Reviews sind in letzter Zeit ja eher rar auf We Love Pasta geworden, umso mehr freuen wir uns, euch nun unsere erste Kochbuchreview zu präsentieren! Der edel-Verlag hat uns gefragt, ob wir nicht das neue Buch „LECKER Soulfood“, erstellt von der Redaktion der gleichnamigen Kochzeitschrift, für euch rezensieren möchten. Klar haben wir ja gesagt und das Buch auf Herz und Nieren geprüft.

Vorab: unter Soulfood stellen wir uns etwas Anderes vor. Tina denkt sofort an warmen Schokoladenpudding und Michi freut sich über einen Teller dampfender Pasta mit Pesto. Kurzum: süße Sachen, warme Sachen, alles, was uns nach einem richtig miesen Tag am Abend ohne lange Kocherei endlich ein Lächeln auf die Lippen zaubert und uns wohlig aufseufzen lässt. Genau das findet man in diesem Buch allerdings nicht. „Figurfreundliche Abwechslung mit Yummy-Faktor“ lesen wir auf dem Buchumschlag und im Inneren des Buchs wird genau das umgesetzt: Low Carb, Vegetarisch, Power Drinks, gut, auch ein paar Suppen. Das große Motto von „LECKER Soulfood“ ist kalorienarmes Essen, das trotzdem schmecken soll. Soulfood-Faktor für uns beide? Null.

Dafür macht es umso mehr Spaß, durch das Buch zu blättern. Wir sind hin und weg von der Gestaltung, das Layout ist übersichtlich und ganz gut lesbar (bis auf manch eine verkünstelte Überschrift) und die Fotos machen Lust auf die Gerichte. Wenn man die jedoch näher ansieht, wundert man sich nun doch, wie man davon satt werden soll.

Was vor allem Tina nicht gefällt: es wird Kochbeutelreis verwendet (wer in Gottes Namen braucht so etwas?) und Instant-Gemüsebrühe läuft einem an allen Ecken und Enden über den Weg. Auch das braucht es wirklich nicht – und gerade, wer bewusst essen möchte, sollte doch auch solche Dinge mit einbeziehen. Soulfood bedeutet hier, dass vier Personen beim „Blitzcurry mit Kürbis“ die Sauce aus einer Dose Kokosmilch mit insgesamt 100 g Basmatireis auftunken dürfen. Oder, dass „Spaghetti Carbonara light“ einfach auf Sahne verzichtet. Ich verrate euch nun ein Geheimnis: in echter italienischer Carbonara hat Sahne so oder so nichts verloren! Ulrike hat für ihre Rezension außerdem herausgefunden, dass für das Low Carb-Gericht „Hack-Limetten-Pfanne mit Mungobohnensprossen“ einfach auf den Reis aus dem Originalrezept verzichtet wurde, ohne die restlichen Komponenten im Rezept zu erhöhen. „Soulfood“ bedeutet hier also „Lieber-nicht-satt-werden-damit-ich-auch-schön-schlank-bleibe“.

Ansonsten klingen die Rezepte alle ganz ansprechend und nett. Doch wie es der Zufall so will, ist Tina auf eine recht…unschöne Begebenheit  gestoßen. Beschäftigt man sich nämlich eine halbe Stunde mit dem Rezeptregister und Google, so findet man heraus, dass nur 9 Rezepte aus dem Buch nicht auf der Website von LECKER zu finden sind. Bei 75 Rezepten macht das eine Neue-Rezepte-Quote von 12%. Auch die verwendeten Fotos aus dem Buch findet man fast alle bei den entsprechenden Rezepten auf lecker.de – und manchmal findet man auch Fotos aus dem Buch wieder, die gar nicht zu dem gleichen Rezept gehören. Beispiel 1: die Plinsen mit Beerenquark sind online nicht ganz so figurfreundlich, denn da kommt noch eine ordentliche Portion Vanilleeis mit dran.  Beispiel 2:  „Mango-Joghurt-Töpfchen mit Erdbeersalat“ aus dem Buch, das online mit dem identischen Foto als Mango-Vanillecreme-Töpfchen mit Erdbeersalat daherkommt und statt aus Joghurt hauptsächlich aus Sahne und Quark besteht.  Der optische Unterschied zwischen Joghurt und Sahne-Quark-Mischung ist gering, das ist uns klar. Doch nicht einmal da wurde sich die Mühe gemacht, neue Fotos für dieses Buch zu produzieren.

