Pasta Mediterranea Piccante

Im März und April gabs bei Vapiano das Special “Pasta Mediterranea Piccante” – mir hat es sehr gut geschmeckt und ich fand es eine wirklich spannende Kreation. Jetzt ist es an der Zeit, die Idee aufzunehmen und nachzukochen. Im März hatte ich angemerkt, dass lange Nudeln wie die empfohlenen Tagliatelle zu der stückigen Sauce nicht gut passen; für meine Version habe ich also Tortiglioni gekauft.

Das tolle an diesem Gericht ist, dass es sich praktisch selbst würzt: Öl braucht es nicht, denn davon ist in der Paprikawurst schon reichlich. Mit Knoblauch und Schärfe verhält es sich ebenso. Es geht also nur noch darum, geschickt abzuschmecken.
Was die Miesmuscheln aus der Vapiano-Kreation betrifft, so habe ich sie im März schon für nicht unbedingt notwendig befunden. Beim Nachkochen habe ich sie noch einmal verwendet, komme aber zum gleichen Ergebnis: weglassen schadet nicht. ;)

Zutaten für 4:

500 g Tortiglioni

200 g Chorizo in feinen Scheiben

1 kleine Zwiebel, feingehackt

200 g Sahne

1 Msp. Safran

1 gelbe oder rote Paprikaschote in Stücken

200 g Kirschtomaten, halbiert

Salz, Pfeffer, Zitronensaft

(100 g Miesmuscheln aus der Dose)

Nudelwasser zum Kochen bringen, reichlich salzen und Nudeln nach Packungsangabe al dente kochen. Währenddessen Chorizoscheiben im Wok ohne Öl zwei Minuten lang anbraten, Zwiebelwürfel hinzugeben und mitdünsten, Temperatur reduzieren. Sahne angießen, Safran unterrühren und einige Minuten sanft köcheln lassen.

Wenn die Nudeln die Hälfte der Kochzeit hinter sich haben, Paprikastücke zugeben, ganz zum Schluss die Kirschtomaten (und falls gewünscht die Miesmuscheln) vorsichtig unterheben. Mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft abschmecken. Abgegossene Nudeln zugeben und noch einmal vorsichtig umrühren. In vorgewärmten Pasta-Tellern servieren. eat it. love it.

Pasta Mediterranea Piccante Zutaten

Zutaten: spanische Chorizo in Scheiben und saftige Kirschtomaten

 

4

Knoblauch-Confit

Knoblauchknollen
Knoblauch ist eine tolle Sache. Meiner Ansicht nach gibt es kaum einen besseren Dip als eine gute Aioli und in jede gute, mediterrane Sauce gehört eine Zehe Knoblauch. Ihr seht: ich liebe Knoblauch, allerdings habe ich auch so manch ein Problem mit den Knollen. 1. sie senken den Blutdruck und das ist für jemanden wie mich, der im Sommer notorisch unter Kreislaufbeschwerden leidet, gar nicht gut. Und 2. nach der Verarbeitung von Knoblauch stinken die Finger tagelang, Spezial-Küchen-Seife hin oder her. Als eine Bekannte mich auf dieses Knoblauch-Confit aufmerksam machte, sah ich meine Chance – mit Knoblauchöl lässt sich der feine Geschmack viel leichter dosieren, ohne gleich zum Sturz meines Blutdrucks zu führen. Und die fertig confierten Zehen muss man nur noch mit einer Gabel aus dem Glas in den Topf geben. Bei der Herstellung orientierte ich mich an dem Eintrag auf Monambelles.

Knoblauchzehen

2 Knoblauchknollen

150 ml Olivenöl

150 ml Rapsöl

Die Knollen auseinandernehmen und die einzelnen Zehen in ein großes Metallsieb geben. Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, daneben eine Schüssel mit kaltem Wasser und Eiswürfeln bereitstellen. Das Sieb mit den Zehen für etwa 30 Sekunden in das kochende Wasser halten, danach in der Schüssel mit Eiswasser kalt abschrecken. Zehen im Wasser abkühlen lassen.

Das holzige Ende der Zehen abschneiden und die Haut abziehen. Die geschälten Zehen auf einem sauberen Küchentuch trocknen lassen. Ofen auf 160°C vorheizen und eine kleine ofenfeste Form bereitstellen. Öl in die Form geben und gut vermischen. Geschälte, trockene Knoblauchzehen hinzugeben.

