Es war ruhig hier. Sehr ruhig. Nicht jedoch aus Faulheit, sondern eher, weil sowohl Michi als auch ich gerade gewissermaßen vor vielen neuen Aufgaben stehen und das Fotografieren (nicht jedoch das gute Essen!) und Bloggen dadurch etwas vernachlässigt haben. Bei mir liefen zudem noch die Vorbereitungen zu einem Projekt, das ich euch nun heute endlich und voller Stolz präsentieren darf: mein eigener Foodblog.

Hä? Eigener Foodblog? Moment mal, ja, auf dem lest ihr ja schon. Aber fortan blogge ich auch noch an anderer, prominenter Stelle für euch. Nämlich auf Süddeutsche.de! Hereinspaziert in die superdupermegatolleundneue Kochnische, meinen Foodblog auf der Nachrichtenseite, auf dem ihr fortan nicht nur Rezepte von mir findet, sondern auch noch kulinarische Gedanken, Trends und Neuentdeckungen sowie Tipps rund ums Thema Kochen. We Love Pasta soll und wird darunter nicht leiden – seht die Kochnische bitte viel eher als Ergänzung zu dem, was ich hier immer für euch schreibe und koche. Ihr könnt euch also viel eher über eine erhöhte Schlagzahl freuen. Und Michi versorgt euch natürlich weiterhin mit Rezepten und Kocherlebnissen aus seiner eigenen Küche.

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Die erste Folge der Kochnische ging gestern online, und passend zur Karwoche ging es um, Überraschung, Fisch. Genauer gesagt habe ich ein Rezept gebloggt für Dorade aus dem Ofen, gebraten auf einem leckeren mediterranen Gemüsebett. Und auch wenn heute schon Karfreitag ist und eure Fischplanung für heute wahrscheinlich schon steht – das Rezept geht natürlich genauso gut auch an jedem anderen Tag des Jahres. Ich freue mich auf euer Feedback, entweder hier, per Mail oder in der Kochnische.

Der Duft von Thai Curry ist einmalig, findet ihr nicht? Scharf und süß und leicht zitrusartig zugleich – wenn ich das rieche, komme ich sofort ins Träumen, denn: Bei gutem Thai Curry kann ich einfach nicht nein sagen. Inzwischen ist es eines meiner absoluten Lieblingsgerichte, ich koche es sicher alle ein bis zwei Wochen. Vor Jahren mit mich Michi, seines Zeichens Ober-Thai-Food-Fan meines Freundeskreises, draufgebracht und mir zugleich sein Rezept für rotes Thai Curry beigebracht.

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Wie das so ist mit Lieblingsrezepten, verändern sie sich im Lauf der Zeit. Inzwischen habe mich mir etliche Rezepte durchgelesen und mir überlegt, was das Curry beim Thai um die Ecke so viel schmackhafter macht als das, was bei mir im Wok vor sich hinköchelte. Inzwischen glaube ich es zu wissen und bin bei einer Version angekommen, die mich rundum glücklich macht.

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Dieses Grundrezept könnt ihr nach Lust, Laune und Vorräten im Kühlschrank variieren. Es funktioniert sowohl mit gelber, roter als auch grüner Currypaste, wobei letztere die schärfste Variante ist. Ich mache in letzter Zeit häufig für meine Mitesser eine weniger scharfe Variante aus gelber Paste mit Hühnerfleisch – ihr könnt natürlich auch Rind-, Enten- oder Schweinefleisch verwenden. Letztens haben zwei Freundinnen zum Curry ein paar Garnelen in der Pfanne gebraten und waren sehr begeistert. An Gemüse wandert bei mir in den Wok, was gerade so da ist – ihr könnt euch an der Menge einfach an dem orientieren, was ich euch in dem Rezept aufgeschrieben habe. Lasst euch auch davon inspirieren, was gerade Saison hat. Im Herbst verwende ich zum Beispiel gerne Kürbis!

