüsse im Mörser zermahlen statt sie zu hacken. Für das nächste nussige Pasta-Projekt werden dann hoffentlich wieder Birnen den Weg ins Essen finden – in Kombination mit Käse eine absolut köstliche Sache, wie ich finde.

 

Für zwei:

250 g Pasta

80 g Walnusskerne

1 Knoblauchzehe

1 EL Olivenöl

50 g Sahne

50 g Pecorino, gerieben

eine Handvoll Basilikumblätter, gehackt

Salz, Pfeffer

 

01-gelb Pasta in reichlich gesalzenem Wasser al dente garen. Walnusskerne und Knoblauchzehe fein hacken und mit dem Olivenöl in einer großen Pfanne leicht anrösten. Sahne angießen und einige Minuten auf sehr kleiner Flamme köcheln lassen.

02-gelb Kurze vor Ende der Garzeit der Pasta den Pecorino und den gehackten Basilikum zu den Walnüssen geben und verrühren. Vom Nudelwasser eine Tasse abschöpfen, dann Pasta abgießen und zur Sauce geben. Alles gut verrühren und etwas Nudelwasser zugeben, wenn sie zu trocken ist. Mit Salz, Pfeffer und nach Belieben einigen Tropfen Zitronenöl servieren. eat it. love it.

Walnüsse von Hand sehr klein zu hacken ist mühsam; nachhelfen kann man mit dem Mörser oder einer Nussmühle.

 

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Spinat-Ricotta-Gnocchi

Ich muss ein Geständnis machen: ich habe noch nie Gnocchi selber gemacht! Ein Frevel, wenn man bedenkt, dass das hier ein Foodblog ist, der Pasta im Namen trägt! ;) Es ist also Zeit geworden, etwas auszuprobieren und siehe da: gar nicht kompliziert und ein wahres (Ess-)Vergnügen.

Seit einiger Zeit hatte ich dieses Rezept auf meiner To-Do-Liste, aber irgendwie hat es immer am Spinat gemangelt, der mir einfach nicht über den Weg laufen wollte. Schließlich lief er mir dann doch über den Weg, landete prompt im Einkaufswagen und wurde kurzerhand zu Gnocchi mit Ricotta verarbeitet. Was dabei rausgekommen ist, könnt ihr hier lesen: ich finde, es sind feine Mini-Knödel geworden, die mild und anpassungsfähig sind, die aber auch ordentlich satt machen. Ich habe dazu eine Salbeibutter gemacht, was auch vollkommen ausreicht, denn die Gnocchi sind tatsächlich schon sehr gehaltvoll. Nichtsdestotrotz kann ich mir auch eine feine Tomatensauce gut dazu vorstellen – nichts stückiges, sondern schön sämig und unaufdringlich. :)

Für vier Personen:

400 g Blattspinat

250 g Ricotta

1 Ei

100 g Parmesan am Stück

100 g Mehl (Type 00) oder eine Mischung mit Hartweizen-Grieß

01-gelb Blattspinat von den groben Stielen befreien und waschen. In einen großen Topf mit ein wenig gesalzenem Wasser geben und bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel einige Minuten blanchieren, bis der Spinat zusammengefallen ist. In ein Sieb abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Gut ausdrücken und in einer Schüssel nur kurz pürieren.

02-gelb Parmesan reiben und mit Ricotta, Ei und Mehl zum Spinat geben. Mit einer Gabel oder dem Knethaken des Handrührgeräts zu einem gleichmäßigen Teig verarbeiten. Mit bemehlten Händen auf einer bemehlten Arbeitsfläche Rollen formen, Stücke abschneiden und zu diese zu Gnocchi formen. Darauf achten, dass die Mini-Knödel gut bemehlt sind, damit sie nicht aneinander kleben.

03-gelb Die Gnocchi in einen großen Topf mit kochendem Salzwasser geben und auf kleiner Stufe ziehen lassen, bis sie an die Oberfläche steigen. Mit einer Schaumkelle abschöpfen und servieren, zum Beispiel mit einer einfachen Salbeibutter und etwas geriebenem Parmesan. eat it. love it.  

