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Charakter-Hörnchen zum Fest: Vanillekipferl

Vanillekipferl

Ende November muss man sich ja mit allerhand anstrengenden Themen beschäftigen: was gibt’s an Weihnachten zu essen? Wer bekommt welche Geschenke? Auf welchen Weihnachtsmarkt gehe ich und will ich 5 Euro für Glühwein bezahlen? Und dann noch die Frage: wann soll das alles passieren? Kein Wunder, dass wir zu dieser Zeit im Jahr mehr Wert auf Rituale und Gewohntes legen. Ein solches Ritual beantwortet für mich jedes Jahr die Frage: welche Plätzchen soll ich backen? Denn: Vanillekipferl müssen einfach sein. Noch ein Wort zur Herstellung, bei der zwei Sachen für mich feststehen: kein Puderzucker und um Gottes Willen kein Kipferlblech. Vanillekipferl sind bei mir Handarbeit und so werden sie zu echten Charakter-Hörnchen. :)

Für ca. 4 Bleche

280 g Mehl

80 g Zucker

100 g gemahlene Mandeln

2 Eigelb

220 g Butter

 

Vanillezucker zum Bestreuen:

250 g feiner Zucker

Mark einer Vanilleschote

01-gelb Mehl, Zucker und Mandeln mit den Eigelben und der Butter in Flocken zu einem Teig verkneten. Den Teig vierteln und aus den Vierteln flache Stollen formen und kalt stellen.Vanillekipferl TeigVanillekipferl Stollen

02-gelb Von den Stollen dünne Scheiben abschneiden und daraus zwischen den Handflächen die Kipferl formen und auf ein Blech mit Alufolie legen. Mit der Menge muss man etwas experimentieren; die Kipferl dürfen nicht zu groß werden, da sie noch aufgehen. Die fertigen Bleche vor dem Backen erneut für ca. 15 Minuten kaltstellen.

Vanillekipferl auf dem Blech

03-gelb Auf der mittleren Schiene bei 180 Grad 13-15 Minuten hell backen. Die Kipferl mit der Alufolie auf ein Gitter ziehen, gleich mit dem Vanillezucker bestreuen und abkühlen lassen. In Blechdosen aufbewahren oder noch besser: gleich frisch probieren! eat it. love it.

Vanillekipferl Zucker

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Scones mit Himbeeren und weißer Schokolade

Scones sind ein toller Ersatz für Kuchen. Sie gehen schnell, sind unkompliziert und schnell fertig. Und das Beste: Sie schmecken einfach wundervoll. Die Blaubeer-Scones von Cynthia Barcomi mache ich deshalb immer wieder, wenn mich der süße Heißhunger überkommt. Vor einigen Tagen hatte ich jedoch Lust auf etwas Neues, himbeeriges – und so ist mir diese Kombination mit weißer Schokolade in den Sinn gekommen.

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Ganz nebenbei bemerkt halte ich übrigens heiße Himbeeren mit Vanilleeis für eines der besten Desserts auf der ganzen Welt. Deshalb durfte natürlich ein wenig Vanille bei diesen Scones nicht fehlen. Ich habe mich vom Grundrezept wieder an Cynthia Barcomi orientiert und die Zuckermenge angepasst. Solltet ihr die weiße Schokolade durch “echte” in Vollmilch oder Zartbitter ersetzen wollen, würde ich die Zuckermenge wieder etwas erhöhen. Weiße Schokolade hat meist einen höheren Zuckeranteil als diese Sorten, sodass ihr ansonsten im Teig natürlich weniger braucht.