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Was ist nun das Besondere an dieser Art, Thai Curry zu kochen? Ich habe mich immer gefragt, woher im Thai-Restaurant die vielen Fettaugen auf der Saucenoberfläche kommen – bei mir war das immer eine sehr cremige und scheinbar fettfreie Angelegenheit, obwohl ich teilweise wirklich noch Einiges an Öl zur Kokosmilch zugegeben habe. Inzwischen weiß ich, dass es das gar nicht braucht. Denn in der Kokosmilch, oder eher in der festen Creme, die obenauf schwimmt, ist genug Fett, das nur noch herausgekitzelt werden muss. Das dauert zwar eine Weile, ich finde das Curry dafür so viel schmackhafter und intensiver als ohne. Und immerhin habt ihr das Fett so oder so im Essen, warum sollte man diesen Geschmacksträger also vergeuden? Deshalb verwende ich gerne Kokosmilch, in der diese feste Creme obenauf schwimmt (kleiner Tipp, bei den Dosen vom Discounter ist das so…). Bei komplett flüssigen Varianten würde ich euch empfehlen, eine kleine Dose Kokoscreme extra zu kaufen.

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Außerdem werdet ihr um einen Besuch im Asialaden nicht herumkommen, allerdings lohnt sich das wirklich. Die Zutaten dort sind nicht nur besser als vieles aus der Asia-Ecke im ganz normalen Supermarkt, sie sind auch noch in vielen Fällen deutlich günstiger. Die Limettenblätter habe ich vor knapp drei Jahren für 1,50€ tiefgefroren gekauft und habe vielleicht die Hälfte davon bisher verbracht. Und für vier große Taler Palmzucker, der im Curry ganz anders schmeckt als brauner Zucker, zahlt man etwa einen Euro.

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für 2-3 Portionen

400 ml Kokosmilch

2 Kaffir-Limettenblätter, frisch oder TK

2-3 gehäufte TL Thai-Currypaste, je nach Geschmack und Schärfe

1/2 Taler (entspricht ca. 30g) Palmzucker

1 gelbe und 1 rote Paprikaschote

75 g Zuckerschoten

1 kleine Dose Ananasstücke oder frische Ananas in Stücken

1 kleine Karotte

200 g Hühnerbrustfilet

Salz, Soja- oder Fischsauce

125 g Basmati- oder Jasminreis

01-grün  Gemüse waschen und putzen. Paprikaschoten in schmale Streifen schneiden, größeren Zuckerschoten ggf. halbieren und, falls vorhanden, Fäden entfernen. Karotte schälen und in Scheiben schneiden. Dosenananas abtropfen lassen und Saft auffangen. Hühnerbrustfilet abbrausen, trockentupfen und mit einem großen Messer entgegen der Faser schräg in sehr dünne Scheiben schneiden. Reis aufsetzen (ich koche immer meinen nach der Quellmethode: Reis mit doppelter Menge Wasser und Salz in einem Kochtopf aufkochen, danach bei geringer Hitze köcheln und quellen lassen, bis er gar ist).

02-grün  Wok erhitzen und etwa die Hälfte der vorhandenen Kokoscreme hineingeben. Bei niedriger Hitze etwa fünf Minuten köcheln lassen, zwischendurch immer wieder umrühren. Währenddessen den harten Palmzuckertaler in einen Gefrierbeutel geben und mit einem Fleischklopfer oder Hammer zerkleinern, die Hälfte davon im Beutel beiseite legen. Wenn sich viele kleine Fettaugen auf der Kokoscreme gebildet haben (siehe Bild oben), Currypaste unterrühren. Limettenblätter und Palmzucker sowie etwa 1 EL Kokoscreme aus der Dose zugeben und weitere drei Minuten köcheln lassen.

03-grün  Restliche Kokosmilch unterrühren, auf starker Hitze aufkochen. Hühnerbruststreifen zugeben und fünf Minuten köcheln lassen. Danach die Karotten hineingeben und weitere zwei bis drei Minuten köcheln. Dann das restliche Gemüse sowie die Ananas unterrühren und etwa drei Minuten weitergaren. Das Gemüse sollte noch Biss haben und die Hühnerbrust fertig gegart. Mit Fischsauce (wer die, so wie ich, nicht mag, kann auch etwas Sojasauce und Salz verwenden) abschmecken und mit Reis servieren. eat it. love it.

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Zu thailändischen Gerichten bietet sich natürlich Jasminreis als Beilage an – ich persönlich mag den Duft nicht ganz so gerne und esse deshalb meist Basmatireis dazu. Auf den Fotos habe ich eine Mischung mit Wildreis ausprobiert, die auch ganz gut gepasst hat und optisch etwas hermacht. Alternativ könnt ihr das Curry auch mit Reisnudeln oder dünnen Mie-Nudeln servieren.