Dennoch finden wir die Zusammenstellung der Rezepte ganz schön und haben für euch auch ein wenig nachgekocht. Das Rezept für Zucchini-Pecorino-Kuchen ist eigentlich für eine Kastenform gedacht, Tina hat aus Zeitmangel stattdessen kleine Muffins daraus gemacht – die waren bereits nach 30 Minuten fertiggebacken (statt mindestens eine Stunde Backzeit für den Kastenkuchen). Eine schöne Kruste hat sich dadurch zwar nicht gebildet, dennoch waren die Muffins wirklich lecker. Etwas zu viel Salz vielleicht und auch zu viel Olivenöl. Über Letzteres gibt’s jedoch erst ein abschließendes Urteil, wenn der Kuchen in einer Kastenform noch einmal gebacken wird. Seid euch sicher, spätestens für den nächsten Brunch ist es soweit!

Die Apfel-Minz-Limonade hat bereits beim ersten Schluck unglaublich erfrischend geschmeckt. Perfekt für heiße Sommertage! Nur gab es ein kleines Problem: das Püree aus grünem Apfel, Minzblättern und Limettenschale hat sich mit der Zeit (und glaubt uns, die Gläser waren schnell leer) am Glasboden abgesetzt und einen festen Smoothie ergeben. An und für sich nicht schlimm, doch pur ohne Wasser oder weiteren Apfelsaft war das Püree viel zu sauer. Schade, deshalb: ständig umrühren, shaken, nachmixen!

Von der Topfencreme mit Balsamico-Heidelbeeren haben wir uns die Balsamico-Heidelbeeren für den Joghurt zum Dessert stibitzt. Zunächst einmal ist die Zeitangabe “20 Minuten + Wartezeit” ziemlich fies, denn allein Auftauen, Abtropfen und Abkühlen haben insgesamt eine knappe Stunde gedauert. Die Heidelbeeren waren sehr lecker, wie gezuckerte, gedünstete Heidelbeeren nun einmal sind – nur vom Balsamico war nicht wirklich etwas zu schmecken.

Insofern kommen wir zu dem Schluss, dass einem hier für 16,95€ eine hübsch illustrierte Zweitverwertung bereits erschienener Rezepte der Zeitschrift LECKER geboten wird, die langjährige Abonnenten bereits alle in ihren Zeitschriftensammlern haben dürften und Internet-Foodies genauso gut gratis im Internet finden können. Soweit zu den äußeren Umständen. Inhaltlich haben uns die nachgekochten Rezepte allerdings durchaus überzeugt, außerdem ist die Zusammenstellung von figurbewussten Rezepten ganz gut gelungen. Und das Layout bietet was fürs Auge! Deshalb gibt’s

Der edel-Verlag hat uns dieses Rezensionsexemplar von “LECKER Soulfood” kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

1

Kokos-Ananas-Granola

Jaja Leute, ich weiß schon, die Kombination “Kokos-Ananas” ist ja nun wirklich nicht neu. Aber wie Niki Segnit in ihrem Geschmacksthesaurus so schön geschrieben hat: lasst mir einfach meinen Pina Colada! Und genau so sehe ich das auch. Dieses Granola ist deutlich weniger süß als das Schoko-Knusper-Granola und eignet sich deshalb meiner Meinung nach besser als Frühstücksmüsli, in das man ein paar frische Früchte schneidet, ohne gleich einen Zuckerschock zu erleiden.

 

Da ich ehrlich gesagt zu faul bin, jedes Mal ein neues Klebeetikett von meinem “Granolaglas” zu fummeln, wenn ich eine andere Granolasorte gebacken habe, binde ich ab sofort nur noch kleine Schildchen an das Glas. Sieht meiner Ansicht nach auch hübscher aus. Als Give-Away findet ihr weiter unten meinen Anhänger als Druckvorlage – füllt einfach etwas Granola in ein Zellophantütchen, bindet den Anhänger mit einer hübschen Schnur darum und schon habt ihr ein schönes Mitbringsel!