für 8 große oder 16 kleine Scones

2 Eier

60 ml kalte Buttermilch

90 g kalte Butter

50 g Zucker

325 g Mehl

1 TL Natron

1 TL Backpulver

1 Prise Salz

200 g TK-Himbeeren

75 g weiße Schokolade

2 TL echter Vanillezucker

01-grün Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Zucker, Mehl, Natron, Backpulver und Salz in einer größeren Rührschüssel miteinander vermischen. Schokolade in größere Stücke (als Orientierung habe ich etwa 5mm Kantenlänge gewählt) hacken. Butter in Flocken zur Mehlmischung geben und mit den Fingern gleichmäßig unterkrümeln. Dann schnell mit den Fingern die Butter mit den trockenen Zutaten zerkrümeln – wenn die Butter weich wird und anfängt zu kleben, einfach die Schüssel samt Zutaten für einige Minuten im Kühlschrank noch einmal durchkühlen lassen. Eier und Buttermilch verquirlen und in die Rührschüssel geben, danach die Schokoladenstücke unterheben. Alle Zutaten sollten sich nur gerade so vermischen. Je mehr ihr rührt, desto zäher werden die Scones später.

02-grün Die Arbeitsfläche oder ein großes Brett bemehlen. Den Teig daraufgeben und mit den Händen zu einer etwa 2cm dicken Scheibe drücken. Die noch gefrorenen (!) Himbeeren gleichmäßig auf dem Teig verteilen und mit den Fingern leicht eindrücken. Ein scharfes Kochmesser mehlen und damit den Teig in 8 große oder 16 kleine Dreiecke teilen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit Vanillezucker bestreuen. Auf mittlerer Schiene etwa 15-20 Minuten backen, bis sie leicht gebräunt sind. Auf ein Kuchengitter legen und einige Minuten auskühlen lassen. Danach: eat it. love it.

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Blaubeer-Scones à la Barcomi

Neues aus der Reihe Ugly Food – irgendwas mit tiefgefrorenen Blaubeeren oder Heidelbeeren, die man nicht lange genug abgetropft hat. Die färben einem das Gebäck dann in allen Farbfacetten eines frischen Boxerveilchens nach dem Aufeinandertreffen mit Wladimir oder Vitali K. – lasst euch deshalb bitte bloß nicht vom Aussehen dieser Scones abhalten, sie schmecken sagenhaft! In Cynthia Barcomis zweitem Backbuch, aus dem ich das Rezept habe, sehen sie allerdings weitaus schöner aus. Mag daran liegen, dass Cynthia wahrscheinlich frische Beeren oder zumindest ausreichend abgetropfte verwendet hat.

blaubeerscones

Inzwischen habe ich das Rezept dreimal gebacken und kam jeweils zu unterschiedlichen Ergebnissen: die erste Ladung mit TK-Heidelbeeren, groß und rund, die ich nach dem Auftauen eine Stunde habe abtropfen lassen, haben geschmacklich überzeugt und waren auch nicht übermäßig verfärbt. Ein paar Wochen später, eine zweite Ladung, dieses mal mit TK-Waldheidelbeeren vom Discounter. Klang gut, nur sind die viel kleiner und vor allem viel empfindlicher als die großen Beeren vom Backversuch davor. Der Teig war nicht nur verfärbt, er war eigentlich komplett gefärbt. Und nach dem Backen habe ich festgestellt: die Beeren waren überhaupt nicht süß und den Scones hat definitiv Zucker gefehlt.

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Also eine dritte Runde, wieder mit kleinen TK-Heidelbeeren. Die habe ich jedoch im Voraus probiert und wusste, dass der Zuckergehalt passen müsste. Probiert also auf jeden Fall eure Beeren vorher, wenn ihr tiefgefrorene verwendet. Natürlich sind Geschmäcker unterschiedlich, aber sie sollten auf jeden Fall auch pur ohne Zuckerzusatz leicht süß schmecken. Außerdem habe ich dieses Mal auch die Beerenmenge im dritten Anlauf etwas reduziert, da die Scones mit kleinen Beeren aus dem zweiten Versuch viel länger gebraucht haben und nicht ganz so locker geworden sind.

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Nun die abschließende Einschätzung: diese Scones gehen ratzfatz, wenn man denn die richtigen Beeren zur Hand hat und tiefgefrorene Beeren auch davor lange genug hat abtropfen lassen. Am besten dürfte es wohl mit großen Kulturheidelbeeren funktionieren, da könnt ihr guten Gewissens auch 200 g verwenden, wie im Originalrezept angegeben. Bei kleineren Exemplaren (wie auf dem Foto zu sehen) haben 170-180 g bei mir besser funktioniert. In memoriam heute wieder für die Initiative Sonntagssüß!