Form für etwa 1 Stunde im Ofen confieren lassen, dabei immer wieder die Farbe der Zehen kontrollieren. Das Confit ist fertig, wenn die Zehen goldgelb sind. Abkühlen lassen und Öl mit Zehen in ein Einmachglas füllen. Das Confit ist im Kühlschrank mehrere Wochen haltbar.

Knoblauchconfit

Doch was macht man nun mit diesem Confit? Zum einen hat man ein ganz wunderbares Knoblauchöl, das sich gut in Marinaden und Dressings macht. Zum anderen lassen sich die confierten Zehen leicht verarbeiten und sollen wohl auch im Geschmack etwas feiner und aromatischer als roher Knoblauch sein. Ich werde in den nächsten Wochen die Verwendungsmöglichkeiten testen und nach für nach hier verlinken. Und natürlich freue ich mich über eure Ideen, Erfahrungen und Verwendungsmöglichkeiten für das Confit hier in den Kommentaren :)

0

Vapiano: Specials im Mai und Juni

review3


Das erste Pasta Special im Mai und Juni klingt ja wirklich sehr vielversprechend. Pasta Rodeo, das erinnert an texanische Rancher mit Schnurrbart, die abends den riesigen Grill anheizen, um dann fast ebenso riesige Fetzen Fleisch zu grillen und mit rauchiger Sauce zu verspeisen. Das Rauchige kommt auch bei Pasta Rodeo heraus, aber leider nur als ein zarter Rauch-Geruch.

Meine Hoffnung auf eine dunkelrote, knackig-scharfe, rauchige Barbecue-Sauce an frischer Pasta wurde enttäuscht. Vielmehr ist die Grundlage der weißen (!) Sauce die Standard-Sahnesauce, in die vielleicht ein oder zwei (!) Esslöffel Barbecue-Sauce hineingerührt werden. Von Schärfe ist da nichts zu merken und das Gericht schmeckt ohne den Zusatz von Chili und Knoblauch, bzw. Chili-Öl gelinde gesagt eher fad. Kurzum: damit das Gericht etwas von Barbecue bekommt, muss das Verhältnis von Sahnesauce zu Barbecue-Sauce anders sein. Oder aber man macht gleich eine rote, leicht scharfe Barbecue-Sauce zur Grundlage, die man als Gast noch entsprechend nachwürzen kann. Eine cremige Sauce muss ja nicht zwangsläufig auf Sahne basieren. Moment, da stand ja noch was von Feigen – das hat mich spontan an Pasta Afrika erinnert, wo sie eine perfekte Harmonie mit den restlichen Zutaten eingegangen sind. Anders bei Pasta Rodeo: die getrockneten Feigen wirken durch ihre Süße in der sahnigen Sauce vollkommen fehl am Platz; ich habe fast den Eindruck, dass sie die Barbecue-Sauce, deren Schärfe sie gut ergänzen könnten, genauso vermissen wie ich. Dazu kommt noch, dass sie nur halbiert sind und dadurch noch mehr auffallen. Auch das gebratene (!) Hühnchen würde sich sicher freuen, wenn es eine geschmackliche Verbindung zum Barbecue gäbe. Die Verwendung von Pilzen mit einer Sahnesauce ist ein Klassiker und da ergibt sich schon das Problem: ein Special sollte sich schon dadurch auszeichnen, dass es sich von den Klassikern abhebt.

Zusammenfassend muss ich feststellen, dass Pasta Rodeo sich eben nicht großartig von Pasta Funghi unterscheidet – möchte man einen Unterschied schmecken, bietet es sich an, beim Koch auf mehr Barbecue-Sauce oder extra Chili zu bestehen. Mein Feedback bin ich im Restaurant schon losgeworden und bin gespannt, ob sich bis Ende Juni noch etwas verändert.

Pasta Rodeo, 8,00 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“PASTA RODEO
Zarte Hähnchenbrust mit getrockneten Feigen, Austernpilzen und Champignons an einer cremigen Barbecuesauce.
Vollendet mit roten Zwiebelwürfeln.
Passt besonders gut zu unseren frischen Fusilli.”

Das zweite Pasta-Special Pasta Rustica wird dem aufmerksamen Vapiano-Gast noch vom Olivenfest Ende April/Anfang Mai bekannt sein – es hat den Weg in Verlängerung geschafft. Einen Review dazu gabs schon, wer’s nachlesen möchte, kann das hier tun: Pasta Rustica


Ach, klang das super. So super, ich wusste bereits bei Veröffentlichung der Specials wusste: das.muss.ich.essen. Nur die Riesengarnelen…ich mag (außer Fischstäbchen) nichts, was aus dem Meer kommt. Umso besser für mich, dass dieses Special auch als günstigere, vegetarische Variante angeboten wird.

