Clotted Cream

Scones sind für mich nicht nur ein himmlischer Hochgenuss (im Bild übrigens Cranberry-Cashew-Scones), sondern auch Ausdruck des englischen Lebensgefühls, das ich doch hin und wieder sehr vermisse – ein echter Cream Tea im Königreich ist einfach durch fast nichts zu toppen!

Seit unserer letzten Scones-Aktion ging mir das Thema der Clotted Cream nicht aus dem Kopf… das kleine, völlig überteuerte Gläschen original Devonshire Clotted Cream war leer und ich dachte mir: es kann doch nicht so schwer sein, das selber zu machen! Also habe ich wie wahnsinnig recherchiert und diverse Auskünfte zusammengetragen, die sich oft genug widersprochen haben. Na super? Ich berichte mal, was ich so rausgefunden habe:

Die Milch
Die original Clotted Cream wird aus Rohmilch, also vollkommen unbehandelter Milch, hergestellt. Sie wird „in flachen Pfannen erhitzt und für mehrere Stunden stehen gelassen.“ (Wikipedia) Oben sammelt sich langsam der Rahmanteil und das ist die Clotted Cream. Klingt erst mal so, als könne man das gut auch zuhause machen…
Rohmilch bekommt man beim Milchbauern, aber eben nicht in jedem Supermarkt – wie sieht es also mit einem Ersatz aus?

Die Tatsache, dass Milch im Supermarkt immer pasteurisiert ist, ist denke ich für die Herstellung von Clotted Cream irrelevant – wichtiger ist die Frage, ob sie auch homogenisiert ist, also so behandelt ist, dass sie praktisch nicht mehr aufrahmt. Genau das soll aber beim Erwärmen der Milch passieren. :) Ein Ersatz könnte also unhomogenisierte Milch sein, etwa aus dem Bioladen. Und sonst? An diversen Stellen (zum Beispiel hier oder hier) heißt es, man könne Vollmilch und Sahne mischen – das Ergebnis soll dasselbe sein. Und schließlich soll auch ganz einfache Schlagsahne funktionieren.

Die Herstellung
Auf vielen Blogs findet man den Hinweis auf die Verwendung von Pfannen, in denen man die Flüssigkeit auf dem Herd erhitzt. Ich habe das ausprobiert; es war eine einzige Katastrophe. Vielleicht ist meine Edelstahlpfanne zu gut (ich glaub fest daran) oder mein Herd zu heiß (das weiß ich sicher) – jedenfalls hat es nicht funktioniert. Die Mischung aus Milch und Sahne, die ich verwendet habe hat für einen ganz kurzen Moment gekocht und das Ergebnis war für die Tonne – beim Kochen beginnt offenbar ein Prozess, durch den die einzelnen Bestandteile der Milch sich trennen. Das ist nicht nur unansehnlich, sondern schmeckt auch noch seltsam klumpig und nach Kondensmilch (wie das dann aussieht, sieht man hier).

An anderer Stelle heißt es, man soll die Pfanne oder einen Topf im Ofen mehrere Stunden erwärmen oder das ganze mit einem Wasserbad versuchen.

Schließlich gibt es noch diverse Hinweise darauf, wann und wie lange man das Gefäß vor oder nach dem Erwärmen kühl stellen soll. Nigella zum Beispiel stellt vorher und nachher kühl und verbietet vehement den Kühlschrank – warum verrät sie nicht.

Clotted Cream

Nach dem Abschöpfen noch flüssig – das ändert sich im Kühlschrank.

Und wie funktionierts nun tatsächlich?
Aus den diversen Quellen hab ich folgende Schlüsse gezogen:

  • Rohmilch, Milch-Sahne-Gemisch oder Schlagsahne – geht wahrscheinlich alles ganz gut, das einzig Sinnvolle ist aber die Schlagsahne. Die hat den höchsten Fettgehalt und entsprechend ist die Ausbeute hier am höchsten.
  • Pfanne und Herd gehen gar nicht – die Kombi aus Wasserbad und Ofen geht gut.
  • Nach dem Erwärmen ordentlich kühlen lassen scheint wichtig zu sein, vorher setzen lassen muss wohl (zumindest bei Sahne) nicht sein.

Für ca. 150 g Clotted Cream (reicht für Cream Tea für vier):

400 g frische Schlagsahne

01-gelb Eine größere Auflaufform für das Wasserbad wählen und eine kleinere für die Sahne. Im Wasserkocher Wasser auf ca. 80 Grad erhitzen und in die große Form gießen, so dass es zwei bis drei Zentimeter hoch steht. Die Sahne in die kleine Auflaufform geben, in die große stellen und alles ab in den Ofen.
02-gelb Bei ca. 70 Grad im Ofen acht bis zwölf Stunden erwärmen – bei mir waren es acht Stunden und das Ergebnis war Klasse!
03-gelb Es sollte sich auf der Oberfläche eine etwas faltige Haut gebildet haben, die nicht mehr weiß ist – gelb sollte sie aber nicht unbedingt sein. Die Form vorsichtig aus dem Wasserbad heben und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Mit Frischhaltefolie bedecken und an einem kühlen Ort zwölf Stunden setzen lassen.
04-gelb Die obere, festere Schicht mit einer Schaumkelle vorsichtig herausheben und in eine Schüssel geben. Den unteren flüssigen Teil kann man anderweitig verwenden. Die Clotted Cream ist noch recht flüssig, wird aber im Kühlschrank streichfest. eat it. love it. 