Zugegeben: das Ganze ist eine etwas batzige Angelegenheit, aber wenn dabei so schöne Exemplare herauskommen, lohnt sich doch der Aufwand oder? Mein fleißiger Fotograf bei dieser Kochaktion (danke!!!) ließ sich nichtsdestoweniger zu dem Kommentar hinreißen: “Sie schauen ein bisschen aus wie vergammelte Mozartkugeln.” :D

  

Zuweilen packt mich die Lust, einfach wahllos Zutaten zusammen zu werfen und zu schauen was dabei rauskommt. Okay, ganz so wahllos geht das dann doch nicht von statten. In diesem Fall hatte ich noch dunkel das Vapiano-Special Pasta Rustica im Kopf – da war irgendwas mit Kartoffeln und italienischer Wurst. Also auf geht’s, schauen, was der Kühlschrank so hergibt!

Für zwei:

250 g Farfalle

4 kleine Kartoffeln

1 Schalotte

80 g Chorizo in Scheiben

3 EL grüne Oliven

2 TL Kapern

6-8 getrocknete Tomaten in Öl

3 EL Ricotta

Salz, Pfeffer, Chiliflocken

 

 Kartoffeln schälen und in einen Zentimeter große Würfel schneiden, Schalotte hacken. Chorizo und Tomaten in Streifen schneiden, Oliven und Kapern etwas kleiner hacken. Pasta ins kochende Salzwasser geben. Im Wok etwas neutrales Öl erhitzen und die Kartoffelwürfel zunächst zwei bis drei Minuten stark anbraten, dann bei mittlerer Hitze zusammen mit der gehackten Zwiebel noch weitere fünf Minuten braten, bis die Kartoffeln weich sind, vom Herd nehmen.

 Wenn die Pasta fast fertig ist, die Kartoffeln nochmals erhitzen und die Chorizo, Tomaten, Oliven und Kapern zugeben. Mit Salz, Pfeffer und etwas Chili abschmecken. Etwas Nudelwasser abschöpfen. Pasta abgießen und zu den übrigen Zutaten geben, gut verrühren. Wenn die Mischung zu trocken ist, etwas Nudelwasser zugeben. Mit einigen Klecksen Ricotta versehen und servieren. eat it. love it.

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Cannelloni Bolognese

Letztes Frühjahr gabs am Kiosk die Zeitschrift LECKER Trattoria mit vielen tollen italienischen Rezepten. Das Titelbild des Heftes zeigt wunderbare Cannelloni, die mit Käse köstlich überbacken sind und einem das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Michi steht ja total auf Ofengerichte und da gehören die italienischen Röhrennudeln auf jeden Fall mal auf den Tisch. Zugegeben: es ist mehr Arbeit als beispielsweise Lasagne, aber mit der richtigen Technik klappt auch das Befüllen der Röhrchen ganz gut – siehe dazu den Tipp weiter unten.

Für vier:

250 g Cannelloni (20 Stück)

500 g Hackfleisch

1 Karotte

2 Zwiebeln

1 Knoblauchzehe

15 Stiele Thymian, einige Salbeiblätter

ein paar Rosmarinnadeln

6 EL Tomatenmark

1 Dose Tomaten in Stücken

Salz, Pfeffer, Chiliflocken

50 g Butter, 30 g Mehl, 500 ml Milch, Muskatnuss

500 g Baby-Spinat

1 Kugel Mozzarella

Parmesan zum Reiben

01-gelb Karotte, Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. Gewürze waschen, Thymian abzupfen, Salbei und Rosmarinnadeln hacken. Etwas Olivenöl in einer großen Pfanne heiß werden lassen und das Hackfleisch darin anbraten. Hälfte der Zwiebeln, Knoblauch und Gewürze zugeben und zusammen mit den Karottenstückchen kräftig unterrühren. Salzen und pfeffern, dann Tomatenmark und Tomatenstücke dazugeben und für 15 Minuten auf kleiner Flamme weiter dünsten, ab und zu umrühren.