Der erste Bissen schmeckt nach Weihnachten. Ich habe einen Raviolo durchgeschnitten, aufgespießt, in die weiße Sahnesauce getunkt und schmecke vor allem Orange und Zimt. Beim nächsten Bissen gibt es noch etwas von den Frühlingszwiebelringen dazu und siehe da: schon viel besser. Diese Kombination habe ich so bisher noch nirgendwo gegessen, und wenn man es schafft, Frühlingszwiebel, Orangenfilet und eine große Nudel mit etwas Sauce auf die Gabel zu packen, knallt das Aromafeuerwerk im Mund. Aber so richtig. Schafft man das jedoch nicht, schmeckt man vor allem Orange und die cremig-salzige Sauce. Nicht weniger, aber leider auch nicht mehr.  Vielleicht hätten ja die Garnelen den letzten Kick geben können. Dennoch denke ich, dass ein Gericht auch in einer extra angebotenen vegetarischen Variante gut abgeschmeckt sein muss.

Als der Teller leer ist, bin ich zwar in Sachen Geschmack recht zufrieden, doch ich merke, dass dieses Special so gar nicht zu den anderen, sommerlich-leichten Kreationen für Mai und Juni passen will. Mit Ricotta gefüllte Ravioli in einer kompakt-cremigen Sauce aus Sahne oder Crème fraîche – das klingt nicht nur fett, es lähmt mich geradezu und sättigt über Stunden.

Ravioli d’Arancia, 8,50€ bzw. 6,00€ für die vegetarische Version, gegessen im Vapiano München Bogenhausen

“RAVIOLI D’ARANCIA
Hausgemachte Ravioli mit einer Orangen-Ricotta­Füllung, Riesengarnelen und filetierten Orangen an einer cremig­-leichten
Sauce mit einem Hauch Grand Marnier und einer Prise Zimt.”


Lange habe ich bei Vapiano keine Pizza mehr gegessen, was schlichtweg daran liegt, dass die Nudeln zu geil sind. Und da Tina mit Meeresfrüchten nicht gut kann (s.o.), stand schon fest, dass ich die aktuelle Special-Pizza reviewe. Was für ein knuspriges Erlebnis! Die Beschreibung verspricht mit Pizza Moscardini ein erfrischendes Sommergericht und damit verspricht sie nicht zu viel.

Die Pizza wird statt mit Tomatensauce mit Olivenöl bepinselt und mit italienischem Räucherkäse belegt. Heraus kommt eine unglaublich knusprige Pizzagrundlage auf der die übrigen Zutaten nach dem Backen reichlich angehäuft werden. Das Ganze hat etwas von einem mild marinierten Antipasti-Salat, der die Pizza-mit-Olivenöl-Frittier-Aktion gut ausgleicht, zumindest fühlt man sich danach nicht pappsatt. Den Räucherkäse konnte ich als solchen nicht identifizieren und hätte ihn auch für Mozzarella halten können.

Meine einzige Anmerkung: die Tintenfischstücke (nicht Tintenfischringe, sondern -tentakel!) sind recht groß, was zusätzliches Zerkleinern notwendig macht. Die schiere Menge davon und die Knusprigkeit der Pizzabasis bis zum letzten Bissen sprechen aber eindeutig für diese Kreation. Einzige Genussvoraussetzung: eine grundsätzliche Vorliebe für Meeresfrüchte. ;)

Pizza Moscardini, 8,50 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

“PIZZA MOSCARDINI
Unsere Steinofenpizza kommt heute in weiß mit Olivenöl
und Scamorza affumicata, einem aromatischen Räucherkäse.
Nach dem Backen mit einem Mix aus würzigem Rucola,
Cherrytomaten, roten Zwiebelwürfeln und Moscardini,
kleinen Tintenfischen und unserem hausgemachten Olivenpesto-
Balsamico-Dressing vollendet. Semifredda – erfrischend im Sommer!”

