Es gibt Urlaube, die vergisst man nie. Und Gerichte, die man im Urlaub isst, die sich sofort von der Zunge direkt ins Hirn (vielleicht noch mit einem Umweg, der einen freudig “Boah ist das gut!” sagen lässt) schieben und die man nicht mehr vergisst. Bei manchen mag das Sterneküche sein, bei mir waren das bisher meistens echt simple, aber unfassbar gut gemachte Gerichte. So wie dieses hier.

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Vor fünf Jahren war ich in Berlin. Meine Begleitung und ich waren ausgehungert, es war Juli und heiß, wir wollten Nudeln, wir hatten keinen Ahnung, wohin wir gehen sollen. (Es war noch eine smartphonefreie Zeit, heute unvorstellbar!) Also liefen wir hungrig und planlos durch Berlin-Mitte. Am Friedrichstadtpalast entdeckten wir einen kleinen Laden, Giotto, der uns mit einer einfachen, guten Karte und schickem schwarz-weißen Design überzeugte. Außer uns war der Laden fast leer. Eigentlich ein schlechtes Indiz, aber wir hatten Hunger. Der Service war außerordentlich gut, wir bekamen als Vorspeise sensationelle Crostini, von denen ich heute noch träume, und als Hauptgang stellte uns der Koch Tris di Pasta, also dreierlei Nudelgerichte, zusammen.

Eines der Gerichte auf meinem Teller war eine wunderbar frische Tomatensauce, simpel und aromatisch. Dazu ein wenig Basilikum und Mozzarella, fertig. Das Tolle daran war aber, dass der Käse nicht kleingeschnitten oder gar geschmolzen war – eine halbe Kugel thronte kalt auf den heißen Nudeln und schmolz durch deren Wärme von außen leicht an. Dadurch ist das Gericht wunderbar frisch, trotzdem hat man immer wieder Stücke von geschmolzenem Käse auf der Gabel.

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Jedes Mal, wenn ich seitdem in Berlin war, habe ich zumindest einen kurzen Blick riskiert, ob es das Giotto noch gibt – und es existiert noch. Gegessen habe ich darin seitdem nicht mehr (gibt ja noch einige Berlin-Tipps, die ich abzuarbeiten habe), aber vergessen hab ich die Nudeln seit fünf Jahren nicht. Diese Variante ist für mich seitdem die Lieblingsmöglichkeit, wenn es um Nudeln mit Tomaten und Mozzarella geht.

für zwei Portionen

200 g Nudeln

500 g frische Fleischtomaten

1 kleine Zwiebel

2 Knoblauchzehen

3 EL Olivenöl

1 Kugel Büffelmozzarella

Basilikum

Meersalz, schwarzer Pfeffer

01-grün  Tomaten waschen und mit einem scharfen Messer die Haut kreuzförmig einritzen. Mit heißem Wasser übergießen und darin etwa eine Minute schwimmen lassen, danach abseihen und eiskalt abschrecken. Die Haut abziehen, Fleischtomaten halbieren, den Saft und die Kerne in eine Schüssel geben und das Fruchtfleisch grob würfeln.

02-grün  Zwiebel fein hacken, Knoblauchzehen schälen und halbieren. In einer beschichteten Pfanne 2 EL Olivenöl erhitzen, Zwiebeln darin auf niedriger Temperatur etwa zehn Minuten glasig dünsten, nach sieben Minuten die Knoblauchzehen hinzugeben. Danach die Tomatenwürfel dazugeben. Den Tomatensaft durch ein feines Sieb geben und so die Kerne abseihen, danach den Saft zur Sauce geben und diese 30-50 Minuten auf mittlerer Hitze köcheln lassen. Dabei immer wieder mit einem Holzkochlöffel die Tomatenstücke zerdrücken.

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Die Sauce mit Meersalz, Pfeffer und gegebenenfalls einer Prise Zucker abschmecken. Büffelmozzarella abtropfen lassen und halbieren. Nudeln sehr bissfest kochen, zwei Schöpfkellen Nudelwasser zur Tomatensauce geben und die Nudeln darin fertig garen. Basilikumblätter in grobe Stücke zupfen und kurz vor dem Servieren unter die Nudeln geben. Auf Tellern anrichten und den kalten Mozzarella obenauf geben. eat it. love it.

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PS:  Das Zeit Magazin hat online in der Rubrik “Sonntagsessen” über uns berichtet! An dieser Stelle also ein “Salut!” an alle neuen Leser, wir freuen uns sehr über euch!

PPS: Die Fotosituation ist bei mir gerade etwas kritisch. Warum genau, darüber informiere ich euch demnächst (Leser meiner Kolumne werden es sich denken können), es sei euch nur so viel verraten: Ich improvisiere viel und ich habe im Moment weder meine hübschen Tellerchen noch meine Dekoutensilien dort, wo ich koche. Aber immerhin, ich koche, und darum geht’s ja…

Clotted Cream

Scones sind für mich nicht nur ein himmlischer Hochgenuss (im Bild übrigens Cranberry-Cashew-Scones), sondern auch Ausdruck des englischen Lebensgefühls, das ich doch hin und wieder sehr vermisse – ein echter Cream Tea im Königreich ist einfach durch fast nichts zu toppen!