 

Letzte Woche gab es für mich eine große Premiere – ich durfte zum ersten Mal überhaupt ein Blogevent besuchen und auch noch bei Vapiano hinter die Kulissen gucken. Das Marketing Team um Jana und Kathrin hat nämlich zum Vapiano Blogger-Kochen in die Münchner Filiale am Bahnhof Pasing eingeladen. Ich war die einzige Foodbloggerin, mit dabei waren dafür drei herzallerliebste Damen aus der Fashionsparte, die nicht minder koch- und foodbegeistert am Wok und am Pizzacounter standen.

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Noch bevor die Filiale regulär öffnet, waren wir schon da – um neun Uhr morgens hat uns Jana aus der Bonner Vapianozentrale erwartet, währenddessen waren die Vapianisten schon voll in der Vorbereitung für den Tag. Nach für nach trudelten die anderen Bloggerinnen, Alice, Anne und Conny, sowie Kathrin vom  “Achtung” PR-Team ein. Die Völlerei konnte beginnen, und ich frage mich immer noch, wie ich ernsthaft auf die Idee kam, etwas zu frühstücken…schon zur Besprechung gab es erst einmal frische Croissants und eine Antipastiplatte. Danach haben wir unsere eigenen roten Vapiano-Schürzen bekommen und durften gleich an den Wok. Dabei gab’s ein wenig Hilfe von Koch und Restaurantleiter Matthias.

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Hiermit möchte ich mich aufrichtig bei allen Vapianisti entschuldigen, denen ich bei meinen Specialreviews je angekreidet habe, etwas vergessen zu haben oder die ich mit knurrendem Magen verwünscht habe, weil sie nicht schneller gemacht haben. Die Arbeit hinter dem Wok ist gar nicht einfach. Jeder Schritt ist für jedes Gericht genau vorgetaktet. Wir haben erst einmal alle Pasta Salvia Piccante gekocht und dafür auch eine Rezeptversion für Mitarbeiter bekommen. 150 Sekunden hat ein Vapianist normalerweise Zeit für das Gericht, Anne und ich haben mit Sicherheit mindestens doppelt so lang gebraucht. Die Zucchini wären mir fast angebrannt und zwischendurch ist meine Sauce zu kalt geworden, weil ich die Gemüsebrühe nicht kreisförmig in den Wok gegossen habe, sondern in einem Schwall in die Mitte. Bisher habe ich das immer für Effekthascherei gehalten, Matthias sei Dank weiß ich nun: beim Herunterlaufen werden Brühe und Öl schon heiß und der Garprozess wird so nicht unterbrochen. Als er das Gericht später noch einmal für uns alle gekocht hat, hat das trotz gleicher Zutaten und Vorgehensweise einfach viel besser geschmeckt. Im Vergleich zu meiner Version ist mir nun klar: mehr Mut zu Salz und Pfeffer!

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Im Anschluss daran haben wir einen Ausflug an den Pizzabereich gemacht. Dort hat uns Matthias gezeigt, wie man richtig Pizzateig auseinanderzieht. Nämlich: Teiglinge flach drücken, mit viel Mehl dazwischen aufeinanderlegen und als Stapel auseinanderziehen. Das Feintuning gibt’s danach beim Ziehen über den Rand der Arbeitsfläche (wie bei Strudelteig) und vor allem in der Disziplin des KunstvolldurchdieLuftwirbelns, an der ich mich mal lieber nicht versucht habe.

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Bei der Gelegenheit gab’s natürlich ganz viele Blicke hinter die Kulissen – bis auf das Brot wird alles frisch in den Filialen zubereitet, sogar die Eier für den Nizza-Salat kocht das Team am morgen in einem großen Wok. Leider hat sich der Akku meiner Kamera (den man ja nur alle Jubeljahre mal aufladen muss…) während des Events verabschiedet, deshalb habe ich dann mit meinem iPhone weiterfotografiert. Weitere Fotos findet ihr natürlich auf den anderen drei Blogs. Vielen Dank auch an Jana, von ihr stammen die Fotos, auf denen ihr mich auch mal zu Gesicht bekommt :)

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Als kleines Geschenk gab’s noch einen Home Cup, einen Nachschub an Vapiano-Gewürzen und die rote Schürze zum Mitnehmen. Vielen Dank nochmal an das Vapiano-Team für den tollen Tag bei euch in Pasing! Und für euch hat Jana vom Vapiano-Team mir netterweise unsere Rezepte für den Tag, Pasta Salvia Piccante und Pasta Estiva, als PDF zur Verfügung gestellt. Einfach downloaden und selbst einmal probieren!