(Nachtrag vom 18.6.) Die Desserts bei Vapiano sind meist sagenhaft, leider tue ich mir nach einem Berg Nudeln meist schwer, das große Glas Tiramisu noch zu schaffen. Umso glücklicher war ich, als ich die  Mousse au chocolat noisette sah – sie ist in den üblichen Wassergläser abgefüllt und somit deutlich kleiner als die Desserts der Standardkarte. Das schlägt sich auch im kleineren Preis nieder.

Dennoch muss sich das Dessert nicht verstecken: hier bekommt man eine wirklich gute Mousse serviert, die deutlich nach Nougat und Haselnüssen schmeckt, die Vanille ist höchstens zur Unterstützung beigefügt. Bei allen Besuchen in dieser Special-Saison habe ich die Mousse gegessen, die Konsistenz schwankte zwischen schnittfest und fast flüssig − der nussig-schokoladige Geschmack jedoch blieb. Die kleinen Erdbeerstückchen geben eine fruchtige Note, die perfekt zur Mousse passt. Für mich ein echtes Highlight dieser Specials, ich wäre froh, wenn in Zukunft öfter Desserts in der Größe angeboten werden oder die Mousse au chocolat noisette sogar den Sprung auf die Standardkarte schaffen würde.

Mousse au chocolat noisette, 2,50 €, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe und München Bogenhausen

“MOUSSE AU CHOCOLAT NOISETTE
Eine zart­schmelzende Haselnussmousse mit Mascarpone,
Vanille und frischen Erdbeeren.”

0

Buttermilchmousse mit Erdbeercarpaccio

Ich stehe total auf Desserts und gebe auch gerne zu – lieber verzichte ich auf jede Vorspeise als aufs Dessert, wenn ich die Wahl zwischen einem Begleiter zum Hauptgericht hätte. Leider ist es vor allem im Sommer nicht ganz einfach, ein leichtes Dessert ohne schlechtes Gewissen für die Bikinifigur zu zaubern, das nach einem lauen Sommerabend auf der Terrasse schnell auf dem Tisch ist und einen nicht ins Schwitzen bringt. Beim Stöbern in Johann Lafers iPhone-App “Meine besten Rezepte” (eine ausführliche Review für die App folgt noch) entdeckte ich jedoch den perfekten Kandidaten, auf den all diese Attribute zutreffen.

Zutaten für vier Personen

100 g Buttermilch

3 EL Zucker

1 1/2 Blätter weiße Gelatine

1/2 unbehandelte Limette

120 g Schlagsahne

150 g Erdbeeren

Die Zutaten sind vergleichsweise simpel und günstig zu beschaffen. Lafer betont in seiner Rezeptbeschreibung, dass Sahne und Buttermilch möglichst frisch aus dem Kühlschrank kommen sollten, damit die Masse später auch wirklich geliert. Ich hatte in meinem letzten Dessertpost zum Thema Crème Brûlée ja bereits über das Stocken von Massen geredet und mich munter über Menschen ausgelassen, die einen Heidenrespekt vor dem Schlagen von Eiern und Sahne über dem Wasserbad haben. Nun, ich muss leider zugeben, dass ich mich in Sachen Gelatine wirklich nicht mit Ruhm bekleckert habe und wohl unterschätzt habe, wie schnell die erwärmte Gelatine wieder fest wird. Deshalb: haltet euch wirklich an die Reihenfolge im Rezept, ich tat es beim ersten Versuch nicht und durfte prompt von vorne anfangen.

Buttermilch mit Zucker in einer mittelgroßen Schale verrühren und beiseite stellen. Die Gelatine etwa zehn Minuten in kaltem Wasser einweichen. Währenddessen die Limette mit heißem Wasser abbrausen und die Schale abreiben. Förmchen zum Stürken der Mousse bereitstellen.

Die abgeriebene Limette nehmen und den Saft auspressen, danach in der Mikrowelle oder in einem Topf erwärmen und gegebenenfalls vom Herd nehmen. Die Gelatineblätter aus dem Wasser holen, darüber gut ausdrücken und danach im Saft gut auslösen. Es dürfen keine Klümpchen mehr vorhanden sein, deshalb sehr gut durchrühren! Die abgeriebene Limettenschale zur gezuckerten Buttermilch geben und schließlich den Limettensaft mit der aufgelösten Gelatine hinzufügen.

Die Sahne steif schlagen. Mit einem kleinen Löffel oder durch Schwenken der Schale kontrollieren, ob die Buttermilch bereits geliert. Sie muss nicht richtig fest sein sondern sollte einfach weniger flüssig als zuvor sein. Lafer schreibt im Rezept, dass dies etwa eine Minute braucht – ich habe lieber drei gewartet und danach die Sahne untergehoben. Die Masse in die bereitgestellten Förmchen füllen und für mindestens 30 Minuten im Kühlschrank fest werden lassen.