Seit unserer letzten Scones-Aktion ging mir das Thema der Clotted Cream nicht aus dem Kopf… das kleine, völlig überteuerte Gläschen original Devonshire Clotted Cream war leer und ich dachte mir: es kann doch nicht so schwer sein, das selber zu machen! Also habe ich wie wahnsinnig recherchiert und diverse Auskünfte zusammengetragen, die sich oft genug widersprochen haben. Na super? Ich berichte mal, was ich so rausgefunden habe:

Die Milch
Die original Clotted Cream wird aus Rohmilch, also vollkommen unbehandelter Milch, hergestellt. Sie wird „in flachen Pfannen erhitzt und für mehrere Stunden stehen gelassen.“ (Wikipedia) Oben sammelt sich langsam der Rahmanteil und das ist die Clotted Cream. Klingt erst mal so, als könne man das gut auch zuhause machen…
Rohmilch bekommt man beim Milchbauern, aber eben nicht in jedem Supermarkt – wie sieht es also mit einem Ersatz aus?

Die Tatsache, dass Milch im Supermarkt immer pasteurisiert ist, ist denke ich für die Herstellung von Clotted Cream irrelevant – wichtiger ist die Frage, ob sie auch homogenisiert ist, also so behandelt ist, dass sie praktisch nicht mehr aufrahmt. Genau das soll aber beim Erwärmen der Milch passieren. :) Ein Ersatz könnte also unhomogenisierte Milch sein, etwa aus dem Bioladen. Und sonst? An diversen Stellen (zum Beispiel hier oder hier) heißt es, man könne Vollmilch und Sahne mischen – das Ergebnis soll dasselbe sein. Und schließlich soll auch ganz einfache Schlagsahne funktionieren.

Die Herstellung
Auf vielen Blogs findet man den Hinweis auf die Verwendung von Pfannen, in denen man die Flüssigkeit auf dem Herd erhitzt. Ich habe das ausprobiert; es war eine einzige Katastrophe. Vielleicht ist meine Edelstahlpfanne zu gut (ich glaub fest daran) oder mein Herd zu heiß (das weiß ich sicher) – jedenfalls hat es nicht funktioniert. Die Mischung aus Milch und Sahne, die ich verwendet habe hat für einen ganz kurzen Moment gekocht und das Ergebnis war für die Tonne – beim Kochen beginnt offenbar ein Prozess, durch den die einzelnen Bestandteile der Milch sich trennen. Das ist nicht nur unansehnlich, sondern schmeckt auch noch seltsam klumpig und nach Kondensmilch (wie das dann aussieht, sieht man hier).

An anderer Stelle heißt es, man soll die Pfanne oder einen Topf im Ofen mehrere Stunden erwärmen oder das ganze mit einem Wasserbad versuchen.

Schließlich gibt es noch diverse Hinweise darauf, wann und wie lange man das Gefäß vor oder nach dem Erwärmen kühl stellen soll. Nigella zum Beispiel stellt vorher und nachher kühl und verbietet vehement den Kühlschrank – warum verrät sie nicht.

Clotted Cream

Nach dem Abschöpfen noch flüssig – das ändert sich im Kühlschrank.

Und wie funktionierts nun tatsächlich?
Aus den diversen Quellen hab ich folgende Schlüsse gezogen:

  • Rohmilch, Milch-Sahne-Gemisch oder Schlagsahne – geht wahrscheinlich alles ganz gut, das einzig Sinnvolle ist aber die Schlagsahne. Die hat den höchsten Fettgehalt und entsprechend ist die Ausbeute hier am höchsten.
  • Pfanne und Herd gehen gar nicht – die Kombi aus Wasserbad und Ofen geht gut.
  • Nach dem Erwärmen ordentlich kühlen lassen scheint wichtig zu sein, vorher setzen lassen muss wohl (zumindest bei Sahne) nicht sein.

Für ca. 150 g Clotted Cream (reicht für Cream Tea für vier):

400 g frische Schlagsahne

01-gelb Eine größere Auflaufform für das Wasserbad wählen und eine kleinere für die Sahne. Im Wasserkocher Wasser auf ca. 80 Grad erhitzen und in die große Form gießen, so dass es zwei bis drei Zentimeter hoch steht. Die Sahne in die kleine Auflaufform geben, in die große stellen und alles ab in den Ofen.
02-gelb Bei ca. 70 Grad im Ofen acht bis zwölf Stunden erwärmen – bei mir waren es acht Stunden und das Ergebnis war Klasse!
03-gelb Es sollte sich auf der Oberfläche eine etwas faltige Haut gebildet haben, die nicht mehr weiß ist – gelb sollte sie aber nicht unbedingt sein. Die Form vorsichtig aus dem Wasserbad heben und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Mit Frischhaltefolie bedecken und an einem kühlen Ort zwölf Stunden setzen lassen.
04-gelb Die obere, festere Schicht mit einer Schaumkelle vorsichtig herausheben und in eine Schüssel geben. Den unteren flüssigen Teil kann man anderweitig verwenden. Die Clotted Cream ist noch recht flüssig, wird aber im Kühlschrank streichfest. eat it. love it. 

Clotted Cream

Gut gekühlt ist die Clotted Cream streichfest – so soll sie sein und so kommt sie auf die Scones.

Eigentlich wollte ich euch an dieser Stelle die mir immer absolut einleuchtende Logik unserer Küchenschränke darlegen. Je länger ich jedoch darüber nachgedacht habe, umso mehr realisierte ich: So wirklich logisch ist das alles nicht. Wir haben eine Nudelschublade (Logikcheck bestanden), einen Hängeschrank mit Essig und Öl, über denen sich wiederum die Teebeutel tummeln (Logik? Geht so…) und dann haben wir noch einen Backschrank, in dem ich gemahlenen Mandeln und Backpulver neben meinem Wok, meinem Handmixer und meinem Mörser aufbewahre. (Wie bitte?) Aber kein Mehl. (Warum denn das?!) Denn Mehl und Zucker sind in dem Schrank. Genauso wie Kaffee, Kakao und Reis. Nun, es soll in heute um den Schrank, beziehungsweise das Chaos darin, gehen. Und wie ich loszog, um dieses zumindest ein wenig zu beseiten.