Clotted Cream

Gut gekühlt ist die Clotted Cream streichfest – so soll sie sein und so kommt sie auf die Scones.

Freundschaft ist, wenn zwei zur selben Zeit auf dieselbe Idee kommen. In unserem Fall, den Sonntagnachmittag gemeinsam mit was Süßem und Kaffee zu verbringen. Ich wollte Michi anrufen, und da sah ich schon den verpassten Anruf von ihm. “Komm doch vorbei und wir backen Scones!”, hieß der Vorschlag, und so haben wir schließlich zu dritt mit einem weiteren Liebhaber der Backkunst und des Britischen per se Scones gebacken. Für die beiden Herren gab es natürlich Schwarztee dazu, ich blieb dann doch beim ursprünglichen Kaffeeplan.

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Apropos Plan. Wir haben uns vertrauensvoll an die BBC-Website Good Food gewandt und uns dort dieses sehr gut bewertetes Rezept als Grundlage gesucht. Abgewandelt haben wir es mit meinen bisherigen Erfahrungen des Scones-Backens, die ich mir vor allem aus den Cynthia Barcomi-Büchern abgeguckt habe. Soll heißen: je kälter die Zutaten sind, desto besser.

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An dieser Stelle sei außerdem einmal unser Ärger über das bayerische Ladenschlussgesetz erwähnt. Denn genau dieses hat uns vor das Problem gestellt, dass wir zu wenig Standardmehl Type 405 hatten. Aber da der oben erwähnte anonyme Liebhaber der Backkunst im Moment vor allem ein großer Brotbäcker ist, hatte er natürlich gefühlt alle anderen erdenklichen Mehlsorten im Schrank stehen. Also haben wir einfach mal mit Weizenvollkornmehl aufgefüllt, was das 405er nicht mehr hergab. Eine super Idee, wie wir im Nachhinein feststellten. Denn die kleinen buttrigen Scones gewinnen dadurch einen tollen Biss. Ab sofort machen wir das immer so!

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für acht große oder 12-16 kleine Scones

260 g Weizenmehl Type 405

80 g Weizenvollkornmehl

1 TL Backpulver

85 g kalte Butter

3 EL Zucker

175 ml kalte Milch

1 Spritzer Zitronensaft

1 TL Vanilleextrakt, alternativ: 1 Pck. Bourbon-Vanillezucker

01-grün  Backofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Mehl, Salz und Backpulver in einer Rührschüssel mischen. Die Butter in kleinen Würfel dazugeben und mit den Fingern schnell unterbröseln. Dafür die Butterstücken jeweils zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger mit dem Mehl verkrümeln bis keine größeren Stücke mehr in der Mehlmischung zu sehen sind, danach den Zucker (falls ihr Vanillezucker verwendet, dann auch diesen hier verwenden) zugeben und mit einem Löffel unterrühren.

02-grün  Milch, Zitronensaft und Vanilleextrakt verrühren und zur Mehlmischung gießen. Mit dem Löffel zügig einrühren, bis alles gerade so miteinander vermischt ist. Den Teig kurz mit den Händen zusammendrücken. Ein Blatt Backpapier auf die Arbeitsfläche legen, den Teig darauf geben und mit den Fingern sanft zu einer etwa 2 cm hohen Teigplatte formen. Dann die Teigplatte zweimal übereinander falten und wieder flach drücken, dieses mal auf etwa vier cm Höhe.

03-grün  Einen Ausstecher oder den Rand eines Glas mit dem gewünschten Durchmesser für die Scones kurz in Mehl tauchen, danach aus der Teigplatte die Scones ausstechen und auf dem Backpapier verteilen. Ein Backblech darunterschieben und die Scones im Ofen (je nach Größe und Ofen) 10 bis 18 Minuten backen. Die Scones sind fertig, wenn sie oben leicht gebräunt sind und auf Fingerdruck noch leicht nachgeben. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen und lauwarm mit Clotted Cream (alternativ: Crème double) und Marmelade essen. eat it. love it.

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Frohes neues Jahr euch allen! Wir waren die letzten Wochen etwas faul, was das Bloggen angeht (nicht jedoch das Essen betreffend, das kann ich euch versichern…), dafür gibt es heute ein Rezept, das ich schon seit Jahren ausprobieren wollte. Genauer gesagt: seit ich in der 11. Klasse war. Damals hat meine Latein- und Französischlehrerin unserer Klasse zum Schulbeginn nach den Weihnachtsferien diese Galette des Rois mitgebracht, einen klassischen französischen Kuchen zum Dreikönigstag.

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Es gibt unterschiedliche Varianten der Galette, manche machen sie aus Briocheteig, diese Version ist aus Blätterteig. Ich habe der Einfachheit halber gekauften Teig genommen – wenn ihr jedoch genügend Zeit habt, lohnt sich selbstgemachter Teig natürlich. Was ich leider vergessen habe: eine dicke Bohne in den Kuchen einbacken. Wer diese nämlich später in seinem Kuchenstück findet, ist der König für den Tag.