Erdbeeren waschen und putzen. Längs aufschneiden und in dünne Scheiben schneiden. Diese auf einem Desserteller als Carpaccio anrichten und die Mousse darauf stürzen. eat it. love it.

Lafer nimmt im Originalrezept 200 Gramm Erdbeeren, ich habe mich für dieses Rezept für weniger entschieden. Ihr seht auf dem ersten Foto, auf wie vielen Erdbeeren meine Mousse tatsächlich gebettet war. Eine Variante des Rezepts mit Mango und Passionsfrucht habe ich bei Fool for Food gefunden – Claudia hat das Rezept für vier Personen verdoppelt, womit sie sicher nicht ganz verkehrt liegt. Es kommt wohl schlichtweg darauf an, wie üppig davor gegessen wurde. Ich war mit meiner Portion aus dem Originalrezept nach einem reichhaltigen Abendessen gut bedient, zumal es das Dessert direkt nach dem Hauptgang gab. Für etwas spätere Desserts oder einfach nur so zum Schlemmen empfiehlt sich das doppelte Rezept allerdings tatsächlich

Ich konnte es kaum glauben, als ich das Heft am Zeitschriftenstand im Supermarkt gesehen habe: ein unfassbar dickes Spezialheft von “essen & trinken”, ein riesiger Haufen Nudeln auf dem Cover und ein Versprechen für 116 italienische Rezepte. Ich halte von der e&t ohnehin unheimlich viel, und als Fan der italienischen Küche habe ich natürlich sofort zugeschlagen.

Daheim dann schwelgte ich eine Stunde allein in den Fotos vom Essen und den Rezepten, die einfach total lecker klingen. Kostprobe gefällig? “Bruschette mit Walnusspaste und Büffelmozzarella” als Einstieg, danach gäbe es dann wohl “Tagliatelle con Fontina”, als Knabberei zwischendurch selbstfrittierte Salbeiblätter und Grissini und als Dessert eine “Panna Cotta Beeren-Terrine”.

Vom ersten Durchlesen her machen alle Rezepte wirklich Lust auf mehr, es sind ausführliche HowTos für den perfekten Pizza- und Nudelteig enthalten und alle Gerichte sind ausführlich und schön beschrieben, jedes Rezept eigens mit Bild. Da schmerzen auch die 7,50 Euro nur wenig, die man am Kiosk für das Heft (oder eher ein Kochbuch im A4-Format) berappen muss – immerhin kostet ein kleines Themenkochbuch von Gräfe und Unzer genauso viel und mit dem e&t Spezial bekommt man knapp 160 Seiten beste italienische Küche geboten. Nur kochen muss man dann noch selber.

Leider habe ich online keine weiteren Infos zu dem Heft gefunden, ich kann euch deshalb nur raten – schnell zum gutsortierten Zeitschriftenladen laufen und noch ein Heft holen, ich weiß nämlich nicht, wie lange es noch auf dem Markt ist ;)

Yorkshire Crisps

Da gibt es nicht viel drum herum zu reden: die deutsche Chips-Industrie präsentiert sich dem geneigten Knusperfreund als äußert uninspiriert. Wieviele “klassische” Sorten gibt es da? Drei? Oder so? Also: Salz. Macht wenig Aufhebens von sich selbst. Paprika. Paprika? Die schnarchige Großtante der Chilischote, längst von letzterer ins Altenheim abgeschoben. Noch was? Gerade so kann man mittlerweile noch Cheese & Onion und Salt & Vinegar als bei uns etabliert bezeichnen. Fällt da was auf? Niemand spricht da von Käse und Zwiebel oder Salz und Essig. Warum? Weil diese Kreationen aus dem anglophonen Raum zu uns herübergeschwappt sind, zum Glück möchte man sagen. Die ersten gewürzten Chips kamen übrigens aus Irland.

Nachdem ich mal eine Zeit in England gelebt habe, bin ich sozusagen Botschafter des irren Geschmacks. Nicht dass ich den frühmorgendlichen Verzehr frittierter Kartoffelscheiben gutheißen möchte…, darüber mag jeder denken was er will. Die Insulaner verstehen sich jedoch meisterlich auf die Produktion von Kartoffelchips in allen möglichen, immer wieder neuen Sorten. Dort nennt man Pommes chips und konsequenterweise Chips crisps. Und crispy sind sie in der Tat. Heute möchte ich euch die Marke Yorkshire Crisps vorstellen und mal zeigen, was es außerhalb Deutschlands für Geschmacksvarianten gibt.