02-gelb Für die Béchamelsauce die Butter in einem Topf schmelzen und das Mehl zugeben. Eine Minute köcheln lassen und dabei mit einem Schneebesen kräftig rühren. Milch angießen und noch mal aufkochen lassen, bis die Sauce dick wird. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

03-gelb Baby-Spinat waschen und abtropfen. Etwas Öl in einem Topf heiß werden lassen und den Rest der Zwiebel kurz anschwitzen. Spinat dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Wenn er zusammengefallen ist, vom Herd nehmen. Mozzarella in sehr kleine Würfelchen schneiden.

04-gelb Ein klein wenig Béchamelsauce in eine große beschichtete Auflaufform geben (sonst einfetten) und gleichmäßig verteilen. Spinat darauf verteilen. Ofen auf 200°C vorheizen, die Cannelloni mit der Hackfleischmasse füllen (siehe Tipp) und auf dem Spinat platzieren. Alles mit der Béchamel übergießen, mit Mozzarella bestreuen und Parmesan darüberreiben. Mit einer Alufolie abdecken,  in den Ofen geben und 40 Minuten backen. Nach ca. 25 Minuten die Alufolie abnehmen und den Käse bräunen lassen. Auf Tellern anrichten und mit etwas verdünntem Tomatenmark garnieren. eat it. love it.

 

Tipp zum Befüllen:
Das Röhrchen zwischen Daumen und Zeigfinger halten und unten mit dem Ringfinger verschließen. Mit einem Teelöffel oder Latte Macchiato-Löffel die Hackfleischmasse oben ansetzen und mit einer ruckartigen Bewegung der Hand im Röhrchen nach unten befördern. Geht
jedenfalls schneller als das Röhrchen stehend auf einem Brett zu befüllen. :)

Nachschlag?

Nachschlag gefällig?

 

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Nachgekocht: Pasta Pesto e Cioccolata

Ein Vapiano-Special, das mir gut in Erinnerung geblieben ist, war Pasta Pesto e Cioccolata . Ich erinnere mich noch, wie skeptisch ich war, ob denn dunkle Schokolade und Basilikumsauce überhaupt zusammenpassen würden. Im Nachhinein kann ich nur sagen: auf jeden Fall, aber man muss sich drauf einlassen können!

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Ich habe das Gericht relativ bald nach der Specialrunde nachgekocht und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden, seitdem schlummerte die Zutatenliste als Entwurf in meinem Adminbereich des Blogs. Wie so oft kam ich einfach nicht dazu, das Gericht einmal tagsüber bei Tageslicht zu kochen und zu fotografieren. Als mir jedoch eine Leserin eine äußerst liebe Mail schickte und darin um das Rezept bat, wusste ich: jetzt wird’s Zeit! Also Leute, hier meine Variante von “Pasta Pesto e Cioccolata” aka “Aromen, die sonst nix miteinander zu tun haben, tummeln sich auf meiner Zunge-Pasta”:

für 2 Personen

200g Nudeln

50 g Kochschinken

300 g Kirschtomaten

100 ml Sahne

75 ml Gemüsebrühe

20 g Schokolade (80% Kakaoanteil)

1 1/2 gehäufte EL Basilikumpesto

etwas Knoblauchöl, alternativ: 1/4 Knoblauchzehe und Olivenöl

01-grün  Ofen auf 120°C Umluft vorheizen, Tomaten waschen und halbieren.  Mit der Schnittfläche nach oben in eine ofenfeste Form setzen und mit 1/4 TL Zucker und 1/2 TL Salz gleichmäßig bestreuen. Für etwa eine Stunde im Ofen antrocknen lassen, zwischendurch wenden und umrühren, um ein Anbrennen zu vermeiden.