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Der Kuchen wird mit einer Creme aus gemahlenen Mandeln gefüllt. Ob ihr geschälte oder ungeschälte Mandeln verwendet, ist für den Geschmack egal. Die Füllung wird schnell gekocht, während der Ofen vorheizt, und ich kann sie mir wunderbar auch zu anderem Gebäck vorstellen. Etwa in gefüllten Blätterteig- oder Filoteigtaschen oder als Quiche. Als Verzierung habe ich mir,passend zum heutigen Tag, ein paar Kronen aus Blätterteigresten ausgeschnitten und diese auf die bepinselte Teigdecke gelegt. Echt königlich also! Vielen Dank Frau N. für das Latinum, viele Französischstunden mit noch mehr Kuchen – und das Rezept für diesen hier.

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für einen Kuchen mit 28 cm Durchmesser

2 Rollen Blätterteig

50 g Butter

100 g Zucker

1 Pck. Bourbon-Vanillezucker (alternativ: 2 TL selbstgemachter)

3 Eier

125 g gemahlene Mandeln

1 EL Speisestärke

100 ml Milch

1 EL Rum

01-grün Zucker und Vanillezucker mit zwei Eiern mit dem Handmixer schaumig schlagen, bis die Masse hellgelb ist. Speisestärke mit wenig Milch anrühren, danach die restliche Milch dazurühren. Eiermasse und Milch gemeinsam in einem kleinen Topf auf niedriger Hitze aufkochen, dabei ständig umrühren, damit nichts ansetzt. Sobald die Masse kocht, einige Sekunden köcheln lassen, dann von der Herdplatte ziehen. Mandeln, Butter und Rum hinzugeben und die Masse mit einem Schneebesen gleichmäßig verrühren. Danach beiseite stellen.

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Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Blätterteigrollen auseinanderrollen und einzeln zwischen zwei Lagen Backpapier ausrollen. Eine Schablone oder eine Springform mit 28 cm Durchmesser auf den Teig legen und zwei Kreise ausschneiden. Einen davon auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Die Mandelmasse darauf verstreichen und am Rand zwei Zentimeter Platz übrig lassen. Die zweite Teigplatte darauflegen und den Teig mit angefeuchteten Fingern aneinanderdrücken. Zusätzlich mit den Zinken einer Gabel rundherum festdrücken. Das dritte Ei trennen und das Eigelb auf der Teigoberfläche, ohne den Rand, verstreichen. Aus dem restlichen Blätterteig mit einem spitzen Messer Krönchen ausschneiden und auf der Kuchenoberfläche festdrücken. Auf der untersten Schiene 25-35 Minuten backen. eat it. love it.

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Charakter-Hörnchen zum Fest: Vanillekipferl

Vanillekipferl

Ende November muss man sich ja mit allerhand anstrengenden Themen beschäftigen: was gibt’s an Weihnachten zu essen? Wer bekommt welche Geschenke? Auf welchen Weihnachtsmarkt gehe ich und will ich 5 Euro für Glühwein bezahlen? Und dann noch die Frage: wann soll das alles passieren? Kein Wunder, dass wir zu dieser Zeit im Jahr mehr Wert auf Rituale und Gewohntes legen. Ein solches Ritual beantwortet für mich jedes Jahr die Frage: welche Plätzchen soll ich backen? Denn: Vanillekipferl müssen einfach sein. Noch ein Wort zur Herstellung, bei der zwei Sachen für mich feststehen: kein Puderzucker und um Gottes Willen kein Kipferlblech. Vanillekipferl sind bei mir Handarbeit und so werden sie zu echten Charakter-Hörnchen. :)

Für ca. 4 Bleche

280 g Mehl

80 g Zucker

100 g gemahlene Mandeln

2 Eigelb

220 g Butter

 

Vanillezucker zum Bestreuen:

250 g feiner Zucker

Mark einer Vanilleschote

01-gelb Mehl, Zucker und Mandeln mit den Eigelben und der Butter in Flocken zu einem Teig verkneten. Den Teig vierteln und aus den Vierteln flache Stollen formen und kalt stellen.Vanillekipferl TeigVanillekipferl Stollen

02-gelb Von den Stollen dünne Scheiben abschneiden und daraus zwischen den Handflächen die Kipferl formen und auf ein Blech mit Alufolie legen. Mit der Menge muss man etwas experimentieren; die Kipferl dürfen nicht zu groß werden, da sie noch aufgehen. Die fertigen Bleche vor dem Backen erneut für ca. 15 Minuten kaltstellen.

Vanillekipferl auf dem Blech

03-gelb Auf der mittleren Schiene bei 180 Grad 13-15 Minuten hell backen. Die Kipferl mit der Alufolie auf ein Gitter ziehen, gleich mit dem Vanillezucker bestreuen und abkühlen lassen. In Blechdosen aufbewahren oder noch besser: gleich frisch probieren! eat it. love it.

Vanillekipferl Zucker

Dem milden Herbstwetter sei Dank war ich noch so gar nicht auf Weihnachten eingestellt. Immerhin habe ich es geschafft, die Winterreifen aufs Auto zu bekommen, bevor mich in dieser Woche der erste Schnee am Morgen überraschte. Dafür hat unsere erste Blogkooperation mich ein wenig in Weihnachtsstimmung versetzt – und mich zu dieser Cranberry-Spekulatius-Tarte, pünktlich zum 1. Advent, inspiriert.

