Der meistgelesene Blogeintrag auf We Love Pasta ist schon eine ganz lange Zeit Tinas Review zu Arizona Ice Tea – täglich kommen einige Menschen über Suchmaschinen auf diesen Artikel, in dem Tina mit „parfümiertes Zuckerwasser mit Schwarzteezusatz“ eine (wie ich finde) sehr treffende Beschreibung für Eistee gefunden hat.

Vor ein paar Tagen bekamen wir eine Mail von einer Firma, die behauptete ein Teegetränk herzustellen, das „anders“ ist: Ti – der Erfrischungstee kommt nicht nur in ganz anderen Geschmacksrichtungen daher, sondern soll auch weniger süß sein. Das hat mich neugierig gemacht; oft genug haben mir Produkte versprochen „anders“ zu sein ohne diesem Versprechen auch nur irgendwie nahe zu kommen. Das Unternehmen ist übrigens in Kempten im Allgäu – das klingt schon mal gut. Bayrische Produkte mit Bio-Siegel find ich toll. Also hab ich dem Angebot auf ein Probierpaket mal zugesagt.

Eine kurze Websuche zeigt: Ti ist eine Marke der Radeberger Gruppe, die wiederum Teil des Dr.Oetker Konzers ist. Die Radeberger Gruppe hat im Segment der alkoholfreien Getränke außerdem die beliebte Bionade und das Selters-Mineralwasser im Portfolio.

Ein paar Tage später drückte mir also ein vollkommen abgehetzter UPS-Mann das Ti-Probier-Paket in die Hand; es war reichlich bestückt – je eine Flasche der drei Geschmacksrichtungen von Ti und die dazugehörigen getrockneten Teesorten – sowie ein sehr niedliches Teesieb zum Aufbrühen in der Tasse. Den heißen Tee werde ich irgendwann probieren, wenn es wieder weniger sommerlich ist. Nur so viel: der Inhalt der schönen Blechdosen verströmt einen ganz wunderbaren Duft!

Natürlich habe ich mir den Erfrischungstee ganz genau angeschaut und intensiv probiert. Der erste Blick galt aber den Nährwertangaben: wie viel Zucker ist da nun drin? Überraschung: nur 4 Prozent! Das ist auf jeden Fall deutlich weniger als normaler Eistee (7%) oder Limonade (9%). Wie sieht‘s mit dem Geschmack aus? Ti_Flaschen_Composing_GTM_F

Grüner Tee & Mango

Was ist das für ein lustiger Geruch? Sind das Gummibärchen da drin? Der erste Eindruck hat jedenfalls mit Mango nicht sehr viel zu tun. Beim Geschmack schaut es schon anders aus: da lässt sich die tolle Frucht zumindest erahnen. Der stärkste Eindruck ist aber wahrhaftig ein anderer: es schmeckt nach Tee und ist nicht süß. Ich bin baff. Nicht süß – das muss man sich erst mal trauen!
Meine Wertung: rating-gelb-4

Ti_Flaschen_Composing_WTCA_F

 

Weißer Tee & Cranberry-Acai Huch, wieder Gummibärchen? Das muss mit dem ersten Öffnen zu tun haben. Der Geschmack – nun, es ist Tee, soviel kann man sagen. Aber wo ist die Cranberry geblieben? Mehr als eine leichte beerige Säure kommt da leider nicht auf meiner Zunge an. Und da kein Mensch weiß, wie Acaibeeren schmecken, kann auch ich nichts dazu sagen. Kurzum: diese Sorte tut auf meinem Gaumen nicht genug und die Fruchtnote müsste für mich deutlicher sein.
Meine Wertung: rating-gelb-2   Ti_Flaschen_Composing_PTB_F

Pfefferminztee & Brombeere

Pfefferminztee finde ich eigentlich per se richtig schlimm – ich kann auch das Konzept nicht so wirklich verstehen. Kühle Minze mit heißem Wasser? Naja.