Vorratsgläser

Durch meine Backleidenschaft haben sich nämlich inzwischen fünf verschiedene Sorten Mehl in eben diesem Schrank angesammelt, die alle in ihren Originalverpackungen aus Papier, mal voller, mal weniger voll, im Schrank herumstanden, daneben noch die Haferflocken und all das andere. Beim Herumkramen in diesem Schrank, auf der Suche nach der richtigen Mehlsorte, bin ich natürlich nicht immer so brav, all die Packungen, die vorne stehen, herauszuräumen. Nein nein, ich schiebe zur Seite und ich wühle dahinter herum. So kam es schon vor, dass ich eine Mehldusche von oben abbekommen habe, als eine der offenen Packungen mir entgegenkam. Und wer von euch schon einmal Lebensmittelmotten in einem Schrank beheimatet hat, weiß, wie töricht diese Aufbewahrungsart ist. Allen anderen sei gesagt: Das.ist.töricht. Nein, nicht nur das, es ist grob fahrlässig! Denn habt ihr die Viecher erst einmal aus dem Supermarkt mit nach Hause eingeschleppt, könnt ihr alle anderen offenen Sachen in dem Schrank eigentlich gleich mitentsorgen.

Vorratsgläser

Vor einziger Zeit habe ich dann jedoch bei The Painted Hive ein DIY-Tutorial für wunderschöne Vorratsgläser entdeckt – die auch noch bezahlbar schienen. Also bin ich zu IKEA gefahren und habe mehrere Gläser aus der “Korken”-Serie gekauft. Auf dem verlinkten Blog gibt es ein PDF mit englischen Labels für verschiedene Zutaten. Für mich haben jedoch immer noch ein paar Dinge gefehlt, und als ich noch einen kurzen Moment nach der englischen Übersetzung für das Wort Semmelbrösel gesucht habe, dachte ich mir: Kannst du auch selbst machen. Bei “The Painted Hive” findet ihr die Schriftarten zum Download verlinkt, damit könnt ihr in eurem Textverarbeitungsprogramm einfach selbst eure Labels in der Optik designen. Für die Lautschrift bin ich meist auf Wiktionary fündig geworden und habe die vorhandenen Buchstaben nachgeschrieben. Leider habe ich hier in Deutschland keine “Magic Decal Papers” gefunden. Deshalb habe ich diese selbsthaftende Fenster-Folie zum Bedrucken verwendet.

Vorratsgläser

In das Glas mit 1,8 Liter Fassungsvermögen habe ich die verschiedenen Mehlsorten und den Zucker gefüllt (ein Kilo Mehl passt, mit etwas Klopfen und Schütteln, genau in eines der Gläser), in die anderen kamen Haferflocken, Semmelbrösel, Couscous, Reis und Grieß. Wichtig ist, dass man sowohl die bedruckte Folie als auch die abgespülten Gläser gut trocknen lässt – damit der Druck nicht verwischt und die trockenen Lebensmittel nicht feucht werden.

Vorratsgläser

Das Aufbringen der Folie war leider nicht ganz einfach, ich habe ein paar kleinere Luftblasen und Falten in den Labels, für die man aber schon sehr genau hinsehen muss. Das Hauptproblem war, dass nicht jedes der Vorratsgläser eine gleichmäßige Oberfläche hat. Und vor allem die kleinen Gläser haben eine stärkere Krümmung, sodass größere Labels nicht allzu gut darauf angebracht werden können. Nach der ersten Runde mit den Labels würde ich euch raten: schreibt lieber etwas weniger drauf und macht daraus kürzere Folien, dann bekommt ihr weniger Probleme mit der Glaskrümmung.

Für die kleinste Größe, die ich noch nicht befüllt habe, werde ich die Labels deshalb wahrscheinlich auf dem Deckel anbringen. So oder so: Ich finde die Gläser sehr hübsch und bedaure es jetzt schon fast, dass sie vorerst im Küchenschrank versteckt bleiben müssen – aber vielleicht dürfen sie ja demnächst auf ein offenes Küchenregal umziehen.

Ich.liebe.Salat. Egal wann, ob Winter oder Sommer, egal ob mittags oder abends. In der Kantine marschiere ich, wenn es nicht gerade gute Nudeln gibt, meist zielsicher zur Salatbar und fröne all den leckeren Zutaten, die da kleingeschnitten auf mich warten. Und dass meine Liebe zum Salat nicht gerade zu den ungesündesten Möglichkeiten, eine Völlerei zu begehen, gehört, ist natürlich auch ganz praktisch – gebe ich ja zu. Das einzige Manko, das ich lange hatte: akuter Mangel an guten und vor allem einfachen Ideen für Dressings.

Honig-Balsamico-Dressing

Ich wollte Dressings, die nach mehr schmeckten als nur Essig und Öl, für die ich aber nicht erst aufwändig Schalotten kleinhacken und andünsten muss oder im Winter einen halben Kräutergarten im Supermarkt einkaufen soll. Die Suche nach dem Balsamico-Dressing hat sich deshalb etwas schwierig erwiesen, inzwischen hab ich’s jedoch raus. Meine Variante ist angelehnt an das Rezept von Martha Stewart. Allerdings war mir ihr Dressing zu ölig. Ich bin eher der Essig-Fan und habe deshalb den Balsamico-Anteil deutlich erhöht – wenn ihr nicht so sehr auf Essig steht, könnt ihr entsprechend mehr Olivenöl verwenden. Die Honigmenge solltet ihr nach eigenem Geschmack und nach der Süße eures Balsamicoessigs anpassen. Die Menge reicht bei uns für eine große Schüssel, die als Beilagensalat für vier Personen dient, oder für zwei Personen, wenn sie den Salat als Hauptspeise mit sättigenden Toppings essen.