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Aber der Reihe nach. Seit letzter Woche gibt es eine neue Plattform von ebay, auf der die Nutzer weihnachtliche Moodboards erstellen können. So kann man etwas Inspiration für die Weihnachtsdeko oder Geschenke für die Lieben bekommen und hat außerdem ein wenig was zum digitalen Basteln. Ich habe mich ein wenig daran versucht und einfach einmal die Bilderflut über mich hereinbrechen lassen. Dabei kam dieses Board hier heraus.

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Gold und Glimmer und Lametta? Nein danke. Ich mag es, auch zum Fest, lieber schlicht. Bereits letztes Jahr habe ich deshalb meine Weihnachtsdeko vor allem in Rot und Weiß gehalten. Und als mein Moodboard etwa zur Hälfte fertig war, habe ich gemerkt, dass ich die Vorliebe für diese Kombination offenbar nach wie vor hege. Dass es da ausgerechnet Bilder von meiner roten KitchenAid und dem schönen Bräter (den ich mir auch irgendwann einmal gönnen möchte) gab, war natürlich höchst praktisch. Und unser länglicher Advents”kranz” für dieses Jahr hätte auch sehr gut in die Collage gepasst, findet ihr nicht?

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Abgesehen davon gibt es ziemlich viele Symbolbilder, die nicht auf konkrete Produkte verweisen. Im Gegensatz zu vielen anderen Plattformen kann man die genaue Anordnung im Moodboard so gut wie nicht beeinflussen und muss sich darauf verlassen, dass das Onlineprogramm das alles schon in ansprechender Weise nebeneinander setzen wird. Bei mir hat das aber gut geklappt, finde ich. Kreative unter euch, die gerne noch ein bisschen Weihnachtsgeld extra hätten, können sich vielleicht sogar über einen Geldsegen zum Fest freuen. Eine Jury kürt die zehn schönsten Collagen aus, der Sieger erhält PayPal-Guthaben im Wert von 5000 Euro, Guthaben im Wert von 1000 Euro gibt es für die anderen Gewinner und die Collage mit den meisten Likes der Besucher.

Mein Foodbloggerherz hat etwas geblutet, als ich zu der schönen Cranberry-Tarte aus der Collage kein Rezept geliefert bekommen habe. Was also tun? Na klar: Einfach mal selbst dran versuchen! Dabei ist eine weihnachtliche Cranberry-Mandel-Tarte mit Spekulatiusboden herausgekommen. Die Füllung habe ich auf einem meiner Lieblingsblogs, smitten kitchen, entdeckt. Sie besteht aus wunderbarem Sahnekaramell, Cranberries und Mandelblättchen.

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Ich habe keine gefrorenen Cranberries bekommen, dafür aber frische. Mit denen hat es auch wunderbar funktioniert. Und der Spekulatiusboden ist ein kleiner zusätzlicher Weihnachtskick zum 1. Advent. Dafür habe ich den Mandel-Mürbeteig von Annik Wecker, den sie in “Raffinierte Tartes” verwendet, um ein wenig Spekulatiusgewürz ergänzt. Als Belohnung für alle, die bis hier durchgehalten haben – hier das Rezept für eine 22cm-Tarteform. Durch das Sahnekaramell ist die Tarte ziemlich mächtig und wir haben eher kleinere Stücke als sonst gegessen.

für eine 22cm-Tarteform

160 g Mehl, Type 405

55 g Puderzucker

1 Prise Salz

2,5 EL gemahlene Mandeln

1 TL Spekulatiusgewürz

80 g kalte Butter in Flocken

1 Ei

200 g frische Cranberries

100 g Mandelblättchen

215 ml Sahne

75 g Butter

130 g Zucker

01-grün  160 g Mehl, Puderzucker, Salz, Mandeln und Spekulatiusgewürz in eine Rührschüssel geben. 80 g Butter in Flocken dazugeben und mit den Fingern schnell und gründlich unterkrümeln, sodass diese gleichmäßig in der Mehlmischung verteilt sind. Das Ei hinzugeben, unterrühren und mit den Händen schnell zu einem glatten Mürbeteig verkneten. 30-60 Minuten im Kühlschrank kaltstellen. Den Teig dünn ausrollen und eine gefettete Tarteform damit auslegen. Diese für 30 Minuten im Gefrierschrank durchkühlen lassen.

02-grün  Zucker in einer großen Pfanne mit Rand über mittlerer Hitze gleichmäßig karamellisieren lassen, parallel dazu Sahne und 75 g Butter in einem kleinen Topf erwärmen, bis die Butter vollständig geschmolzen ist. Dann von der Herdplatte nehmen. Sobald der Zucker goldgelb karamellisiert ist, von der Herdplatte ziehen und die Sahne-Butter-Mischung vorsichtig dazugießen (wirklich vorsichtig, die Sahne und die Butter werden sofort zu Kochen beginnen!). Auf niedriger Hitze auf der Herdplatte etwas weiterköcheln lassen und dabei immer wieder umrühren, bis der Karamell sich gleichmäßig aufgelöst hat. In eine größere Schüssel gießen und 30 Minuten abkühlen lassen.