Lange habe ich gezögert, bei den Chips aus der Dose zuzugreifen. Der Preis hat mich abgeschreckt. (Zugegeben: englische Chips sind ein teures Vergnügen) Jetzt habe ich mich getraut und muss davon berichten.
Ich habe mich für die Sorte Parsnip entschieden, was nicht etwa ein eine südwest-schottische Würzmischung ist, sondern der englische Name für Pastinake. Da das aber wenig sexy klingt, halte ich mich an den Namen Parsnip. Also: ein weißes Wurzelgemüse, verwandt mit der Karotte, das sich in Großbritannien größerer Beliebtheit erfreut als in Deutschland. Und das obwohl es laut Wikipedia auch Germanenwurzel genannt wird. Mir schmeckt Parsnip ganz hervorragend, sowohl als knusprige Chips als auch im Ofen gebacken und mit Honig karamellisiert. Diese erste Variante aus Yorkshire nun ist hauchdünn geschnitten und in Sonnenblumenöl frittiert, wobei sich ganz abstruse Formen bilden. Ein Chip hier hier schaut aus wie ein Ufo. Das ganze ist simpel mit Salz und Pfeffer gewürzt und ein fantastisch ungewöhnlicher Snack. Probieren!

Noch mal zurück zur bemitleidenswerten Situation in Deutschland, die darzustellen sich weitgehend erübrigt. Es sei jedoch noch der Verweis erlaubt auf durchaus kreative Bemühungen der deutschen Hersteller, mit orientalischen und afrikanischen Würzmischungen eigene Akzente zu setzen. In dieser Richtung ist mir aus Großbritannien nichts bekannt. Was aber für aber unbestreitbar ein Manko der deutschen Kartoffelchips ist, ist deren geringe Dicke. Als ich aus England wiederkam, war ich beinahe schockiert, auf wie wenig man in Deutschland herumkauen kann…
Abschließend noch ein kleiner (nicht annähernd vollständiger) Marktüberblick über das britische Standard-Sortiment, das eigentlich nur in Staunen versetzen kann.
Meiner Ansicht nach gibt es vier britische Marken, die man auch bei uns kennen sollte und kaufen kann: Die gerade schon vorgestellten Yorkshire Crisps, Walkers, Tyrrells und Kettle Chips.

  • Yorkshire Crisps habe ich bei Edeka und bei Käfer gesehen. Ungewöhnliche Verpackung in der Dose, daher super zum Wiederverschließen, in Großbritannien auch in der Tüte. Packungsgröße: 100 Gramm (Dose). 9 Sorten, davon besonders bemerkenswert: Tomato, Basil and Mozzarella; Parsnip; Sweet Chilli and Lime.
  • Walkers gibt es in der 40 Gramm Packung bei Subway. Unzählige Sorten, 11 Sorten im Standardsortiment, davon besonders bemerkenswert: Steak & Onion; Smoky Bacon; Roast Chicken; Prawn Cocktail; BBQ Rib; Worcester Sauce. Ein wahrer Traum sind auch Walkers Sensations Thai Sweet Chili. Es lohnt auch ein Blick auf die lange Liste der Sorten bei Wikipedia.
  • Tyrrells sind bei uns eher schwierig zu bekommen, habe sie bei Käfer und Kaufhof gesehen. 150 Gramm Tüte. 10 Sorten im Standardsortiment, davon besonders bemerkenswert:
    Ludlow Sausage with Wholegrain Mustard; Naked Chips (nur Kartoffel!); Chicken & Tarragon (Estragon); Honey Roast Ham & Cranberry.
  • Kettle Chips sind schon länger bei uns im Einzelhandel erhältlich. Zeichnen sich durch dickere Scheiben aus. 150 Gramm Tüte. 9 Sorten im Standardortiment, davon besonders bemerkenswert: Sea Salt & Balsamic Vinegar; Smoky Barbecue; Sweet Chili; No Added Salt (nur Kartoffel!); Golden Parsnip, Sweet Potatoe & Beetroot.
0

Crème Brûlée mit marinierten Himbeeren

Egal, wem ich erzähle, dass ich eine Crème Brûlée mache – jedes Mal blicke ich in ehrfürchtige Gesichter, als sei dieses Dessert ein Buch mit sieben Siegeln: unfassbar schwierig und nicht zu bewältigen . Der gedachte Schwierigkeitsgrad kommt offensichtlich an den einer Sauce Hollandaise heran, was ich inzwischen nicht mehr nachvollziehen kann.