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Jahresrückblick 2012

So. Das war’s. Den Weltuntergang haben wir überstanden, Weihnachten nun auch und wir blicken volle Kraft voraus ins Jahr 2013, von dem wir beide nicht so recht wissen, was es bringen wird. Auch wenn ihr es nicht mehr sehen und hören können solltet, das Jahresende halten wir für einen ganz wunderbaren Anlass, einmal durchzuatmen und auf das zurückzublicken, was man in den letzten 12 Monaten so erlebt hat.

Wir haben unseren ersten Bloggeburtstag gefeiert…und im März steht schon der zweite bevor.

Tina hat ihren Traum von einer KitchenAid dank eurer Hilfe und dank Zorra erfüllt bekommen.

Michi hat nun seine ganz eigene Küche in seiner eigenen Wohnung.

Tina tastet sich in die wunderbare Gemüsewelt vor und mag inzwischen ziemlich viel, was sie vor einem Jahr noch nicht mochte.

Tina hat vor genau einem Jahr ihre Sauerteigkultur angesetzt. Diese lebt immer noch in ihrem Kühlschrank und erfreut sich bester Gesundheit.

Wir beide haben unser Studium beendet und beginnen etwas Neues.

Was ihr so im vergangenen Jahr auf We Love Pasta gemacht habt, das können wir in unserem kleinen Adminpanel natürlich auch sehen. Die häufigsten Suchbegriffe, über die sich Leser via Google zu uns verirrt haben, waren „Arizona Iced Tea“, „Fattoria la Vialla“ und „We Love Pasta“. Daraus resultiert dann wohl auch, dass auf die ersten beiden Beiträge am meisten Klicks entfielen…die Top 3 der angeklickten Rezepte waren für euch Michis Version von „Pasta Salami e Ricotta con Rucola“, Tinas „Pasta Tacchino Piccante“ und der Beitrag vom Zwetschgenwochenende 2011 mit Marmelade, Röster und Tarte.  Insgesamt 127 Kommentare habt ihr uns hinterlassen, hinzu kamen noch Mails und Facebook-Kommentare. Und last but not least: im Jahr 2012 wurde unser Blog 119.919mal von euch aufgerufen!

Und was kommt? Wir wissen es nicht so recht. Auf jeden Fall könnt ihr euch auf eine neue Rubrik freuen, auf hoffentlich besser werdende Fotos, auf neue Rezepte, auf ganz viel Freude über immer mehr Leser, die sich hierher zu uns verirren. Ahja, und wir basteln bereits seit Monaten fleißig an einem Mini-Relaunch unseres Layouts. Auch wenn wir die Postfrequenz nicht konstant hoch halten können, so seid euch sicher: wir denken an euch und kommen immer wieder.

Kommt gut ins neue Jahr!

Michi und Tina

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Rückschau: Weihnachten 2012

So, das war’s! Ich bin platt und lasse Bilder für euch sprechen, hier die Erklärungen dazu (von oben links nach unten rechts):

1: Wichtelpaket vom ForumsWeihnachtsWichteln der Hüttenhilfe, wurde mit Feigenessig, Brownie-Mix, Provence-Risotto-Mischung, Hibiskussalz und Vanillezucker reich beschenkt, nun müssen die Gaben nur noch ausprobiert werden!

2: 1. Weihnachtsfeiertag: Mamas Hirschgulasch mit selbstgemachten Spätzle, Preiselbeeren und Cranberry-Blaukraut

3: aus Spaß Servietten gefaltet, diese Variante heißt “französische Lilie” und geht so.

4: 1. Weihnachtsfeiertag, Dessert: Birne Helene, die Schokoladensauce ist mir leider etwas zu flüssig geraten. Dem Schwelgen in Kindheitserinnerungen hat das jedoch keinerlei Abbruch getan.

5: 2. Weihnachtsfeiertag: DIE Ente.

6: 2. Weihnachtsfeiertag: DIE Ente angerichtet, mit aufgeschnittenem Serviettenknödel und noch mehr Cranberry-Blaukraut, das am zweiten Tag noch besser geschmeckt hat.