03-grün  Ofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Cranberries waschen und abtropfen lassen. Den Tarteboden aus dem Gefrierschrank holen, mit Backpapier auslegen und Hülsenfrüchte zum Beschweren darauf verteilen. Im vorgeheizten Ofen 15 Minuten blindbacken. Aus dem Ofen holen und das Backpapier mit den Hülsenfrüchten entfernen. Die trockenen Cranberries und die Mandelblättchen in das Sahnekaramell geben und gut verrühren, bis sich die Zutaten gleichmäßig vermengt haben. Auf dem vorgebackenen Tarteboden verteilen. Ein Blatt Alufolie auf den Ofenrost legen, dann die Tarteform darauf stellen. Bei mir lief die Karamell-Fruchtmasse gegen Ende der Backzeit nämlich etwas über. Im Ofen 20-25 Minuten backen, bis der Rand gebräunt ist und die Masse am Tarterand blubbert. Eine Stunde auskühlen lassen, dann anschneiden und servieren. eat it. love it.

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Hinweis: Dieser Beitrag entstand zum Teil in einer Kooperation mit ebay und achtung! pr. Die im Artikel geäußerte Meinung entspricht der der Autorin und wurde nicht vorgegeben oder in anderer Art und Weise inhaltlich beeinflusst.

 

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Scones mit Himbeeren und weißer Schokolade

Scones sind ein toller Ersatz für Kuchen. Sie gehen schnell, sind unkompliziert und schnell fertig. Und das Beste: Sie schmecken einfach wundervoll. Die Blaubeer-Scones von Cynthia Barcomi mache ich deshalb immer wieder, wenn mich der süße Heißhunger überkommt. Vor einigen Tagen hatte ich jedoch Lust auf etwas Neues, himbeeriges – und so ist mir diese Kombination mit weißer Schokolade in den Sinn gekommen.

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Ganz nebenbei bemerkt halte ich übrigens heiße Himbeeren mit Vanilleeis für eines der besten Desserts auf der ganzen Welt. Deshalb durfte natürlich ein wenig Vanille bei diesen Scones nicht fehlen. Ich habe mich vom Grundrezept wieder an Cynthia Barcomi orientiert und die Zuckermenge angepasst. Solltet ihr die weiße Schokolade durch “echte” in Vollmilch oder Zartbitter ersetzen wollen, würde ich die Zuckermenge wieder etwas erhöhen. Weiße Schokolade hat meist einen höheren Zuckeranteil als diese Sorten, sodass ihr ansonsten im Teig natürlich weniger braucht.

für 8 große oder 16 kleine Scones

2 Eier

60 ml kalte Buttermilch

90 g kalte Butter

50 g Zucker

325 g Mehl

1 TL Natron

1 TL Backpulver

1 Prise Salz

200 g TK-Himbeeren

75 g weiße Schokolade

2 TL echter Vanillezucker

01-grün Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Zucker, Mehl, Natron, Backpulver und Salz in einer größeren Rührschüssel miteinander vermischen. Schokolade in größere Stücke (als Orientierung habe ich etwa 5mm Kantenlänge gewählt) hacken. Butter in Flocken zur Mehlmischung geben und mit den Fingern gleichmäßig unterkrümeln. Dann schnell mit den Fingern die Butter mit den trockenen Zutaten zerkrümeln – wenn die Butter weich wird und anfängt zu kleben, einfach die Schüssel samt Zutaten für einige Minuten im Kühlschrank noch einmal durchkühlen lassen. Eier und Buttermilch verquirlen und in die Rührschüssel geben, danach die Schokoladenstücke unterheben. Alle Zutaten sollten sich nur gerade so vermischen. Je mehr ihr rührt, desto zäher werden die Scones später.

02-grün Die Arbeitsfläche oder ein großes Brett bemehlen. Den Teig daraufgeben und mit den Händen zu einer etwa 2cm dicken Scheibe drücken. Die noch gefrorenen (!) Himbeeren gleichmäßig auf dem Teig verteilen und mit den Fingern leicht eindrücken. Ein scharfes Kochmesser mehlen und damit den Teig in 8 große oder 16 kleine Dreiecke teilen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit Vanillezucker bestreuen. Auf mittlerer Schiene etwa 15-20 Minuten backen, bis sie leicht gebräunt sind. Auf ein Kuchengitter legen und einige Minuten auskühlen lassen. Danach: eat it. love it.

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Karotten-Kokos-Kuchen

Kuchen aus Gemüse klingt irgendwie immer wahnsinnig gesund, findet ihr nicht? Aber wie komme ich auch darauf, die Worte „Kuchen“ und „gesund“ in einen Satz zu packen…dieser Karottenkuchen wirkt zunächst wie ein echter Öko-Kuchen für Kalorienbewusste. Aber glaubt mir, sobald ihr die (noch) geheime Spezialzutat über den Teig gegossen habt, vergeht euch dieser Gedanke ganz schnell wieder.

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Vorurteile geschürt? Gut, dann kann ich ja mit dem Schwärmen anfangen. Wie ihr euch denken könnt, handelt es sich hier um einen äußerst leckeren Kuchen. Warum sonst sollte ich ihn euch auch vorstellen…Als ich ihn vor einigen Wochen gebacken habe, ging er auf jeden Fall weg wie warme Semmeln, und die Prädikate der Beschenkten reichten von ganz viel „Mhhhm“ bis hin zu „Boah ist der saftig!“ und „Der klebt ja total!“. Die beiden letzteren Eigenschaften liegen vor allem an der Masse an gezuckerter Kondensmilch, die man nach der Hälfte der Backzeit auf dem Kuchen verstreicht – ein Teil versickert zwischen Karotten und Kokosflocken, der andere karamellisiert auf der Oberfläche und wird zu einer Decke aus echter Dulce de Leche. Klingt nicht nur köstlich, schmeckt auch so!