Nun gut, ich lasse mich nicht von meinen Vorurteilen leiten. Und siehe da: es lohnt sich! Hier ist von dem Geruchs-Gummibärchen keine Spur. Der Geschmack haut mich tatsächlich vom Hocker, was für eine coole Kombination! Dieser Tee ist erfrischend und kühlend durch die Minze und fruchtig-aromatisch durch die Brombeere. Mehr davon!
Meine Wertung: rating-gelb-5

 

Und der Preis? Der Hersteller gibt als unverbindliche Preisempfehlung 0,89 Euro an – der tatsächliche Preis im Handel wird wahrscheinlich etwas darüber liegen. Nachschauen konnte ich bisher nicht – ich habe den Tee bis jetzt nirgendwo gefunden.

Ich muss sagen, ich bin überrascht. Ti ist ein kein Eistee und ein Vergleich damit würde dem Getränk auch wahrlich Unrecht tun. Hier finden sich auf der Zutatenliste keine solch scheußlichen Angaben wie “löslicher Tee-Extrakt (0,09%)”. In Ti ist tatsächlich Tee drin und ich finde, man schmeckt das auch. Insgesamt bin ich sehr positiv überrascht und kann mir gut vorstellen, das Produkt auch mal selbst zu kaufen. Euch wünsch ich viel Spaß beim Probieren!

Zusammenfassung: „warum es sich lohnt, Ti mal zu testen“

  • Interessante Geschmacksrichtungen
  • Wenig Zucker
  • Ein echtes Teegetränk
  • „Anders“ ist wirklich anders

Ti ist eine Marke der Teeküche GmbH/Radeberger Gruppe. Produktfotos ohne We Love Pasta-Wasserzeichen: © Teeküche GmbH/Radeberger Gruppe. Die Produkte wurden We Love Pasta unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

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Glühwein

Weihnachtliches Heißgetränk mit neun Buchstaben? Anderes Wort für ‘vergriffen’ mit elf Buchstaben?

Gestern war ich in drei Geschäften auf der Suche nach Glühwein. Beim Discounter gabs keinen mehr, beim Vollsortimenter nur noch Bio-Glühwein für 4 Euro. Wahrscheinlich wird bereits Platz geschafft für neue Ware, immerhin ist bald Ostern… ;)

Nach unserer gestrigen Glühweindegustation (mit drei roten und einem weißen Glühwein, davon zwei selbstgemachte!) kommen wir zu der Erkenntnis, dass der selbstgemachte rote am besten geschmeckt hat. Hier kommt ein schnelles und leckeres Rezept:

1 Liter trockener Rotwein

3 Orangenscheiben, Schale unbehandelt

3 EL Vanillepuderzucker

1 Zimtstange

2 Sternanis

5 Nelken

6-8 EL Zucker nach Geschmack

Orangensaft

 

 Vanillezucker im Topf mit etwas Wasser verrühren und bei starker Hitze karamellisieren lassen. Orangenscheiben dazu geben, einmal wenden. Topf vom Herd nehmen, schnell eine halbe Tasse lauwarmes Wasser angießen und sofort mit Deckel verschließen.

 Wenn die Flüssigkeit etwas herunter gekühlt ist, Gewürze  zugeben und auf kleiner Flamme fünf Minuten köcheln lassen. Wein dazu geben und mit Zucker und Orangensaft abschmecken. Erhitzen ohne zu kochen. drink it. love it.

Variante: funktioniert auch mit Weißwein. Dazu Apfelscheiben karamellisieren und mit Apfelsaft ablöschen. Ebenfalls mit Zucker und Orangensaft abschmecken.

Das Karamellisieren und das Erhitzen der Gewürze gibt ein besonderes Aroma.

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Arizona Ice Tea – zurecht gehypt?

Eistee an und für sich ist eigentlich eine Perversion – er ist nicht mehr als parfümiertes Zuckerwasser mit Schwarzteezusatz. Dennoch muss ich gestehen, dass ich mit 13 Jahren im Sommer unheimlich viel Eistee getrunken habe. Irgendwie war das damals cool, am See liegend seinen Eistee aus dem Tetrapak zu trinken, warum auch immer. Und die Eltern hatten sowieso etwas dagegen, diese Zuckerplörre zu kaufen. Heute noch sehe ich immer wieder vorpubertäre Schüler im örtlichen Supermarkt, die sich für die Mittagspause schnell noch etwas zu trinken holen und jedes Mal sind mindestens zwei dabei, die sich Eistee aus dem Tetrapak mitnehmen! Meist dann auch noch von der Eigenmarke des Supermarkts, Kostenpunkt: um die 50 Cent für 1,5 Liter.