Ihr seht – nicht mehr. Denn als ich mich vor zwei Jahren zum ersten Mal an eine Crème Brûlée heranwagte, geschah sogleich der GAU: sie stockte nicht und ich konnte meinen Gästen flüssige, warme Vanillesahne mit Klümpchen servieren. Zahlreiche Versuche später habe ich endlich eingesehen, dass es nicht das eine Rezept für eine Crème Brûlée geben kann. Man weiß nie, wie groß die Eigelbe tatsächlich sind und ob das Wasserbad nun heiß genug ist. Dennoch bin ich die letzten Male mit diesem Rezept hier ganz wunderbar gefahren, die Crème schmeckte fantastisch und war vor allem eines: fest.

Deshalb hier mein fast todsicheres Rezept für eine so simple und leckere Sache. Das Rezept bezieht sich auf 6 kleine Pastetenförmchen (Durchmesser etwa 7 cm), beziehungsweise 3 größere, flache Crème Brûlée-Förmchen (Durchmesser etwa 12 cm). Das Rezept kann für mehrere Portionen entsprechend auch mit nur einer Vanilleschote hochgerechnet werden. Diese würde ich dann etwas länger mitköcheln lassen, um ein intensiveres Aroma zu bekommen.

1 Vanilleschote

125 ml Vollmilch

200 ml Sahne

5 Eigelb

50 g Zucker

Backofen auf 100°C vorheizen. Vanilleschote aufschneiden, Mark herauskratzen und beides mit Milch und Sahne aufkochen und 10 Minuten leise köcheln lassen. Währenddessen Eigelbe mit Zucker in einer großen Metallschüssel schaumig aufschlagen. Einem Topf, auf den man später die Schüssel gut für ein Wasserbad auflegen kann, etwa zur Hälfte mit Wasser füllen und dieses zum Kochen bringen.

Vanilleschote herausnehmen und Milch/Sahne-Mischung zu den aufgeschlagenen Eigelben dazugeben. Metallschüssel auf den Topf mit Wasser aufsetzen und die Masse über dem Wasserbad mit einem Schneebesen solange rühren, bis die Masse leicht sämig wird. Die Konsistenz sollte ähnlich der von frischgekochtem Pudding sein.

Die Masse durch ein Sieb gießen und durchdrücken. Danach auf die Schälchen verteilen, die befüllten Schälchen gemeinsam in eine ofenfeste Auflaufform stellen. Wasser aus dem Wasserbad vorsichtig in die Auflaufform schütten, sodass die Schälchen etwa zwei Finger hoch in heißem Wasser stehen. Danach die Auflaufform mit den Schälchen für 50 bis 60 Minuten im Ofen backen.

Schälchen vorsichtig aus der Auflaufform mit Wasser heben und die Crème erkalten lassen. Im Anschluss daran für mindestens zwei Stunden kalt stellen. Kurz vor dem Servieren mit braunem Zucker bestreuen und mit einem speziellen Bunsenbrenner oder unter dem Backofengrill karamellisieren. Vorsicht bei der Variante mit dem Grill: der Zucker schmilzt schneller, als man denkt! Deshalb alle 30 Sekunden einen Kontrollblick auf die Förmchen werfen.

Crème Brûlée ist relativ simpel und überzeugt vor allem durch ihre Konsistenz und den feinen Vanillegeschmack. Deshalb passen viele andere Aromen als Beilage dazu – ich habe mich für marinierte Himbeeren entschieden. Diese gehen schnell und sind zu jeder Jahreszeit zu machen. Die Zuckermenge in diesem Rezept bezieht sich deshalb auf die Verwendung von tiefgekühlten Himbeeren, wer frische Beeren verwendet, benötigt deutlich weniger Zucker.

30 g Butter

3 EL Zucker

200 ml Orangensaft

250 g Himbeeren

Himbeeren in eine Schale geben und beiseite stellen. Während des Kochvorgangs können tiefgekühlte Beeren bereits nebenher antauen. Butter in einer beschichteten Pfanne zerlassen, Zucker hinzugeben und unter Rühren karamellisieren lassen.