Das Rezept für diesen Karotten-Kokos-Kuchen stammt aus der letzten „Lecker Bakery“. Dort verwenden die Autoren zusätzlich 50 g Kokoschips als Deko (ich fand, dass der Kokosgeschmack bereits so gereicht hat) noch etwas mehr von der Kondensmilch. Nachdem ich bereits zwei Tuben leergedrückt hatte, betrachtete ich jedoch das Werk und habe mich dazu entschlossen, dass das wirklich genug des Guten war. Stimmte auch, der Kuchen hatte so genau die richtige Süße. Gezuckerte Kondensmilch findet ihr übrigens in besser sortierten Supermärkten unter dem Markennamen „Milchmädchen“ von Nestlé. Wenn ihr den Kuchen in einer luftdichten Box aufhebt, ist der Kuchen dank dieser Zutat auch noch ein bis zwei Tage später saftig und schmeckt richtig gut zum Nachmittagskaffee!

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für eine Springform mit 26cm Durchmesser

250 g Karotten

3 Eier

100 g Zucker

175 g Mehl

100 g Kokosraspel

2 gestrichene Teelöffel Backpulver

340 g gezuckerte Kondensmilch

01-grün  Den Boden der Springform mit Backpapier auslegen, die Karotten putzen und fein reiben. Ofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eier trennen. Das Eiweiß in einer größeren Schüssel mit einer Prise Salz halbfest schlagen, ab dann den Zucker einrieseln lassen und mit dem Handmixer steif schlagen. Danach zunächst zwei Esslöffel kaltes Wasser und dann das Eigelb unterheben.

02-grün  Drei Viertel der Kokosraspel mit dem Mehl und dem Backpulver gut verrühren. Mit einem Holzkochlöffel mit Loch in der Mitte die geriebenen Karotten und die Kokos-Mehl-Mischung unter die Eiermasse heben. Den Teig in die Form füllen und die restlichen Kokosraspeln darauf verteilen. Auf mittlerer Schiene etwa 20 Minuten backen.

03-grün  Den Kuchen aus dem Ofen holen und die Kondensmilch gleichmäßig über den Kuchen verteilen. Noch einmal 15 bis 20 Minuten weiterbacken. Mit einem Stäbchen testen, ob der Kuchen gar ist – wenn auch die Kondensmilch auf der Oberfläche schön karamellisiert ist, ist der Kuchen fertig. Vor dem Essen leicht abkühlen lassen. eat it. love it.

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Blaubeer-Scones à la Barcomi

Neues aus der Reihe Ugly Food – irgendwas mit tiefgefrorenen Blaubeeren oder Heidelbeeren, die man nicht lange genug abgetropft hat. Die färben einem das Gebäck dann in allen Farbfacetten eines frischen Boxerveilchens nach dem Aufeinandertreffen mit Wladimir oder Vitali K. – lasst euch deshalb bitte bloß nicht vom Aussehen dieser Scones abhalten, sie schmecken sagenhaft! In Cynthia Barcomis zweitem Backbuch, aus dem ich das Rezept habe, sehen sie allerdings weitaus schöner aus. Mag daran liegen, dass Cynthia wahrscheinlich frische Beeren oder zumindest ausreichend abgetropfte verwendet hat.

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Inzwischen habe ich das Rezept dreimal gebacken und kam jeweils zu unterschiedlichen Ergebnissen: die erste Ladung mit TK-Heidelbeeren, groß und rund, die ich nach dem Auftauen eine Stunde habe abtropfen lassen, haben geschmacklich überzeugt und waren auch nicht übermäßig verfärbt. Ein paar Wochen später, eine zweite Ladung, dieses mal mit TK-Waldheidelbeeren vom Discounter. Klang gut, nur sind die viel kleiner und vor allem viel empfindlicher als die großen Beeren vom Backversuch davor. Der Teig war nicht nur verfärbt, er war eigentlich komplett gefärbt. Und nach dem Backen habe ich festgestellt: die Beeren waren überhaupt nicht süß und den Scones hat definitiv Zucker gefehlt.

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Also eine dritte Runde, wieder mit kleinen TK-Heidelbeeren. Die habe ich jedoch im Voraus probiert und wusste, dass der Zuckergehalt passen müsste. Probiert also auf jeden Fall eure Beeren vorher, wenn ihr tiefgefrorene verwendet. Natürlich sind Geschmäcker unterschiedlich, aber sie sollten auf jeden Fall auch pur ohne Zuckerzusatz leicht süß schmecken. Außerdem habe ich dieses Mal auch die Beerenmenge im dritten Anlauf etwas reduziert, da die Scones mit kleinen Beeren aus dem zweiten Versuch viel länger gebraucht haben und nicht ganz so locker geworden sind.

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Nun die abschließende Einschätzung: diese Scones gehen ratzfatz, wenn man denn die richtigen Beeren zur Hand hat und tiefgefrorene Beeren auch davor lange genug hat abtropfen lassen. Am besten dürfte es wohl mit großen Kulturheidelbeeren funktionieren, da könnt ihr guten Gewissens auch 200 g verwenden, wie im Originalrezept angegeben. Bei kleineren Exemplaren (wie auf dem Foto zu sehen) haben 170-180 g bei mir besser funktioniert. In memoriam heute wieder für die Initiative Sonntagssüß!