8 große oder 16 kleine Scones

60 ml kalte Buttermilch

2 Eier

100 g Zucker

325 g Mehl

1 TL Natron

1 TL Backpulver

1/2 TL Salz

90 g eiskalte Butter

170-200 g (TK-)Blaubeeren (s.o.)

1/2 TL Zimt

2 TL Zucker

optional: Abrieb einer halben Bio-Zitrone

01-grün  Tiefgekühlte Beeren in ein kleines Sieb geben und bei Zimmertemperatur auftauen und abtropfen lassen. Buttermilch und Zitronenschale in eine kleine Rührschüssel geben, Eier dazugeben und mit einem Schneebesen verrühren. Wenn es draußen warm ist: vorübergehend in den Kühlschrank stellen. Ofen auf 200°C vorheizen.

02-grün  In einer größeren, separaten Schüssel die trockenen Zutaten Zucker, Mehl, Natron, Backpulver und Salz mischen. Die Butter in kleinen Würfeln oder Streifen dazugeben. Dann schnell mit den Fingern die Butter mit den trockenen Zutaten zerkrümeln – wenn die Butter weich wird und anfängt zu kleben, einfach die Schüssel samt Zutaten für einige Minuten im Kühlschrank noch einmal durchkühlen lassen. Die kalte Buttermilchmischung dazugießen und mit einem Kochlöffel durchrühren. Die Zutaten sollten sich gerade so vermischen, je mehr ihr rührt, desto zäher werden die Scones später. Beeren vorsichtig unterheben.

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Die Arbeitsfläche großzügig bemehlen und den Teig darauf geben. Vorsichtig zu einer etwa 2cm dicken Scheibe drücken, die Beeren sollten möglichst nicht zerplatzen. Ein scharfes Kochmesser mit Mehl bestäuben und den Teig in 8 große oder 16 kleine Dreiecke teilen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Zimt und Zucker miteinander verrühren und die Scones damit bestreuen. Auf mittlerer Schiene etwa 18 Minuten backen. Die Scones sollten nicht allzu dunkel sein sondern nur leicht bräunen. Auf ein Kuchengitter heben und einige Minuten auskühlen lassen. eat it. love it.

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Irgendwo in den unendlichen Weiten dieses Internets habe ich mal gelesen, mal solle Scones möglichst nicht am nächsten Tag essen, weil sie dann hart und zäh seien – Blödsinn. Ich habe die paar, die doch übriggeblieben sind, in eine luftdicht verschließbare Plastikbox gegeben und bei Zimmertemperatur aufgehoben. Sie waren auch noch einen Tag später ganz wunderbar. :)

 

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Zum Dahinschmelzen: Schokoladen-Sablées

Die zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt, kommt definitiv nicht aus der Fabrik mit lila Kühen. Das weiß ich spätestens seit heute. Denn diese Sablées, also richtig schön mürbes Buttergebäck, zerbröseln beim geringsten Kontakt mit euren Zähnen und schmelzen geradezu dahin. Genau richtig für Schokoholiker, die ein Faible für zartbittere Varianten haben.

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Das Rezept kommt ursprünglich von Deb von smitten kitchen und ist aus einer großen Not heraus entstanden, die ich nur zu gut kenne: die Kekse einer Bäckerei in New York schmeckten ihr so umwerfend gut und sie hat anscheinend lange herumexperimentiert, bis sie sie endlich nachbacken konnte. Den entscheidenden Unterschied machte offenbar die gemahlene Bitterschokolade im Teig. Ich war zuerst etwas skeptisch, ob unser alter Krups Multihacker auch Schokolade mahlen kann. Das Teil ist mindestens so alt wie ich und es hat auch erst einmal ordentlich gescheppert, als ich mit dem Mahlen begonnen habe. Dennoch hat es wunderbar funktioniert. Je kälter eure Schokolade, desto besser lässt sie sich mahlen oder von Hand reiben, 10 Minuten im Kühlschrank reichen dafür schon aus. Je nach Kakaogehalt eurer Schokolade könnt ihr den Zuckeranteil im Rezept anpassen – ich habe 50%ige Zartbitterschokolade verwendet und deshalb weniger Zucker genommen, bei bitterer Schokolade könnt ihr entsprechend mehr nehmen.