3 EL dunkler Balsamicoessig

1,5 EL Olivenöl

1/2-1 EL Honig

1/2 TL Dijonsenf

Salz, Pfeffer

01-grün  Senf und Honig in einer kleinen Schüssel gut miteinander verrühren. Salz und Pfeffer hinzugeben, danach den Balsamicoessig unterrühren. Nun das Olivenöl in dünnem Strahl hinzugeben und mit einem Schneebesen oder einer Gabel einrühren, bis das Öl nur noch in sehr kleinen Tropfen erkennbar ist. Am besten den Salat damit etwa fünf Minuten vor dem Essen anmachen und gut verrühren. eat it. love it.

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Das Dressing verwende ich für Blattsalate, gemischten Salat mit Paprika und Tomaten, Rucolasalat mit Parmesan oder einen einfachen Tomatensalat.

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Zum Dahinschmelzen: Schokoladen-Sablées

Die zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt, kommt definitiv nicht aus der Fabrik mit lila Kühen. Das weiß ich spätestens seit heute. Denn diese Sablées, also richtig schön mürbes Buttergebäck, zerbröseln beim geringsten Kontakt mit euren Zähnen und schmelzen geradezu dahin. Genau richtig für Schokoholiker, die ein Faible für zartbittere Varianten haben.

Schokoladen-Sablées

Das Rezept kommt ursprünglich von Deb von smitten kitchen und ist aus einer großen Not heraus entstanden, die ich nur zu gut kenne: die Kekse einer Bäckerei in New York schmeckten ihr so umwerfend gut und sie hat anscheinend lange herumexperimentiert, bis sie sie endlich nachbacken konnte. Den entscheidenden Unterschied machte offenbar die gemahlene Bitterschokolade im Teig. Ich war zuerst etwas skeptisch, ob unser alter Krups Multihacker auch Schokolade mahlen kann. Das Teil ist mindestens so alt wie ich und es hat auch erst einmal ordentlich gescheppert, als ich mit dem Mahlen begonnen habe. Dennoch hat es wunderbar funktioniert. Je kälter eure Schokolade, desto besser lässt sie sich mahlen oder von Hand reiben, 10 Minuten im Kühlschrank reichen dafür schon aus. Je nach Kakaogehalt eurer Schokolade könnt ihr den Zuckeranteil im Rezept anpassen – ich habe 50%ige Zartbitterschokolade verwendet und deshalb weniger Zucker genommen, bei bitterer Schokolade könnt ihr entsprechend mehr nehmen.

Schokoladen-Sablées
Schokoladen-Sablées

Offenbar macht es auch einen Unterschied, welches Kakaopulver man verwendet. Im Amerikanischen gibt es zweierlei Sorten Kakaopulver, natural und dutch-process – wer sich näher in das Thema einlesen möchte, dem empfehle ich diesen Artikel von David Lebovitz. Fakt ist: in Debs Kommentaren kam heraus, dass natural cocoa zum Auseinanderfallen der Kekse führt. Ich habe mich aufgrund des Bildes für Kakaopulver zum Backen entschieden, mit der Variante vom berühmten Dr.Ö. hat alles geklappt und die Kekse sind erst im Mund zerbröselt. So soll’s ja auch sein!

Schokoladen-Sablées
Schokoladen-Sablées

für 2-3 Backbleche

125 g Mehl, Type 550

30 g Kakaopulver

1/4 TL Natron

115 g  weiche Butter

100 g Zucker (je nach verwendeter Schokolade sind bis zu 135 g möglich)

1/4 TL feines Meersalz

1 Eigelb

1 1/2 TL Vanillezucker

100 g Zartbitter- oder Bitterschokolade

01-grün  Mehl, Backpulver und Kakaopulver in eine kleine Schüssel sieben und beiseite stellen. Schokolade von Hand fein reiben oder mit einem Multihacker fein mahlen. Butter, Zucker und Salz in eine große Rührschüssel geben, mit einem Rührgerät hell und schaumig schlagen. Eigelb und Vanillezucker unterschlagen. Restliche Zutaten hinzufügen. Kurz mit den Händen durchkneten und den Teig dann in Frischhaltefolie gewickelt 30 bis 45 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

02-grün  Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Arbeitsfläche und ein Nudelholz großzügig bemehlen. Den Teig portionsweise ausrollen, etwa zwischen 3 und 6 mm Dicke. Wenn der Teig zu sehr bröselt, könnt ihr mit der Wärme eurer Hände etwas nachhelfen. Ich habe die abgebröselten Stücke einfach mit dem Handballen wieder angedrückt und bin danach behutsam mit dem Nudelholz noch einmal darübergefahren. Ein Backblech mit Backpapier auslegen, Kekse ausstechen und auf dem Blech mit etwas Abstand verteilen. 8 bis 12 Minuten (je nach Dicke und Form) auf mittlerer Schiene backen. Die Kekse ein paar Minuten auf dem Blech auskühlen lassen, danach auf Abkühlgittern verteilen. Erst, wenn sie vollständig ausgekühlt sind, in einen luftdicht verschließbaren Behälter packen und aufheben. eat it. love it.

Laut Deb sind die Kekse bis zu zwei Wochen haltbar…wenn sie denn nicht davor alle aufgegessen wurden ;)

 

Schokoladen-Sablées

Wie? Marmelade ohne Gelierzucker? Als ich mich im Internet durch die wunderbare Rezeptwelt von Christine Ferber und Auszüge aus ihrer Marmeladenbibel klickte, guckte ich ziemlich verdattert: jedes von mir ergooglete Rezept kommt tatsächlich ohne Gelierzucker aus. Stattdessen sind Madame Ferbers wunderbare Marmeladen jedoch echte Zeiträuber, denn der Marmeladenkochprozess erstreckt sich dadurch auf zwei Tage – die gezuckerten Früchte ziehen über Nacht Saft und am nächsten Tag wird dann erst richtig Marmeladepardon, Konfitüre! – gekocht.