02-grün  Schinken in Quadrate mit etwa 1cm Kantenlänge schneiden. Schokolade in grobe Stücke hacken. Nudelwasser aufsetzen. Knoblauchöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen (alternativ den Knoblauch in etwas Olivenöl andünsten und später im Ganzen aus dem fertigen Gericht herausholen), Schinken daran anbraten. Nach etwa drei Minuten Ofentomaten dazugeben, kurz anschwitzen und mit Sahne und Gemüsebrühe ablöschen. Währenddessen die Nudeln bissfest garen. Die Sahnesauce etwa 2 Minuten einköcheln lassen, danach das Pesto unterrühren.

03-grün  Gekochte Nudeln in die Pfanne geben und gut mit der Sauce vermischen. Auf tiefen Pastatellern servieren und unmittelbar vor dem Essen mit der gehackten Schokolade bestreuen. eat it. love it.

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Endlich wieder Zeit für Nudeln! Nach Weihnachten, Neujahr und ein paar Tagen Verschnaufpause gab es gestern “Sizilianischen Nudelschneckenauflauf” aus der aktuellen Ausgabe der “essen & trinken”. Die besagten Nudelschnecken bestehen aus frischem Nudelteig, in den eine feste Hackfleischsauce eingerollt wurde. Über die Schnecken kommt in der Auflaufform schließlich noch Tomatensauce und kurz vor Schluss etwas Mozzarella – klingt fantastisch, oder? Im Original wäre noch Petersilie dabeigewesen, aber die braucht’s meiner Ansicht nach wirklich nicht. Nicht, dass ich je irgendwo Petersilie vermisst hätte…

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Dafür sind Rosmarin, Thymian und ein Lorbeerblatt in der Hackfleischsauce, die im Voraus erst einmal im Ofen gegart wird. Da sie danach laut Originalrezept mindestens vier Stunden durchkühlen soll (ich habe sie gut abkühlen lassen und danach für eine Stunde ins Gefrierfach gegeben), gab der e&t-Koch den Tipp, die Sauce einfach einen Tag vorher zuzubereiten. Dann ist der Auflauf tatsächlich im Nu gemacht, ansonsten rate ich euch, einfach morgens die Hackfleischsauce in den Ofen zu schieben, sie den Tag über gut durchkühlen zu lassen und am Abend die restliche Arbeit zu machen.

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Der Nudelteig aus dem Rezept hat mir sehr gut gefallen und sieht nach einem absolut gelingsicheren Teig für die Zukunft aus. Ich werde ihn demnächst für herkömmliche Pasta mit meiner Nudelmaschine ausprobieren und euch berichten! Meine Tomatensauce ist im Vergleich zum Bild aus der Zeitschrift offensichtlich etwas zu dick gewesen, tatsächlich waren dadurch auch in der Mitte der Auflaufform ein paar Nudellagen nicht ganz durchgegart. Ich habe das Rezept deshalb in der Hinsicht (und bezüglich der Verwendung von Zitronenschale und Petersilie in meiner Hackfleischsauce) etwas angepasst.

für 6 Portionen (eine Auflaufform mit den Maßen 30x20x5cm)

250 g Zwiebeln

1 Knoblauchzehe

150 g Karotten

100 g Knollensellerie

4 EL Olivenöl

800 g gemischtes Hackfleisch

1 EL Tomatenmark

400 ml trockener Rotwein

500 ml Rinderfond

2 große Zweige Rosmarin

5 Zweige Thymian

1 Lorbeerblatt

1 Dose geschälte Tomaten

1 Kugel Mozzarella

01-grün  Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Karotten und Sellerie putzen und in Würfel mit etwa 5 mm Kantenlänge schneiden, Zwiebeln und Knoblauch in feine Würfel schneiden. In einem großen, feuerfesten Topf oder Bräter das Hackfleisch im Olivenöl etwa 5 Minuten anbraten, das Tomatenmark zugeben und etwa eine Minute mitbraten lassen. Danach die Zwiebeln und den Knoblauch hinzufügen und weitere 4 Minuten braten, dann erst Karotten und Sellerie zugeben und nochmals 4 Minuten braten. Schließlich mit dem Rotwein ablöschen und bei mittlerer bis starker Hitze etwa 5 Minuten einköcheln lassen. Den Rinderfond zugeben, mit etwas Salz und Pfeffer würzen und den Topf mit geschlossenem Deckel in den Ofen stellen. Eine Stunde garen lassen.