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Offenbar macht es auch einen Unterschied, welches Kakaopulver man verwendet. Im Amerikanischen gibt es zweierlei Sorten Kakaopulver, natural und dutch-process – wer sich näher in das Thema einlesen möchte, dem empfehle ich diesen Artikel von David Lebovitz. Fakt ist: in Debs Kommentaren kam heraus, dass natural cocoa zum Auseinanderfallen der Kekse führt. Ich habe mich aufgrund des Bildes für Kakaopulver zum Backen entschieden, mit der Variante vom berühmten Dr.Ö. hat alles geklappt und die Kekse sind erst im Mund zerbröselt. So soll’s ja auch sein!

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für 2-3 Backbleche

125 g Mehl, Type 550

30 g Kakaopulver

1/4 TL Natron

115 g  weiche Butter

100 g Zucker (je nach verwendeter Schokolade sind bis zu 135 g möglich)

1/4 TL feines Meersalz

1 Eigelb

1 1/2 TL Vanillezucker

100 g Zartbitter- oder Bitterschokolade

01-grün  Mehl, Backpulver und Kakaopulver in eine kleine Schüssel sieben und beiseite stellen. Schokolade von Hand fein reiben oder mit einem Multihacker fein mahlen. Butter, Zucker und Salz in eine große Rührschüssel geben, mit einem Rührgerät hell und schaumig schlagen. Eigelb und Vanillezucker unterschlagen. Restliche Zutaten hinzufügen. Kurz mit den Händen durchkneten und den Teig dann in Frischhaltefolie gewickelt 30 bis 45 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

02-grün  Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Arbeitsfläche und ein Nudelholz großzügig bemehlen. Den Teig portionsweise ausrollen, etwa zwischen 3 und 6 mm Dicke. Wenn der Teig zu sehr bröselt, könnt ihr mit der Wärme eurer Hände etwas nachhelfen. Ich habe die abgebröselten Stücke einfach mit dem Handballen wieder angedrückt und bin danach behutsam mit dem Nudelholz noch einmal darübergefahren. Ein Backblech mit Backpapier auslegen, Kekse ausstechen und auf dem Blech mit etwas Abstand verteilen. 8 bis 12 Minuten (je nach Dicke und Form) auf mittlerer Schiene backen. Die Kekse ein paar Minuten auf dem Blech auskühlen lassen, danach auf Abkühlgittern verteilen. Erst, wenn sie vollständig ausgekühlt sind, in einen luftdicht verschließbaren Behälter packen und aufheben. eat it. love it.

Laut Deb sind die Kekse bis zu zwei Wochen haltbar…wenn sie denn nicht davor alle aufgegessen wurden ;)

 

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Schokoladen-Kokos-Makronen

Hier herrscht Unlust auf Weihnachten. Eine Situation, die ich selbst verstehe, nun jedoch aktiv bekämpfen möchte. Weihnachten soll schön werden und Weihnachten soll Zeit zum Durchatmen sein. Und zum Durchfuttern. Ich meine, wir sind hier immerhin auf einem Foodblog…Die erste Tat in Richtung Weihnachtsstimmung war deshalb ein großer Plätzchenbacktag, an dem ich zum allerersten Mal einfach eine eigene Plätzchenidee umgesetzt habe. Als T. mich nämlich vor einigen Wochen von seinem ersten selbstgebackenen Kuchen – Schoko-Kokos-Guglhupf – schwebten mir schon Kokosmakronen mit Schokolade vor. Quasi Stracciatellamakronen!