Apfelmarmelade

Da gerade jede Menge Äpfel wegmussten und Äpfel bekanntermaßen besonders viel Pektin enthalten, habe ich mich für dieses Rezept als Premiere für diese Machart entschieden. Unterschätzt nicht den Zeitaufwand, denn die Äpfel werden hier nicht nur klein, sondern richtig richtig klein geschnitten. Allein dafür stand ich fast eine Stunde in der Küche. Dann kommt jede Menge Zucker dazu und die Äpfel dürfen erst einmal Saft ziehen.

Apfelmarmelade

Ich war erstaunt, wie viel Saft das schließlich wurde. Doch erst wenn die Apfelschnitze gemeinsam mit dem Karamell im Kochtopf einmal brodeln, kann man sich so richtig vorstellen, wie gut diese Marmelade später wird. Und wenn man die Mischung am nächsten Tag aus dem Kühlschrank holt, strahlt sie erst so richtig goldgelb. Ich kann mir das Rezept auch sehr gut als Basis für eine weihnachtliche Variante à la Bratapfel mit Zimt, Nelken oder Vanille vorstellen. Doch auch so schmeckt sie einfach nur wunderbar: scheut euch nicht vor den Zuckermassen, denn die leichte Karamellnote gibt erst den Kick auf dem Frühstücksbrot!

Apfelmarmelade

etwa 1,4 kg Äpfel (1 kg netto)

1100 g Haushaltszucker

250 ml heißes Wasser

1/2 kleine Zitrone

  Zitrone auspressen und den Saft beiseitestellen. Äpfel schälen, entkernen, halbieren und in Stifte mit etwa 2mm Kantenlänge schneiden. Die Apfelstifte in einer großen Schüssel mit dem Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden. 850 g Zucker dazugeben und unter die Äpfel rühren, dann die Schüssel mit Backpapier bedecken und im Kühlschrank eine Stunde ziehen lassen.

  Restliche 250 g Zucker in einem großen Topf karamellisieren lassen, das sehr heiße Wasser dazugießen und unter Rühren aufkochen, damit sich das Karamell vom Topfboden löst. Die Äpfel hinzugeben und die Mischung im Topf unter Rühren einmal aufkochen lassen. Danach die Mischung zurück in die Schüssel geben und mit Backpapier und/oder einem Deckel bedeckt über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.

  Am nächsten Tag saubere Marmeladengläser in kochendem Wasser oder im Backofen bei 160°C 10 Minuten lang sterilisieren. die Apfel-Karamell-Mischung in einen großen Topf geben und unter Rühren aufkochen. Sprudelnd 5 bis 10 Minuten (je nach Pektingehalt eurer Äpfel) kochen lassen, ich habe meiner Marmelade 12 Minuten gegeben. Mit einer Gelierprobe (also ein wenig Marmelade auf einem kalten Teller, die dort geliert, wenn sie lange genug gekocht wurde) könnt ihr testen, wann eure Marmelade fertig ist. Dann den Topf vom Herd nehmen und die Marmelade heiß in die Gläser abfüllen. Diese sofort verschließen und auf dem Kopf gedreht auskühlen lassen. eat it. love it.

Apfelmarmelade

 

 

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Pesto Rosso

Das Prädikat “to die for” zu erlangen, das schaffen nur ganz wenige Gerichte. Der Witz ist ja, dass diese meist eigentlich simpel sind und dabei so gut ausgearbeitet wurden, dass das Rezept perfekt ist. So etwa der berühmt-berüchtigte Flammkuchen von delicious days, der Marmorkuchen von Oma Frieda auf chefkoch, und nicht zu vergessen: Mamas Hirschgulasch. Und für mich gehört, den Stolz kann ich mir nicht ganz verkneifen, dieses rote Tomatenpesto ab sofort auch dazu.

Pesto Rosso

Ich wollte ein Pesto Rosso, das mich bei Hunger auf Tomatenpesto glücklich macht, ohne großen Schnickschnack und mit sattem Tomatengeschmack. Bei meinen langwierigen Recherchen bin ich allerdings hauptsächlich auf Rezepte gestoßen, in denen getrocknete Tomaten mit Knoblauch, Olivenöl und Parmesan in den Mixer geschmissen wurden und danach auf heißen Nudeln landeten.

Pesto Rosso

Dabei kann man so viel Aroma dazupacken, wie mir schließlich dieses Rezept gezeigt hat. Die Idee, die getrockneten Tomaten kurz vorzukochen, kannte ich ja bereits von hier. Das Kochwasser aber als aromatischen Ersatz für Olivenöl zu verwenden, das war mir völlig neu. Ich habe das Rezept immer wieder variiert, bis ich vollends glücklich damit war. So sind beispielsweise die Pinienkerne aus dem Pesto geflogen – frisch geröstet auf den dampfenden Nudeln gefallen sie mir viel besser und kommen auch als Co-Stars bestens zur Geltung.