360 g Haferflocken

100 g Kokosraspeln

50 g Reiswaffeln

100 g Mandeln

100 g weiße Schokolade

200 ml Kokosmilch

20 g brauner Rohrzucker

2 EL weißer Rum

1 EL neutrales Öl

150 g Ananas aus der Dose (abgetropft)

3 EL Ananassaft (aufgefangen)

2 TL Vanillezucker

  Weiße Schokolade fein hacken, Mandeln grob hacken. Reiswaffeln in einer sehr großen Schüssel mit den Händen zerbröseln. Ananas in einem Sieb abtropfen lassen, dabei den Saft auffangen. Ofen auf 160°C vorheizen. Haferflocken, Kokosraspeln und die Mandeln zu den zerbröselten Reiswaffeln geben und gut vermischen.

  Die Ananasstücke mit dem Saft mit einem Mixen sehr kurz zu einem groben Mus pürieren. Kokosmilch in einem kleinen Topf erwärmen, Vanillezucker und braunen Zucker darin auflösen. Die gehackte Schokolade dazugeben und schmelzen lassen, schließlich Öl, Rum und das Ananasmus unterrühren. Die Mischung warm in die große Schüssel zu den trockenen Zutaten geben und sehr gut untermischen. Die Hälfte der Mischung auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech ausbreiten und etwa 30 Minuten im Ofen hell backen, dabei alle 10 Minuten die Mischung umrühren. Danach mit der zweiten Hälfte des Granolas genauso verfahren. Flach ausgebreitet auf dem Backblech oder einem großen Brett vollständig auskühlen lassen, danach in luftdicht verschließbare Behälter umfüllen. Schmeckt ausgezeichnet mit etwas Naturjoghurt und frischen Ananas. eat it. love it.

Den Geschenkanhänger gibt’s hier zum Download, viel Spaß damit!Und wenn ihr gleich mehrere Granolas verschenken wollt, findet ihr hier einen DIN A4-Bogen mit neun Labels zum Ausdrucken:

2

Lasagne vom Curry-Kürbis

Kürbislasagne

Als ich Mitte August im Supermarkt die ersten Hokkaido-Kürbisse entdeckt habe, dachte ich noch: zu klein, zu teuer. Zwei Wochen später ging der Preis auf einmal runter und  so winzig waren die knallorangenen Bälle dann doch nicht mehr. Also ab in den Einkaufswagen, voller Vorfreude auf… ja, auf was eigentlich? Ich liebe Kürbis, aber ich bin kein Fan von Suppen. Die Kürbissuppe fällt also schon mal weg. Einige Zeit später (dank der hervorragenden Lagereigenschaften des Kürbis) und nach ein paar Recherchen stand dann fest: es gibt Lasagne! Das Ziel: ein deutlich mediterranes Gericht mit asiatischen Anklängen. Dafür sorgt die thailändische Currypaste, die so gut zum Kürbis passt, als wäre sie für ihn erfunden worden.

Ich habe eine Mischung aus Hokkaido und Butternut verwendet, die sich beide sehr gut eignen. Ich finds super, dass man am Hokkaido die Schale dran lassen kann, denn das ist auch farblich einfach schön anzusehen. Nun noch ein Wort zur Béchamelsauce: ich mache immer eine Sauce auf der Basis von Öl statt Butter, also eine rustikalere Kombination. Das kommt daher, dass ich für griechische Aufläufe immer eine Béchamel mit Ei und geriebenem Käse herstelle – im Rezept stand damals Öl und so mache ich das also schon immer. Ich habe davon abgesehen keine Ahnung, ob ich mit meinen Mengenangaben für Öl und Mehl ganz richtig liege, aber ihr werdet das hinbekommen – fest steht nur der ganze Liter Milch, den ich dafür brauche. Man kann nie genug Béchamel haben. :D

1 – 1,2 kg Kürbisfleisch

2 Zwiebeln

1 gehäufter EL rote Currypaste

3-4 EL neutrales Öl

1 TL Meersalz

2 Knoblauchzehen

1 Handvoll Basilikumblätter, gehackt

Pfeffer

1 TL Oregano

1 TL (Pizza-)Kräutermischung

200 ml Weißwein

5 EL Tomatenmark

1 Dose Tomaten in Stücken

100 g Sahne

400 g geriebenen Mozzarella

Lasagneplatten, besser: frische Pastabahnen

 

Für die Béchamelsauce:

1 Liter warme Milch

80 ml Öl

80 g Mehl

Muskat, Salz, Pfeffer

Kürbis

Kürbis mariniert

 Kürbis in Würfel von einem Zentimeter Breite schneiden und in eine Schüssel geben. In einer kleinen Schüssel Currypaste mit Öl und Salz verrühren und über den Kürbis träufeln, gut verrühren und kurz marinieren lassen. Unterdessen Zwiebeln grob hacken und Knoblauch in Scheiben schneiden.