Das Praktische ist, dass sie unheimlich schnell gehen und man beim Backen von Mürbeteigplätzchüen eigentlich immer irgendwo Eiweiß überhat, das man so perfekt weiterverwerten kann. Wer Lust hat, kann sich danach noch mit einer Extraportion Kuvertüre als Verzierung austoben und die Makronen entweder damit glasieren oder einfach mit einer Gabel schnell ein paar Linien darauf malen.

für etwa 30-40 Stück

4 Eiweiß

200 g Zucker

100 g Zartbitterschokolade

200 g feine Kokosraspeln

1 TL Zitronensaft

50-100 g Zartbitterkuvertüre

Backoblaten

  Zartbitterschokolade fein reiben (geht am besten, wenn die Schokolade gut gekühlt ist!). Den Ofen auf 130°C vorheizen. Eiweiß sehr steif schlagen, eine Prise Salz und Zitronensaft  hinzugeben, mit dem Mixer weiterrühren und dabei den Zucker einrieseln lassen. Mit einem Schneebesen oder Kochlöffel mit Loch in der Mitte die Kokosraspeln und die geriebene Schokolade unterheben.

  Backoblaten mit einem spitzen Messer quer teilen und mit der glatten Seite nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit zwei Teelöffeln kleine Nocken von der Eiweißmasse abstechen und auf den Oblaten platzieren. Achtung: die Makronen gehen auf. Für kleinere Makronen nur etwa 1/2 TL Eiweißmasse pro Oblate nehmen, für normalgroße 1 TL volll. Die kleinere Variante 15-20 Minuten, die normalgroße 20-25 Minuten im Ofen backen. Die Makronen sollten nur  sehr wenig gebräunt sein und innen einen weichen Kern haben. Auskühlen lassen. eat it. love it. or decorate it!

  Die Kokosmakronen auf einem Kuchengitter platzieren und abkühlen lassen, am besten etwas Zeitungspapier unter das Gitter legen. Kuvertüre fein hacken und über einem Wasserbad schmelzen. Nun entweder eine Gabel in die geschmolzene Kuvertüre tauchen und damit Linienmuster auf den Makronen malen oder diese in die Kuvertüre eintauchen. Auf dem Gitter festwerden lassen und danach in Plätzchendosen bis Weihnachten lagern.

 

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Kirschkuchen mit Schokostreuseln

Nach genau so einem Kuchen habe ich schon lange gesucht, als Juliane ihn eines Tages bei sich im Blog präsentierte: ein einfacher Rührkuchen mit Schokostreuseln und jeder Menge Kirschen. Genau das Richtige für die Kaffeetafel am Wochenende, in Erinnerung an die Initiative Sonntagssüß!

Ich habe den Kuchen inzwischen schon zweimal nachgebacken und einige Veränderungen am Originalrezept von Juliane vorgenommen. Etwa weiß ich nach wie vor nicht, wie Juliane so viele Kirschen in einer 26cm-Form unterbringt, deshalb benutze ich fortan nur noch ein großes Glas Kirschen. Dass man Weinsteinbackpulver durch normales Backpulver ersetzen kann, das wusste ich schon – dennoch habe ich meinen ersten Versuch gleich genutzt, um das vermeintliche Wunderzeug zu benutzen. Im direkten Vergleich wurde der Kuchen dadurch tatsächlich fluffiger. Er ging zwar nicht deutlich mehr auf, aber er fühlte sich beim Hineinbeissen viel lockerer an. Dafür war jedoch ein etwas komischer Beigeschmack mit dabei, fast, als hätte ich Süßstoff verwendet. Das mag jedoch auch an der damals verwendeten Raspelschokolade gelegen haben…beim zweiten Versuch mit normalem Backpulver war der Geschmack weg, dafür auch ein wenig von der Fluffigkeit. Eigentlich muss nun also ein dritter Versuch mit Weinsteinbackpulver und guter Schokolade her. Ich halte euch auf dem Laufenden, sobald sich die Gelegenheit dazu ergibt und bin froh um jeden Weinsteinbackpulvererfahrenen Bäcker, der mir hierzu Näheres erzählen möchte!

 für eine 26cm-Springform

125 g weiche Butter

250 g Zucker

4 Eier

100 g gemahlene Mandeln

100 g Zartbitter-Schokoraspeln

125 g Mehl

2 TL Backpulver

3 EL Rum

1 großes Glas Kirschen (Abtropfgewicht ca. 350 g)