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Frohe Weihnachten!

Geschenke sind gekauft und eingepackt, Plätzchen gebacken, der Baum wird gerade aufgestellt und heute Nachmittag noch geschmückt. Einmal durchatmen bitte, jetzt geht’s in Tage voller Völlerei, Familie und vor allem ganz viel Ruhe. Wir wünschen euch schöne Festtage, die ihr hoffentlich gemeinsam mit euch wichtigen und lieben Menschen verbringen werdet. Bloggen werden wir von unseren Festmahlzeiten wohl nichts, vielleicht bekommt ihr eine kleine Fotoschau zu sehen. Wie ihr auf dem Foto von Tinas Plätzchenteller unschwer erkennt, ist sie mit dem Vorsatz, in diesem Jahr weniger Sorten Plätzchen zu scheitern, vollends gescheitert. Mit auf dem Teller sind nun Vanillekipferl, die Schokoladen-Kokos-Makronen, Buttergebäck mit Streuseln, mit Kuvertüre und Streuseln, mit Knusperperlen und dann noch mit Rotweinguss und gehackten Cranberries, schwedische Gewürzkekse in Form der Rentiere mit roter Liebesperle als Nase sowie Spitzbuben und Terrassentaler mit Glühweingelee…

Habt ein frohes Fest, stresst euch nicht und bis die Tage. Macht es gut!

 

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Frisch vom Kiosk: “LECKER Trattoria”

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich euch eine Kaufempfehlung für das Italien-Spezial der essen&trinken gegeben – am Donnerstag hat LECKER nachgezogen und ein Spezialheft “Trattoria” an den Kiosk gebracht. Ursprünglich wollte ich mir das Heft nicht kaufen, bisher konnte ich einfach noch nicht allzu viel mit der LECKER anfangen. Aber dann hat mich ein ganz eindeutiger Hinweis auf dem Cover doch zum euphorischen Kauf bewegt: in der Ausgabe sind mehrere Originalrezepte von Vapiano, genauergesagt: ehemalige Specials, enthalten! Beim Durchblättern daheim habe ich den Kauf gleich noch weniger bereut, denn fast jedes Rezept im Heft möchte ich jetzt sofort nachkochen. Sofort!

Das Layout wirkt auf vielen Seiten sehr liebenswert im Vintage-Style, das gefällt mir absolut. Manche Seiten sind mir persönlich leider etwas zu wirr und chaotisch aufgebaut, da weiß man gar nicht, wo der Blick zuerst hingehen soll. Die Rezepte wirken beim ersten Durchlesen nicht allzu schwer, vor allem aber praktikabel und auf gute Geschmacksträger ausgerichtet. Ich bin sicher, dass sich viele Rezepte auch noch nach einem mittelschweren Arbeitstag noch zaubern lassen.

Dem Feiertag sei Dank habe ich mich dann für ein Rezept entschieden, das ich auch mit meinen heimischen Vorräten kochen konnte – ein Ex-Vapiano-Special, Pasta Salvia piccante mit Marsala, Salbei, rohem Schinken und Tomaten. (Einwurf von Michi: warum eigentlich schon wieder “piccante”?!) Der Salbei in meinem Balkonkasten wartet nun ohnehin schon zwei Wochen auf seinen ersten Einsatz Und statt der obligatorischen “halbgetrockneten Tomaten” habe ich einfach mal wieder ofengetrocknete Tomaten gemacht. Die Anweisungen im Rezept haben gepasst und ich habe die angegebene Zubereitungszeit von 20 Minuten sogar noch unterboten – bis die Casarecce al dente waren, war die Sauce in der Pfanne daneben auch schon fertig. Geschmeckt hat es ganz großartig, deshalb gibt es jetzt schon einmal eine Kaufempfehlung von mir.