Basilikum

 In einem großen Topf etwas Öl erhitzen und die Zwiebeln darin anschwitzen, bis sie gerade so beginnen zu bräunen. Marinierten Kürbis, Basilikum, Oregano, (Pizza-)Kräutermischung und Knoblauch dazugeben und ca. fünf Minuten mit braten. Dabei darf am Boden ruhig etwas anlegen, nur verbrennen soll der Kürbis nicht. Dann mit Weißwein ablöschen, Tomatenmark und Tomaten aus der Dose dazugeben und bei kleiner Hitze den Boden wieder freiköcheln lassen. Schließlich Sahne angießen und noch 10 bis 15 Minuten köcheln lassen.

In der Zwischenzeit in einem weiteren Topf die Béchamelsauce herstellen: das Öl erhitzen und das Mehl zufügen, anschwitzen ohne zu bräunen. Topf von der Herdplatte nehmen und die Milch nach und nach unter ständigem Rühren eingießen. Zurück auf den Herd stellen und erhitzen, bis die Sauce dick wird. Mit Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken.

Bechamel

Ofen auf 200 Grad vorheizen. Den Boden einer Auflaufform mit Béchamel bestreichen und eine erste Schicht Lasagneplatten auflegen. Anschließend Kürbis, Käse, Platten, Béchamel mehrfach übereinander schichten und mit einer Lage Lasagneplatten, Béchamel und Käse abschließen. Im Ofen auf mittlerer Schiene ca. 45 Minuten backen. Wenn es die Füllhöhe der Form zulässt, zunächst mit Alufolie bedeckt backen und nur für die letzte Viertelstunde den Käse bräunen lassen.

 Die Lasagne in Stücke schneiden und auf Tellern anrichten. eat it. love it.

Kürbislasagne Lasagneplatten

Kürbislasagne aus dem Ofen

1

Zwetschgendatschi

Wie sehr ich Zwetschgen liebe, habt ihr wohl schon an meiner großen Zwetschgenaktion letzten September bemerkt. Dabei habe ich jedoch etwas ganz Entscheidendes ausgelassen, das ich euch jetzt präsentieren möchte: Zwetschgendatschi! Ein Münchner Spätsommer macht ohne Zwetschgendatschi einfach keinen Sinn. Dass eine große Bäckereikette einem in Form von riesengroßen Werbetafeln und beklebten Lieferwägen auch noch ständig an die Schönheit eines simplen Stücks Zwetschgendatschi auf weißem Grund erinnert, macht die Sache nicht besser.

Ich habe also Lust auf Zwetschgendatschi, schon seit Wochen, war jedoch immer zu beschäftigt, um endlich selbst einen zu backen. Also habe ich bei diversen Bäckern (nur nicht bei dem mit den Plakaten) schon Datschi gegessen, wurde jedoch jedes mal enttäuscht: mal war der Teig noch halb roh, mal wieder zu trocken, und die Qualität der Zwetschgen…naja. Nachdem ich über den Viktualienmarkt geschlendert bin und wunderschöne Zwetschgen vom Bodensee mit dem handschriftlich angebrachten Prädikat “datschigeeignet!” entdeckt habe, hat es mich gepackt und ich habe endlich Datschi gebacken. Das Rezept stammt grob aus dem “Bayerischen Kochbuch”, meine Mutter hat danach jeden Sommer ein Blech Datschi für uns gebacken. Als Kind stand ich immer daneben und wollte auch unbedingt die Zwetschgen mit ihrem alten Zwetschgenentkerner entkernen. Doch da ich teilweise noch heute mit dem Gerät an manchen Zwetschgen mangels Kraft verzweifle, blieb’s beim Zuschauen.

für ein Backblech

375 g Mehl

130 ml lauwarme Milch

15 g frische Hefe

45 g weiche Butter

45 g Zucker

1 Ei

2 kg Zwetschgen

Zimtzucker

  Mehl, Zucker, Hefe, Butter und Ei in eine große Rührschüssel geben und mit dem Knethakeneinsatz eines Handmixers kneten, dabei kontinuierlich die Milch hinzuschütten. Solange kneten, bis sich der Teig geschmeidig vom Rand der Schüssel löst und noch einmal zwei Minuten von Hand kräftig durchkneten. Die Rührschüssel mit Mehl bestäuben, mit einem feuchten Küchentuch bedecken und an einem warmen Ort eine Stunde  gehen lassen. Den Teig noch einmal kurz durchkneten und eine weitere Stunde abgedeckt gehen lassen.