8 große oder 16 kleine Scones

60 ml kalte Buttermilch

2 Eier

100 g Zucker

325 g Mehl

1 TL Natron

1 TL Backpulver

1/2 TL Salz

90 g eiskalte Butter

170-200 g (TK-)Blaubeeren (s.o.)

1/2 TL Zimt

2 TL Zucker

optional: Abrieb einer halben Bio-Zitrone

01-grün  Tiefgekühlte Beeren in ein kleines Sieb geben und bei Zimmertemperatur auftauen und abtropfen lassen. Buttermilch und Zitronenschale in eine kleine Rührschüssel geben, Eier dazugeben und mit einem Schneebesen verrühren. Wenn es draußen warm ist: vorübergehend in den Kühlschrank stellen. Ofen auf 200°C vorheizen.

02-grün  In einer größeren, separaten Schüssel die trockenen Zutaten Zucker, Mehl, Natron, Backpulver und Salz mischen. Die Butter in kleinen Würfeln oder Streifen dazugeben. Dann schnell mit den Fingern die Butter mit den trockenen Zutaten zerkrümeln – wenn die Butter weich wird und anfängt zu kleben, einfach die Schüssel samt Zutaten für einige Minuten im Kühlschrank noch einmal durchkühlen lassen. Die kalte Buttermilchmischung dazugießen und mit einem Kochlöffel durchrühren. Die Zutaten sollten sich gerade so vermischen, je mehr ihr rührt, desto zäher werden die Scones später. Beeren vorsichtig unterheben.

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Die Arbeitsfläche großzügig bemehlen und den Teig darauf geben. Vorsichtig zu einer etwa 2cm dicken Scheibe drücken, die Beeren sollten möglichst nicht zerplatzen. Ein scharfes Kochmesser mit Mehl bestäuben und den Teig in 8 große oder 16 kleine Dreiecke teilen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Zimt und Zucker miteinander verrühren und die Scones damit bestreuen. Auf mittlerer Schiene etwa 18 Minuten backen. Die Scones sollten nicht allzu dunkel sein sondern nur leicht bräunen. Auf ein Kuchengitter heben und einige Minuten auskühlen lassen. eat it. love it.

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Irgendwo in den unendlichen Weiten dieses Internets habe ich mal gelesen, mal solle Scones möglichst nicht am nächsten Tag essen, weil sie dann hart und zäh seien – Blödsinn. Ich habe die paar, die doch übriggeblieben sind, in eine luftdicht verschließbare Plastikbox gegeben und bei Zimmertemperatur aufgehoben. Sie waren auch noch einen Tag später ganz wunderbar. :)

 

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Kirschkuchen mit Schokostreuseln

Nach genau so einem Kuchen habe ich schon lange gesucht, als Juliane ihn eines Tages bei sich im Blog präsentierte: ein einfacher Rührkuchen mit Schokostreuseln und jeder Menge Kirschen. Genau das Richtige für die Kaffeetafel am Wochenende, in Erinnerung an die Initiative Sonntagssüß!

Ich habe den Kuchen inzwischen schon zweimal nachgebacken und einige Veränderungen am Originalrezept von Juliane vorgenommen. Etwa weiß ich nach wie vor nicht, wie Juliane so viele Kirschen in einer 26cm-Form unterbringt, deshalb benutze ich fortan nur noch ein großes Glas Kirschen. Dass man Weinsteinbackpulver durch normales Backpulver ersetzen kann, das wusste ich schon – dennoch habe ich meinen ersten Versuch gleich genutzt, um das vermeintliche Wunderzeug zu benutzen. Im direkten Vergleich wurde der Kuchen dadurch tatsächlich fluffiger. Er ging zwar nicht deutlich mehr auf, aber er fühlte sich beim Hineinbeissen viel lockerer an. Dafür war jedoch ein etwas komischer Beigeschmack mit dabei, fast, als hätte ich Süßstoff verwendet. Das mag jedoch auch an der damals verwendeten Raspelschokolade gelegen haben…beim zweiten Versuch mit normalem Backpulver war der Geschmack weg, dafür auch ein wenig von der Fluffigkeit. Eigentlich muss nun also ein dritter Versuch mit Weinsteinbackpulver und guter Schokolade her. Ich halte euch auf dem Laufenden, sobald sich die Gelegenheit dazu ergibt und bin froh um jeden Weinsteinbackpulvererfahrenen Bäcker, der mir hierzu Näheres erzählen möchte!

 für eine 26cm-Springform

125 g weiche Butter

250 g Zucker

4 Eier

100 g gemahlene Mandeln

100 g Zartbitter-Schokoraspeln

125 g Mehl

2 TL Backpulver

3 EL Rum

1 großes Glas Kirschen (Abtropfgewicht ca. 350 g)

  Die Kirschen in ein Sieb geben und abtropfen lassen. Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Eier trennen und das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Das Mehl mit dem Backpulver mischen. Die Butter mit den Eigelben und dem Zucker schaumig rühren, dann das Mehl, die gemahlenen Mandeln, die Schokoraspeln und den Rum dazugeben und noch einmal gut durchrrühren. Das steif geschlagene Eiweiß vorsichtig unterziehen

  Die Backform gut fetten und mehlen und den Teig hineingeben und glatt streichen. Nun die abgetropften Kirschen darauf verteilen und den Kuchen in den Ofen geben. In meiner Silikonform habe ich die Backzeit nach einer halben Stunde auf 160°C verringert und nach gewünschter Bräunung zusätzlich die Oberfläche des Kuchens mit Alufolie bedeckt, insgesamt war mein Kuchen nach 50 Minuten fertig, im Originalrezept von Juliane braucht er 70 Minuten. Behaltet ihn also gut im Auge und testet mit einem Holzstäbchen, ob der Kuchen fertig ist.