Daneben sind noch unter Anderem “Pasta Salmone del Sole” und “Pasta Estiva” im Heft vertreten, die ja beide bei unseren Special-Verkostungen gut abgeschnitten haben. Doch auch das Canneloni-Rezept vom Cover sieht einfach zum Dahinschmelzen aus, und zum Dessert kann ich mich eigentlich kaum zwischen Cantuccini-Tiramisu mit Erdbeeren und den Rezepten für Eiscreme entscheiden…

Ganz Ungeduldige finden das Rezept für Salvia Piccante auch bei Stylebloggerin anna frOst, die in Hamburg bei einer kleinen Vapianista-Schulung mitmachen durfte. Und weitere Vorschaubilder aus dem Heft findet ihr hier: http://www.lecker.de/rezepte/artikel-2535746-rezepte/LECKER-Trattoria-Cucina-alla-Mama.html?i=8&icid=2535104&scroll=912

Apfelkuchen war eigentlich nie ein großer Favorit von mir, kein must have. Eher mal was für eine Familienfeier oder wenn alle anderen Kuchen im Café irgendwie nicht ansprechend aussahen. Als ich vor einigen Wochen jedoch in einem Münchner Café eine wunderbar flache Tarte aux pommes gesehen habe, die auch noch ausgezeichnet geschmeckt hat, war da auf einmal dieses “Must have”-Gefühl. Ich will das nochmal!

Der erste Versuch war nicht so gut. Vor allem mit dem Über-Back-Apfel Boskoop habe ich in diesem Fall schlechte Erfahrungen gemacht: er wurde sehr schnell braun (trotz Zitronensaft) und ließ sich nicht dünn genug schneiden. Und der Teig hat mir auch noch nicht gefallen. Ich habe mich also frustriert in die unendlichen Weiten des Internets begeben, Rezepte über Rezepte gelesen und schließlich aus vielen To Dos und Ideen meine eigene Tarte aux pommes ganz nach meinem Geschmack kreiert. Angefangen habe ich dieses Mal mit ein paar roten Äpfeln, Sorte Royal Gala, und einem Golden Delicious-Apfel.

Golden Delicious soll besonders gut geeignet sein um daraus Apfel-Kompott oder Apfelmus zu kochen. Ansonsten gehört die Sorte ja so gar nicht zu meinen Favoriten, irgendwie schmeckt mir der Apfel immer zu lasch und zu wenig sauer. Deshalb muss auch etwas Zitronensaft mit ins Kompott, um den richtigen Kick aus dem Apfel herauszukitzeln. Gekocht schmeckt er nämlich tatsächlich besser als roh, finde ich zumindest, und mit einem Hauch Vanille und der richtigen Säure war der Apfelmustopf eigentlich schon alleine zu gut. Aber ich habe es beim Probieren gelassen, immerhin gehört das Mus doch unter meine Äpfel auf die Tarte!

Die Reihenfolge der Tarte lautet also: Mürbeteig, Apfelmus, Äpfel. Und als Abschluss noch ein Hauch von Apfelgelee mit Calvados, darauf hat mich Bolli gebracht. Bei Lidl gab es erst vor kurzer Zeit bei der Gourmet-Aktion ein fertig gemischtes Apfelgelee mit Calvados, vielleicht findet ihr ja noch Restbestände in einer Filiale. Ansonsten tut es auch herkömmliches Apfelgelee mit einem Schuss Calvados. Oder nur Calvados. Und dann vielleicht anzünden…? Ich glaube, ich bin mit dieser Version immer noch nicht am Ende meiner Suche nach der Tarte aux pommes schlechthin angekommen. Für den Moment mag ich sie jedoch unglaublich gerne und hoffe, dass sie auch euch die Kaffeetafel versüßt!

für eine 28cm-Tarteform

200 g Mehl

100 g Butter

70 g Puderzucker

30 g gemahlene Mandeln

50 ml eiskaltes Wasser

eine Prise Salz

1 Apfel (ca. 200g), Sorte Golden Delicious

50 g Zucker

40 ml Wasser

1 Messerspitze gemahlene Vanille

etwas Zitronensaft

3-4 rote Äpfel (z.B. Royal Gala)

1/2 EL Apfelgelee mit Calvados

Für den Teig Mehl und Mandeln in eine Rührschüssel geben, das Salz dazustreuen und die kalte Butter in Flöckchen mit einem Esslöffel darunterrühren. Nun mit einem Handmixer mit dem Knethaken zu einem glatten Teig verrühren und dabei das eiskalte Wasser nach für nach zugeben. Der Teig wird sich ganz von selbst zunächst verbröseln und schließlich zu einem glatten Ball zusammenziehen, einfach lange genug kneten. In Frischhaltefolie wickeln und mit der Hand zu einer flachen Scheibe drücken. Für mindestens eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.