In Münchner Studentenkreisen dagegen ist man vermeintlich weiter. Das Eisteefeeling ist geblieben, die Preise haben jedoch deutlich angezogen. In den Cafés rund um die Münchner Uni findet man nicht mehr Lipton, sondern bekommt nur noch die buntbedruckten Glasflaschen der Marke “Arizona”.

Schick sieht’s schon mal aus…

Die Flaschen fassen genau 473ml, sind superhip, weil aus den USA, und auch noch sooo öko, weil “Green Tea” drauf steht. Auch im Vapiano gibt es den Eistee, dort kostet die Flasche 3,50 Euro. Ich habe aber auch schon eine Freundin erlebt, die im Restaurant fast fünf Euro dafür hingelegt hat.

Der Arizona Eistee wird in den Sorten „Green Ice Tea Ginseng & Honey“, „Blueberry White Tea“, „Mandarin/Orange Green Tea“, „Peach“, „Lemon“ und „Pomegranate“ angeboten. Von letzterer Sorte, also Granatapfel, habe ich im Getränkemarkt letztens eine Plastikflasche für 1,70 Euro entdeckt. Das Design und der Inhalt sind identisch mit denen der Glasflasche, lediglich haben sich hier die Macher wohl auf ein rundes Maß von 500ml geeinigt. Also habe ich gleich einmal zugegriffen, um für euch eine kleine Review über den so gehypeten Eistee zu schreiben.

Der Preis, den man in der Gastronomie für das Getränk zahlt, ist vergleichsweise hoch. Dennoch hat Arizona hier sicher nicht die Bionade unter den Eistees kreiert. Wasser und Zucker stehen bei den Inhaltsstoffen ganz vorne, außerdem dabei: Apfelsaft aus Apfelsaftkonzentrat (3,4%), Granatapfelsaft aus Granatapfelkonzentrat (1,6%), Honig, natürliches Aroma, Karottensaft aus Karottensaftkonzentrat, Grüntee-Extrakt (0,05%) sowie ein paar Antioxidantien.

…aber schmeckt’s denn auch?

Diese Zusammensetzung schlägt sich auch im Geschmack nieder. Der erste Schluck lässt mich zusammenzucken. Ich mag Süßes ja wirklich gern, doch das erscheint mir dann doch zu süß. Oder? Ich nippe gleich nochmal, ein zweites, ein drittes Mal. Und plötzlich finde ich es gar nicht mehr so schlimm. Ob das Rauchern mit der ersten Zigarette wohl auch so geht?

Von Granatäpfeln schmecke ich überhaupt nichts. Dafür erinnert mich das Getränk stark an etwas aus meiner Kindheit – es schmeckt 1:1 wie Capri-Sonne Cherry! Je mehr ich davon trinke, desto besser schmeckt mir dieses Zuckerwasser, doch irgendwie pappt mir nach einem Glas mein Mund schon arg zusammen. Aber das hat Eistee per se ja so an sich.

Nach Hot Caipi jetzt: der heiße Eistee

Doch plötzlich fällt mir dieser Hinweis auf der Flasche auf. Moment einmal, wir sprechen hier doch von Eistee? Aber gut, ich will dieses Getränk ja auf Herz, Nieren und Geschmack testen. Also ab damit in die Mikrowelle und einen guten Schluck nehmen. Und irgendwie schmeckt mir das Zeug heiß tatsächlich besser als kalt. Wobei besser auch nicht „great“ heißt – denn jetzt hat das Getränk eben etwas von süßem Früchtetee.

Ich persönlich finde, dass man den Pomegranate-Eistee durchaus trinken kann, wenn man denn auf Eistee (oder süßen Früchtetee) steht. Dennoch steht für mich fest, dass das Produkt außer einer guten Marketingstrategie und schickem Design keinen Grund liefert, warum es so vergleichsweise viel kostet.

Mein Fazit deshalb:

Michi meint dazu:
Gestern stand ich bei SFCC vor dem Tee und dachte “Soll ich jetzt…?”. Dann aber: “3,50 Euro??? Neee.”