  Die Kirschen in ein Sieb geben und abtropfen lassen. Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Eier trennen und das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Das Mehl mit dem Backpulver mischen. Die Butter mit den Eigelben und dem Zucker schaumig rühren, dann das Mehl, die gemahlenen Mandeln, die Schokoraspeln und den Rum dazugeben und noch einmal gut durchrrühren. Das steif geschlagene Eiweiß vorsichtig unterziehen

  Die Backform gut fetten und mehlen und den Teig hineingeben und glatt streichen. Nun die abgetropften Kirschen darauf verteilen und den Kuchen in den Ofen geben. In meiner Silikonform habe ich die Backzeit nach einer halben Stunde auf 160°C verringert und nach gewünschter Bräunung zusätzlich die Oberfläche des Kuchens mit Alufolie bedeckt, insgesamt war mein Kuchen nach 50 Minuten fertig, im Originalrezept von Juliane braucht er 70 Minuten. Behaltet ihn also gut im Auge und testet mit einem Holzstäbchen, ob der Kuchen fertig ist.

  Den Kuchen in der Form kurz auskühlen lassen und dann den Rand der Springform lösen oder den Kuchen mit Hilfe eines Tortenretters aus der Silikonform holen. Vollständig auf einem Kuchengitter auskühlen lassen und je nach Geschmack mit Puderzucker oder Schlagsahne servieren. eat it. love it.

Kindergeburtstage waren schon immer was Tolles. Man kam zum Geburtstagskind ins Haus, spielte einen ganzen Tag, sang und lachte und ging am Schluss oft noch mit einer kleinen Tüte Süßigkeiten für die Gäste wieder nach Hause. Und nicht zu vergessen: es gab jedes Mal Kuchen, quietschbunt mit Smarties oder Gummibärchen. Nun sind wir nicht mehr ganz so klein, doch das Kind im Erwachsenen muss manchmal einfach auch bedient werden. Und so ergab es sich, dass eine normalen Geburtstagsparty mit Grillen letztens zu einer Mini-Variante eines Kindergeburtstags mit Bobby Car-Rennen und Topfschlagen wurde, auf der der Gastgeber um sein Geschenk spielen musste. Passend dazu habe ich diesen Kuchen fürs Buffet beigesteuert.

Es handelt sich um den meiner Ansicht nach besten Marmorkuchen überhaupt, Friedas Marmorkuchen von chefkoch.de, der bei uns schon etliche Male gebacken wurde. Ihr könnt natürlich jeden Kastenkuchen nehmen, den ihr mögt. Dazu noch eine furchteinflößende Besatzung aus Gummibärchen, Bullaugen aus Schokolinsen sowie Reling und Kanonen aus Waffelgebäck. Zu guter Letzt muss natürlich noch das Segel gehisst werden und schon kann’s losgehen. Für einen Piratenschiffkuchen braucht ihr:

1 Kastenkuchen eurer Wahl

150 g Zartbitter-Kuvertüre

bunte Schokolinsen

Gummibärchen

Waffelgebäckmischung

einen Schaschlikspieß aus Holz, ein Blatt mit Segeln (siehe unten)

  Den abgekühlten Kastenkuchen aus der Form holen. Der Kuchen soll anstelle der natürlichen Wölbung oben drei flache Flächen als Schiffsdecks haben. Dafür den Kuchen gedanklich quer dritteln und leicht einschneiden. Die beiden äußeren Drittel von der Seite flach einschneiden, sodass auf Höhe der Außenkanten zwei flache Flächen entstehen. Das mittlere Drittel etwa einen Zentimeter (je nach Backtrieb und entsprechender Wölbung) höher ansetzen und ebenfalls quer einschneiden, sodass man insgesamt drei flache Decks hat (ähnlich einer Siegertreppe, nur mit zwei gleich hohen Flächen an den Außenseiten).