Den Golden Delicious-Apfel waschen, schälen und das Kerngehäuse entfernen. Ein grobe Stücke schneiden und mit Wasser und Zucker in einem kleinen Topf geben. Gemahlene Vanille dazugeben (alternativ Zuckermenge reduzieren und Bourbon-Vanillezucker verwenden). Aabgedeckt auf niedriger Hitze 20 Minuten köcheln lassen. Danach auskühlen lassen und mit einem Pürierstab pürieren. Mit Zitronensaft süß-säuerlich abschmecken.

Eine Tarte- oder Springform einfetten. Den Mürbeteig ausrollen und die Form damit auskleiden, für 30 Minuten in der Tiefkühltruhe vorkühlen lassen. Den Ofen auf 175°C vorheizen. Etwa 5 Minuten vor Ende der Kühlzeit die Äpfel waschen, längs halbieren und schließlich in sehr dünne Scheiben schneiden. Reste des Kerngehäuses mit einem kleinen Keksausstecher oder Kerngehäuseausstecher entfernen. Das Apfelmus auf dem Tarteboden verteilen und die Apfelscheiben fächerartig darüberschlichten. Dafür ganz außen mit einem Ring anfangen und die Apfelscheiben jeweils etwa zur Hälfte überlappen lassen. Zur Mitte hin Reihe für Reihe weiter so verfahren und am Schluss besonders kleine Scheiben in der Mitte drapieren. Ein paar Butterflöckchen auf den Äpfeln verteilen und für 35 Minuten backen.

Das Apfelgelee erwärmen, gegebenenfalls Calvados unterrühren. Mit einem Backpinsel auf der Oberfläche der Tarte verteilen, die Tarte nochmals etwa 5 Minuten backen. Die Kruste sollte goldbraun gebacken sein und die Äpfel saftig glänzen. Etwas abkühlen lassen und lauwarm servieren. eat it. love it.


Ich war in Berlin. Als Fast-Münchnerin ist es nicht so, dass es mich wirklich aus München wegziehen würde. Doch Berlin ist einfach immer wieder eine Reise wert und fasziniert jedes Mal aufs Neue. Ich war inzwischen zum dritten Mal dort und hatte somit den Großteil der üblichen Sightseeing-Attraktionen schon einmal durch. Umso besser, denn so konnte ich mit meinen zwei Freundinnen auf gut Glück durch die Stadt ziehen. Dabei hatte ich auch noch das Glück, von einer in Berlin wohnenden Freundin tolle Tipps für kulinarische Hotspots zu bekommen. Und die will ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Barcomi’s Deli

Cynthia Barcomi ist eine Amerikanerin in Berlin, die den Berlinern offenbar erst Bagels und Cheesecake so richtig beibrachte. Ich selbst besitze eines ihrer beiden Backbücher, habe bisher aber leider nur wenig davon nachgebacken (die to cook/bake-Liste is so lang…) – doch das was ich kannte war großartig! Also haben wir einen Abstecher zum Nachmittagskaffee in ihr Deli am Hackeschen Markt in den Sophie-Gips-Höfen gemacht.

Wir setzten uns also an unsere Tische, quadratische Plastiktische wie in einem typischen Diner, meine Freundin auf eine Bank entlang der Wand und ich gegenüber auf einen Stuhl, blicke nach links und, oh Gott – da saß Cynthia Barcomi herself, mit einem Teller voll mit Rucola und unfassbar gut aussehenden Crostini und redete unentwegt in American English mit einer anderen Frau. Mein Fanherz hüpfte natürlich sofort höher, aber sie anzusprechen habe ich mich dann irgendwie doch nicht getraut. Stattdessen haben wir lieber schnell etwas bestellt, das mich davon ablenken sollte, gebannt auf den Essteller der Chefin zu starren. Nämlich einen New York Cheesecake (3,30€) mit einer Tasse Kaffee (2,20€). Für meine Begleiterin gab es Milchkaffee und ein Stück vom Chocolate Espresso Cheesecake, der nämlich am Tisch zu unserer Rechten bei der Dame auf dem Teller genauso gut aussah wie das Crostini bei Cynthia…ihr seht, wir haben ziemlich viel herumgeguckt.