  Den Ofen auf 180°C vorheizen. Die Zwetschgen waschen, abtrocknen und mit einem Zwetschgenentkerner entkernen und schneiden lassen oder von Hand entkernen. Dafür zuerst mit einem Messer halbieren, mit der Spitze den Kern herausholen und dann noch einmal halbieren, dabei jedoch die Schale der Zwetschgenhälfte nicht mit durchschneiden, sodass zusammenhängende Viertel entstehen. Das Backblech gut mit Butter einfetten und den Teig etwas größer als das Blech ausrollen und dieses mit dem Teig auslegen. Für den Rand die überstehenden Teigreste nach innen einklappen. Die Zwetschgen dachziegelförmig und möglichst aufrecht dicht aneinander auf dem Teig verteilen.

Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und je nach Zwetschgensorte 20-30 Minuten backen. Der Teig sollte goldbraun gebacken sein und die Zwetschgen weich und saftig mit leicht goldenem Fruchtfleisch geworden sein. Noch heiß mit 3-4 TL Zimtzucker bestreuen (je nach Süße der Zwetschgen) und abkühlen lassen.  eat it. love it.

Ich habe nur eine kleine Portion Zwetschgendatschi für uns gebacken und das Rezept für eine Auflaufform (24 x 20 cm) halbiert. Varianten gibt es mindestens so viele wie Datschirezepte, jeder macht es ein bisschen anders. Ihr könnt noch vor dem Backen Mandelblättchen darauf verteilen oder klassische Streusel darübergeben. Sollten eure Zwetschgen besonders saften, schaffen Semmelbrösel oder gemahlene Löffelbiskuits zwischen Teig und Zwetschgen Abhilfe – vor allem wenn ihr den Datschi nicht sofort esst (was bei dem Duft eine echte Herausforderung darstellen dürfte), rate ich euch zu so einem natürlichen Saftstopper.


Premiere, Premiere! Bis auf das “Cookbook of Colors”, bei dem mehr oder minder zufällig ein grünes Pesto in den “grünen” Monat gefallen ist, habe ich noch nie bei einem Blogevent mitgemacht. Nun hat aber die gute Zorra anlässlich ihres achten (wow! Herzlichen Glückwunsch!) Bloggeburtstags das Blogevent “Knacken & Backen” ausgerufen, für das Walnüsse in allen erdenklichen Formen verbacken werden sollen. Die Idee zu diesem Rezept kam eigentlich sofort, ich hatte gleich die Geschmacksmischung von Walnüssen und Rosmarin mit der Süße von roten Trauben auf der Zunge liegen. Einige Zeit habe ich noch darüber gegrübelt, mich dann einfach getraut und, was soll ich sagen: diese Pizza schmeckt noch besser, als ich es je zu träumen gewagt hätte.

Die Walnüsse kommen nicht nur gehackt auf die Pizza, sie stecken auch gemahlen im Teig und geben ihm eine wunderbar nussige Note. Statt einer Tomatensauce habe ich gewürzte Sahne mit Rosmarin auf der Pizza verstrichen, darauf kamen danach noch Mozzarella und rote Weintrauben und nach dem Backen kleingezupfter Bresaola. Köstlich! Auf die weiße Pizzasauce bin ich dank dieses Artikels auf Serious Eats gekommen, für den Pizzateig habe ich mich sehr grob an dem Teig nach der No Knead-Methode von Jim Lahey orientiert, den ich schon seit Längerem ausprobieren wollte.

Doch vor dem Backen kam das Knacken – und ich habe gemerkt, dass dieser Haushalt überhaupt keinen Nussknacker besitzt. Also habe ich kurzerhand aus der Werkstatt einen Hammer geholt und damit meine Walnüsse bearbeitet. Und da der Hammer schon einmal da war, habe ich mit ihm auch gleich einen Teil der Walnüsse im Gefrierbeutel klein gemahlen. Das hat sogar richtig gut funktioniert.