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Währenddessen Thymian und Rosmarin fein hacken. Nach der Garzeit zur Sauce geben, gut durchrühren und diese ohne Deckel nochmals für 30 Minuten im Ofen garen. Danach die Sauce aus dem Ofen holen und abkühlen lassen. Mindestens vier Stunden im Kühlschrank (oder eine Stunde im Gefrierschrank) kaltstellen.

für den Nudelteig

360 g Semola di grano duro (extrafeiner Hartweizengrieß)

1 TL Salz

1 Eigelb

2 EL Olivenöl

180 ml kaltes Wasser

03-grünGrieß mit Salz in einer Schale mischen und eine Mulde hineindrücken. Eigelb, Olivenöl und Wasser in die Mulde geben und mit einer Gabel umrühren, dabei immer wieder etwas Grieß vom Schüsselrand und -boden dazuarbeiten, bis die Mischung knetbar wird. Etwa 3 Minuten mit den Händen kräftig durchkneten, bis der Teig sich samtig anfühlt und eine glatte Oberfläche aufweist. Eine Kugel formen und diese in Frischhaltefolie wickeln, eine Stunde bei Zimmertemperatur ruhen lassen. Den Mozzarella in einem Sieb abtropfen lassen und danach in dünne Scheiben schneiden.

04-grün  Dosentomaten in einen kleinen Topf oder eine Pfanne geben und aufkochen lassen. Bei mittlerer Hitze etwa 5-10 Minuten auf 3/4 der Menge einkochen, dabei die Tomaten mit einem Holzkochlöffel zerdrücken. Mit Salz (ja, hier schmeckt man einen Unterschied zwischen Meersalz und Steinsalz! Nehmt das aus dem Meer!) und Pfeffer würzen. Backofen auf 190°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

05-grün  Die Auflaufform einfetten, ein großes Holzbrett oder die saubere Arbeitsfläche mit etwas Hartweizengrieß bestreuen. Den Nudelteig mit einem Nudelholz etwa auf die Maße 50x40cm ausrollen. Nun die Hackfleischsauce gleichmäßig darauf verstreichen und die Nudelplatte von der langen Seite her einrollen. Mit einem sehr scharfen Messer etwa 4cm breite Scheiben abschneiden und diese Schnecken mit der Schnittfläche nach unten in die Auflaufform schlichten. Sie sollten sehr eng aneinander sitzen. Danach die Tomatensauce auf den Schnecken verteilen und die Auflaufform für 40 Minuten in den Backofen geben. Die Mozzarellascheiben auf dem Auflauf verteilen und diesen für weitere 10 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und 15 Minuten ruhen lassen, dann servieren. eat it. love it.

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Nun, das ist ein echter Mammutpost geworden, und ich will gar nicht leugnen: ein wenig Aufwand war’s schon. Nächstes Mal möchte ich deshalb gerne mal versuchen, die Hackfleischfüllung in Canneloni zu füllen und diese mit der Tomatensauce und dem Mozzarella zu überbacken. Außerdem kann ich mir genauso gut eine Lasagne mit einer abwechselnden Schichtung der beiden Saucen vorstellen. Die Schnecken sind allerdings ein echter Hingucker und sind relativ einfach einzeln aus der Auflaufform zu holen – deshalb kann ich mir sie auch sehr gut als Partyfood oder auf einem gemischten Pastateller vorstellen.

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Lasagne mit gebratenen Zucchini und Spinat

Nudeln aus dem Ofen sind für mich irgendwie noch mehr Soulfood als ganz normale mit Sauce oder aus der Pfanne – wie seht ihr das? Ich finde Ofennudeln, egal ob als Auflauf oder anders, einfach ganz wunderbar – schön saftig und die Nudeln haben durch das gemeinsame Garen mit Gemüse und Sauce ein ganz anderes Aroma, finde ich. Ganz abgesehen davon, dass der Duft in der Küche einfach sagenhaft ist und Vorfreude weckt, während man selbst schon den Tisch decken oder Salat putzen kann.