  Den Kuchen in der Form kurz auskühlen lassen und dann den Rand der Springform lösen oder den Kuchen mit Hilfe eines Tortenretters aus der Silikonform holen. Vollständig auf einem Kuchengitter auskühlen lassen und je nach Geschmack mit Puderzucker oder Schlagsahne servieren. eat it. love it.

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Zwetschgendatschi

Wie sehr ich Zwetschgen liebe, habt ihr wohl schon an meiner großen Zwetschgenaktion letzten September bemerkt. Dabei habe ich jedoch etwas ganz Entscheidendes ausgelassen, das ich euch jetzt präsentieren möchte: Zwetschgendatschi! Ein Münchner Spätsommer macht ohne Zwetschgendatschi einfach keinen Sinn. Dass eine große Bäckereikette einem in Form von riesengroßen Werbetafeln und beklebten Lieferwägen auch noch ständig an die Schönheit eines simplen Stücks Zwetschgendatschi auf weißem Grund erinnert, macht die Sache nicht besser.

Ich habe also Lust auf Zwetschgendatschi, schon seit Wochen, war jedoch immer zu beschäftigt, um endlich selbst einen zu backen. Also habe ich bei diversen Bäckern (nur nicht bei dem mit den Plakaten) schon Datschi gegessen, wurde jedoch jedes mal enttäuscht: mal war der Teig noch halb roh, mal wieder zu trocken, und die Qualität der Zwetschgen…naja. Nachdem ich über den Viktualienmarkt geschlendert bin und wunderschöne Zwetschgen vom Bodensee mit dem handschriftlich angebrachten Prädikat “datschigeeignet!” entdeckt habe, hat es mich gepackt und ich habe endlich Datschi gebacken. Das Rezept stammt grob aus dem “Bayerischen Kochbuch”, meine Mutter hat danach jeden Sommer ein Blech Datschi für uns gebacken. Als Kind stand ich immer daneben und wollte auch unbedingt die Zwetschgen mit ihrem alten Zwetschgenentkerner entkernen. Doch da ich teilweise noch heute mit dem Gerät an manchen Zwetschgen mangels Kraft verzweifle, blieb’s beim Zuschauen.

für ein Backblech

375 g Mehl

130 ml lauwarme Milch

15 g frische Hefe

45 g weiche Butter

45 g Zucker

1 Ei

2 kg Zwetschgen

Zimtzucker

  Mehl, Zucker, Hefe, Butter und Ei in eine große Rührschüssel geben und mit dem Knethakeneinsatz eines Handmixers kneten, dabei kontinuierlich die Milch hinzuschütten. Solange kneten, bis sich der Teig geschmeidig vom Rand der Schüssel löst und noch einmal zwei Minuten von Hand kräftig durchkneten. Die Rührschüssel mit Mehl bestäuben, mit einem feuchten Küchentuch bedecken und an einem warmen Ort eine Stunde  gehen lassen. Den Teig noch einmal kurz durchkneten und eine weitere Stunde abgedeckt gehen lassen.

  Den Ofen auf 180°C vorheizen. Die Zwetschgen waschen, abtrocknen und mit einem Zwetschgenentkerner entkernen und schneiden lassen oder von Hand entkernen. Dafür zuerst mit einem Messer halbieren, mit der Spitze den Kern herausholen und dann noch einmal halbieren, dabei jedoch die Schale der Zwetschgenhälfte nicht mit durchschneiden, sodass zusammenhängende Viertel entstehen. Das Backblech gut mit Butter einfetten und den Teig etwas größer als das Blech ausrollen und dieses mit dem Teig auslegen. Für den Rand die überstehenden Teigreste nach innen einklappen. Die Zwetschgen dachziegelförmig und möglichst aufrecht dicht aneinander auf dem Teig verteilen.

Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und je nach Zwetschgensorte 20-30 Minuten backen. Der Teig sollte goldbraun gebacken sein und die Zwetschgen weich und saftig mit leicht goldenem Fruchtfleisch geworden sein. Noch heiß mit 3-4 TL Zimtzucker bestreuen (je nach Süße der Zwetschgen) und abkühlen lassen.  eat it. love it.

Ich habe nur eine kleine Portion Zwetschgendatschi für uns gebacken und das Rezept für eine Auflaufform (24 x 20 cm) halbiert. Varianten gibt es mindestens so viele wie Datschirezepte, jeder macht es ein bisschen anders. Ihr könnt noch vor dem Backen Mandelblättchen darauf verteilen oder klassische Streusel darübergeben. Sollten eure Zwetschgen besonders saften, schaffen Semmelbrösel oder gemahlene Löffelbiskuits zwischen Teig und Zwetschgen Abhilfe – vor allem wenn ihr den Datschi nicht sofort esst (was bei dem Duft eine echte Herausforderung darstellen dürfte), rate ich euch zu so einem natürlichen Saftstopper.