 Teig für zwei Pizzen

260 g Weizenmehl, Type 00

40 g Weizenmehl, Type 550

70 g gemahlene Walnüsse

6 g frische Hefe

10 g Meersalz

4 g Zucker

170 ml Wasser

  Am Vorabend alle trockenen Zutaten in einer Schüssel verrühren und langsam das Wasser dazugießen, dabei mit einem Löffel den Teig umrühren, bis sich alle Zutaten gut vermischt haben, kurz mit den Händen durchkneten und einen Ball formen. Der Teig eher feuchter halten, er darf ruhig noch etwas an den Händen haften. In einer luftdicht verschließbaren Frischhaltedose über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. Vier Stunden vor Backbeginn den Teig in zwei Teile teilen, erneut (mit gut bemehlten Händen) zu Kugeln formen, an einen warmen Ort stellen und nochmals gehen lassen.

für die weiße Pizzasauce

120 ml Sahne

1 kleine Zwiebel

1 TL Knoblauchöl

2 Zweige Rosmarin

  Die Zwiebel fein würfeln, den Rosmarin abbrausen, die Nadeln abzupfen und sehr fein hacken. In einem kleinen Topf etwas Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Das Knoblauchöl und die Sahne hinzugeben und etwa drei Minuten auf niedriger Stufe köcheln lassen, bis die Sahne leicht eingedickt ist. Von der Herdplatte nehmen, den gehackten Rosmarin unterrühren sowie mit 1/2 TL feinem Meersalz und etwas Pfeffer würzen.

für den Belag

200 g Mozzarella

15 Walnusskerne

120 g rote Weintrauben

4 Scheiben Bresaola

  Mindestens eine Stunde vor Backbeginn einen Pizzastein auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und auf 250°C vorheizen. Den Mozzarella abtropfen und in Scheiben schneiden. Diese auf Küchenpapier auslegen und mit einer weiteren Lage Küchenpapier bedecken. Mit einem Teller beschweren und so weiter abtropfen lassen, zwischendurch gegebenenfalls das Küchenpapier wechseln. Die Walnusskerne grob hacken (es sei denn, sie sind durch das Zertrümmern der Schale mit einem Hammer ohnehin schon in kleine Stücke zersplittert…), die Trauben waschen, abtrocknen, halbieren und eventuelle Kerne entfernen.

Eine Teigkugel auf eine reichlich (!) bemehlte Arbeitsfläche legen, den restlichen Teig für die Zwischenzeit mit einem feuchten Küchentuch bedecken. Die Hände mit Mehl bestäuben und mit schiebenden und ziehenden Bewegungen der Hände zu einer flachen Pizza formen, dabei einen etwas höheren Rand lassen. Die weiße Pizzasauce darauf verteilen, dabei den Rand auslassen. Den Backofengrill anheizen und die Pizza mit Sauce für zwei Minuten in den Ofen schieben. Dann mit Mozzarellascheiben, Walnusskernen und den roten Weintrauben (möglichst mit der Schnittseite nach oben) belegen und wieder in den Ofen geben. Weitere drei Minuten mit zugeschaltetem Grill backen, danach für etwa drei Minuten ohne Grill fertig backen. Besser jedoch zwischendurch den Bräunungsgrad kontrollieren. Jeder Backofen und vor allem jeder heiße Backofengrill ist anders. Die Pizza aus dem Ofen nehmen und mit kleingezupften Bresaolascheiben belegen. eat it. love it.

Allein, dass ich auf diese Pizza gekommen bin, freut mich gerade eigentlich schon genug – dabei gibt’s bei Zorras Blogevent auch noch etwas zu gewinnen: eine knallrote KitchenAid! Fragt mal Michi und meine restliche Umgebung, die können euch ein Lied davon singen, wie scharf ich schon seit langem auf so eine Maschine bin…deshalb würde ich mich freuen, wenn ihr bei der Abstimmung demnächst für mein Rezept voten würdet :) Alle weiteren Infos zum Blogevent “Knacken & Backen” findet ihr bei Zorra:

Blog-Event LXXXI - Knacken & Backen und eine KitchenAid gewinnen! (Einsendeschluss 15. September 2012)