  Kuvertüre fein hacken. Von der Waffelmischung schmale längliche und runde Waffeln heraussuchen, gegebenenfalls die Waffelröllchen halbieren, damit diese später kurze Kanonen darstellen. Die Schokolinsen und Gummibärchen auf Tellern bereitlegen. Zwei Drittel der Kuvertüre über einem Wasserbad vollständig schmelzen, die restliche Kuvertüre dazu geben und schnell unterrühren und schmelzen lassen. Die Schüssel vom Wasserbad entfernen und mit einem Pinsel den Kuchen mit der Kuvertüre dick bepinseln.

  Die Seiten des Kuchens mit je einer Reihe Schokolinsen als Bullaugen verzieren. Sollte die Kuvertüre bereits zu sehr angetrocknet sein, einfach eine weitere Schicht auf Höhe der Schokolinsenreihe aufpinseln. Aus den länglichen Waffeln die Ränder auf der Oberseite des Kuchens als Reling auslegen, in den Lücken zwischen den länglichen Waffeln die gekürzten Waffelröllchen quer als hervorstehende Kanonen andrücken. Auch hier gilt: ist die Kuvertüre zu fest, einfach noch eine Schicht draufpinseln und dann erst die Waffeln darauf festdrücken. Schließlich zwischen den Waffeln, “an Deck”, die Gummibärchen aufrecht verteilen und festdrücken. In der Mitte des Kuchens Platz für das Segel lassen.

Die Vorlage für das Segel (siehe unten) ausdrucken und nach Lust und Laune verzieren. Ich habe jeweils 2,5cm breite Streifen mit roter Wassermalfarbe auf die Segel aufgemalt. Mit einem langen Schaschlikspieß die Laschen durchstechen, zuerst die des kleineren Segels, dann die des größeren. Denkt daran, dass ihr die Spitze des Masts unten haben müsst, um diese später fest in den Kuchen zu stecken. Nun die Segel leicht nach außen biegen, als ob der Wind sie wölben würde, und die Laschen auf der Rückseite entlang des Schaschlickspießes mit Hilfe von Tesafilm befestigen. Nun den Mast auf den Kuchen stecken. eat it. enjoy it. love it.

Meine Kastenkuchen war 28 cm lang, die Maße der beiden Segel haben dafür genau gepasst. Natürlich könnt ihr euch auch selbst Segelformen überlegen oder noch eine kleine Piratenflagge basteln. Der Einfachheit halber habe ich euch eine PDF-Vorlage mit meinen Segelgrößen zum Ausschneiden gebastelt – und somit gibt’s zum ersten Mal auf We Love Pasta ein Goodie zum Download :) Ich bin gespannt, wie eure Piratenschiffe aussehen – Kommentare, Erfahrungen und natürlich auch Fotos sind gerne gesehen!

 

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Blaubeer-Muffins

Kennt ihr das? So einen plötzlichen Hunger nach etwas ganz Bestimmten. Nicht einfach nur nach Pasta, nach Süßem, nein, nach etwas ganz Speziellem, das genau jetzt sein MUSS. Mich hat es gerade vorhin erst gepackt. Ich arbeitete munter an meiner Bachelorarbeit, da kam sie: die Lust nach Blaubeer-Muffins. Nach einigem Hin und Her und “Du kannst doch nicht! – Aber du willst ja doch!” habe ich mich entschieden, den Abschnitt noch fertigzuschreiben und aus meinen Vorräten ein paar Muffins zu zaubern – immerhin soll ja heute die Bachelorarbeit noch ein Stückchen länger werden. Jetzt sitze ich hier, verspeise meinen Muffin und muss das einfach sofort für euch bloggen, so hin und weg bin ich vom Ergebnis meiner spontanen Backaktion von gerade eben.

für 12 kleine Muffins

200 g Mehl

100 g Zucker

50 g kernige Haferflocken

1 1/2 TL Backpulver

1/2 TL Natron

1 gehäufter TL Vanillezucker

80 ml neutrales Speiseöl

200 g saure Sahne

100 g Naturjoghurt (3,5% Fett)

1 Ei

200 g TK-Heidelbeeren

  Ofen auf 180°C vorheizen. Saure Sahne, Joghurt, Öl und Ei in einer Rührschüssel mit einem Löffel gut verrühren. In einer seperaten Schüssel Mehl, Zucker, Haferflocken, Backpulver, Natron und Vanillezucker gut mischen.