Pesto Rosso

für 2 Portionen

1 TL getrockneter Thymian

60 g getrocknete Tomaten (abgetropft)

150 ml Wasser

2 EL gehackte Mandeln

1 EL Tomatenmark

2 EL frisch geriebener Parmesan

1 1/2 EL Olivenöl

Salz, Pfeffer

2 EL Pinienkerne

  Wasser salzen und in einem kleinen Topf aufkochen, getrockneten Thymiam und getrocknete Tomaten hinzugeben und fünf Minuten köcheln lassen.Die Tomaten abgießen und abkühlen lassen, den Sud auffangen und 50 ml davon abmessen. Parmesan reiben, die Mandeln in einer Pfanne ohne Öl anrösten. Die abgekühlten, getrockneten Tomaten in grobe Stücke schneiden und gemeinsam mit dem Tomatenmark, den Mandeln, einem Schuss vom Sud und dem Olivenöl pürieren. Den Parmesan unterrühren und danach den restlichen Sud zugeben, bis eine cremig-feste Konsistenz erreicht ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

  Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten und beiseite stellen. 200 g Nudeln in reichlich Salzwasser al dente kochen, kurz vor Schluss einen Schöpfer Nudelwasser in eine Tasse füllen. Die Nudeln abgießen, auf keinen Fall abschrecken und auch nicht trocken schütteln. In den Kochtopf das Pesto geben und mit etwas vom abgeschöpften Nudelwasser flüssig anrühren, die gekochten Nudeln dazugeben und gut vermischen. Mit den gerösteten Pinienkernen und Parmesan anrichten. eat it. love it.

Pesto Rosso

Das Pesto ist einfach ein Alleskönner – ihr könnt es als Basis für andere Pastasaucen verwenden oder das Gericht mit ein paar ofengetrockneten oder frischen Tomaten aufpeppen. Oder ihr gebt einfach noch ein paar aromatische und vollreife Tomaten (so ihr diese denn in Deutschland auftreibt) statt des Tomatenmarks mit ins Pesto. Sollte davon tatsächlich etwas übrig bleiben, dann verwendet die Reste einfach am nächsten Tag als Brotaufstrich! Achja, und die mit dem Löffel nicht mehr rauskratzbaren Reste im Stabmixer lassen sich mit Hilfe von ein paar Grissini ganz einfach entfernen… ;)

Pesto Rosso

 

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Kokos-Ananas-Granola

Kokos-Ananas-Granola

Jaja Leute, ich weiß schon, die Kombination “Kokos-Ananas” ist ja nun wirklich nicht neu. Aber wie Niki Segnit in ihrem Geschmacksthesaurus so schön geschrieben hat: lasst mir einfach meinen Pina Colada! Und genau so sehe ich das auch. Dieses Granola ist deutlich weniger süß als das Schoko-Knusper-Granola und eignet sich deshalb meiner Meinung nach besser als Frühstücksmüsli, in das man ein paar frische Früchte schneidet, ohne gleich einen Zuckerschock zu erleiden.

Kokos-Ananas-Granola

 

Da ich ehrlich gesagt zu faul bin, jedes Mal ein neues Klebeetikett von meinem “Granolaglas” zu fummeln, wenn ich eine andere Granolasorte gebacken habe, binde ich ab sofort nur noch kleine Schildchen an das Glas. Sieht meiner Ansicht nach auch hübscher aus. Als Give-Away findet ihr weiter unten meinen Anhänger als Druckvorlage – füllt einfach etwas Granola in ein Zellophantütchen, bindet den Anhänger mit einer hübschen Schnur darum und schon habt ihr ein schönes Mitbringsel!

360 g Haferflocken

100 g Kokosraspeln

50 g Reiswaffeln

100 g Mandeln

100 g weiße Schokolade

200 ml Kokosmilch

20 g brauner Rohrzucker

2 EL weißer Rum

1 EL neutrales Öl

150 g Ananas aus der Dose (abgetropft)

3 EL Ananassaft (aufgefangen)

2 TL Vanillezucker

  Weiße Schokolade fein hacken, Mandeln grob hacken. Reiswaffeln in einer sehr großen Schüssel mit den Händen zerbröseln. Ananas in einem Sieb abtropfen lassen, dabei den Saft auffangen. Ofen auf 160°C vorheizen. Haferflocken, Kokosraspeln und die Mandeln zu den zerbröselten Reiswaffeln geben und gut vermischen.

  Die Ananasstücke mit dem Saft mit einem Mixen sehr kurz zu einem groben Mus pürieren. Kokosmilch in einem kleinen Topf erwärmen, Vanillezucker und braunen Zucker darin auflösen. Die gehackte Schokolade dazugeben und schmelzen lassen, schließlich Öl, Rum und das Ananasmus unterrühren. Die Mischung warm in die große Schüssel zu den trockenen Zutaten geben und sehr gut untermischen. Die Hälfte der Mischung auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech ausbreiten und etwa 30 Minuten im Ofen hell backen, dabei alle 10 Minuten die Mischung umrühren. Danach mit der zweiten Hälfte des Granolas genauso verfahren. Flach ausgebreitet auf dem Backblech oder einem großen Brett vollständig auskühlen lassen, danach in luftdicht verschließbare Behälter umfüllen. Schmeckt ausgezeichnet mit etwas Naturjoghurt und frischen Ananas. eat it. love it.

Kokos-Ananas-Granola

Kokos-Ananas-Granola

Den Geschenkanhänger gibt’s hier zum Download, viel Spaß damit!Und wenn ihr gleich mehrere Granolas verschenken wollt, findet ihr hier einen DIN A4-Bogen mit neun Labels zum Ausdrucken:

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Pizzateig nach EU-Verordnung

Seit Monaten, ach was, seit Jahren bin ich auf der Suche nach dem ultimativen Pizzateig-Rezept. Was leider die meisten Rezepte für Zuhause gemeinsam haben: sie schmecken irgendwie nach Hefekuchen. Nach Zwetschgendatschi mit Pizzabelag. Und wer schon mal eine richtig gute Pizza bei einem richtig guten Italiener gegessen hat, weiß, dass man die Hefe da nicht so deutlich hervorschmeckt. Nun, was tun? Den Hefeanteil im Teig reduzieren und dem Teig dafür mehr Zeit zum Gehen lassen. Klingt nach einem guten Plan. Und bei den Recherchen danach bin ich auf das Rezept einer “Vera Pizza Napoletana” der “Associazione Verace Pizza Napoletana”, quasi der Interessenverband für neapolitanische Pizza als Kulturgut, gestoßen – in einer EU-Verordnung.