Ich habe mich natürlich nicht beherrschen können, zuerst musste die vorderste Ecke vom Cheesecake-Stück daran glauben, bevor ich noch schnell ein Foto gemacht habe. Und ich sage euch eines: das ist der beste Cheesecake meines Lebens gewesen. Gut, ich war auch noch nie in Amerika…aber er war wirklich göttlich. Fluffig, leicht und der Boden war richtig knusprig und hatte eine leicht karamellartige Süße. Natürlich habe ich auch einmal beim Chocolate Espresso Cheesecake genascht. Der war deutlich mächtiger, ganz cremig und hat leicht nach Schokolade geschmeckt, mit kleinen Knusperstückchen (ich glaube, es war etwas Nussiges…) darin. Eine Stunde später habe ich mich so leicht wie eine Springfeder gefühlt, die Freundin mit dem Schokoladenchessecake jedoch ziemlich vollgefuttert. Trotzdem war er so lecker, dass wir erst gestern – inzwischen zwei Wochen nach unserem Trip nach Berlin – wieder ins Schwärmen über die beiden Cheesecakes kamen.

Barcomi’s Deli – Sophie-Gips-Höfe, 2. Hof // Sophienstraße 21

www.barcomis.de

Monsieur Vuong

Am Abend hatten wir Lust auf etwas Asiatisches. Wir hatten in den Tagen zuvor bayerische Küche neben dem Bundestag (und nein, das hatten wir uns nicht selbst ausgesucht) und riesengroße, leckere Pizzen verdrückt. Und am Nachmittag eben die Cheesecakes – da kam asiatische Küche gerade recht. Unsere Berliner Freundin schickte uns also zu Monsieur Vuong, einem Vietnamesen in Berlin-Mitte.

Das Lokal ist in einer Mischung aus Rot, Orangen und Pink mit Neon und goldenen Buddhas gehalten, über uns qualmte dezent ein Räucherstäbchen vor sich und und der Laden war vor allem eines: brechend voll. Wir hatten Glück, überhaupt einen Platz zu bekommen. Das Besondere bei Monsieur Vuong ist, dass es keine feste Speisekarte gibt. Lediglich Getränke und Vorspeisen sind immer dieselben, ansonsten wechselt das Angebot offenbar alle zwei Tage. Wir hatten die Wahl zwischen zwei Hauptgerichten und haben uns beide für Huhn mit Koriander, Zitronengras und Gemüse an einer Orangen-Kokos-Curry-Sauce mit Duftreis entschieden.

Punkt 1: der Teller sieht einfach mal megastylisch aus. Punkt 2: Mit 7,40€ ist dieses Gericht in diesem Ambiente in dieser Präsentation aus Münchner Augen ein wahres Schnäppchen. Und Punkt 3: es hat so köstlich geschmeckt. Unter dem ganzen Gemüse war der Reis mit der Sauce versteckt, in die man immer etwas vom Gemüse eingetunkt hat. Gegen Ende habe ich da unten leider auch wahnsinnig viele kleine Zitronengrasstücke entdeckt, denen man gar nicht mehr aus dem Weg gehen konnte. Ich persönlich mag das nicht, wenn einem zwischendurch immer wieder ein ganzer Mund voll Essen plötzlich nur noch nach Zitronengras schmeckt, aber es war noch im Rahmen. Einziges Manko am Laden: es ist ziemlich laut, man sitzt auf Hockern ohne Rückenlehne und deshalb ist “Monsieur Vuong” leider nichts, um entspannte lange Abende mit Freunden zu verbringen. Für das Essen bei einem Städtetrip oder vor einem Cocktailabend in einer anderen Location würde ich da aber auf jeden Fall wieder hingehen, wenn ich das nächste Mal in Berlin bin.

Monsieur Vuong // Alte Schönhauser Straße 46

www.monsieurvuong.de/

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Halloween: Pumpkin Carving

Zu Halloween kann man stehen wie man will – seit einigen Jahren schwappt der Brauch zum “Abend vor Allerheiligen” auch zu uns herüber. Mit Trick&Treating kann ich nun wirklich auch nichts anfangen, ich finde es eher lästig. Anders dagegen Pumpkin Carving. Da tief in mir ein sehr kreatives Wesen wohnt, macht es mir tierischen Spaß, mit dem außergewöhnlichen Material Kürbis zu arbeiten und auch ausgefallene Varianten zu versuchen. In Anlehnung an den Barack Obama Kürbis habe ich letztes Jahr einen Angela Merkel Kürbis geschnitzt. Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie vermittelt der amerikanische Präsident ein optimistischeres Bild. ;)