Ich hatte also mal wieder Lust auf Ofennudeln, etwas tomatiges, fruchtiges, wärmendes. Bei meiner Suche nach einem Rezept bin ich auf diese Lasagne gestoßen und war sofort begeistert. Sie geht einfach und ist durch den Verzicht auf Bechamelsauce und viel Käse deutlich leichter als viele andere Lasagnen. Ich habe sie nun schon mehrere Male gemacht und fand sie jedes Mal noch leckerer, als ich sie in Erinnerung hatte…

 

für zwei bis drei Portionen / eine kleine Auflaufform

1 Zucchino

125 g TK-Blattspinat

1 Dose gehackte Tomaten

1/2 kleine Zwiebel

150 g Ricotta

1 Ei

125 g Lasagneblätter

geriebener Parmesan

Olivenöl

eine Knoblauchzehe

Salz, Pfeffer, Chiliflocken, Zucker, Zimt

Blattspinat in einem großen Sieb auftauen und abtropfen lassen, gegebenenfalls auseinanderfalten oder in Scheiben schneiden, damit es schneller geht. Die Knoblauchzehe und die Zwiebel fein hacken und in einer Pfanne mit Olivenöl andünsten, die Knoblauchzehe erst hinzugeben, wenn die Zwiebeln fast glasig sind. Ein paar Chiliflocken (ich nehme 1/2 TL), je nach Geschmack, sowie eine Prise Zucker hinzugeben und kurz mit andünsten. Die gehackten Tomaten aus der Dose hinzugeben und etwa 10 Minuten auf niedriger Hitze köcheln lassen, dabei die Tomatenstücke mit dem Kochlöffel immer wieder zerdrücken. Gegebenenfalls etwas Wasser nachgießen, die Sauce sollte etwas flüssiger als eine normale Tomatensauce sein.. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

  Zucchino waschen und der Länge nach in 5 mm dicke Scheiben schneiden. Ofen auf 200°C Umluft vorheizen und die Scheiben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Dünn mit Olivenöl bepinseln und mit Meersalz und Pfeffer bestreuen und etwa acht Minuten im Ofen rösten, danach die Scheiben umdrehen und weitere fünf Minuten rösten, bis die Zucchinischeiben weich und leicht gebräunt sind. Ofentemperatur auf 180°C Ober-/Unterhitze reduzieren.

  Ricotta mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zimt abschmecken. Das Ei und einen Esslöffel Wasser unterrühren und beiseite stellen. Den aufgetauten Spinat kräftig ausdrücken und grob hacken. Eine Auflaufform dünn ölen und den Boden mit einer dünnen Schicht Tomatensauce bedecken. Darauf eine Lage Lasagnenudeln legen, diese zunächst mit einer Lage Ricottacreme, dann mit einer Lage Zucchinischeiben und gehackten Spinat und schließlich mit einer Lage Tomatensauce bedecken und Parmesan über die Tomatensauce streuen. Danach wieder eine Lage Lasagnenudeln auslegen und in der selben Reihenfolge die Auflaufform füllen. Am Ende mit einer Lage Lasagnenudeln abdecken und diese mit den Resten der Tomatensauce und Parmesan bedecken.

  Die Auflaufform mit Alufolie abdecken und in den Ofen stellen. Nach 40 Minuten mit einem Messer einstechen und prüfen, ob die Nudeln schon weich sind – ich habe der Lasagne weitere 10 Minuten gegönnt, das hängt jedoch von vielen Faktoren (Flüssigkeit der Sauce, Form und Material der Auflaufform, Nudelsorte) ab. Sobald die Nudeln weich sind die Alufolie abnehmen und die Lasagne für weitere 10 Minuten im Ofen backen. Aus dem Ofen nehmen und etwa 20 Minuten ruhen lassen. eat it. love it. Und für mich schmeckt Lasagne ja am nächsten Tag fast noch besser… eat it tomorrow. love it even more.