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Robert ist schon 2008 darauf gekommen (und liefert euch noch den richtigen Soundtrack zum Backen), er hat es sogar tatsächlich geschafft, Bierhefe aufzutreiben. Obwohl ich insgesamt bestimmt einen Arbeitstag in München verbracht habe, um Bierhefe zu kaufen, ist es mir dennoch nicht gelungen. Und bei Augustiner und Co. habe ich mich auch nicht getraut zu klingeln. Deshalb musste normale Frischhefe ran, Abweichung #1. Allerdings benutzt Robert selbst inzwischen auch wieder Frischhefe, sodass ich das für wenig tragisch halte.

Also, sehen wir uns die EU-Verordnung Nr. 509/2006 genauer an. Eine echte Pizza Napoletana hat demnach einen Durchmesser von maximal 35 cm, ist im Inneren 0,4cm dick (+/- 10%) und hat einen 1-2cm dicken Rand. Sie soll weich und elastisch sein und sich wie ein Buch zusammenklappen lassen, gebacken wird im Holzofen bei 485°C. Das kann mein 20 Jahre alter Backofen nicht liefern, wenigstens verwende ich einen Pizzastein. Abweichung #2 Ich stehe ja eigentlich eher auf knusprig, aber gut. Dabei sollte man 00-Mehl verwenden, dessen Proteinanteil 11-12,5 Prozent betragen sollte. Meines aus dem  hat 10,5, ich bestimme hiermit, dass das passt. Abweichung #3. Und nun geht’s in der Verordnung ans Eingemachte – nämlich an die Zubereitung des Teiges.

Update 3.3.2013: Leser Frank hat mich in den Kommentaren darauf aufmerksam gemacht, dass im Originalrezept bzw. in der Verordnung eigentlich 2000kg statt 1,8 kg Mehl vorkommen. Insofern erhöht sich die Mehlmenge von 570 g auf 640 g. Dennoch gilt nach wie vor: habt ein individuelles Auge auf den Teig. Feuchter lässt er sich meiner Ansicht nach außerdem später leichter auseinanderziehen, ohne zu reißen.

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umgerechnet für 4 Pizzen

320 ml Wasser (20-22°C)

570 g 640 g Weizenmehl, Type 00

16 g Meersalz

1 g Bierhefe (Tina: Frischhefe)

  Wasser in eine große Rührschüssel geben, am besten in die Rührschüssel einer knetstarken Küchenmaschine (oder in die des alten Brotbackautomaten eurer Oma ;) ). Das Meersalz  darin auflösen und ein Zehntel der Mehlmenge dazugeben. Die Hefe darin auflösen und die Knetmaschine anschalten. Nach und nach nun das gesamte Mehl, verteilt über einen Zeitraum von 10 Minuten, dazugeben, dabei kontinuierlich kneten lassen. Nach den 10 Minuten sollte der Teig “punktgenau richtig” sein, also nicht zu feucht und nicht zu fest. Nun noch einmal für 20 Minuten auf niedriger Stufe die Maschine weiter kneten lassen, bis ein samtiger, elastischer Teig enstanden ist, der sich von selbst vom Schüsselrand löst.

  Die entstandene Teigkugel auf die bemehlte Arbeitsfläche oder in eine bemehlte Schüssel geben und mit einem feuchten Tuch bedecken. So zwei Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen. Danach mit einem Spachtel den Teig in Portionen zu je 180-250 g teilen und mit von Hand zu Kugeln formt. Diese Kugel legt man nun in Gärkästen oder in handelsübliche, große Plastikschüsseln, die man wieder mit einem feuchten Tuch bedeckt, und lässt sie bei Raumtemperatur noch einmal vier bis sechs Stunden gehen. Danach innerhalb der nächsten sechs Stunden verarbeiten.

Der Teig geht. Langsam aber sicher, in meiner Küche riecht es immer mehr nach Hefe und man kann den Kugeln richtig zusehen, wie sie immer größer werden. Ich habe den Teig am Vormittag zusammengemischt und vor allem am späten Nachmittag gibt er noch einmal richtig Gas, wie man im Vergleich der Bilder von 15 Uhr (nach 5 1/2 Stunden)…

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und 17 Uhr (nach 7 1/2 Stunden)…

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gut sehen kann. Leider habe ich um 19 Uhr, als es dann ans Formen ging, kein weiteres Vergleichsfoto geschossen. Die Löcher zwischen den Teigkugeln waren jedenfalls verschwunden und ich habe den Teig mit einem scharfen Messer auseinandertrennen müssen. Nächstes Mal gebe ich ihnen also mehr Platz. Dafür dürft ihr meinen Bruder bei der wichtigen Aufgabe des Auseinanderziehens bewundern – auf keinen Fall sollte man mit einem Nudelholz den Teig ausrollen, stattdessen wird er mit ziehenden und schiebenden Bewegungen auf der sehr gut bemehlten Arbeitsfläche auseinandergezogen. Nutzt hierfür ruhig eure Arbeitsplatte, die ist im Normalfall gut beschichtet – frühere Versuche auf meinem großen Holzbrett vom Schweden sind nicht so gut gelungen. Ich vermute, dass das Holz dem Teig doch zu viel Feuchtigkeit entzogen hat. Vergesst deshalb auch nicht, die noch nicht genutzten Teigkugeln immer wieder mit einem feuchten Tuch zu bedecken.