  Trockene Zutaten auf einmal zu den feuchten Zutaten geben und mit dem Löffel nur soweit durchrühren, bis alle Zutaten gerade so befeuchtet sind. Heidelbeeren tiefgefroren dazugeben und sehr vorsichtig unterheben. Muffinform mit Papierförmchen auslegen und den Teig in die Förmchen verteilen. Etwa 25 Minuten auf mittlerer Schiene backen. eat it. love it.

Die Basis für dieses Rezept war ein Rezept für Apfel-Muffins, das ich den heutigen Gegebenheiten in meinem Kühlschrank leicht angepasst habe. Die Blaubeeren lassen sich sicherlich gut durch andere Früchte ersetzen, die Grundmasse schmeckt neutral, saftig und hat einen schönen Biss durch die Haferflocken. Ich freue mich über Kommentare mit euren Varianten des Rezepts :)

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Macadamia-Cranberry-Schokoladentafeln

In diesem Jahr nehme ich gleich an zwei Wichtelrunden teil: alle Namen der Teilnehmenden werden dabei auf Lose geschrieben und in einen Topf geworfen, aus dem jeder dann einen Anderen zieht. Derjenige wird nun anonym mit einer Kleinigkeit beschenkt. Das Praktische ist, dass so für ganze Cliquen nicht jeder jedem etwas kaufen muss und man trotzdem lieben Freunden eine kleine Anerkennung zu Weihnachten schenken kann. Denn beim Wichteln bekommt ja jeder etwas! Ich habe mich dazu entschlossen, als kleines Extra zu den Geschenken (die hier nicht verraten werden! Es reicht, dass womöglich die beiden beschenkten Damen hier mitlesen…) noch etwas in der Küche zu fabrizieren.

Ursprünglich wollte ich Stephs weiße Schokoriegel abwandeln und die Pistazien durch Macadamias ersetzen. Dann wollte ich die Erdbeeren durch Cranberries ersetzen. Dann hat mir ein Freund von Rice Crispies bei gleichzeitiger Zugabe von Nüssen abgeraten. Und dann wollte ich auf einmal dunkle Schokolade. Als ich dann auch noch in der Buchhandlung das Buch “Kleine Tafeln Schokolade” mit Gießform sah, wusste ich, dass aus den Riegeln nun auch noch Tafeln werden sollen. Ihr seht: das hier hat jetzt leider nicht mehr viel mit dem Original zu tun. Dennoch möchte ich euch dies Entdeckung vom Kuriositätenladen tunlichst ans Herz legen!

für 5 kleine Tafeln

250 g Zartbitterschokolade

40 g Macadamianüsse

40 g getrocknete Cranberries

Macadamianüsse und Cranberries grob hacken. Ein paar größere Stücke jeweils beiseite legen. Schokolade fein hacken und über einem Wasserbad schmelzen. Den Großteil der gehackten Nüsse und Cranberries unterrühren. Eine entsprechende Gießform oder eine mit Backpapier ausgelegte, kleine Auflaufform bereithalten. Schokolade warm einfüllen und die beiseitegelegten Cranberries und Macadamias darüberstreuen. Für 15 Minuten im Kühlschrank ankühlen lassen, danach mindestens zwei Stunden bei Zimmertemperatur festwerden lassen. In Aluminiumfolie verpacken und kühl lagern. eat it. love it.


Eine Erfahrung muss ich noch mit euch teilen: lasst die Tafeln in eurer Gießform (es sei denn, sie ist aus Silikon) bloß nicht im Kühlschrank auskühlen und versucht sie dann aus der Form zu bekommen. Das führt lediglich zum Bruch der Plastikform und die Schokolade kommt trotzdem nicht heraus…bei Zimmertemperatur hat alles jedoch einwandfrei bei mir geklappt. Natürlich könnt ihr das Rezept je nach eigenem Geschmack abwandeln. Ihr solltet nur daran denken, dass weiße Schokolade immer etwas süßer ist als Zartbitterschokolade, damit ihr eure Extras in den Tafeln daran anpasst.