 

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Pesto Rosso

Das Prädikat “to die for” zu erlangen, das schaffen nur ganz wenige Gerichte. Der Witz ist ja, dass diese meist eigentlich simpel sind und dabei so gut ausgearbeitet wurden, dass das Rezept perfekt ist. So etwa der berühmt-berüchtigte Flammkuchen von delicious days, der Marmorkuchen von Oma Frieda auf chefkoch, und nicht zu vergessen: Mamas Hirschgulasch. Und für mich gehört, den Stolz kann ich mir nicht ganz verkneifen, dieses rote Tomatenpesto ab sofort auch dazu.

Ich wollte ein Pesto Rosso, das mich bei Hunger auf Tomatenpesto glücklich macht, ohne großen Schnickschnack und mit sattem Tomatengeschmack. Bei meinen langwierigen Recherchen bin ich allerdings hauptsächlich auf Rezepte gestoßen, in denen getrocknete Tomaten mit Knoblauch, Olivenöl und Parmesan in den Mixer geschmissen wurden und danach auf heißen Nudeln landeten.

Dabei kann man so viel Aroma dazupacken, wie mir schließlich dieses Rezept gezeigt hat. Die Idee, die getrockneten Tomaten kurz vorzukochen, kannte ich ja bereits von hier. Das Kochwasser aber als aromatischen Ersatz für Olivenöl zu verwenden, das war mir völlig neu. Ich habe das Rezept immer wieder variiert, bis ich vollends glücklich damit war. So sind beispielsweise die Pinienkerne aus dem Pesto geflogen – frisch geröstet auf den dampfenden Nudeln gefallen sie mir viel besser und kommen auch als Co-Stars bestens zur Geltung.

für 2 Portionen

1 TL getrockneter Thymian

60 g getrocknete Tomaten (abgetropft)

150 ml Wasser

2 EL gehackte Mandeln

1 EL Tomatenmark

2 EL frisch geriebener Parmesan

1 1/2 EL Olivenöl

Salz, Pfeffer

2 EL Pinienkerne

  Wasser salzen und in einem kleinen Topf aufkochen, getrockneten Thymiam und getrocknete Tomaten hinzugeben und fünf Minuten köcheln lassen.Die Tomaten abgießen und abkühlen lassen, den Sud auffangen und 50 ml davon abmessen. Parmesan reiben, die Mandeln in einer Pfanne ohne Öl anrösten. Die abgekühlten, getrockneten Tomaten in grobe Stücke schneiden und gemeinsam mit dem Tomatenmark, den Mandeln, einem Schuss vom Sud und dem Olivenöl pürieren. Den Parmesan unterrühren und danach den restlichen Sud zugeben, bis eine cremig-feste Konsistenz erreicht ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

  Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten und beiseite stellen. 200 g Nudeln in reichlich Salzwasser al dente kochen, kurz vor Schluss einen Schöpfer Nudelwasser in eine Tasse füllen. Die Nudeln abgießen, auf keinen Fall abschrecken und auch nicht trocken schütteln. In den Kochtopf das Pesto geben und mit etwas vom abgeschöpften Nudelwasser flüssig anrühren, die gekochten Nudeln dazugeben und gut vermischen. Mit den gerösteten Pinienkernen und Parmesan anrichten. eat it. love it.

Das Pesto ist einfach ein Alleskönner – ihr könnt es als Basis für andere Pastasaucen verwenden oder das Gericht mit ein paar ofengetrockneten oder frischen Tomaten aufpeppen. Oder ihr gebt einfach noch ein paar aromatische und vollreife Tomaten (so ihr diese denn in Deutschland auftreibt) statt des Tomatenmarks mit ins Pesto. Sollte davon tatsächlich etwas übrig bleiben, dann verwendet die Reste einfach am nächsten Tag als Brotaufstrich! Achja, und die mit dem Löffel nicht mehr rauskratzbaren Reste im Stabmixer lassen sich mit Hilfe von ein paar Grissini ganz einfach entfernen… ;)