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Und nun geht’s ans Eingemachte. Wir haben eine Stunde vor Backbeginn meinen Pizzastein auf unterster Schiene in den Ofen gegeben und auf höchster Stufe (250°C) vorgeheizt. Jetzt bestreue ich meinen Pizzaschieber aus Holz mit Grieß, dann rutscht die Pizza besser runter und lege die noch unbelegte Pizza darauf – nun kommt etwas Tomatensauce in Form passierter Tomaten mit Meersalz und dem Pizzagewürz von Vapiano (alternativ: Oregano, Thymian, etwas Pfeffer) dünn darauf und dann wird belegt. In diesem Fall sind Schinken, frische Champignons und drei Peperoni auf die Pizza gekommen, der Backvorgang hat etwa 8 Minuten gedauert.

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Nun zum Fazit: der Teig schmeckt genau so, wie ich mir das vorgestellt habe: wunderbar aromatisch, würzig und nur ganz leicht nach Hefe. Das einzige Problem ist, dass man entweder einen fluffigen, dafür sehr hellen, oder knusprig bis steinharten, dafür schön gebräunten, Rand hat. Ich denke, dass das an den immer noch zu niedrigen Temperaturen in meine Ofen und der daraus resultierenden, langen Backzeit liegt. Der belegte Teil ist dafür genau richtig. Vielleicht werde ich nächstes Mal den Pizzastein auf eine höhere Stufe legen und mit dem Backofengrill von oben noch Hitze hinzugeben.

 

Normalerweise ist Pesto für mich das typische Essen, wenn’s schnell gehen muss: Zutaten in den Rührbecher, Stabmixer reinhalten, draufdrücken und nach 10 Sekunden hat man schon die Basis für ein wunderbares Pastagericht nach einem langen Tag. An solchen Tagen macht das dann auch glücklich. Doch ich hatte nun wirklich Lust auf Basilikum-Pesto und war nicht mehr ganz zufrieden mit dieser Basilikum-Creme, die ich unter dem Namen “Pesto” sonst immer aus dem Rührbecher gekratzt und auf meine Nudeln gegeben habe.

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Bei Heidi habe ich schließlich einen ganz neuen Ansatz des Pestomachens entdeckt: sie schreibt, echtes Pesto bekäme man nur durch das Hacken, nicht Pürieren, der Zutaten. Mit “mal eben schnell Pesto machen” hat das zwar nicht mehr allzu viel zu tun, wirklich länger als eine andere Pastasauce dauert jedoch auch diese Variante nicht. Also schnappte ich mir ein Wiegemesser, einen Topf Basilikum und hackte drauf los. Wenn man mit dem Basilikum fertig ist, kommen die Pinienkerne dazu, dann der Parmesan, und so hackt man immer weiter munter auf seinem Brett herum. Ich kann euch sagen, das hat schon fast wieder etwas Meditatives!

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Ich empfehle euch hierfür wirklich die Verwendung eines Wiegemessers, ansonsten wird euch vom Festhalten der Messerspitze nach einiger Zeit wohl ziemlich die Hand schmerzen. Mit dem Wiegemesser geht man also auf seine Zutaten auf einem Holzbrett los, zwischendurch schiebt man das Gehackte wieder zusammen, hackt weiter und so weiter. Nach knapp 20 Minuten ist das Pesto fertig und schön sämig. Mit etwas Olivenöl bedeckt könnt ihr es guten Gewissens einige Stunden vor der Verwendung noch in der Küche stehen lassen oder gut verpackt einige Tage im Kühlschrank aufbewahren. Das Tolle an der Hackmethode: es sind immer noch einzelne Blattteilchen der Basilikumblätter enthalten, die Pinienkerne schmecken nicht nussig vor und übertünchen somit nicht den feinen Basilikumgeschmack. Auch waren meine Pestonudeln noch nie so grün wie jetzt, ich habe den Eindruck, dass dieses Pesto sich irgendwie besser mit den Nudeln verbindet als mein Basilikumpüree von früher. Und weil kaum etwas so simpel und so grün ist wie ein echtes Pesto alla Genovese, wird es Zeit, dass ich noch schnell und endlich einmal bei Uwes Aktion “Cookbook of Colors” teilnehme – dort wird nämlich diesen Monat nach grünen Rezepten gesucht!

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für 2 Portionen

30 g Basilikumblätter und feine -stiele

1-2 Knoblauchzehen

3 EL Pinienkerne

20 g frisch geriebener Parmesan

Olivenöl

Salz, Pfeffer

  Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Basilikum waschen und trockentupfen. Auf ein Holzbrett geben und zuerst ein Drittel des Basilikums mit dem Knoblauch fein hacken, dann ein weiteres Drittel vom Basilikum dazugeben,weiter hacken und schließlich den restlichen Basilikum dazugeben und ebenfalls fein hacken. Die Hälfte der Pinienkerne hinzufügen und weiter feinhacken, danach die restlichen Pinienkerne dazugeben und ebenfalls gemeinsam mit den anderen Zutaten feinhacken. Die Hälfte des Parmesans darüberstreuen und darunterhacken, schließlich den restlichen Parmesan hinzufügen und so lange hacken, bis ein feines, sämiges Pesto entstanden ist.

  Gegebenenfalls Pesto mit Salz und Pfeffer abschmecken (mir hat die Salzigkeit des Parmesans gereicht). Pesto in eine kleine Schüssel geben und dünn mit Olivenöl begießen. Beiseite stellen, bis es benötigt wird, danach gegebenenfalls nochmals mit etwas Olivenöl verrühren. Zum Servieren mit einem kleinen Schuss vom stärkehaltigen Nudelwasser in einer Pfanne anrühren und darin mit den frisch gekochten, tropfnassen Nudeln vermischen. eat it. love it.

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