Orangensaft erhitzen und vorsichtig zum flüssigen Karamell hinzugeben. Dieses wird nun kurzzeitig hart, schmilzt jedoch unter Rühren nach etwa einer Minute wieder. Bei schwacher Hitze etwa drei Minuten köcheln lassen, danach die Beeren hinzugeben und die Mischung sieben Minuten auf niedrigster Stufe köcheln lassen. Das heiße Kompott in Schüsseln zur karamellisierten Crème servieren. eat it. love it.

review3

Vapiano Specials zum Olivenfest Viva Oliva 2011: Pasta Pesto d’Oliva, 6,00 Euro, gegessen im Vapiano München Bogenhausen und Pasta Rustica, 9,00 Euro, gegessen im Vapiano München Fünf Höfe

Zwei Wochen dauert das Olivenfest bei Vapiano – bis zum 8. Mai habt ihr noch Zeit, die Specials zu testen, die ich hier für euch reviewt habe.

Zum Olivenfest erwartet den Gast mit Pasta Pesto d’Oliva ein simples Gericht, an dem sich die Geister scheiden werden: jene, die Oliven mögen, werden es lieben. Die anderen dürfen einen großen Bogen herum machen (zum Beispiel Tina :) ). Das Olivenpesto ist mit Minze gewürzt, eine interessante Kombination. Leider verfliegt dieser Neuheitswert mit jedem Bissen und nach einiger Zeit schmeckt man die Minze nicht mehr sehr deutlich heraus. Was diesen Nudeln auf jeden Fall gut tut ist eine große Portion geriebener Käse, ebenso wie frisch gemahlener Pfeffer. Und wenn ich so an die Minze zurückdenke, wäre wohl auch etwas Zitronensaft nicht schlecht gewesen, um dem ganzen noch etwas mehr Pepp zu verleihen. Übrigens: Olivenpesto macht sich auch auf Brot als Bruschetta ganz hervorragend: mit geriebenem Käse bestreuen und kurz überbacken – feine Sache.

“PASTA PESTO D’OLIVA
Hausgemachtes Olivenpesto mit knackigen Kirschtomaten und
grünen Oliven trifft auf unsere frische Pasta. So lecker, dass sich
gleich noch italienischer Hartkäse und frische Minze hinzugesellen.
Passt besonders gut zu unseren hausgemachten Fusilli.”

Um den Review zu komplettieren, hab ich für euch natürlich auch das zweite Pasta-Special getestet: Am Freitag hab ich mich mit meiner lieben Freundin Anna zum Essen in den Fünf Höfen getroffen (ich durfte dann noch ihre Spaghetti Pomodoro Mozzarella aufessen, ein Traum!). Pasta Rustica verrät schon im Namen, worum es hier geht: große Stücke, deftiger Geschmack – ein rustikales Bauerngericht im weitesten Sinne. Dazu wird gepellte Salsiccia Siciliana stückchenweise in den Wok gegeben und angebraten, was die recht fettige Saucengrundlage herstellt. Hinzu kommen halbgetrocknete Tomaten und Kartoffelwürfel und schließlich etwas Olivenpesto. Wenn die Nudeln fertig sind, wird noch etwas fein gehobelter Provolone untergemischt und auf Wunsch über das Gericht gegeben. Empfohlen werden dazu Fusilli – das passt zu den großen Stücken in der Sauce. Da steht dann also eine Schale ölig ummantelter Nudeln vor einem; der erste und letzte Geschmackseindruck ist wirklich deftig und etwas scharf: die Wurst ist es, die hier den Ton angibt. Das Olivenpesto kann man eigentlich gar nicht herausschmecken, es hält sich dezent im Hintergrund. Die Tomatenstücke sind für meinen Geschmack zu groß – die Kartoffeln dienen primär als dezente Ergänzung der Sauce. Ist es denn eine Sauce? Wie bei Aglio e olio ist es eigentlich Öl, das die Nudeln zusammenbringt. Hier ist es das Fett der Salsiccia und des italienischen Käses, sowie das Öl des Olivenpestos – eine heftige Kombination. Heißt: viel trinken und Brot dazu.

“PASTA RUSTICA
Salsiccia Siciliana und Kartoffelwürfel mit halbgetrockneten Tomaten
an frischem Olivenpesto und Provolone, einem italienischen Hartkäse.
Freut sich besonders auf unsere frischen Fusilli.”